Einige verrückte Geschichten

GeschichteHumor, Parodie / P16
03.11.2015
27.02.2016
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Huhu, da bin ich wieder ^^
Ich hab mir gedacht, dass ich das erste Kapitel ja schon mal hochladen kann. Außerdem ist heute Freitag der 13. Hat zwar nichts damit zu tun, aber egal xDD
Zwischendurch war es ziemlich schwer zu schreiben und die Qualität ist auch ziemlich schlecht, also stellt euch drauf ein //D
Außerdem hatte Pia in Franzisch wegen dem Clown einen Lachanfall. Aber ein besserer Vergleich ist mir nicht eingefallen. Sorry ^^'
Auch Sorry, dass die Sicht wechselt, aber damit müsst ihr euch anfreunden, wenn ihr das weiter lesen wollt. Außerdem ist es ziemlich kurz geraten :'(
Nun denn, ich hoffe es gefällt euch und lässt doch ein paar Reviews da.
Viel Spaß, eure Vivi :)
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Happy Birthday Eliot   ~ Part 1 ~

(Vincent)

Geblendet blinzelte ich gegen das grelle Licht an. Hatte ich etwa schon wieder vergessen, die Lampe auszumachen?
Ich setzte mich müde auf, mein Kopf schmerzte noch, wie mein Rücken. Scheiße, war ich etwa schon wieder eingepennt? Warum zur Hölle konnte ich nie wach bleiben? Das nervte langsam!
Ich presste meine Hand an die Stirn, da ich diese so kühlen konnte.
Eine Weile saß ich so da und machte nichts. Dann sah ich auf die Uhr und schlug mir entsetzt die Hand vor den Mund. Es war halb eins. Nachts.
Sofort sprang ich auf und suchte nach meinem Handy, um zu sehen, ob Gil mir irgendwas geschrieben hatte. Denn, er müsste doch eigentlich längst wieder zurück sein.
Und tatsächlich hatte er mir eine SMS geschrieben. Vor knapp 30 Minuten.
Als ich sie gelesen hatte, gab ich mir einen Facepalm. Das war doch jetzt echt nicht mehr auszuhalten.
Da stand nämlich:
Hey Vince. Es ist ziemlich viel passiert, also hier die wichtigsten Sachen:
Als das Musical vorbei war, war mein Wagen irgendwie abgeschleppt, und weil wir keine Bushaltestelle gefunden haben und zu Fuß zum Bahnhof nicht geht, haben wir eine Herberge gesucht. Und irgendwie (frag nicht) hat Val uns gefunden, aber sie hatte Eliot dabei.
So, Sharon, Lea und ich sind bei ihnen mitgefahren, aber auf der Hälfte der Strecke hatten wir einen Platten (keine Ahnung, warum) und jetzt hocken wir hier im Dunkeln und warten auf den Abschleppdienst. Es kann aber auch sein, dass wir im Auto übernachten müssen, wird zu fünft aber etwas schwierig.
Lange Rede, kurzer Sinn. Also, könntest du bitte den Kuchen backen? Vielleicht versuchst du es erstmal mit einem Marmorkuchen? Ich weiß, dass du nicht so gut in sowas bist, aber du kannst doch Oz um Hilfe bitten. Ich schreibe ihm auch gleich.
Sorry, Gil.

Darunter war ein verplantes Bild von allen Beteiligten.
Gil lächelte nur leicht, Lea in seinem Arm auch, aber irgendwie leicht verstört. Sharon hinter den Beiden suchte verzweifelt was in ihrer Handtasche. Hinter ihr war Valerie, die wie immer grinste, und Eliot an seinem Arm mit ins Bild zerrte. Dieser wirkte genervt und müde. Auch wie immer.
Ich gab mir gleich noch einen Facepalm, lud mir das Bild aber trotzdem runter.
Scheiße, jetzt musste ich Kuchen backen. Und dann noch mit Oz! Und um 00:38 Uhr.
Ich schrieb ihm zurück, dass ich es versuchen würde.
Dann verschwand das Handy in meiner Hosentasche und ich streckte mich und gähnte erstmal herzhaft. Gut. Marmorkuchen.
Ich ging in die Küche und band mir Gils Schürze um. Danach suchte ich in seinen Backbüchern nach einem Rezept. Es dauerte nicht lange, bis ich es gefunden hatte.
Glücklicherweise las ich gleich das obenstehende Für 4 Personen. Wie viele waren wir denn morgen, äh, heute? Also, im Auto waren sie schon mal fünf. Aber kam Sharon denn auch mit? Vermutlich nicht. Vermutlich luden sie sie morgen . . . heute, verdammt! Egal, ich wusste ja, was ich mit morgen meinte. Also, vermutlich würden sie sie morgen, oder wenn der Abschleppdienst kam, gleich bei Xerxes abladen. Würde Oz denn Alice mitbringen? Hä?
Ich hatte absolut keine Ahnung mehr, wie viele Leute zu Eliots Feier kommen würden.
In dem Moment vibrierte meine Hosentasche. Ich zog das Handy heraus und lies es fallen. Warum genau das passiert war, hatte ich keine Ahnung. Also setzte ich mich einfach auch auf den Boden und las Gils Nachricht.
Danke, Vince. Toll, dass du das für Eliot machst.
Jaja.
Der Abschleppdienst hat gesagt, dass es dauern wird, weil da so ein Event ist. Auf unserer Spur ist auch ziemlicher Stau.
Es ist etwas problematisch, weil wir keine neuen Sachen dabei haben (Val und Eliot zwar schon) und auch keine Zahnbürsten. Vermutlich muss einer von uns auf der Standspur schlafen, weil im Auto kein Platz ist ^^'

Irgendwie war ich froh, dass ich nicht dabei war. Das musste doch schrecklich sein.
Ich hatte keine Lust, zurück zuschreiben und deshalb rief ich einfach an. Das würde doch Jahre dauern, wenn wir darüber schrieben, wer alles kam.
Ich nahm Gils Nummer, der bei mir unter Bruderherz eingespeichert war und rief an. Fast sofort nahm Gil ab.
"Ja, hallo?", fragte er.
"Hey, ich bins. Ich hab grade deine SMS gelesen. Das hört sich alles echt schlimm an. Aber, wenn ich den Kuchen backen soll . . . wie viele Leute kommen denn?", entgegnete ich.
Gil begann, zu zählen: "Eliot, Val, du, ich, äh, Leo glaub ich, Oz . . . Lea. Mehr fallen mir nicht ein." Er hatte geflüstert, damit Eliot nichts von seiner Party mitbekam. Denn, seinen richtigen Geburtstag hatte er schon vor drei Tagen gehabt. Das hier war nur so ein Nachfeier-Ding, weil Gil und ich ziemlich weit weg von unserem Elternhaus wohnten.
Es war alles kompliziert. Eliots Familie hatte uns nämlich nur adoptiert, Gil und ich waren richtige Geschwister, aber wir hatten keine Eltern mehr. Wir hatten ein paar entfernte Verwandte, die uns damals leider noch nicht kannten.
Aber Eliots Geschwister hatten uns nie richtig akzeptiert und deswegen waren wir dann später etwas weiter weg gezogen. Zu Eliot und Valerie, unserer einen Halbschwester, hielten wir aber weiter Kontakt.
An Eliots Geburtstag waren wir nicht da und weil Valerie das ziemlich schade fand, hat sie mit uns eine Überraschungsfeier für Elly geplant. Also kam sie just an seinem Geburtstag zu ihm und hat just vorgeschlagen, mich und Gil mal wieder zu besuchen.
So weit, so gut. Jetzt kommt die andere Geschichte.
Gil ist nämlich mit Lea zusammen. Und Sharon hatte Lea zu ihrem Geburtstag vor acht Monaten Karten für ein Musical geschenkt. Dieses Musical war heute und Lea hatte Gil und - logischerweise - Sharon mitgenommen.
"Also sieben Leute. Aber hier steht das Rezept für vier", sagte ich.
"Nimm einfach das doppelte, also für acht Personen, wenn was übrig bleibt, kann Eliot das ja dann mit nach Hause nehmen", entgegnete er.
"Mit wem telefonierst du?", fragte eine Stimme im Hintergrund. Ich nahm an, dass es Lea war.
"Das ist Vince", antwortete Gil.
"Ach so."
"Ich will auch mit ihm reden!", schrie noch jemand, Valerie.
"Moment, ruf ihn doch selbst . . . Hey!"
Es gab ein Poltern oder so und noch ein seltsames Geräusch und dann schrie Val in den Hörer.
"Hey, Vince! Na, wie geht es dir?", fragte sie, wartete aber nicht auf die Antwort, sondern redete sofort weiter, "Mir geht es gut. Der Unfall macht mir nicht so viel aus, wie den Anderen. Ich meine, es ist doch so, dass man mit der Nacht lustig wird. Also, zuerst ist man müde und dann wird man lustig, auch ohne Alkohol, und lacht über jeden Scheiß. Stimmt doch, oder? Aber ich bin hier die Einzige, die gut gelaunt ist. Ich meine, Eliot ist zwar immer so, also fast immer, und Gil ist eh nie lustig, nur so verpeilt, aber auch Sharon und Lea sind mies drauf! Das ist richtig fies von denen, ich meine, sie könnten doch mal versuchen, sich in meine Lage zu versetzten! Ich stehe hier mit lauter schlecht gelaunten Menschen bei einem Autounfall, um ein Uhr nachts und bin als Einzige happy. Die anderen könnten sich ja auch mal freuen. Es hätte doch auch schlimmer kommen können. Zum Beispiel ist keine von uns schwanger und bekommt ihre Wehen! So passieren nämlich die meisten Autogeburten. Ja, da sollten die lieber froh drüber sein.
Aber nein, keiner ist lustig! Obwohl, Gil ist für seine Verhältnisse schon ziemlich locker. Ob das wohl seine Art von lustig sein ist? Aber selbst wenn, keiner ist aufgedreht und will mit mir Sachen durch die Gegend schreien. Ich würde das nämlich machen, wenn nicht alle genervt davon wären. Ich würde auch zu den stehenden Autos gehen, neben uns ist ja Stau, und fragen, ob sie was für uns zu essen haben, denn ich hab voll Hunger, aber wir haben nichts. Und das nächste Dorf oder so ist bestimmt kilometerweit weg! Und ich meine, es müsste ja keiner von denen fragen, das würde ich machen, aber wenn wenigstens jemand mitkommen würde, dann würde ich es machen. Mann!! Ich hab Hunger! Das ist so gemein! Ich werde jämmerlich sterben! Bitte rede mal mit irgendwem. Du bist schließlich mein großer Bruder."
"Wenn du unbedingt willst, komme ich mit", sagte Lea im Hintergrund.
"Ja?", quietschte Val, hatte aber leider vergessen, das Handy von ihrem Mund zu nehmen. Ich riss den Hörer von meinem Ohr weg.
"Los! Komm!", rief Val. Es war kurz still. Hatte sie das Handy fallen gelassen?
"Hallo?", fragte ich.
"Lauft nicht zu weit weg!", rief Gil ihnen noch hinterher. Dann sagte er, an mich gewandt: "Also das für acht. Und vergiss nicht, du kannst Oz fragen. Er weiß Bescheid."
"Jaja, mach ich dann", sagte ich und hörte im Hintergrund noch, wie Elly fragte: "Was soll Oz wissen?"
Dann legte ich auf. Herrje, war das alles anstrengend.
Das Handy verschwand wieder in meiner Tasche und ich suchte die Zutaten zusammen. Zuerst die Sachen aus dem Kühlschrank: Milch, Eier und Butter. Dann aus dem Schrank: Mehl, Zucker, Kakaopulver und Salz. Aber wo hatte Gil das Backpulver und den Vanillezucker?
Man merkte, dass ich nicht oft backte. Und schon gar nicht in Gils Wohnung.
Ich begann damit, die Schränke und Schubladen zu durchforsten, bis ich irgendwann einen kleinen Korb aus Holz fand, in dem diverse Tütchen waren. Unter anderem auch Packpulver und Vanillezucker. Und Pudding. Aber den brauchte ich ja nicht.
Ich stellte auch eine Schüssel, einen Mixer und die Waage auf die Anrichte. Aber grade, als ich den ersten Schritt lesen wollte, klingelte es. Wetten, das war wieder irgendwer dämliches, der Gil etwas verkaufen wollte?
Genervt legte ich das Kochbuch hin und lief zur Tür. Wieso gab es dämliche Leute, die einen beim backen störten?
Ich riss die Tür auf. Aber da stand niemand, der mir, beziehungsweise Gil (ich war ja in seiner Wohnung), etwas verkaufen wollte. Da stand Oz. Verpeilt sah ich ihn an.
Klar war es Oz! Es war doch nachts! Wer würde um ein Uhr schon Sachen verkaufen?
Oz lächelte müde und musterte mein Outfit, da ich immer noch die Schürze trug.
"Hi, Vincent. Gil hat mir geschrieben, dass er einen Unfall mit den Anderen hatte und mich gebeten, dir dabei zu helfen, den Kuchen zu backen", erzählte er und war irgendwie fast schlechter gelaunt, als ich. Aber er versteckte es hinter seinem höflichem Ton und einem Lächeln.
Eine Weile standen wir da und starrten uns an.
"Äh, soll ich rein kommen?", fragte Oz irgendwann. Ich nickte und machte den Weg frei, damit er eintreten konnte. Ich schloss die Tür hinter ihm und wir gingen in die Küche.
"Oh, du hast ja schon alles vorbereitet", sagte er und stemmte seine Hände in die Hüften.
"Ja. Ich wollte grade anfangen, zu backen."
"Welchen Kuchen machst du denn?", fragte Oz und beugte sich über das Buch.
"Ah, verstehe. Okay, dann lass uns anfangen."
Ich stellte mich neben ihn. Erster Schritt: Butter auf Zimmertemperatur bringen.
Ich stellte die Butter auf die Waage und nahm 20 Gramm weg. Dann kratzte ich den großen Klumpen vom Butterpapier ab, auf einen Teller.
"Hat Gil hier eine Mikrowelle?", fragte Oz und sah sich um.
Ich streifte die restliche Butter wieder auf das Papier, rollte sie zusammen und verstaute sie im Kühlschrank.
Währenddessen schien Oz eine Mikrowelle gefunden zu haben. Er stellte die Butter hinein und schaltete sie an. Ein Summen erfüllte den Raum.
Ich lehnte mich an die Anrichte. Ich hatte echt keine Lust auf dieses dämliche Backen. Ich war müde und es war Nacht!





(Gilbert)

"Meinst du, die bekommen was zu Essen?", fragte Eliot und deutete auf die Gruppe der Mädchen, die ein Auto nach dem Anderem abklapperten und jeden nach Essen fragten.
"Weiß nicht. Irgendwer nettes muss ja dabei sein. Du hast Val doch gehört. Sonst stirbt sie jämmerlich." Ich grinste. Eliot sah mich von der Seite kritisch musternd an.
"Sag mal, ist irgendwas?", fragte er.
"Wieso?"
"Naja, du wirkst irgendwie gelassen. Also nicht genervt, obwohl dein Auto abgeschleppt wurde und du jetzt mit drei kreischenden Hühnern und mir mitten in der Nacht am Rand der Straße stehen musst", erklärte er. Ich zuckte die Schultern.
"Tja, Val hat wohl doch recht. Dass man irgendwann mit der Nacht lustig wird. Und immerhin ist keiner der drei kreischenden Hühner schwanger. So passieren nämlich die meisten Autogeburten", wiederholte ich Valerie. Irgendwo hatte sie ja auch Recht.
Ich sah, wie die Mädchen zum nächsten Auto liefen. Eigentlich wollte ja nur Val gehen. Aber irgendwann hatte Lea ihre Quengeleien nicht mehr aushalten können und war mitgegangen, um uns allen einen großen Gefallen zu tun. Und da Sharon Eliot ja kaum kannte und ich auch nicht ihr bester Bro war, war sie dann auch mitgegangen.
Es wirkte irgendwie dämlich, wie sie von einem Auto zum nächstem liefen. Val fragte immer voller Energie und Enthusiasmus die selbe Frage nach Essen, Lea stand mehr so daneben, schaute aber auch in das Auto rein und Sharon stand hinter den beiden.
Gelegentlich brüllte Val Beleidigungen an Autofahrer. Ach herrje. Die Fahrer taten mir leid. Es war immerhin ein Uhr Nacht, man stand im Stau, war gereizt, und dann kam ein Mädchen, dass einen nach Essen fragte.
Ich mochte die Personen, die trotzdem freundlich und lustig blieben. Das war eine Sache, die ich an Lea liebte.
Ich sah zu ihr hin. Irgendwie war sie süß.
"Denkst du grade an Lea?", fragte Eliot. Ich zuckte zusammen und wurde rot.
"W--wieso?", entgegnete ich wieder.
Eliot grinste. Und das irritierte mich so sehr, dass mir der Mund aufklappte.
Aber dann geschah das Unfassbare und ich traute meinen Augen und Ohren kaum. Es musste am Schlafmangel liegen, als ich plötzlich sah, dass Eliot kicherte.
Ich blinzelte und rieb mir die Augen, aber er fing nur an, zu lachen.
"Eliot?!", rief ich vollends verwirrt.
"Gil, du . . . du bist wirklich . . .", lachte er. Das war echt gruselig.
Ich meine, wann hatte Eliot in meiner Gegenwart das letzte Mal gelacht? Als Kind? Vor zehn Jahren?
Eliot lachte weiter und sank irgendwann in die Knie.
Ich hatte in der Zwischenzeit auch angefangen zu lachen, aber einfach, weil die Situation scheiße dämlich war.
Ich meinte damit, dass mein Auto abgeschleppt war. Mein fucking Auto war abgeschleppt worden und ich blieb einfach mal komplett gelassen. Und dann hatte Val uns auch noch gefunden. Dieses Mädchen war doch kein Mensch! Sie schreite auch "Ich hab wieder meine Anfälle!!!", durch die Gegend und dann hatte sie uns einfach gefunden.
"Eliot . . . was ist passiert?", lachte ich und ging auch in die Knie.
Das Beste war dann auch noch ihr Grinsen. Als wäre es selbstverständlich, dass man eine Gruppe aus drei Personen fand, wenn man die SMS »Mein Wagen wurde abgeschleppt und jetzt suchen Lea, Sharon und ich uns eine Herberge, weil wir zu Fuß nicht zum Bahnhof können und irgendwie keine Bushaltestelle finden« bekam. Woher wusste sie denn, wo wir waren?
Eliot hatte sich mittlerweile wieder eingekriegt und ich hörte auch auf, zu lachen.
"Was war denn jetzt mit dir abgegangen?", fragte ich und lehnte mich an die Leitplanke.
"Du bist so offensichtlich, Mann!! Das ist doch nicht mehr normal! Ist dir noch nie aufgefallen, wie schnell du oder Lea rot werden? Wie verpeilt seid ihr eigentlich? Ihr könnt froh sein, dass euch alle dazu genötigt haben, dem jeweils Anderem seine Liebe zu gestehen! Sonst würdet ihr hier jetzt nur so hochrot rum drucksen und zu feige sein!", predigte er mir vor.
"Und deshalb hast du dir jetzt so krass einen abgelacht?", fragte ich grinsend.
"Ja. Du hast doch selbst gesagt, dass es stimmt, was Val sagt. Zuerst ist man müde und schlecht gelaunt und dann wird man witzig. Ich glaub, wir haben sogar mehr Spaß, als Vince."
Von weiter weg ertönte Jubel. Ich sprang auf.
"Meinst du, sie haben was gefunden?", rief ich und meinte die Mädchen.
Eliot war auch aufgesprungen. "Ja, vielleicht! Los, wir gehen hin!", entgegnete er und wir liefen los.





(Vincent)

Zu Tode genervt stand ich neben Oz und der Schüssel.
"So, das sind jetzt zwei Drittel", sagte Oz und sah abschätzend in die Form. Ich strich mir mit der Hand über die Stirn und seufzte.
"Nein, Mann! Das sind niemals zwei Drittel! Das ist höchstens die Hälfte! Da muss noch was in die Form rein!", sagte ich genervt. Scheiße, war Oz anstrengend!
"Das ist doch mehr als die Hälfte! Siehst du das nicht?", fragte er und rieb sich die Augen. Sein netter Ton und das Lächeln waren irgendwann in den letzten Minuten verschwunden.
Ich hatte das Gefühl, im Stehen einschlafen zu können. Und ich hatte das Gefühl, dass genau das grade passieren würde.
"Oz, bitte. Hör einfach auf mich und mach noch etwas mehr Teig in die Form."
"Aber sonst bleibt nicht genug für die Schokolade."
"Das ist doch genug Teig! Siehst du das nicht?" Meine Stimme war nun nicht länger leise und angestrengt. Ich schrie ihn jetzt fast an.
"Dann mach es doch selbst!", schrie er zurück und schmiss den Teigschaber neben die Schüssel hin. Er trat ein Schritt zurück und verschränkte genervt die Arme.
"Ich hab dich nicht eingeladen!"
"Denkst du denn, ich hatte Lust, heute mitten in der Nacht ausgerechnet mit dir Kuchen zu backen?! Ich bin zufällig auch todmüde!!"
"Denkst du denn, ich wollte das?", brüllte ich. "Ich mach das doch alles nur für Gil!!"
Ich griff mit der Hand in den Mehl und klatschte ihn auf den Tisch. Oz starrte mich kurz fassungslos an. Dann brüllte er zurück. Und zwar sehr ungehalten.
"Ich mach das doch auch nur für Gil und Eliot! Dachtest du denn, ich würde es wegen dir machen? Ich kann dich doch nicht mal leiden!!"
Er griff in den Zucker, nahm eine Hand voll heraus und warf mich damit ab. Die weißen Perlen prallten hart in mein Gesicht, ich kniff die Augen zusammen.
"Bist du dumm?", schrie ich und warf ihn unüberlegt mit Mehl ab. Im selben Moment bereute ich meine Entscheidung. Scheiße! Konnte ich mich denn gar nicht mehr zurück halten?
"Das . . . das ist ja wohl . . ." Er warf mich mit dem bisher unberührtem Kakaopulver ab, welches allerdings nicht sehr gut flog und somit auf meinem Hemd landete.
"Hey, lass das!! Weißt du nicht, wie viel das kostet!?!", brüllte ich und warf ihn mit Salz ab.
Es ging eine Zeit lang so weiter, wir schrieen uns an, waren hundemüde und bis zum geht nicht mehr genervt.
Wir warfen uns vor, alles falsch gemacht zu haben und so weiter und so fort.
Und irgendwann schrie ich: "Wie dämlich bist du eigentlich? Das ist doch schon nicht mehr normal!!", und warf mit Mehl oder so.
"Ich soll dämlich sein? Hast du dich mal angeschaut? Du kannst ja noch nicht mal Kuchen backen!!" Er warf wieder mit Etwas und ich schloss wieder sie Augen. Aber diesmal war es kein Zucker. Auch kein Kakao. Nein, es tat sogar ziemlich weh. Es war eins der Eier gewesen. Es rutschte von meiner Stirn weiter nach unten, über meine Nase und Augen.
Hatte Oz mich grade wirklich um halb zwei nachts mit einem Ei abgeworfen?
Er sah ehrlich geschockt aus, aber das interessierte mich nicht. Ich war nämlich damit beschäftigt, ihn umzubringen.
"Was hast du getan?", brüllte ich und umfasste seinen Hals mit beiden Händen. Ich drückte ihn an die Wand. Oz versuchte verzweifelt, sich zu befreien, schaffte es aber nicht.
Okay. Durch Schlafmangel bekam ich Mordgelüste. Normal.
Aber grade, weil ich unter Schlafmangel und Aggressivität litt, machte ich mir diese Gedanken nicht.
"Vincent . . . tut mir leid, ich . . .", brachte Oz hervor. Seine Stimme war mehr ein Krächzen.
Ich hätte ihn vermutlich wirklich umgebracht, wenn nicht in genau diesem Moment, die Klingel geläutet hätte.
Verstört ließ ich von ihm ab und sah mich um. Oz verschwand währenddessen aus meinem Griff und verließ die Küche. Bedröppelt folgte ich ihm. Ich erinnerte mich an die vergangen Sekunden nicht wirklich.
Oz öffnete die Tür.
Dort stand ein Mann, mit kurzen hellbraunen Haaren und einer Brille, im Morgenmantel.
Was wollte der denn hier? Etwa auch noch mitbacken? Wenn ja, musste ich ihn davor warnen, erwürgt zu werden.
Er schob seine Brille auf die Nasenwurzel.
"Entschuldigen Sie bitte, aber es ist 01:42 Uhr und hier ist schon seit fast 20 Minuten Lärm. Ich wollte Sie bitten, etwas leiser zu sein. Andere Menschen wollen um diese Uhrzeit schlafen", legte er auch gleich los. Dann nahm er Oz und mich erst richtig in Augenschein.
Und sein Blick war unbezahlbar. Unbezahlbar und unbeschreiblich.
Aber es wirkte ein bisschen, als würde er in einer Gefängniszelle einen Clown mit Zylinder und Gehstock sehen, welcher tanzte.
Oz und ich brachen in einem Lachflash aus. Meine Güte, war das geil!
Ich hörte gar nicht mehr auf, zu lachen. Oz kippte zur Seite und hing dann im Türrahmen, wie ein Besoffener. Ich schlug die ganze Zeit auf das Holz der Tür und sank nach einer Weile in mir zusammen, bis ich auf dem Boden saß.
Der Mann wirkte irgendwie peinlich berührt, auch wenn ich nicht den blassesten Schimmer hatte, wieso. Eigentlich waren wir Diejenigen, die peinlich berührt hätten sein sollen.
"Äh, Entschuldigung", sagte der Mann, etwas rot, drehte sich um und ging.
"Was war das denn für ein Hase?", fragte Oz lachend.
"Welcher Hase?", lachte ich und kippte um. Oz sah mich an, richtete einen verkrüppelten Finger auf mich und lachte sich einen ab. Das war doch nicht mehr normal!
Das Ei auf meinem Gesicht trocknete langsam an.
Ahhh!! Das war die dämlichste Situation der Welt!! Wie konnte man so behämmert sein?! Unsere Blödheit war nicht auszuhalten!
Irgendwie schleppten wir uns lachend in die Küche, aber immer, wenn wir grade davor waren, uns wieder zu fangen, mussten wir wieder lachen.
Das führte dazu, dass wir leider etwas zu viel Kakao zu dem restlichen Teig schütteten und ich beim mixen versehentlich den Mixer anhob und dann wieder in die Schüssel tauchte, wobei der Teig leider etwas heraus spritzte. Deshalb musste Oz dann mixen und ich wusch mir das Gesicht. Es ging dann eigentlich mit dem Lachen, aber als ich in die Küche kam, musste ich sofort wieder los prusten und Oz auch.
Wir mussten die ganze Zeit an den Blick dieses Mannes denken, wie dämlich das doch war! Und als ich Oz den Vergleich mit dem tanzenden Clown in der Gefängniszelle schilderte, lagen wir erstmal ein paar Minuten auf dem Boden.
Zwischendurch hatte ich noch eine SMS von Gil erhalten, in der stand, dass die Mädchen doch was zu Essen bekommen hatten und Eliot einen Lachanfall hatte. Darunter war wieder ein Bild, aber eins von Valerie und Lea, wie sie in die Kamera strahlten. Um ihre Münder war es rot und es war auch ein Melonenstück zu erkennen.
Da mussten wir dann wieder ziemlich lachen, weil alles einfach dumm war.
Schließlich saßen wir beide, an die Schränke gelehnt, gegenüber dem Ofen, und sahen zu, wie der Kuchen backte. Ich hatte die automatische Zeitbegrenzung auf 70 Minuten eingestellt.
Ein Blick auf die Uhr sagte mir, dass es schon nach halb drei war.
Ich merkte, wie mir langsam die Augen zu fielen, Oz atmete auch schon sehr leise und gleichmäßig.
Und das Letzte, was ich dachte, war, dass Val Recht gehabt hatte. Mit der Nacht wurde man wirklich zuerst schlecht gelaunt und dann unglaublich lustig.
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