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Anwältin küsst man nicht

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Nils Egtermeyer OC (Own Character)
02.11.2015
14.12.2016
25
92.606
2
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Dieses Kapitel
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02.11.2015 1.234
 
Meine Lieben,
ich melde mich zurück mit einer neuen Geschichte. Alle Handlungen sind frei erfunden und ich kenne mich nicht mit dem Jurastudium aus. Also falls unter den Lesern und Leserinnen, Anwälte sind, sei es mir verziehen. Ein dank geht auch an Pia, die mir so viele Male geholfen hat, meine Ideen mit ausgebaut hat und für mich da war und immer meine Geschichten korrigiert. DANKE :)



Mannheim, Wohnung von Julia

„Mama, nein ich komme nicht! Außerdem habe ich recht wenig Zeit im Moment, extra noch nach Gräfenthal zu Dad zu fahren“, sagte ich etwas aufgebracht, und blickte dabei auf meine Rechtswissenschaftsunterlagen für die kommende Vorlesung, die vor mir lagen.
„Ich bitte dich. Dein Dad hat die Kochprofis nun einmal geholt und wir brauchen eine Servicekraft. Und es ist ja immerhin ein Familienbetrieb, es wäre also schön wenn du mithelfen könntest“, sagte meine Mutter und ich wusste dass es schon schlimm war, wenn sie mich um Hilfe bat.
„Mama, ich hab bald Prüfungen und außerdem hat er ja doch diese Azubis oder nicht?“, fragte ich weiter, und blätterte dabei meine Unterlagen durch. Mein Blick wanderte zu dem Foto meiner besten Freundinnen und mir. Alle studierten wir in unterschiedlichen Städten und unterschiedlichen Richtungen.
„Ja, ich weiß aber die taugen nichts. Du kennst doch diese Alina, oder? Macht krank und ich lege mich immerzu mit ihr an“, sagte meine Mutter und ich wusste auf was sie ansprach.
„Ich weiß, aber du bist doch selber Schuld, wenn du dich immer wieder da rein hängst in das Geschäft. Es ist Dads Laden. Ich muss echt weitermachen, morgen ist die Vorprüfung und außerdem hab ich doch noch meinen Nebenjob bei den Rhein Neckar Löwen“, sagte ich und klickte meinen Terminkalender durch, der voller Termine Prüfungen und Arbeitszeiten war.
„Ich  muss auch jetzt weitermachen. Ich hab morgen eine wichtige Vorlesung im Strafrecht und muss dann auch auf die Arbeit“, sagte ich, steckte die Ordner in den Schrank und warf dabei einen Blick in mein geräumiges Zimmer in meiner 2 Zimmer Wohnung in der Mannheimer Stadtmitte.
„Überleg es dir. Die Daten wären in 2 Wochen vom 5.5.XX bis zum 11.5XX. Ich wünsch dir viel Spaß“, sagte meine Mutter und ich hörte nur noch ein Tuten am anderen Ende der Leitung.
Einfach aufgelegt, aber typisch Mum, dachte ich mir und ich blickte wieder auf die Unterlagen für Strafrecht. Es ging in die heiße Phase meines Rechtswissenschaftsstudiums. Meinen Praktikumsplatz in einer renommierten Anwaltskanzlei in Hamburg hatte ich sicher, dachte ich weiter und mein Blick fiel auf meine Schreibtischuhr.
„Scheiße“, flüsterte ich. Denn erst jetzt bemerkte ich,wie spät es war. Schnell sprang ich auf, schnappte mir die schwarze Hose und das gelbe Trikot von den Rhein Neckar Löwen. Ich schnappte mir meine Handtasche, steckte Smartphone, Geldbeutel und Fahrausweis in meine Tasche und rannte die Treppen nach unten.
„Mein Kind vorsichtig, sonst schlägst du irgendwann noch einmal hin“, hörte ich die Stimme meiner älteren Nachbarin Frau Apfelstädt.
„Mir passiert schon nichts. Übrigens, danke für ihren Kuchen“, sagte ich und sprang nach draußen und in die nächste Straßenbahn die mich zur SAP Arena bringen sollte.
Ich lehnte mich an das Fenster und blickte dabei auf mein Handy und lächelte als ich eine Nachricht von meiner „Ziehmutter“ sah:

Pia: Hey, wie geht es dir? Wann wolltest du zu mir kommen? Mama, vermisst dich schrecklich  :*
Julchen: Hey, wird nichts. Bin so eingespannt mit meinen Prüfungen, sag mal kennst du nicht die Kochprofis?
Pia: Ja, warum fragst du?
Julchen: Die kommen zu meinen Dad. Ich hab von denen noch nie was gehört. Geschweige den gesehen. Ich melde mich die Tage  :*

Ich steckte mein Handy ein. Mein Blick wanderte über das abendliche Mannheim. Ich liebe die Stadt. Den Flair und den Neckar.  Ich lächelte leicht und lauschte dabei den Tönen von „Revolverheld und Immer in Bewegung“ die aus meinem IPod tönten.  Vielleicht sollte ich doch zu meinem Vater fahren, wenigstens für einen Tag oder zwei, dachte ich mir, denn immerhin war er mein Vater. Zwar nur biologischer Erzeuger aber er war mein Vater.
„Nächster Halt SAP Arena“, hörte ich die Stimme der Ansage in der Straßenbahn. Ich folgte den Menschenmassen nach draußen und ging in den hinteren Bereich der Arena.
„N‘ Abend Julia, bist ein wenig spät dran oder?“, fragte mich der Sicherheitsbeamter und ich zeigte ihm freundlich meinen Ausweis.
„Nein, ich bin noch pünktlich. Ich bin dann mal weg und an der Kasse“, sagte ich, schlängelte mich durch und winkte dabei meiner Kollegin an der Abendkasse zu und betrat den Kassenraum, der sich vor der SAP Arena befand.
„Na endlich bist du da. Die  erste Mannschaft fragt immer zu nach der hübschen Blondine, und  wann sie denn  nun kommt“, sagte mein Kollege und ich setzte mich auf meinen Platz und sagte weiter: „Ja, es sind schon Schnucklige dabei.“ Nachdenklich kassierte ich die Eintrittspreise und vergab die Karten.
„Ich weiß, ist mir dir alles in Ordnung? Du siehst so nachdenklich aus“, fragte mich meine Kollegin Karin und blickte mich dabei an.
„Ach.. meine Mutter will dass ich zu meinem Vater gehe, da er ja die Kochprofsi geholt hat. Aber ja“, sagte ich und blickte dabei nachdenklich meine Kollegin an.
„Die kommen zu deinen Vater? Ich guck die ja jeden Donnerstag, sind schon ein paar Schnucklige Köche dabei aber ich bin leider aus dem Alter raus“, sagte Claudia und seufzte.
„So alt bist du aber auch noch nicht oder?“, fragte ich kess und war froh als der letzte  Gast in die Arena gegangen war.
„Nee, aber an dich kommt keiner ran. Ich glaube selbst der Torwart der Löwen fährt auf dich ab. Aber wie läuft eigentlich dein Studium?“, fragte mich Michael und ich blickte den hübschen Italiener an.
„Gut mein Grundstudium habe ich ja hinter mir und die Zwischenprüfung hab ich auch bestanden. Jetzt mache ich in den Semesterferien ein Praktikum in der renommierten Anwaltskanzlei in Hamburg und  wenn ich auch die Prüfungen im Hauptstudium bestanden habe, kommt die erste juristische Prüfung und dann hoffe ich dass ich dann bald als Anwältin arbeiten darf“, sagte ich und ich wusste dass es ein harter Weg werden würde. Aber ich wollte meinem Vater nicht die Genugtuung geben, indem ich versagte.
Ich packte meine Staatsrecht Unterlagen aus und versuchte mir die letzten wichtigen Sachen einzuprägen.
„Wie immer am lernen. Michael, glaubst du die Löwen schlagen die Zebras?“, fragte Claudia, drehte sich zu ihrem Kollegen um und blickte ihn an.
„Ich weiß es nicht, ist ja Mitte der Saison“, sagte der Italiener.
Handball war gerade für mich uninteressant. Ich bereitete mich lieber auf mein bevorstehendes Hauptstudium vor. Denn viele Studierende fielen selbst durch die erste juristische Prüfung und zu diesen  50 % wollte ich nicht gehören, dachte ich mir und ich blickte auf mein Smartphone lächelte als mein Messenger Programm aufleuchtete:

Florian: Hey, kommst du heute noch mal vorbei zum lernen? Strafrecht ist nicht ganz ohne.
Julchen: Ja, nach dem Spiel, wenn ich nicht zu müde bin aber was wir heute nicht mehr rein bekommen, bekommen wir bis morgen erst gar nicht rein.
Florian: Hast auch wieder recht. Ich hab trotzdem Bammel vor dem bald anstehenden Hauptstudium.

Ich wusste was er meinte. Vielen Jurastudenten ging es so. Angefangen hatten wir mit 120 und nun waren wir gerade mal nur noch 50 im Studienjahrgang. Viele hatten hingeschmissen oder waren nicht einmal zur Zwischenprüfung zugelassen wurden. Ich blickte wieder lächelnd auf meine Unterlagen.
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