Zwiespalt

von scota
KurzgeschichteDrama, Romanze / P16
Sir Guy of Gisborne
01.11.2015
01.11.2015
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01.11.2015 788
 
Wichteln "Alles Gute zum Geburtstag"

Zwist

für Jessy Yam

Ich hoffe, du hast gefallen an der kleine Geschichte und sie lässt dich in Erinnerung an deinen 18 Geburtstag schwelgen.
Alles Gute nachträglich!


Guy drückte wütend sein Schwert an die Kehle des Bauern. Seine Geduld war begrenzt, noch mehr, seit ihm Hood ständig entkam. Er würde Locksley finden und ihn entsorgen. So wie er es schon damals tun hätte sollen.
Er würde sich nicht mehr zum Narren halten lassen. Er wusste, wie er Einfluss nehmen konnte.
Hood war schon immer ein sentimentaler Idiot. Er konnte die armen Bürger nicht leiden sehen. Guy lachte. Es war lächerlich. Als könnte das etwas an dem Krieg verändern. „Richtet die Nachricht aus!“, seine Stimme halte kalt über den Marktplatz. „Robin Hood wird noch vor Untergang der Sonne am Galgen baumeln, oder jede folgende Stunde gibt es einen zahlenden Bürger weniger in Nottingham.“
Die Leute glaubten ihm nicht. Das würde sich ändern, wenn er wiederkam. Morgen und den ersten Bürger persönlich mit dem harten Stahl seines Schwertes durchbohrte. Dann würden sie ihm glauben. Dann war Schluss mit dem Spiel!

Annie schritt auf das Bett zu. Den feinen Seidenstoff, der die Gestalt im Bett vor der aufgehenden Sonne schützte. Sie zog die Vorhänge auf die Seite. „Sir?“, sagte sie ruhig, Widerstand den Wunsch durch die schwarzen Haare zu streichen. Ihre Ohren brummten immer noch, die Köchin war nicht begeistert über ihre Fehler. Die junge Dienstmagd konnte nichts dafür, ihre Gedanken glitten in letzter Zeit einfach immer häufiger ab. Guy war grausam und das nicht nur unter den Befehlen des Sheriffs. Das wusste sie. Es grenzte an Sadismus und Annie wusste, dass dies zutreffender war. Aber, es gab auch Seiten an dem Mann, der sie an das Gute glauben ließ. Annie würde es nie laut aussprechen, aber sie hatte häufiger das Gefühl, das er einfach einsam war. Guy of Gisborne war einsam.
In Momenten, in denen er sich unbeobachtet fühlte, verschwand der kalte berechnende Blick. Er wirkte dann nur noch wie ein kleiner, verlassender Junge. Annie nahm sich vor, diesen Blick zu vertreiben. Ihn zumindest wenige Momente glücklich sehen.

Guy wusste nicht, was es werden sollte. Aber ihm war es auch egal. Er zog die junge Dienstmagd an sich. Ihr Name war unwichtig. Ebenso ihre Ziele, die sie verfolgte. Keiner kam freiwillig zu ihm. Noch weniger, wenn es um körperliche Dinge ging. Es gab genug junge Männer, die bessere Rufe hatten als er. Er war nicht die erste Wahl. Sie schlich dennoch schon wochenlang um ihn herum. Sie wollte es nicht anders. Er hob sie hoch, achtete nicht darauf sanft zu sein. Ihre Beine schlossen sich um seine Hüfte. Er schob ihr schlichtes, braunes Kleid nach oben. Sie roch nicht wie Marian, sie sah nicht aus wie Marian. Aber Marian wollte ihn nicht. Stellte sich quer, würde sich ihm nie so hingeben. Nur die Dienstmagd legte den Kopf zurück, während sündige Laute aus ihrer Kehle kamen. Es erfüllte ihn mit Überlegenheit, mit Macht. „Wieso tust du es?“, fragte er rau. Seine Stimme war belegt. Auch an ihm ging ihr Spiel nicht spurlos vorbei. Er wollte sie. Guy tastete nach seiner Hose, öffnete sie. Annie gab erst nach einigen Momenten eine Antwort. „Ich mag euch einfach“, hauchte sie, ein Lächeln zierte die schmalen Lippen. Kurz darauf wurde sie von einem harten Kuss zum Schweigen gebracht. Sie hatte keine Chance mehr ihre Antwort ausführlicher werden zu lassen.

Annie öffnete die Augen. Es fühlte sich an, wie im Himmel. Sie spürte Guys Körper hinter sich. Die Arme hielt der Schwarzhaarige um ihren Körper geschlungen. Als würde er jeden Schaden von ihr abhalten wollen. Die junge Frau fühlte sich wohl. Es war nicht die erste Nacht, die sie ihn diesem Bett befand. Es fühlte sich an, als würde sich nichts mehr zwischen sie stellen können. Sie hatte Guy lächeln gesehen. Kurz bevor, es zu Ende war, hatte sie die Kälte, den Hass weichen gesehen. Sie drehte sich zu dem Schwarzhaarigen. Strich ihm über die Wange. Für das warme, ehrliche Lächeln würde sie jetzt häufiger sorgen.

Guy lachte. Er spürte ihren Hass, die Wut und das kühle Metall des Messers an seiner Kehle. Er konnte ihren Hass nachvollziehen. Vermutlich würde er nicht anders reagieren, wäre er nicht Sir Guy of Gisborne. Hätte er keinen Ruf und keine Familie zu verlieren. „Annie“, sagte er sanft, griff nach ihrem Arm. Er hatte die junge Frau in der Hand. Sie würde ihn nichts tun, ganz sicher nicht. „Es ist die Hölle“, sagte die junge Frau. Tränen liefen ihr über die Wange. „Es ist unser Sohn...wieso?“, fragte sie. Bekam keine Antwort. Sie hätte auf die Warnungen hören sollen. Liebe wandelte sich so schnell in Hass. Der Himmel wird zur Hölle.
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