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Drei Briefe

von Sternheim
Kurzbeschreibung
GeschichteAngst, Tragödie / P12 / Gen
Thomas Barrow
26.10.2015
26.10.2015
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Sehr geehrter Mr. Carson, schreibt er und streicht anschließend das „Sehr geehrter“ durch.

Wir beide kennen uns nun schon eine Weile, immerhin waren Sie hier als ich in Downton begonnen habe, als ich es verlassen wollte und Sie werden hier sein, wenn Downton dem Untergang entgegen sieht, denn das wird es unweigerlich, ebenso wie Sie.
Ich habe viele meiner Gedanken nie ausgesprochen, wenn es um meine „krankhafte Natur“, „ekelerregenden Neigungen“ und „Verdorbenheit“ ging, doch nun, da ich Downton endgültig verlasse, werde ich die Gelegenheit wahrnehmen, dies zu tun.
Mr. Carson,

Er überlegt lange, ehe er sich für Sie waren ein Arschloch erster Güte zu mir entscheidet und beinahe ein Leben Sie wohl daruntersetzt, es dann aber doch nicht tut.
Stattdessen geht er über zum nächsten Brief.




Sehr geehrte Mrs. Hughes, schreibt er und diesmal lässt er das "Sehr geehrte" stehen, auch wenn er sich weigert, sie mit ihrem angeheirateten Nachnamen anzusprechen.

Ich muss Ihnen danken, und dies tue ich nicht nur, weil es angebracht ist, sondern weil Sie einer der wenigen Menschen sind, die nicht aufgrund einer gottgegebenen Unveränderlichkeit andere Menschen verurteilen. Zudem hoffe ich, Sie sind glücklich. Und ja, das tut er in der Tat. Möglicherweise ist Carson nicht in allen Dingen ein schlechter Mensch, doch ganz besonders in seiner Ehe sollte er es nicht sein.
Ihnen aus tiefstem Herzen für ihre Unterstützung dankend
Er setzt seine Initialen unter das Schriftstück.




Ms. Baxter, schreibt er, denn sie weiß auch ohne Anrede, was sie ihm bedeutet.

Nichts für ungut, aber Molesley ist ein Idiot. Er muss lächeln als er an seine Bemühungen beim Cricket denkt. Nicht unbedingt seine liebsten Erinnerungen, doch der Mann war immer für eine Belustigung gut gewesen. Dennoch ist mir bewusst, dass Sie ihn gern haben, deswegen verzichte ich auf ein weiteres Eingehen seiner Person. Sie waren mir eine gute Freundin, Ms. Baxter, falls ich es wagen darf, Sie als solche zu bezeichnen. Er ist sich nicht sicher, schließlich hat es nicht viele Menschen in seinem Leben gegeben, die er als „Freund“ benennen durfte. Vielleicht ist es eine Anmaßung, doch er lässt den Satz stehen.
Es tut mir leid, ergänzt er noch. Sie beide wissen, welche seiner Taten gemeint ist.




Andy, beginnt er und dann schreibt er für eine ganze Weile nichts.



Jimmy, versucht er, doch diese Zeiten sind längst vorbei.




Seiner Familie schreibt er nicht, sucht lieber nach Worten für eine andere Person, die seine Wertschätzung wesentlich mehr verdient - sie nie ganz erwidern würde.



Andy, steht dort einsam und verloren auf dem Bogen Papier und zum ersten Mal zweifelt er an seinem Beschluss.


Letztendlich entschließt er sich gegen einen Brief und für ein Buch.
Andy, schreibt er nur schnell auf eine Karte, welche er beilegt. Verzeih mir.




Dann geht er, sowohl Körper als auch Geist.
Downton war niemals eine Heimat gewesen, hatte ihm so vieles abverlangt, und man konnte niemand anderes werden, er konnte niemand anderes werden, was sollte er tun, es war wie es ist.
Es würde kommen, wie es musste.




Der Pistolenschuss knallt durch morgendliche Stille. Er hinterlässt Blutspritzer, einen kalten Körper und drei Briefe.




Authors Note: Was kann ich sagen außer, dass ich verzweifelt auf ein glückliches Ende für Thomas hoffe!
An alle, die mich hauptsächlich wegen meiner Parodien kennen: Ja, es wird weiter gehen! Ich äh, brauch nur ein klitzekleines Weilchen für das neue Kapitel, versprochen. Aber es wird definitiv bald wieder ein Update bezüglich dessen geben. :)
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