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Anleitung zum Glücklich werden

von SasaVoice
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Cecilia "Cece" Meyers Jessica "Jess" Day Nicholas "Nick" Miller Schmidt Winston Bishop
24.10.2015
24.10.2015
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24.10.2015 1.194
 
„Hi. Ich heiße Mai, bin 20 Jahre alt und mir wurde vor kurzem auf eine sehr brutale Art und Weiße das Herz zerrissen. Und wenn ich zerrissen sage, dann meine ich das auch so. Ohne Witz. Mir ist immer noch schleierhaft, wie ich mit so einem unvollständigen Herzen überhaupt noch am Leben sein kann. Eigentlich ist das vollkommen unmöglich. Manchmal bin ich mir auch nicht so ganz sicher, ob ich überhaupt noch am Leben bin. Es könnte ja auch sein, dass ich schon längst gestorben bin. Und alles was hier passiert...ist bloß ein sehr realistischer Traum. Wer weiß.“ Ich schlage meine Beine übereinander und streiche mir eine Strähne meiner mausbraunen Haare hinter das Ohr. Es ist ein heißer, wirklich verdammt heißer, Samstag Nachmittag. Ich sitze in einer fremden Wohnung auf einem wackligen Holzstuhl, von der ich hoffe, sie bald mein eigen nennen zu können. Vor mir ein Sofa auf dem mich drei unterschiedliche Augenpaare verdutzt anglotzen. Drei männliche Augenpaare. Was für eine Überraschung. Das hätte ich wirklich nicht gedacht. Eine reine Männer- WG. Und so wie sich mich anschauen, scheinen sie wohl auch eine reine Männer- WG bleiben zu wollen. Ehrlich gesagt, kann ich ihnen das im jetzigen Moment nicht verübeln. „Ähhh...okaaaaay. Alles klar. Schön dich kennen zu lernen, Mai. Und was machst du beruflich so?“ Da meine Gedanken wieder auf Reisen waren, habe ich nicht ganz mitbekommen, wer von den Jungs mir diese Frage gestellt hat. Ich sehe sie etwas verwirrt an: „Entschuldige, was?“ Der Typ in der Mitte reibt sich gestresst die Augen: „Was du beruflich so machst, habe ich gefragt.“ Oh, Ach so. Von ihm kam diese verdammt bescheuerte Frage also. Ich versuche ruhig zu bleiben, aber wie immer, wenn ich versuche meine Gefühle im Zaum zu halten, scheitere ich hoffnungslos. Also heule ich. Wie ein Springbrunnen, dessen Zeitpunkt bis er versiegelt, in weiter Ferne zu liegen scheint. Perplex sehen sie mich an. Es tut mir wirklich leid Jungs. Ich würde auch lieber nicht heulen und euch damit in Verlegenheit bringen. Ich würde gerne die fröhliche Mai sein, die ich sonst auch immer bin. Aber in Anbetracht der momentanen Situation in der ich mich befinde, geht das beim besten Willen nicht. Meine Brust hebt und senkt sich hektisch, während aus meinem Mund herzzerreißende, kleine Schreie kommen. Ich hasse es mich weinen zu hören. Und generell hasse ich es zu heulen. Das steht mir einfach nicht. Mein Gesicht sieht dabei so schrecklich aus. Damit könnte ich jedes Monster in die Flucht schlagen. „Hey, hey....jetzt...man, heul doch nicht. Was habe ich denn gesagt?“, der Typ mit der saumäßig bescheuerten Frage sieht hilfesuchend zu seinen zwei Mitbewohnern. „Äh...also... Mai, warum....also wie bist du überhaupt auf uns gekommen. Weil wir sind ja nur Jungs und da wundert es mich, warum du dich für diese Wohnung bewirbst“,fragt mich der rechts sitzende Typ. Ich schluchze, schniefe und wische mir die Tränen von den Wangen: „Ja also...ich dachte eigentlich... na ja. Die Anzeige im Internet klang eigentlich so, als ob ihr eine reine Mädchen- WG wärt.“ „Ich hab es dir doch gesagt, Lexton. Genau das habe ich dir auch gesagt! Ist doch klar, dass sich bisher nur weibliche Bewerber gemeldet haben. Weil wir dich die Anzeige haben machen lassen. Warren war es auch klar, nicht war?“ Der mit der saublöden Frage wendet sich dem dritten Mitbewohner zu. Lexton, was für ein saublöder Name ist das denn?, grinst nur spitzbübisch. „Wie...wie heißt ihr eigentlich alle. Erzählt mir doch bitte was von euch. In der Anzeige standen eure Namen gar nicht drin“, versuche ich nun von mir abzulenken. Inzwischen habe ich mich schon wieder beruhigt. Nur mein nasses Gesicht erinnert noch, an meine plötzliche Heulattacke. „Ich heiße Joe. Aber ich bin mir nicht ganz Sicher, ob du zu uns passt... also...“, fängt der mit der doofen Frage an. Augenblicklich füllen sich meine Augen wieder mit Tränen: „Bitte tut mir das nicht an. Ich will diese Wohnung, bitte. Ich...ich komme vielleicht etwas merkwürdig rüber und verweichlicht, aber so bin ich nicht immer. Es doch nur wegen Ray und... eigentlich bin ich total taff und...bitte. Ich brauche diese Wohnung. Ich kann doch nicht ewig bei meiner besten Freundin  wohnen. Da ist es für uns beide einfach zu eng. Und ständig kommen ihre Modelfreundinnen zu Besuch und die sind alle so...ach... ich brauche diese Wohnung. Ich bin unkompliziert, ich verspreche es euch! Ihr werdet gar nicht merken, dass ich da bin. Und...“ „Warte, warte, warte! Hast du gerade Modelfreundinnen gesagt? Ist deine Freundin Model?“, Lexton blickt mich erwartungsvoll an. Ich verstehe nicht, warum das wichtig ist für ihn, aber ich tue ihm den Gefallen und antworte: „Ja, ist sie.. Sogar eine sehr erfolgreiche. Hauptsächlich macht sie Dessou- Fotos für Zeitschriften und Plakate..“ „Herzlich Willkommen in unserer WG. Du hast die Wohnung. Ich bin Lexton, das ist der griesgrämige Joe und das ist der meistens stille und ernste Warren. Wir werden sicher alle super miteinander klarkommen. Und deine Freundin und ihre Modelfreundinnen können gerne jederzeit hier vorbeikommen. Wirklich jederzeit!“ „Lexton, Arschlochglas. Sofort!“, sagen Warren und Joe wie aus einem Mund. Verständnislos sehe ich dabei zu, wie Lexton die Augen verdreht, seufzt, aufsteht und nach einem großen, mit Geldscheinen vollgestopfte Einmachglas auf dem kleinen Tisch neben dem Sofa greift. Er holt aus seiner Hose sein Geldbeutel und steckt dann Fünf Euro in das Glas. „Es tut mir leid, aber dieser junge Herr hier, hat keinerlei Manieren. Und er ist ziemlich schwanzgesteuert. Also hör nicht auf das, was er von sich gibt“, meint Joe an mich gewandt. Ich sinke in mich zusammen. Verdammt. Und ich dachte, ich hätte die Wohnung. „Männer! Männergespräch, sofort, in der Küche“,kommandiert Lexton, steht auf und marschiert in die Küche, welche keine paar Meter vom Sofa entfernt ist. „Entschuldige uns kurz, sind gleich wieder da“, sagt Warren. Ich nicke und warte.
„Sagt mal, was ist eigentlich euer Problem! Die hat Models als Freundinnen! MODELS! Wisst ihr was das für uns bedeutet. Fickhöhlen soweit das Auge reicht!“
„Lexton, Arschlochglas. Dir ist schon klar, dass das ein Mädchen ist. Und hey, ich habe mal mit einem Mädchen zusammen gelebt. Das war kein Vergnügen kann ich euch sagen!“, widerspricht Joe ihm. Lexton läuft zum Glas, steckt erneut Fünf Euro rein und grinst mich breit an. Dann geht er wieder zurück. Ob den klar ist, dass ich sie hören kann? „Ey, Jungs. Ich finde sie ganz nett. Sie sucht doch nur nach einem Zuhause. Und wenn ich euch erinnern darf, wir brauchen einen vierten Mitbewohner. Sonst kriegen wir die Wohnung nicht bezahlt. Also von allen Bewerbern, finde ich sie am nettesten. Und das da jetzt nur Mädchen dabei waren, können wir Lexton verdanken. Aber so ist das jetzt nun halt mal. Machen wir das beste draus. Joe, stell dich nicht so an. Mit Rikki zusammen zu wohnen kannst du nicht mit dem hier vergleichen. Du warst in einer Beziehung, da ist das doch was ganz anderes. Und Lexton, sei gefälligst nicht so ein Lustmolch“, sagt Warren. Alle sind ruhig. Ich überlege gerade, mich nach ihnen umzudrehen, als Joe plötzlich verkündet: „Hey, Mai. Wenn du willst, kannst du die Wohnung haben.“
 
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