Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Unexpected

Kurzbeschreibung
GeschichteMystery, Liebesgeschichte / P18 / Gen
23.10.2015
24.10.2015
2
2.141
4
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
23.10.2015 793
 
Prolog


Es war der 11. Januar 1886, der letzte Tag, an den ich mich erinnerte, bevor ich mein Gedächtnis verlor. Ich weiß nicht mehr, was passiert ist, was mir zugestoßen ist, oder wer mir das eigentlich angetan hat. Alles was ich weiß, ist was ich bin und wie ich heiße. Aber bei ersterem bin ich mir nicht einmal wirklich sicher. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich ja nicht einmal sagen, wo ich mich eigentlich befand, ich wusste nur, dass hier ein riesiger Aufruhr herrschte. Menschen brüllten wild durcheinander und ich war einfach mittendrin. Das hatte ich keinesfalls geahnt, als ich heute Morgen begann, nach meinen Erinnerungen zu suchen. Alles ging so unglaublich schnell und ich begriff nicht einmal wirklich, was die Menschen hatten. Hektisch sah ich mich um, drehte mich in alle Richtungen und wusste nicht, wo ich eigentlich hingehen sollte. Bis ich ihn dann auf einmal sah, blitzschnell und direkt vor meinen Augen.

Von einer Sekunde auf die andere versteinerte ich einfach, konnte mich keinen Millimeter bewegen und blickte einfach nur starr nach oben. Seinen Atem spürte ich in meinem Gesicht und mein Herz begann zu rasen. Unmittelbar vor mir stand in seiner vollen Größe ein Lykaner vor mir. Er hatte seine Klaue gehoben und wollte sie wahrscheinlich gerade auf mich zurasen lassen, doch kurz vor meinem Kopf hielt er ganz plötzlich inne. Ich hatte bereits die Augen geschlossen und mich von meinem Leben verabschiedet, bis ich ihn plötzlich schnüffeln hörte. Erst dann öffnete ich leicht erst eines und dann auch noch das zweite Auge.
Wieso machte er das?
Warum tat er mir nichts?
Ich hatte mich doch nicht gewährt, hatte mich nicht einmal geregt, er hätte also freie Bahn, um mich einfach zu töten.
Warum zum Teufel, hielt er dann inne?
Ich konnte es einfach nicht verstehen.

Mit seiner Schnauze kam er mir immer näher, bis er schließlich an meinem Hals ankam. Angewidert vom Gestank drehte ich meinen Kopf beiseite und verzog das Gesicht. Wieder begann er zu schnüffeln und ich spürte seine kalte, nasse Nase in meiner Halsbeuge. Ein eiskalter, ekelhafter Schauer überkam mich und ich hatte das wirklich dringende Bedürfnis, mich zu schütteln, doch in dieser Situation unterließ ich das wirklich lieber. Plötzlich und blitzschnell richtete der Lykaner sich wieder auf, um mir fest in die Augen zu sehen, als ich aus Schreck meinen Kopf zurückzog und leicht aufschreckte.
„Ich kenne dich!“, hauchte er in einer sehr tiefen, bedrohlichen Stimmlage und wieder überkam mich ein eiskalter Schauer.
Ich wusste nicht, was er meinte, denn ich war mir sicher, dass ich ihn nicht kannte, aber wie sollte ich das auch genau sagen können, wenn ich doch eigentlich alles vergessen hatte? Mir blieb es wohl vorerst ein Rätsel. Leicht schüttelte ich den Kopf und wollte einen Schritt zurücktreten, doch das konnte ich leider nicht. Mein Körper wollte sich noch immer keinen Millimeter von der Stelle bewegen.
„Aber das kann gar nicht sein.“, entgegnete ich ihm einfach.

Wieder hob er seine Klaue und setzte zu einem weiteren Schlag an. Dieses Mal war es für mich vorbei, dabei war ich mir sicher. Doch wieder stoppte er kurz vor meinem Kopf. Wollte er mir einfach nur drohen oder hatte das alles einen anderen Grund? Die Menschen um mich herum, hatten sich bereits verflüchtigt und die Straßen waren leer geworden. Nur noch wir beide schienen uns dort zu befinden.
„Doch, ich kenne dich ganz deutlich.“, setzte er noch einmal nach.
Wenn er das behauptete, dann könnte das vielleicht meine Chance sein, nur ein wenig zu erfahren, ein ganz kleines bisschen über das, was vor dem 11. Januar geschah…
Kurz schluckte ich und entschloss mich, die Gelegenheit beim Schopf zu packen. Irgendwann musste ich ja einmal an Informationen kommen, da war es mir auch egal, auf welche Weise.
„Ach ja? Wer bin ich denn, wenn du mich kennst?“, entgegnete ich schlagfertig.
Der Lykaner musste lachen.
„Dein Name ist Angelique Sourveille und du bist-“

Plötzlich ertönte ein Schuss und der Lykaner verstummte. Blut spritzte mir in das Gesicht, ein sauberer Kopfschuss. Der Lykaner sackte vor mir zusammen.
Mist, das war die einzige Chance, etwas über mich zu erfahren und jetzt?
Jetzt musste ich wieder von vorn anfangen!
Auf mich kamen drei Männer zu, die mich mit festem Blick musterten. Einer dieser Männer hielt mir augenblicklich ein weißes Taschentuch entgegen, welches ich auch sofort annahm.
„Geht es der Dame gut? Das war ja ziemlich knapp.“, meinte er.
Alles, was ich in diesem Moment wirklich wahrnahm, war sein französischer Akzent.

_________________________________________

Ich hoffe, der Prolog hat euch gefallen und keine Sorge,
im nächsten Kapitel erfährt man auch ein bisschen mehr über die Protagonistin.
(Sowas wie Augenfarbe, Haarfarbe, generelles Aussehen und Charakter)
Vielleicht konnte ich ja euer Interesse wecken!
Und vielleicht liest man sich ja sogar.
Liebe Grüße,
Nutella! :D
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast