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Ekkaia Caras

von Calypso96
Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Aragorn Gimli Legolas
22.10.2015
03.12.2022
28
51.876
6
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Dieses Kapitel
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22.10.2015 794
 
Es ist der Beginn eines wunderschönen Tages, das Licht der Sonne bricht sich in den Wellen des Wassers und taucht Ekkaia Caras, die strahlende Stadt am Grunde des Meeres. Noch ist das Meervolk am aufwachen, doch schon in wenigen Minuten wird hier ein reges Treiben herrschen, denn es ist Markt. Die Frauen kaufen die besten Algen für ihren Salat und die Schwämme für die Körperpflege. Und natürlich das Besondere, was kein Erdbewohner jemals brauchen wird: Erstklassige Schuppenpolitur, direkt vom Meister hergestellt. Aber unsere Geschichte beginnt etwas außerhalb, in einem kleinen, dafür aber umso edleren Herrenhaus. Es ist das Zuhause unserer kleinen Sirene, die noch im Tiefschlaf verweilt und dabei leicht sabbert – und leise etwas vor sich hingrummelt, das wie
„Ich schlafe nicht, Mama, das sieht nur so aus.“ klingt. Plötzlich zerreißt ein lauter Schrei die Stille, der Schrei eines kleinen Meermädchens, dass zutiefst erschrocken ist. Und unsere Sirene setzt sich ruckartig auf, wischt sich noch einmal über die Augen und schaut sich dann verwundert um, um den Übeltäter zu finden, der auch sofort ins Zimmer schwimmt.

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Was ist denn das für ein Geschrei? Eben noch habe ich ruhig geschlafen und nun sitze ich aufrecht im Bett. Ich kenne diesen Schrei... Langsam lichtet sich der Nebel des Schlafs in meinem Kopf und ein Bild tanzt vor meinen Augen: ein kleines Mädchen mit silbergrünen Haaren und ebenso grünen Augen, dass wutentbrannt aus ihrem Zimmer schwimmt und ihre kleinen Fäustchen ballt. Ohoh, nicht gut. Das ist meine kleine Schwester! Sie scheint mein … öhm... Geheimnis entdeckt zu haben! „Elinna, na warte, wenn ich dich erwische!“ Blitzschnell bin ich bei meinem Schrank, werfe mir das erstbeste Oberteil über und bringe wieder Abstand zwischen Rim und mich, denn in diesem Zustand ist sie unberechenbar.
„Was ist das in meinem Schrank?“ kreischt sie mit hochrotem Kopf, zeigt mit dem kleinem Finger zur Tür und blickt mich wütend an.
„Hauseigene Kaulquappenfarm!“ Sie schwimmt auf mich zu und ich mache einen Satz zur Seite, sodass sie mich nicht erwischt.
„Was macht die bitte zwischen meinen besten Kleidern?“
„Ähm... entfalten?“ schlage ich vor, kassiere einen bitterbösen Blick und schon ist sie bei mir und krallt sich an meinem Arm fest, wo ihre Fingernägel auch sofort blutige Spuren hinterlassen. Ich kann jedoch nicht anders und beginne laut zu lachen. Immer lauter lache ich, bis ich Bauchschmerzen habe und mir meine Körpermitte halte. Darauf guckt Rim noch böser und ich schwöre, könnten Blicke einen erdolchen, läge ich jetzt tot in meinem Zimmer. Doch dadurch wird ihr Griff weicher und ich schaffe es, mich ihr zu entziehen und flüchte laut lachend durch die noch offene Tür und den Gang bis zur breiten Treppe und von dort aus raus.
An der Tür gibt meine Schwester endlich auf, denn meine Mutter hält sie zurück. Ich bin schon weiter entfernt, doch noch immer höre ich meine Schwester kreischen und meine Mutter sie beruhigen. Endlich bin ich außer Hörweite und beginne fröhlich eine Melodie zu pfeifen, die mir im Kopf herumschwebt. Dann schaue ich an mir runter. Ich habe doch tatsächlich das hässlichste Oberteil gegriffen, was ich im Schrank hatte! Ich bin zwar nicht eitel, doch Algenflecken machen sich nicht gut auf der Kleidung. Und so schwimme ich leise zurück und schleiche mich durch mein offenes Fenster in mein Zimmer, um mir ein einfaches Leinenkleid anzuziehen und mein jetziges Oberteil verschwinden zu lassen.Unbemerkt verlasse ich das Haus so schnell, wie ich es betreten habe und schon bin ich wieder weg.

Überall treffe ich Sirenen, die auf dem Weg zu Markt sind, um die  skurrilsten Dinge zu erstehen.
Es gibt sogar In Tinte getauchte Seeigelstacheln, die man sich durch die Ohrläppchen oder so sticht! Als ich drei Jahre zählte, hat mir das einen riesigen Schrecken eingejagt und jetzt finde ich es immer noch grässlich, obwohl ich mittlerweile 121 Jahre zähle.
Wir Sirenen sind nahezu unsterblich, denn wir sind Mischwesen, halb Elb, halb Meerjungfrau. Und wir können sowohl an Land, als auch im Wasser überleben, auch wenn wir uns im Wasser wohler fühlen und es auch nie verlassen. Denn uns wird von klein auf erklärt, wie gefährlich und blutrünstig die Menschen und auch unsere Verwandten, die Elben, sind.

Und doch reizt mich die Welt dort oben. Hier unten ist alles gleich, sieht gleich aus und selbst wenn man woanders hinkommt, ist es gleich. Es ist wie ein Zauberkreis, der einen festhält und im Kreis schwimmen lässt. Ich will hier raus! Ich will die Welt entdecken, möchte wissen, wie es oben ist, möchte den Wind in meinen Haaren spüren, und zwar nicht nur, wenn ich versuche tapfere Seemänner zu betören. Ich möchte diese armen Männer nicht töten, möchte nicht so sein, wie eine Sirene zu sein hat. Ich passe hier nicht hin, ich gehöre hier nicht her... Ich muss hier weg!
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