Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Josephine Klick Staffel 3

von bichi
Kurzbeschreibung
GeschichteKrimi, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Fritz Munro Josephine Klick
20.10.2015
26.05.2016
38
86.642
3
Alle Kapitel
130 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
13.12.2015 1.800
 
So. Tut mir echt leid, aber im Studium war so viel los in letzter Zeit. Aber jetzt zur Weihnachtszeit habe ich Gott sei Dank wieder ein wenig mehr Freizeit. Das Kapitel ist zwar etwas kürzer trotzdem hoffe ich, dass es euch gefällt. Danke an alle Leserinnen - nichts lässt meine Motivation mehr steigen als eure Worte :-)



(Alex) „Und hast du den Mörder?“ fragte ich als erstes, nachdem wir uns wie immer morgens vor Josephines Schicht zum Besprechen trafen. Doch wie die letzten Male auch schüttelte sie den Kopf. „Vielleicht hast du dich ja geirrt und der Täter ist nicht in der Firma zu finden.“ Es wäre zwar das erste Mal, dass Josephine sich dermaßen vertun würde. Doch auch das sollte wohl einmal vorkommen. Jetzt arbeitete sie bereits knapp zwei Wochen in diesem Unternehmen und noch immer hatte sie keinerlei Beweise gefunden. Meiner Meinung nach war es sinnlos, sie weiterhin zu diesem Unternehmen zu schicken.
Auch Fritz schien dieser Meinung zu sein. Doch die hatte er auch bereits schon zum Anfang gehabt. Wusste er schon im Vorhinein, dass das Ganze nichts bringen würde? Weshalb sonst hätte er sich so gegen diese Sache aussprechen sollen?
„Also brechen wir die Sache ab.“ meinte mein bester Freund beinahe euphorisch und klatschte freudig in die Hände. Vermutlich gefiel es ihm ebenfalls ein bisschen, dass auch die wertgeschätzte Kollegin einmal falsch lag.

„Was? Das könnt ihr nicht machen. Ich bin so knapp davor, diesen Mauer zu knacken.“ beschwerte sie sich. Herr Mauer? War das nicht der Geschäftsführer dieses Ladens? Was hatte der denn jetzt damit zu tun?!
„Herr Mauer stand auf das Opfer. Aber diese wollte scheinbar nicht. Also laut ihrer Freundin Alice. Der Typ war auch gleich nach ihrem Mord im Urlaub für eine Woche. Findet ihr das nicht auch komisch? Ich muss nur noch ein paar Beweise finden und dann ….. .“ meinte sie verbissen an der Sache dranbleiben zu wollen.
„Bielefeld hast du nicht gehört?! Die Sache wird abgebrochen.“ blieb Fritz auf stur und ich verdrehte die Augen. Nun fing das schon wieder an, dass sie sich stritten. Konnten die beiden nicht ein einziges Mal einer Meinung sein?
„Genug!!!“ mischte ich mich schließlich ein. Erwartungsvoll sahen mich alle beide an. „Du bekommst noch einen Tag Josephine. Wenn du bis dahin nichts hast ist Endstation. Ende der Diskussion.“ Ich erkannte, dass sie alles andere als begeistert war, nun ein Zeitlimit bekommen zu haben. Fritz hingegen schien sich mehr als nur zu freuen, indirekt den  kleinen Machtkampf gewonnen zu haben.


(Josy) Frustriert fuhr ich mir durchs Haar, nachdem ich mich in meiner Pause in den Aufenthaltsraum zurück gezogen hatte. Mein Blick fiel auf die Uhr, deren Zeiger sich immer und immer weiter nach vorne bewegten. Je weiter die Zeit voran schritt, desto näher kam ich meinem Ultimatum. Ich stöhnte. Was war nur mit mir los?! So ratlos war ich doch noch nie gewesen. Ich erhob mich und ging zur Pinnwand der Angestellten, wo sich lauter Fotos der Mitarbeiter befanden. Genau schaute ich mir jeden Einzelnen an. Wer nur? Wer war Frau Großauers Mörder? Die Frage aller Fragen, die mich bereits seit Wochen beschäftigte. „Wieso kannst du uns nicht sagen, wer dich umgebracht hat?“ murmelte ich und starrte dabei konzentriert auf das Bild des Opfers, als ob ich auf eine Antwort ihrerseits warten würde. Ich betrachtete sie genauer und stellte fest, dass sie eine wirklich schöne Frau gewesen war. Scheinbar war sie zu Lebzeiten vergleichbar mit einer Heiligen. Sie wollte niemandem etwas Böses, alle redeten positiv über sie. War vielleicht das der Grund für den Mord? War sie zu gutherzig? Was nur übersah ich in diesem Mordfall.

„Gefällt dir das Bild?“ holte mich Alice aus meinen Gedanken. Kurz blinzelte ich, bevor ich mich umdrehte und sie ansah. „Da bist du. Hab dich schon gesucht.“ Schulterzuckend entgegnete ich: „Jetzt hast du mich ja gefunden.“ Aus irgendeinem Grund sah sie mich ein wenig eingeschnappt und vorwurfsvoll an: „Schon mal auf die Uhr geschaut?! Deine Pause ist um.“ teilte sie mir tadelnd mit. Ich runzelte die Stirn und warf einen Blick auf die Uhr. Was war denn ihr Problem?! Ich hatte doch noch zwei Minuten Pause! „Das kannst du vergessen! Die Uhr geht nach. Um ganze zehn Minuten. Schau.“ sagte sie mir und hielt mir ihr linkes Handgelenk entgegen, das eine silberne Uhr zierte. Huch. Es stimmte tatsächlich. Diese dumme Wanduhr war scheinbar wirklich hinüber. Mein Gehirn hatte bei meinem Blick angefangen zu arbeiten. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich gerade etwas Wichtiges bemerkt hatte. Nur was? Ich beobachtete noch einmal Alices linke Hand. Es war jedoch nichts Außergewöhnliches im Vergleich zu die anderen Tage zu finden. Alles was sie am Körper trug war die Uhr und ein goldener Ring mit den verschnörkelten Initialen AS. AS? Alice Schneider. Von wem sie den Ring wohl bekommen hatte? „Gefällt dir der Ring?“ fragte Alice mich, nachdem ich offensichtlich zu lange darauf gestarrt hatte. „Ein goldener Ring?“ erkundigte ich mich nach der Echtheit des Schmuckstückes, da ich in diesen Angelegenheiten keine Expertin war.
„Oh nein. Der ist nicht echt. Nur aus einem billigen Ramschladen. Elisabeth und ich haben uns letztes Weihnachten gegenseitig Freundschaftsringe geschenkt. Um es ein wenig Persönlicher zu machen, haben wir bei einem Juwelier eben unsere Initialen darauf gravieren lassen.“ Alice wirkte nachdenklich und betrübt. „Das war ihre Idee gewesen weißt du! Sie hatte immer so ein großes Herz und jetzt ...“ Sie holte tief Luft, um – was ich vermutete – nicht loszuheulen.

Kurz spielte ich mit dem Gedanken, zu ihr hinzugehen und sie zu trösten. Es ging ihr sehr nahe, ihre beste Freundin verloren zu haben, was natürlich verständlich war. Sie standen sich immerhin sehr nahe. Wo wir auch wieder bei meiner Beobachtung wären. Der Freundschaftsring. Alice meinte, dass Elisabeth ihren nie abgenommen hatte. Bei jeder Freizeitaktivität hatte sie ihn oben behalten. Selbst beim Betriebsausflug war das Schmuckstück an ihr zu sehen. Mein Gehirn ratterte. Versuchte, sich das Opfer am Tatort noch einmal in Erinnerung zu rufen. Doch Fehlanzeige. Frau Großauer hatte bei ihrem Fund ihren Ring nicht oben gehabt und auch bei ihrem restlichen Schmuck in ihrer Wohnung war er nicht dabei gewesen. Das wäre mir aufgefallen. Natürlich ist es weit hergeholt. Immerhin könnte sie ihn verloren oder irgendwo anders in ihrer Wohnung aufbewahrt haben. Aber mein Instinkt sagte mir, dass er hier ganz in der Nähe war. Vielleicht beim Täter. Viele Verbrecher nahmen sich Gegenstände ihrer Opfer mit, als Erinnerung. Und mein Gefühl sagte mir auch, dass Chris Mauer den Ring besaß. Und wenn dies der Fall wäre, dann hätte er einiges an Erklärungsbedarf. Denn Elisabeth hätte ihm den Ring niemals freiwillig gegeben. Die Frage war jetzt nur – wo könnte er ihn versteckt haben? Vielleicht zuhause? Das konnte ich mir nicht vorstellen. Wenn er wirklich so sehr in Elisabeth verliebt war, dann würde er den Ring immer bei sich tragen wollen. Oder ihn zumindest an einem sicheren Ort wissen, der in der Nähe ist. In seiner Hosentasche? Ich schüttelte den Kopf. Nein. Da könnte er ihn leicht verlieren. Er muss irgendwo anders sein. Hmmm. Meine Augen wurden groß, als es mir wie Schuppen von den Augen fiel. „Der Spind.“ schoss es aus mir heraus, woraufhin Alice mich verwirrt ansah. „Was bitte?“
„Elisabeth hatte den Ring nicht oben, als sie tot aufgefunden wurde.“ teilte ich Alice mit, welche bei meinen Worten kurz zusammen zuckte. Nach anfänglichem Zögern sah ich, dass sie verstanden hatte. „Du meinst der Mörder hat ihn?“
Ich bejahte. „Genau. Und ich wette, dass Mauer ihn in seinem Spind versteckt hat.“ Alice´s Augen wurden groß, als sie meine Worte vernahm. Zu wissen, dass womöglich ein Mörder in der Firma ist war das eine, aber nun den vermeintlichen Mörder der besten Freundin zu stellen, war etwas völlig anderes.
Kurz deutete ich zur Tür. „Könntest du kurz schauen, dass keiner hier herein kommt?“ Ihre Stirn zog sich kraus. „Wozu?“
Ich holte mit meiner rechten Hand meine schwarze Schiebespange aus meinem Haar, während ich Alice „Ich gehe auf Ringjagd“ sagte.
Eine Spur von Entsetzen kam in ihr Gesicht. „Du willst doch jetzt nicht ernsthaft …?!“
„Nen Durchsuchungsbeschluss bekomme ich mit den geringen Beweisen wohl eher nicht. Und selbst wenn kann er den Ring da schon längst weg geräumt haben.“ Davon war ich überzeugt. Ich ignorierte die Einwände von Alice, dass wir beide gefeuert werden würden und ob ich nicht alle Taschen im Schrank hätte. Doch was war schon dabei? Alice stand ja quasi nur da, beteiligte sich in keinster Weise bei meinem Vorhaben. Und mein letzter Arbeitstag hier war sowieso heute und wie sagte man so schön? Drastische Situationen verlangten drastische Maßnahmen.

Langsam schob ich meine schwarze Schiebespange in das Schlüsselloch und fing an, sie vorsichtig zu drehen. Ich schloss meine Augen und lenkte meine Aufmerksamkeit nur auf das Schloss. Ein wenig links drehen, noch ein kleines Stückchen. Ich atmete ein bisschen genervt aus. Wie sollte man sich bitte konzentrieren, wenn Alice sich hier durchgehend beschwerte?! „Straftat, das ist eine Straftat die wir hier machen. Oh Gott ich komme ins Gefängnis, wenn wir erwischt werden. Nein nein nein bitte nicht. Ganz bestimmt werden wir erwischt werden. Mit Sicherheit sogar.“ Ich verdrehte die Augen. Wie konnte ein Mensch nur in einem Stück so durch reden ohne Atempausen?! Und ihre Gedanken erst. Wenn sie nicht bald die Klappe halten würde, wären jedoch ihre Sorgen nicht ganz unbegründet. Kurz überlegte ich, ob ich ihren Redezwang einfach stoppen sollte. Doch die Chance, dies zu schaffen, war sehr gering. Aus diesem Grund entschied ich, mich stattdessen wieder der Arbeit zu widmen. Ich kniff die Augen zu Schlitzen und betrachtete das silberne Schloss vor mir. Hmm. Erst jetzt war mir aufgefallen, dass es sich hier nicht um ein gewöhnliches Schloss handelte. Das würde auch erklären, wieso ich es noch nicht geknackt hatte. Irgendwo hatte ich so ein Modell schon einmal gesehen. Nur wo? Wo zum Teufel war das?! Gott verdammt wie soll man denn bitte hier auch etwas nachdenken, wenn die gute Frau neben mir wie aufgezogen plappert. „Oh Gott oh Gott. Wer kümmert sich denn dann um meinen Kater Ernesto, wenn ich im Knast bin?“ Sie hatte einen Kater? Das wusste ich ja noch gar nicht. Witzig, auch ich hatte einen Onkel mit diesem Namen. Ob das Tier wohl auch so behaart war wie mein Onkel? Ja gut so richtig hatte ich ihn noch nie gesehen. Aber meine Tante Roberta meinte immer, er würde nicht nur aufgrund der Behaarung einem Gorilla ähneln. Damals mit fünf hatte ich natürlich noch nicht verstanden, dass sie auf sein Temperament anspielte. Ein gelber Blitz zuckte vor meinen Augen auf. Automatisch hielt ich die Luft an. Ernesto. Jetzt wusste ich es wieder. Meine Tante hatte einmal ein solches Schloss besessen. Ein Lächeln breitete sich in meinem Gesicht aus.  Es kam mir vor, als wäre es erst gestern gewesen.


Ich werde mich bemühen, dass das nächste Kapitel in ein paar Tagen kommt. lg
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast