Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Josephine Klick Staffel 3

von bichi
Kurzbeschreibung
GeschichteKrimi, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Fritz Munro Josephine Klick
20.10.2015
26.05.2016
38
86.642
3
Alle Kapitel
130 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
22.11.2015 1.176
 
(Fritz) „Ich schleuse mich in Elisabeth´s Leben ein. Frau Großauer hat gewisse Ähnlichkeiten zu mir und in der Firma kennt mich noch keiner. Ich werde einfach alles genau so machen, wie sie es immer tat und abwarten, was passiert.“ Nach ihren Worten wurde mir gleich anders. Als hätte ich ein Dejavü an ihren letzten Undercovereinsatz. An jenen, wo sie beinahe gestorben wäre. Mir wurde heiß und kalt zugleich. Aufgebracht preschten meine Hände auf Karins Schreibtisch. Sofort hatte ich die Aufmerksamkeit aller.
„Auf keinen Fall wirst du einen erneuten Alleingang machen!!!“ teilte ich laut meine Stellung mit, die keine Widerrede duldete. Leider schien ich der Einzige mit dieser Meinung zu sein. Der Rest sah mich nur verständnislos an. Hatten die etwa bereits vergessen, was das letzte Mal beinahe passiert wäre? Die konnten Josephine doch nicht erneut einer solchen Gefahr aussetzen!
„Fritz es wird nichts passieren. Die Firma ist so groß. Ich bin also nie alleine.“ versuchte sie es gelassen darzustellen.
Ich verschränkte meine Arme. „Trotzdem.“
Sie verdrehte die Augen. „Du tust ja fast so, als ob ich geheim bei der Mafia ermitteln würde.“
Wieso konnte diese Frau nicht einmal eine Gefahr ernst nehmen? „Weißt dus denn, ob es nicht so ist?“ fragte ich sie herausfordernd und zog dabei die Augenbrauen nach oben.
„Fritz bitte. Die Mafia und Spielzeug. Die würden sich doch lächerlich machen.“
„Dann war es eben ein anderer Spinner. Du machst das nicht.“ beharrte ich darauf.
„Ich bin Polizistin. Das gehört nunmal dazu. Und Frau Großauer hat es verdient, dass ihr Mörder dafür bezahlt.“
„Du sagst es. Das Opfer ist bereits tot. Willst du etwa die nächste sein?“ Dieser Gedanke gefiel mir nicht. Selbst wenn. Dann fanden wir eben einmal nicht den Täter. Das nahm ich gerne in Kauf, wenn Josephine dafür in Sicherheit war.
„Genug jetzt. Bielefeld wird diesen Einsatz durchführen Fritz. Ob es dir nun passt oder nicht. Aber um dich zu beruhigen, wird sie ein Mirko an ihrem Körper tragen. So könnt ihr immer mitverfolgen, ob sie Hilfe braucht.“ endete Amanns Ansage. Ich wollte gerade den Mund aufmachen, um zu sagen, dass mir ein Mirko an Sicherheit viel zu wenig war. Verstummte jedoch bei dem Blick meines Chefs. Geschlagen ließ ich die Schultern hängen. Widerstand war wohl zwecklos. Trotzdem würde ich sie keine Sekunde aus den Augen lassen. Da könnte Amann sich querstellen was er wollte.


(Josy) Nachdem mein Undercovereinsatz beschlossene Sache war, setzte sich Amann mit dem Chef der Firma, einem 55Jährigen Mann namens Johann Neustätter, in Verbindung, um ihm von unserem Plan zu erzählen. Dieser bewilligte meine Undercoverermittlung sofort stellte mich vor meinen Kollegen als Sophie Bichlwanger vor. Alle Mitarbeiter sahen mich kurz desinteressiert an, ehe alle wieder ihrer Arbeit nachgingen. Nur eine Frau kam lächelnd auf mich zu. „Hallo. Ich bin Alice. Freut mich dich kennen zu lernen.“ begrüßte sie mich und bot mir ihre Hand an, welche ich sogleich ergriff.
„Sophie freut mich ebenfalls.“
„Tja. Auch wenn die Umstände für deinen neuen Job alles andere als glückliche sind.“ meinte sie traurig und ich merkte sofort, dass sie es auch ernst meinte. Sie bedauerte Elisabeth´s Tod.
„Kanntest du meine Vorgängerin eigentlich näher?“ hinterfragte ich die Beziehung der beiden.
„Ja. Sie war eine meiner besten Freundinnen. Sie wird mir schrecklich fehlen.“ in ihren Augenwinkeln konnte ich eine Ansammlung von Tränen ausmachen, die sie jedoch weg blinzelte. Kurz nahm ich sie in den Arm und strich ihr über den Rücken, wofür sie sich bei mir bedankte. „So genug davon. Elisabeth hätte sicherlich nicht gewollt, dass ich so traurig über sie denke. Außerdem macht sich die Arbeit ja nicht von allein. Also komm. Ich zeig dir alles.“ meinte sie nun wieder grinsend und tänzelte voraus. Verblüfft über ihre schnellen Stimmungsschwankungen blickte ich kurz hinterher, folgte ihr danach jedoch eiligen Schrittes. Diese Alice war ein klein wenig schräg. Dennoch mochte ich sie.  Wir verstanden uns sogar richtig gut. Während den Pausen verbrachten wir immer gemeinsam unsere Zeit und diskutierten über Gott und die Welt. Natürlich fragte ich sie auch immer im Geheimen über Elisabeth Großauer aus. Leider konnte ich dadurch noch immer nicht in Erfahrung bringen, wer der Mörder war.


Die Tage vergingen und noch immer war keine neue Spur zu finden. Ich ärgerte mich über mich selbst. So dämlich hatte ich mich in einem Fall ja noch nie angestellt. Noch nicht einmal, als ich mit dem Beruf frisch angefangen hatte. Ich hatte nicht nur keine neuen Hinweise, die zum Täter führen, gefunden, sondern war auch noch aufgeflogen. Offensichtlich war es Alice komisch vorgekommen, dass ich so viele Fragen über Elisabeth gestellt hatte. Sie zählte eins und eins zusammen und enttarnte mich. Zum Glück jedoch versprach sie mir, dichtzuhalten und mir zu helfen, den Fall so schnell wie möglich aufzuklären. Da ich sie für unschuldig hielt, behielt ich die Tatsache über ihr Wissen besser für mich. Amann wäre bestimmt nicht begeistert, eine Zivilistin da mit reinzuziehen. Doch so wie die Sachlage derzeit war, würde sowieso nichts Aufregendes in dieser Firma passieren. Der Täter hatte noch nicht einmal die kleinste Spur hinterlassen.

„Hach.“ hörte ich Alice neben mir sagen. Ich blickte sie an und sah, dass sie verträumt dem Firmenchef Markus Neustätter hinterher sah. Ich stutzte. Stand sie etwa auf ihn? Vorsichtig stupste ich sie an. „Hey. Stehst du etwa auf deinen Juniorchef?“ Bei meinen Worten schoss ihr sofort die Röte ins Gesicht. „Ehm. Naja ich ….. Er ist schon ganz süß. Aber nicht, weil er dieses Unternehmen mal übernehmen wird oder er gut aussieht. Ich weiß auch nicht, was es ist. Er gefällt mir einfach. Ach keine Ahnung vergiss es einfach wieder.“ fuchtelte sie wild mit ihren Händen herum.
Ich grinste bei ihrem Verhalten. „Du bist verliebt.“
Entgeistert blickte sie mich an. „Bin ich nicht.“
„Hast du schon mal mit ihm geredet?“  stichelte ich etwas.
„Spinnst du? Das würde ich mich nie trauen. Was sollte er denn schon mit mir anfangen?“ meinte sie nachdenklich.
Ich nahm nach ihrer Bemerkung ihre Hand in meine. „Hey. Du hast so viel zu bieten. Du bist jung, hübsch, bringst die Menschen um dich zum Lachen. Und noch viel mehr. Das musst du ihm nur auch zeigen.“ versuchte ich sie zu motivieren, was jedoch nicht so sehr ankam befürchtete ich. Da musste ich wohl etwas Amor spielen, nahm ich mir fest vor. Doch vorher würde ich kurz Greg anrufen, um mit ihm zu reden. Seit diesem Fall hatte ich nicht gerade viel Zeit für ihn. Nicht mal abends war ich eine gute Gesellschaft, da ich todmüde ins Bett fiel und sofort einschlief. Ich scrollte die Anruferliste runter und blieb bei seinem Namen hängen. Mein Daumen drückte einmal auf seinen Namen, woraufhin seine Nummer am Display erschien. Langsam fuhr mein Finger nach unten, hielt in dem alles entscheidenden Moment jedoch inne. Ich wusste nicht wieso, doch irgendetwas in mir weigerte sich, ihn anzurufen. War es meinem schlechten Gewissen gegenüber dem ungeklärten Fall zu zuschreiben? Oder wollte ich ihn einfach nicht bei der Arbeit stören? Ich schob mein Handy wieder zurück in meine Hosentasche und machte mich stattdessen wieder an die Arbeit. Das war ich Elisabeth schuldig.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast