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Josephine Klick Staffel 3

von bichi
Kurzbeschreibung
GeschichteKrimi, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Fritz Munro Josephine Klick
20.10.2015
26.05.2016
38
86.642
3
Alle Kapitel
130 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
17.11.2015 1.001
 
(Fritz) Bedröppelt fuhr ich mir übers Gesicht und lehnte mich anschließend in meinem Schreibtischsessel zurück. Bereits seit zwei Wochen suchten wir den Mörder von Elisabeth Großauer. Doch noch immer fehlte vom Mörder jede Spur. Ihr Freund war in der Woche, als sie ermordet worden war, auf Geschäftsreise gewesen und auch sonst gab es kein Mordmotiv. Diese Frau wirkte fast wie eine Heilige. Doch irgendjemand musste etwas gegen sie gehabt haben, sonst wäre sie jetzt nicht tot. War es vielleicht doch Raubmord? Mein Gefühl sagte mir, dass dies nicht der Fall war. Irgendetwas anderes musste passiert sein.

Ich blickte auf, als Alex unser Büro betrat. „Kommst du? Amann will einen Zwischenstand über den Fall.“ Stöhnend erhob ich mich. Viel war es nicht gerade, was wir ihm würden sagen können. Nachdem mein bester Freund und ich das Büro der anderen betraten, lag mein Blick sofort bei Josephine, welche mir ein kleines Lächeln zuwarf. Noch immer konnte ich es nicht glauben, dass Greg seine Seitensprünge so offen und ehrlich zugegeben hatte. Zumindest mir gegenüber. Josephine hingegen hatte er eine dicke fette Lüge aufgetischt. Von wegen das sei nur seine Mandantin und ich hätte etwas in den falschen Hals bekommen. Er konnte schon immer lügen, ohne mit der Wimper zu zucken. Und Josephine war auch noch so naiv, ihm alles abzukaufen. Ich atmete tief aus. Oder sollte ich besser sagen gutgläubig? Bielefeld wollte eben immer das Gute im Menschen sehen. So übersah sie eben die zahlreichen Laster meines Bruders.

„So. Was haben wir?“ fragte Amann und klatschte in die Hände, was mich wieder an den Fall denken ließ. Unser Chef sah sein Team der Reihe nach an, doch es gab keiner eine Antwort. Niemand von uns wollte zugeben, dass wir mit den Ermittlungen quasi bei Null waren. „Herrgott muss ich jetzt wie in der Schule jemanden dran nehmen, um endlich an Informationen zu bekommen? Hmmm? Karin?“ Er sah meine verrückte Kollegin direkt an, woraufhin diese sehr nervös wurde. „Ich ….. naja ….... .“ stotterte sie rum und war erleichtert, als Josephine ihr ins Wort fiel. „Jetzt weiß ich es.“ ertönte es laut von ihr. Stirnrunzelnd sahen wir sie an, warteten auf eine Erklärung wegen ihres begeisterten Freudeschreies. „Das erinnert mich irgendwie an Tommy.“ Ein Lächeln stahl sich auf mein Gesicht. Es war sowas von klar, dass ihr Aha-Erlebnis mit einer ihrer Geschichten zusammen hing. Neben mir konnte ich Alex tief ausatmen hören, was mein Lächeln verstärkte. Nach all der langen Zeit, wo Josephine bereits in Berlin war, hatte er sich noch immer nicht an ihre Storys gewöhnt. Dabei sollte er mittlerweile wissen, dass sich dahinter ein wichtiger Hinweis bezüglich des aktuellen Falles verbargen. Aus diesem Grund spitzte ich die Ohren und lauschte ihren Worten. Mein Blick lag nun wieder auf ihr. Verwirrt erkannte ich, dass sie inne hielt und mit sich haderte. Weshalb? Hatte sie etwa einen falschen Geistesblitz gehabt? Schließlich redete sie dann doch weiter. „Passt auf. Privat haben wir nichts gefunden. Also müssen wir im beruflichen Umfeld nachsehen. Ich vermute ja, dass einer ihrer Arbeitskollegen sie auf den Gewissen hat. Ist nur so ein Gefühl.“ Überrascht fiel mir die Kinnlade nach unten. Auch die anderen wirkten erstaunt. Wo war die Story? Einfach darauf los legen mit ihrer Vermutung passte doch so gar nicht zu ihr.

„Wasn los Bielefeld? Hast du etwa deine Dorfgeschichte vergessen?“ machte sich Alex ein Scherz daraus. Auch ihm kam es komisch vor. Bielefeld ohne Bielefelder Geschichten …. das ging gar nicht.
„Wir sind hier nicht in der Märchenstunde Alex. Den Hinweis, der Tommys Geschichte versteckt hielt, habe ich bereits gesagt. Also könnten wir uns jetzt weiter mit dem Fall beschäftigen?“ Ich stieß meinen angehaltenen Atem aus. Was war denn bitte los mit ihr? So ein Verhalten passte doch so gar nicht zu ihr. Diese Geschichten gehörten zu ihr, waren Teil ihrer Persönlichkeit. Wieso legte sie diese Seite jetzt so plötzlich ab?! Meine Augen formten sich zu Schlitzen. Eigentlich konnte ich es mir schon denken, wer Josephine dazu veranlasste, so zu denken. Dieser miese kleine Penner. Er veränderte sie, akzeptierte nicht ihr wahres Ich. Wieso nur konnte sie das nicht sehen? War er wirklich so gut im Menschen manipulieren? Von mir aus sollte er das bei anderen Frauen gerne versuchen, aber bei Josephine würde er scheitern. Dafür würde ich sorgen. „Erzähl uns die Geschichte.“ forderte ich sie auf. Dass ich auf ihre Geschichte bestand, schien sie zu verblüffen. Mit Genugtuung erkannte ich, dass es ihr auf der Zunge juckte, die Worte auszusprechen. Dennoch hatte sie noch nicht darauf reagiert, was meine Wut auf Greg steigen ließ. „Ich fürchte ohne ausführlichere Erklärung können wir dir nicht folgen Bielefeld.“ sagte ich mit einem aufmunterndem Lächeln und war froh, dass sie nun doch endlich darauf ansprang und los plapperte.

„Also gut, die Kurzversion. Der Tommy war mal in einer Gang. Er fühlte sich wohl und war froh über Freunde. Eines Tages aber fand er heraus, dass die anderen Mitglieder klauten. Nämlich die Geldbörsen der Mitschüler. Als Tommy die anderen darauf ansprach, wurde er aufgefordert, mitzumachen und so an Geld zu kommen oder auszusteigen und allein zu sein. Aber der Tommy war ein Ehrlicher und entschied sich, auf solche Freunde zu verzichten. Aber das war ihm nicht genug. Er war so ein Gerechtigkeitsphanatiker, dass er dieses Tun sogar melden wollte. Tja. Leider hatten es die anderen vorher mitbekommen und banden ihn nackt an der Fahnenstange fest. Aber das ist dann wieder eine ganz andere Geschichte. Was ich jetzt eigentlich damit sagen will, ist ….. .“
„Dass irgendjemand in der Firma sie zu etwas zwingen wollte, und weil sie nicht mitgespielt hatte, wurde sie zum Schweigen gebracht.“ beendete ich ihre Schlussfolgerungen, woraufhin Josy mir zunickte.
„Gut. Dann durchleuchten wir jetzt jeden ihrer Kollegen oder sagt uns deine Dorfgeschichte auch, wer es getan hat?“ fragte Alex ein wenig sarkastisch.
„Leider nicht. Aber jeden zu durchleuchten dauert doch ewig.“ warf sie ein und auch mir war der Gedanken gekommen.
„Hast du vielleicht nen besseren Vorschlag?“ fragte mein bester Freund mit hochgezogenen Augenbrauen.



Und schon eine Idee wie es weitergehen könnte?
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