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Josephine Klick Staffel 3

von bichi
Kurzbeschreibung
GeschichteKrimi, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Fritz Munro Josephine Klick
20.10.2015
26.05.2016
38
86.642
3
Alle Kapitel
130 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
16.11.2015 1.237
 
Schauen wir mal, wie Josephine reagiert.



(Josy) Vorsichtig brachte ich meinen Freund in seine Wohnung und verfrachtete ihn aufs Sofa. Ich blickte in sein Gesicht und war erleichtert, dass er Arzt keinen Nasenbruch feststellen konnte. Zum Glück war es nur Nasenbluten gewesen und die Schwellung würde auch von allein in den nächsten Tagen wieder weg gehen. Nachdenklich schüttelte ich den Kopf. Was sich Fritz wohl dabei gedacht hatte?! Ich blinzelte, als Greg mich auffordernd ansah. Erst da fiel mir auf, dass ich ja das Coldback in der Hand hielt. Langsam drückte ich es ihm auf die Nase, wobei er die Zähne zusammen biss. „Gehts?“ erkundigte ich mich nach seinem Befinden, bekam jedoch nur ein Nicken. „Was genau ist eigentlich zwischen euch passiert?“ hinterfragte ich Fritz´s Angriff. Im Nachhinein betrachtet konnte ich es mir nicht erklären. Er würde doch nicht einfach grundlos jemanden schlagen, auch nicht seinen Bruder. Mein Freund würde mich betrügen, hatte Fritz sich geäußert. Hatte er recht? Hatte Greg eine andere? Bitte nicht schon wieder. Bitte kein Dejavü wie damals bei Stefan. Mein Magen drehte sich bei dieser Vorstellung um.

Nachdem Greg noch immer nicht reagiert hatte, vertiefte ich die meine Frage. „Fritz meinte, du hättest eine andere. Stimmt das? Ich meine er sagt sowas doch nicht ohne Grund.“ versuchte ich ruhig zu hinterfragen.
Geschockt blickte mein Freund mich an. So als ob er fassungslos wäre, dass ich diese Möglichkeit überhaupt erst in Erwägung gezogen hatte. „Natürlich nicht. Wo denkst du denn hin. Ich hatte nur gesagt, dass ich es toll von ihm fand, sich um dich gekümmert zu haben an dem Sonntag. Da ich mich so besser um Sarah kümmern konnte ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Das schien er wohl in den falschen Hals bekommen zu haben.“ Mein Gehirn ratterte bei seinen Worten. Sarah? Seine Klientin? Nur zu gut konnte ich mich an sie erinnern. Persönlich war ich ihr zwar noch nie begegnet, doch hatte ich sie bei Greg´s Anruferliste in Abwesenheit gefunden. Schon damals hatte ich Panik gehabt, erneut auf einen Betrüger reingefallen zu sein. Doch Greg hatte mir versichert, dass sie lediglich seine Auftraggeberin sei. Eine Auftraggeberin, die die Nummer seines Privathandys hatte? Als er mir mitgeteilt hatte, dass ihm der Fall persönlich sehr interessierte, wurde ich stutzig. Sarah Sommer schien im Sorgerechtsstreit gegen ihren Exmann zu stehen. Sie wollte, dass er die gemeinsamen Kinder aufgrund von Gewalttaten nicht mehr sehen durfte. Greg hatte ihre Geschichte mitgenommen und hatte ihr deswegen angeboten, immer für sie erreichbar zu sein, sollte ihr Ex wieder austicken. Er hätte mir dies eigentlich bezüglich seiner Schweigepflicht gar nicht sagen dürfen. Doch er hatte gemeint, dass er das in Kauf genommen hatte, solange ich ihn nicht aufgrund eines absurden Verdachtes verlassen würde. Es hatte mich sehr gerührt, dass mein Freund auch weiche Seiten hatte, die er jedoch versuchte zu verstecken. Ich hatte vollstes Verständnis für seine Entscheidung gehabt. Stefan war ein riesiger Vollidiot, doch geschlagen hatte er mich noch nie. Mir hatte die Frau leid getan. Dass Greg diese Situation ebenfalls mitnahm  zeigte mir, dass er sehr viel Herz besaß.

Auch jetzt hieß ich seine Unterstützung dieser Frau gegenüber gut. Doch was wenn die beiden zu viel Zeit zusammen verbracht hatten? Was, wenn sich dadurch mehr entwickelt hatte? Was wenn Fritz mit seiner Mutmaßung richtig lag? „Und du hast wirklich nichts mit ihr?“ fragte ich scheu nach, wusste nicht, ob ich die Antwort überhaupt hören wollte. Außer Fassung blickte Greg mich bei meiner Frage an. „Natürlich nicht. Sowas könnte ich nie machen. Nicht nach der Sache mit deinem Verlobten. Sarah Sommer ist wirklich nur eine Mandantin, die ich unterstütze.“ Seine Worte und sein Gesichtsausdruck beruhigten mich. Sofort wich meine angespannte Haltung, machte Platz für Besorgnis. „Wie geht es Sarah Sommer denn? Kommt ihr mit dem Sorgerechtsstreit voran?“ erkundigte ich mich über Frau Sommers Chancen. Greg blinzelte, sah mich fragend an. „Streit? Ach den Sorgerechtsstreit meinst du. Der gegnerische Anwalt ist ziemlich gut. Aber ich werd trotzdem gewinnen. Ich gewinne nämlich immer.“ sagte er zuversichtlich und grinste dabei.
Diese Zuversicht möchte ich haben. Ob das einen guten Anwalt ausmachte? Wenn ja dann hatte ich als Polizistin wohl den richtigen Beruf gewählt. Denn darin war ich gut. Das Ermitteln lag mir im Blut. So konnte ich auch nicht drumrum kommen, dass sich meine Gedanken auch um Frau Sommers Fall drehte. Ihre Lage erinnerte mich irgendwie an Mister Daniel. Er hatte seine Tiere auch immer geschlagen. Weg nehmen konnten wir sie ihm jedoch nicht, da es keine Beweise gab – anfangs jedenfalls. Ich hatte für das Recht dieser armen Tiere gekämpft und irgendwann kam mir die Idee, mich mit ner Kamera auf die Lauer zu legen. Hab nach fünf Stunden dann endlich hübsche Fotos geschossen. Die Tiere kamen wo anders unter und Mister Daniel bekam eine hohe Geldstrafe. Ob das auch Frau Sommers Ausweg sein könnte? Vielleicht würde es ja etwas bewirken.

Ich blickte zu Greg, der sich mit der einen Hand noch immer den Coldback an die Nase hielt und mit der anderen seine Schläfe rieb. Oje. Er sah gar nicht gut aus. Entweder schmerzte seine Nase noch immer so sehr oder er machte sich Kopfzerbrechen über seine Fälle. Um sein Grübeln zu erleichtern beschloss ich, ihm meinen Vorschlag zu unterbreiten. „Bei uns im Dorf gab es mal Mister Daniel. Mister Daniel hatte ….. .“
„Deine beschissenen Dorfgeschichten gehen mir schon sowas von aufm Sack!!!!!!!!!“ Ich zuckte bei seinem Tonfall zusammen. Aufgrund seines Ärgers entschied ich, besser den Mund zu halten. Was bitte hatte ich denn falsch gemacht, dass er mich jetzt so anschnauzte?! Als Greg meine irritierte Haltung sah, beruhigte er sich wieder etwas. „Sorry. Aber der eine Fall beschäftigt mich, mein liebes Brüderchen hat mir beinahe die Nase gebrochen, ich hab Kopfschmerzen und du kommst mit deinen nervigen Geschichten an. Alles was ich heute will ist einfach nur etwas Ruhe.“ Nervig? Meine Geschichten? Waren sie etwa wirklich sooo lästig? Alex wirkte ja auch immer ein wenig …. genervt wenn ich von Bielefeld sprach.

Ich spürte, wie Greg mich zu sich in seine Arme zog. „Lass diese Storys in Zukunft einfach. Es ist nur zu deinem Besten! Sonst kommst du nie los von diesem Bielefeld und den Problemen.“ Nach seinen Worten fing ich an zu grübeln. Vielleicht hatte er ja recht. Vielleicht konnte ich mit meiner Vergangenheit ja wirklich erst ganz abschließen, wenn ich aufhörte, darüber zu reden. „Komm. Gehen wir ins Bett.“ hörte ich Greg mit einem komischen Unterton sagen. Als ob es ein Befehl seinerseits wäre. Ich schüttelte den Kopf. Konnte ich mir nur zu gut vorstellen, worauf er hinaus wollte. Bestimmt drückte ich ihn von mir, nachdem seine Hand auf Wandertour ging. „Oh nein mein Lieber. Du gehst schön alleine ins Bett. So fertig wie du aussiehst brauchst du ne Runde Schlaf und kein Schäferstündchen. Ich werd heute zuhause schlafen.“ sagte ich fest entschlossen und drückte ihm einen flüchtigen Kuss auf seinen Schmollmund. Ich wusste, dass es ihm nicht passte. Trotzdem blieb ich stur. Wie es sich für eine gute Freundin gehörte, brachte ich ihn zu Bett und ging danach langsam Richtung Tür. Kurz bevor ich seine Wohnung verlassen hatte, hörte ich ihn noch am Handy sprechen. Worum genau es sich handelte, wusste ich nicht. Bestimmt war es wieder was dienstliches. Ich verdrehte die Augen. Konnte der Mann denn nie abschalten?! Augenverdrehend machte ich mich auf den Weg nach Hause, um mich ebenfalls sofort ins Bett zu legen und erschöpft einzuschlafen.



Und was haltet ihr von Greg´s Ausrede?
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