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Josephine Klick Staffel 3

von bichi
Kurzbeschreibung
GeschichteKrimi, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Fritz Munro Josephine Klick
20.10.2015
26.05.2016
38
86.642
3
Alle Kapitel
130 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
14.11.2015 1.275
 
(Fritz) „Ja im Bett ist sie echt geil. Aber trotzdem ein Nichts im Vergleich zu Sarah.“ Ich blinzelte. Sein Kopf entfernte sich wieder. „Eine Exverflossene von dir?“ informierte ich mich über diese Frau, die angeblich besser im Bett sein sollte als Bielefeld. Greg zuckte mit den Schultern, er bekam ein geheimnisvolles Grinsen im Gesicht, was mich stutzig werden ließ. „Naja Ex würde ich jetzt nicht gerade sagen.“ Entsetzt öffnete sich mein Mund, was mein Bruder belustigt wahrnahm.

Ha ... Hatte er etwa gerade gesagt, dass …. . „Vielen Dank nochmal, dass du sie letztens beschäftigt hast. Sarah hatte ohnehin schon gefragt, wann ich endlich wieder Zeit für sie hätte.“ Mein Gesichtsausdruck gefrierte bei seinen Worten. Er betrog sie? Dieser feige Mistkerl hatte noch eine andere?! Von wegen er hatte sich geändert. Er war noch immer das selbe Arschloch wie früher. Meine Hände ballten sich zu Fäuste. Ich musste mich echt zusammen reißen, um ihm keine reinzuhauen. „Es ist wahrhaftig ein Geschenk, beruflich so erfolgreich und viel beschäftigt zu sein. So stellt keine Frau fragen. Das weibliche Geschlecht ist doch irgendwie naiv nicht wahr? Hah. Josephine dachte tatsächlich, ich wäre das Wochenende die ganze Zeit über mit Freunden beisammen gewesen. Irgendwie dumm, wenn du mich fragst.“ Ich fing an zu schnauben. Meine Augen formten sich zu Schlitzen. Innerlich kochte ich nach seiner Bemerkung vor Wut. Josephine war nicht dumm, ganz im Gegenteil. Sie war diejenige, die so viel zur Fallaufklärung beitrug, die das Team mit ihrem Wissen bereicherte. Und so schäbig angelogen und benutzt zu werden, hatte sie nicht verdient. In mir reifte der Wunsch, sie zu verteidigen. Ohne überhaupt nachzudenken holte ich aus und verpasste ihm eine. Mein Hieb kam so schnell, dass sein Gesicht sich zur Seite drehte. Mit gewisser Genugtuung stellte ich fest, dass ich ihm die Nase blutig geschlagen hatte. Dennoch konnte ich erkennen, dass er noch immer lächelte. Fand er es etwa lächerlich, sich hinter Josephine zu stellen?! War sie ihm wirklich so wenig wert? Ich konnte erkennen, dass Kollegen von mir bereits zu uns schauten, doch das war mir gleich.

Wutentbrannt packte ich Greg am Kragen und presste ihn gegen die Wand. Keuchend atmete er aus, was ich gekonnt ignorierte. Er hatte es immerhin verdient. Er war ein mieses Schwein, das mit den Frauen nur spielte und sie verletzte. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass meine Erbostheit ihm gegenüber sogar noch wachsen konnte. Die gleiche Scheiße hatte er auch mit Stefanie damals abgezogen. Sie hatte mir nie erzählt, was genau er alles am Kerbholz hatte, doch ich war mir sicher, dass das Fremdgehen nicht sein einziges Laster war. Was genau der Grund für Stefanie damals war, sich endgültig von meinem Bruder zu trennen und Trost bei mir zu suchen, hatte sie mir nie verraten. Alles, was sie zu diesem Thema sagte, war, dass Greg ihr einfach unheimlich gewesen ist und sie seine Affären satt hätte. Stefanie selbst war auch nie die Treueste, so mancher würden sie auch als abgebrüht bezeichnen. Doch so durch den Wind wie vor dem Tag ihrer Trennung hatte ich sie nie wieder gesehen.

Mein Atem ging immer schneller bei dem Gedanken, dass Josy sein nächstes Opfer sein könnte. Ich drückte ihn noch ein wenig fester an die Wand und funkelte ihn mit eisiger Miene an. „Jetzt pass mal auf ja! Wenn du Josephine genau so verletzen solltest wie Stefanie, dann sorge ich dafür, dass du dir wünscht nie geboren worden zu sein. Hast du mich verstanden!!!!!“ zischte ich ihm aggressiv entgegen, auch wenn ich wusste, dass ihm meine Drohung eher amüsierte anstatt zum Nachdenken anregte. Und diese Tatsache machte mich nur mehr erzürnter als ich ohnehin schon war.

„Fritz sag mal spinnst du jetzt völlig?!“ hörte ich Josephine neben mir schreien. Kurz blinzelte ich überrascht. Jetzt hatte sie ihren Schlüssel aber schnell gefunden. Nachdem ich mich nach ihrer Aufforderung noch immer nicht rührte, forderte sie abermals auf, dass ich Greg loslassen sollte. Zu meinem Bedauern, die Sache nicht weiterzuführen, drückte ich ihn noch einmal fest gegen die Wand, ehe ich ihn losließ und mich einige Schritte von ihm entfernte. Kaum stand ich im Abseits, schon ging Bielefeld auf meinen Bruder zu und sah geschockt das Blut von seiner Nase. Ich sah, dass sie ein Taschentuch aus ihrer Handtasche holte und vorsichtig damit das Blut auf tupfte. Als das Tuch seine Haut berührte, zuckte er zusammen, weshalb ihm meine Kollegin einen bedauerten Blick zuwarf. Gott war diese Situation vielleicht absurd. Er verarschte sie von vorne bis hinten und sie hatte auch noch Mitleid mit ihm. Ich verdrehte die Augen, als ich ihn jammern hörte, dass ich einfach angefangen hatte, ihn zu schlagen und es höllisch weh tun würde. „Weichei.“ murmelte ich, hatte jedoch leider vergessen, wie gut Bielefeld´s Ohren waren. Denn just in dem Moment, wo dieses Wort meinen Lippen entkam, schon warf sie mir einen bitterbösen Blick zu. Langsam ging sie mir entgegen und fragte mich mit wutentbrannter, vorwurfsvoller Stimme, was ich mir dabei gedacht hätte. Toll. Ich verteidigte sie und trotzdem war ich der Böse.

„Fritz verdammte Scheiße ich rede mit dir!!!!! Greg hat überhaupt nichts getan und du verprügelst ihn einfach.“ fuhr sie mich an, was mich ebenfalls zornig werden ließ. „Tzzz. Nichts getan? Wach auf Bielefeld. Dann erkennst du, dass er haufenweise Frauen neben dir hat! Du bist nichts weiter als eine nette Abwechslung zu seinen zahlreichen Affären.“ Vielleicht klangen meine Worte hart, doch es war die Wahrheit, und die tat bekanntlich ja oft weh.

In ihrem Gesicht jedoch erkannte ich, dass sie mir nicht glaubte. „Schließ nicht von dir auf andere, Fritz. Du bist hier der Einzige, der Frauen nur für eine Nacht benützt. Dir sind doch Gefühle von Frauen scheiß egal. Hauptsache der Herr selbst hatte seinen Spaß.“ sagte sie mit betrübter Stimme. Ich spürte einen Stich in meiner Brust. Es verletzte mich, dass sie mich mit meinem Bruder verglich. Ja es stimmte, dass ich gestern Nacht einen Onenightstand hatte und auch, dass er mir nichts bedeutete. Trotzdem weigerte ich mich zu glauben, dass ich nicht besser wäre als er. Im Gegensatz zu ihm hatte ich keine Frau je betrogen oder behandelte sie gar schlecht. „Wenigstens bin ich ehrlich zu den Frauen. Ich verspreche ihnen keine Beziehung sondern sag ihnen vorher bereits klipp und klar, dass da nie mehr laufen wird außer Sex.“ versuchte ich das Bild, das Josephine gerade von mir hatte, zu verbessern. Doch noch immer schien sie gewaltig geladen zu sein. Höhnisch lachte sie kurz auf. „Ah ja. Komisch. Den Part mit der Zukunftsaufklärung hattest du bei mir irgendwie ausgelassen.“ stellte sie mit einer Bedauerung in ihrem Ton fest. Bei ihren Worten wurde ich nachdenklich. Es stimmte. Sie war die einzige Frau, der ich es nicht gesagt hatte. Aber nicht, weil ich es schlichtweg vergessen hatte. Sondern weil mir Josephine zu viel bedeutete, als dass ich sie auf ein einmaliges Befriedigungsobjekt hätte deklinieren können.

Ich blickte ihr tief in ihre blauen Augen, die so viel widerspiegelten. Wut, Verletztheit, Verwirrtheit aber auch Sehnsucht. Wie gerne würde ich ihr meine Gedanken laut mitteilen. Ihr sagen, dass es einen Grund gab, sie anders behandelt zu haben als die anderen. Dass ich sie nicht verletzt sehen wollte. Dass mir unsere gemeinsame Nacht nicht egal war. Doch ihr Anblick, der Schmerz in ihren Augen, verschlug mir die Sprache. Ich war unfähig etwas darauf zu erwidern. „Ich habe keine Ahnung, was genau euer Problem ist. Aber klärt das gefälligst ohne euch krankenhausreif zu schlagen.“ meinte sie angefressen und beförderte den „Verletzten“ anschließend ins Auto. Ich hingegen stand einfach nur da und blickte ihnen hinterher.


Tja. Wer hätte das gedacht? Ich kann mir vorstellen, dass ihr den guten Greg jetzt noch weniger leiden könnt. lg
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