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L(i)ebe über Grenzen

von Suatrone
GeschichteLiebesgeschichte / P12 Slash
19.10.2015
19.10.2015
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Pentti wandelte durch den Mondbeschienenen Garten in Richtung des alten Kastanienbaumes. Es hatte fast schon etwas träumerisches, wenn nicht gar schlafwandlerisches wie er durch den labyrinthartigen Garten dorthin schritt.
Heute war Vollmond, allein deswegen kehrte er dorthin zurück, hoffend dass die Zeit endlich gekommen wäre. Die Zeit, wo er IHN endlich begleiten konnte, wo sie keiner mehr trennen konnte. Weder hier, noch in der Schattenwelt. Noch immer graute es Pentti vor dieser Welt welche seiner so ähnlich und doch so vollkommen anders war. Doch solange ER bei ihm war würde alles gut werden, ER würde ihn beschützen, niemand würde ihm etwas zuleide tun.
Lächelnd glitten Penttis Finger über die Rinde der alten Kastanie welche er inzwischen erreicht hatte, malten fast schon automatisch das Zeichen darauf. Roadtrip hatte ER es genannt, etwas bei dem Pentti in schallendes Gelächter ausgebrochen war, bedeutete dieses Wort in seiner Welt doch etwas anderes. Wobei man es natürlich auch im Übertragenen Sinne betrachten konnte, dann kam es eigentlich ganz gut hin.
Nur wenig später schien sich der Kastanienbaum zu spalten, offenbarte das in ihm liegende Portal. Wenig später klärte sich das Bild, ER stand ihm gegenüber, vor einer eindrucksvollen Stadt welche ganz in Nebelschwaden gehüllt war. Pentti kannte diese Stadt, hatte sie oft durch die Portale sehen können. Und vielleicht – vielleicht würde er sie heute sogar betreten.
„Liebster.“
SEINE Stimme klang so unglaublich rau, als wäre sie monatelang nicht genutzt worden. Viele würden sie wohl mit einem Reibeisen vergleichen, und vor Angst gepeinigt das weite suchen oder vor Schreck erstarren wie ein Reh im Scheinwerferlicht, doch für Pentti war es die süßeste Stimme ihrer beiden Welten.
Sanft legte er die Hände an das Portal. Es fühlte sich anders an heute, ganz anders. Früher war es eher wie kaltes, poliertes Tafelsilber gewesen welches sich erwärmte je länger man es gerührte. Anfangs hatte das Portal für Pentti sogar so ausgesehen, wie eine ovale Tafelsilberscheibe die wohl mal ein Teller hätte werden sollen und in der sich die Schattenwelt nur spiegelte. Es hatte gedauert bis er klarer hatte sehen können, und an Vollmond kehrte diese Scheibe noch immer zurück.
Blasse, knochige Hände ergriffen seine, zogen ihn hindurch. Nur wenige Momente später lag Pentti endlich in den Armen seines Geliebten, jenen dem er so viel zu selten nur begegnete.
„Komm, Liebster.“ Schweigend ließ Pentti IHN seine Hand ergreifen, war noch viel zu überwältigt davon dass er diese Welt tatsächlich hatte betreten können. So lange hatte er gewartet, es so oft versucht! Meist hatte ER ihm sogar geholfen und dennoch hatten sie es nicht vermocht.
Je näher sie der Stadt kamen umso mehr konnte Pentti erkennen, umso deutlicher wurde ihm dass das keine normale Nebelschwaden waren, sondern Geister, jede Menge Geister! Das hier war eine richtige Geisterstadt!
ER lachte. „Mach dir keine Sorgen Liebster, niemand von ihnen wird dich belästigen, dafür haben sie alle viel zu viel Respekt. Lass dich nicht irritieren von dieser Geisterstadt, sie ist nur der Schutz für unser eigentliches Ziel.“
Damit wurde Pentti weiter durch die Gassen geführt, geradewegs in die Mitte der Stadt. Doch statt der gefürchteten Geisterhorden erwartete den zitternden jungen Mann ein richtiggehender Palast in einem wunderschönen, parkähnlichen Garten.
Arme schlangen sich von hinten um ihn, zogen ihn näher an IHN. „Das Heiligtum des Todes – mein Zuhause. Und jetzt auch deines – wenn du willst.“ Anstatt zu antworten – Pentti antwortete selten mit Worten und wenn bediente er sich selbst dann oft der Gebärdensprache obwohl er durchaus zu sprechen vermochte - drehte er sich um und küsste IHN. Er liebte IHN und wusste wer ER war, was SEINE Aufgabe war. Dennoch, die Liebe in seinem Herzen vertrieb jegliche Furcht.
Lächelnd löste ER sich von Pentti, ging mit ihm weiter auf das Heiligtum zu.
Anders als in der Stadt waren dort keine Geister in den Gärten, dafür trübten einige von ihnen den nächtlichen Himmel. Wobei Pentti da irgendwie Verständnis hatte, auch wenn es schade war. ER hatte ja gesagt die Geisterstadt existiere nur um das Heiligtum zu schützen. Zumal dieses von innen heraus sanft zu strahlen schien, was es sonst sehr leicht sichtbar gemacht hätte.
Kaum betraten sie das Heiligtum eilte auch schon ein untersetzter kleiner Butler herbei. „Darf ich vorstellen? Geldverschwendung. Ich werde nicht immer bei dir sein können, aber so weiß ich dass es dir definitiv an nichts fehlen wird. Anders als sein Name ausdrückt weiß er nämlich sehr wohl mit Geld und allerlei anderem umzugehen.“ flüsterte ER Pentti süffisant ins Ohr. Geldverschwendung? Seine Eltern mussten ihn echt gehasst haben, dass war auch nicht besser wie wenn man sein Kind Mörder nannte.
Geldverschwendung nahm Pentti die Jacke und IHM die lange, schwarze Robe ab. Glücklich seufzend kuschelte Pentti sich sogleich an IHN, die Robe verhüllte einfach immer soviel von SEINER Figur. Lachend wurde er durch die Gänge in SEIN Schlafzimmer dirigiert. Wobei es jetzt viel mehr ihr denn SEIN Schlafzimmer war.

Als Pentti das nächste mal erwachte war er allein, anscheinend war ER zu einem neuen Auftrag gerufen worden. Grummelnd ließ Pentti sich wieder in die Laken sinken, zog sich die Decke über den Kopf.
„Herr?“ vernahm er nach einer Weile eine sonore alte Stimme. „Herr, euer Frühstück ist angerichtet Herr.“
Ein Linsen unter der Decke hervor zeigte Pentti dass es Geldverschwendung war der da sprach. „Hhn.“ gab Pentti wenig schlau von sich, machte sich aber daran so langsam mal aufzustehen. Geldverschwendung war derweil schon wieder von dannen geeilt um wer wusste was zu machen, oder er wollte ihm einfach nur seine Privatsphäre lassen, so genau wusste Pentti das nun auch wieder nicht.
Auf den Beinen machte er sich erst mal daran sich anzuziehen – wobei seine eigenen Sachen spurlos verschwunden waren. Selbst die Hosenträger von seinem Bruder, dem einzigen Menschen seiner Welt der Pentti je etwas bedeutet hatte!
Seufzend nahm er sich Kleidung aus der Schrankhälfte von der ER gestern noch gemeint hatte sie würde jetzt ihm gehören. Wenn jemand rein kam während er nackt war – nein, das wollte er dann doch nicht.
Allerdings begann jetzt wirklich das große suchen, er wollte seine Hosenträger! Wo zur Hölle waren die denn geblieben?
Das leise klopfen hörte er nicht, erst Geldverschwendungs fragendes „Herr?“ welcher den aufgewühlten jungen Mann besorgt musterte holte ihn in die Realität zurück.
„Meine Hosenträger!“ aufgelöst wandte sich Pentti an Geldverschwendung, nutze in seiner Verzweiflung sogar Worte. Der blickte ihn nur verwirrt an. „Herr, was?“ Dann jedoch schien ihm ein Licht aufzugehen. „Meint ihr die zwei verbundenen Gummischnüre mit diesen Klipsen an jedem Ende?“ Zielstrebig ging er auf ein Regal zu, zog dort eine Schublade auf. „Ich wusste nicht zu was sie taugen und hatte sie erst mal hier hin gelegt.“
Erleichtert nahm Pentti das ihm so wichtige Gut entgegen. „Ja, genau die. Danke.“ Fast schon automatisch befestigte er sie an seiner Hose, nicht einmal ER würde ihn bewegen können sie heraus zu geben, egal ob er sonst alles für IHN machen würde oder nicht.
Anschließend ließ Pentti sich in einen großen Saal führen in dem eine ganze Tafel voller Essen aufgestellt war. Wie viele sollten denn davon satt werden? Anscheinend war ihm sein Staunen anzumerken, denn Geldverschwendung meinte lächelnd: „Zuerst steht es dem Meister und euch zu, danach den ranghohen Priestern in absteigender Reihenfolge, angefangen bei den Hohepriestern. Die Schüler und Bediensteten sowie die meisten rangniederen Priester holen sich in der Küche ihr Essen. Übrig bleibt nur selten etwas, und wenn nehmen sich das oft die die das Essen auf und abtragen.“
Sicherlich meinte er mit Meister IHN. Leider war ER aber nicht da wie Pentti feststellen musste, es wäre aber auch zuu schön gewesen. Nur mit was sollte er hier bitte anfangen? Pentti konnte sich einfach nicht entscheiden von was er probieren sollte, neben bekanntem war da auch so viel neues dabei!
Ein Lachen hinter ihm schickte Pentti eine kribblige Gänsehaut den Rücken hinab. „Kann sich da jemand etwa nicht entscheiden?“ Statt einer Antwort kuschelte sich Pentti in die Arme welche um ihn geschlungen wurden. ER war wieder da!

Nach dem Essen zeigte ER Pentti sein neues Zuhause. Hier waren viel mehr menschenähnliche Gestalten als er bisher angenommen hatte, aber auch einige die eher an Monster erinnerten. Zwei dieser Monster hatten sich ihnen angeschlossen kaum dass sie die privaten Gemächer wie ER sie genannt hatte verlassen hatten.
„Es ist ihre Aufgabe uns zu schützen, nicht jeder Gläubige der Schattenwelt hält die Heiligtümer des Todes für die wichtigsten und dieser Bereich ist für das Volk offen zugänglich, auch wenn es sich nur selten in genau dieses Heiligtum verirrt. Die wenigsten kennen seinen genauen Standort, oft sind hier nur Priester, ihre Schüler und ernsthaft streng Gläubige. Nichtsdestotrotz kann sich noch immer jemand anderes hier her verirren, wer weiß schon was fanatische Wesen so treibt.“
Trotz SEINER Erklärung war Pentti nicht ganz wohl dass die Wesen ihnen folgten, dennoch verstand er dass dies wohl eine reine Sicherheitsmaßnahme war. Ob sie auch da gewesen waren wenn sie sich getroffen hatten? Allein die Vorstellung trieb ihm die Röte ins Gesicht. Ein leises Lachen erklang neben ihm. „Keine Angst, sie waren zu beschäftigt die Umgebung zu beobachten.“ ER wusste irgendwie fast immer was Pentti sagen wollen würde, ohne dass jener auch nur einmal den Mund zu öffnen brauchten
Sie betraten einen der Tempelräume in dem wohl Rituale und was auch immer durchgeführt wurden. In der Mitte, auf einem Samtkissen, lag ein geschnitztes … Gänseei! Irritiert trat Pentti näher. Was war das denn nun wieder? Es fühlte sich ähnlich an wie der Kastanienbaum … „Mein Reisemittel. Es gibt Portale wie deinen Kastanienbaum, wenn man dort ein Roadtrip aufzeichnet führen sie nur zu einem bestimmten anderen Portal. Und es gibt Portale wie dieses rituelle Gänseei mit dem, wenn man sich den Ort vorstellt während man das Roadtrip zeichnet zu jedem beliebigen Portal reisen kann.“ ER lächelte Pentti an.
„Bist du schon mal geflogen?“ Pentti schüttelte den Kopf. „Gut, dann wirst du jetzt lernen was es heißt auf einem Drachen zu fliegen, Liebster.“
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