A World In My Hands

von - Leela -
GeschichteFreundschaft / P12
Eddie Futura Jake Jessica Prime Evil Tracy
17.10.2015
17.10.2015
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Anmerkung der Autorin:

Diese Geschichte ist eine Geburtstagsgeschichte und ein Tribute zugleich, denn heute hat nicht nur Danessa, Jakes Tochter aus meiner Storyline, Geburtstag, sondern heute ist auch der 2. Todestag von Lou Scheimer, Produzent von Filmation und damit Vater und Schöpfer unserer liebenswerten Ghostbuster. Gleichzeitig soll sie auch eine Hommage an alle Fans da draußen sein, egal welchen Fandoms, die ihre Welten und Charaktere lieben und es ihnen mit Hingabe und Kreativität zeigen und danken, sei es in FanFictions, Fan Arts oder auf andere Weise. Ihr alle schenkt euren wunderbaren Welten und liebenswerten Charakteren in euren Geschichten, Bildern und Projekten das Leben, und ich bin mir sicher, daß ganz viele von euch so wie ich in ihrem Fandom nicht nur eine Leidenschaft, sondern eine Heimat und die besten Freude, die es geben kann gefunden haben. Ich finde, es ist an der Zeit DANKE an euch alle zu sagen, im Namen aller Fandoms und Charaktere, die durch euch weiterleben. Und was gäbe es für eine schönere Möglichkeit, um auf diese Weise einem großartigen Produzenten wie Lou Scheimer die Ehre zu erweisen?

Zudem wurde diese Geschichte allerdings auch aus gegebenem Anlaß geschrieben. Denn leider gibt es hin und wieder auch sogenannte »Fans«, die keinen Respekt vor der Welt eines Autoren oder Produzenten haben, und die nicht verantwortungsbwußt mit der Welt und den Charakteren umgehen, sie für ihre eigenen Zwecke benutzen, bis zur Unkenntlichkeit verfremden und förmlich literarisch vergewaltigen. Meine Freunin Lemmy und ich sind vor kurzem durch puren Zufall in einem anderen Forum auf eine solche FanFiction aus unserem geliebten Ghostbuster-Fandom gestoßen, in der die Charaktere nicht wiederzuerkennen waren, und es hat - wahrscheinlich weil wir nicht damit gerechnet haben, so etwas in unserem kleinen, unbekannten Fandom überhaupt je zu finden - uns regelrecht erschüttert, wie dort mit den Charakteren umgegangen wurde. Leider findet man solche Geschichten immer wieder, quer durch alle Fandoms, und das beste ist es einfach, sie zu ignorieren. In dieser Geschichte möchte ich aber auch die Gelegenheit nutzen, und meinen Charakteren einmal die Chance geben, aufzuzeigen, was diese Autoren ihnen antun, und wie sie sich dabei fühlen.

Diese Geschichte ist also nicht nur Geburtstagsstory, Tribute und eine Hommage an eine wunderbare Welt und ihre Fans da draußen, sondern sie soll gleichzeitig dafür sensibilisieren, verantwortungsbewußt mit der Welt und den Charakteren umzugehen, die man in seine Obhut nimmt, und ihnen mit Respekt zu begegnen, sowohl als Autor, als auch als Leser. Jedem Autoren steht es frei, seine Phantasien in seinen eigenen Geschichten auszuleben. Aber, an alle, die es betrifft: Wenn ihr dafür die Persönlichkeit der Charaktere auf den Kopf stellen und verdrehen müßt, um das durchzukriegen, dann tut euch, allen anderen Fans des Fandoms, und vor allem den Charakteren aus dem Fandom einen Gefallen: Entwickelt eure eigene Welt und eure eigenen Charaktere dafür, mit denen ihr euch austoben könnt, bevor ihr euch an Charakteren vergeht, die so nicht sind! Ihr habt eine Verantwortung, wenn ihr ein Fandom adoptiert! In der Realwelt steht Vergewaltigung unter Strafe, für Charaktere in der literarischen Fanwelt gibt es einen solchen Schutz leider nicht. Also bedenkt, bei allem was ihr schreibt, zeichnet etc, ob es euch gefallen würde, wenn ihr plötzlich etwas über euch selbst in der Öffentlichkeit verbreitet vorfinden würdet, was euch völlig verfremdet darstellt, diffamiert, bloßstellt oder was eure Intimsphäre auf’s Äußerste verletzt.

Und nun wünsche ich euch viel Spaß, bei der Tribute-Hommage-Happy Birthday-Story:


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Danessa stand nachdenklich mit einem Bild in den Händen vor der Regalwand und betrachtete es mit ernster Miene. Eigentlich hätte sie Grund zur Freude gehabt, im Augenblick war sie jedoch mehr in überschattete Gedanken versunken.
      Als sie so dastand, stellte sich Jake hinter sie und umfaßte sie sachte. „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Süße!“
      Danessa antwortete nicht.
      Jakes Blick fiel auf das Bild in ihren Händen, und ein komisches Gefühl breitete sich in seiner Magengegend aus. Warum hatte sie ausgerechnet heute drauf aufmerksam werden müssen…?
      „Papa?“
      Jake wußte, was jetzt kam, war eigentlich nicht das richtige Thema für den heutigen Tag – ebenso wußte er, daß er es nicht umgehen konnte. „Ja?“
      Danessa schwieg, als müsse sie erst ihre Gedanken sortieren, dann fragte sie: „Was genau war… Mister Scheimer eigentlich für euch? So etwas wie ein Vater?“
      Jake mußte leicht schmunzeln ob der Tatsache, daß seine Tochter nicht genau wußte, welche Anrede sie nehmen sollte, um nicht respektlos zu wirken. Mit einer Geste bedeutete er ihr, ihm zum Sofa zu folgen. Dort setzte er sich mit ihr zusammen und begann: „Das ist gar nicht so einfach zu erklären. Lou war mehr als nur ein Vater für uns, denn immerhin hat er uns allen - oder zumindest den meisten von uns - das Leben geschenkt, und nicht nur das. Er hat die ganze Welt um uns herum erschaffen.“
      „Dann ist er so etwas wie ein Gott?“ fragte Danessa ehrfürchtig.
      Jake atmete tief durch. Wie sollte er seiner Tochter etwas erklären, was er selber nicht genau erfassen konnte…? „Ähm, naja… Das ist vielleicht auch nicht ganz das richtige Wort, obwohl, wenn man es genau nimmt…“
      „Was war er denn für dich?“ wollte Danessa wissen.
      Jake biß sich nachdenklich auf die Unterlippe. Darüber mußte er erst einmal nachdenken. Mit einem versonnen-ernsten Blick erwiderte er bedächtig: „Für mich ist er ein Held, denn ihm habe ich neben meinem Leben so viele Dinge zu verdanken, die mir einfach alles bedeuten: Eine wunderbare Familie, die besten Freunde, die man sich wünschen kann, einen tollen Job, ein aufregendes Leben, in dem es nie langweilig wird, jede Menge Abenteuer… Er hat mir alles mit auf den Weg gegeben, um ein wunderbares, erfülltes, aufregendes und glückliches Leben führen zu können.“
      „Auch mit Prime Evil?“ hakte das blonde Mädchen forschend nach.
      Jake konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Ja, auch mit Prime Evil. Weißt du, Danny, das Böse oder Gefährliche gehört immer mit dazu, denn sonst könntest du dich nie weiterentwickeln. Und Prime Evil hat auch mit dafür gesorgt, daß ich mich immer weiterentwickelt habe, und Erfahrungen gemacht habe, die mich weitergebracht haben, aus denen ich gelernt habe und auf die ich stolz sein kann. Ich möchte diese Erfahrungen nicht missen.“
      „Dann hat er also genau gewußt, was er tun mußte, um genau die richtigen Zutaten für ein Erfolgsrezept zusammenzumischen, um eine perfekte Welt zu erschaffen.“
      „Wenn du es so nennen willst…“ Jake schmunzelte süffisant. „»Perfekt« ist ja Auslegungssache, aber wenn du meinst, daß er Harmonie und Anspruch so miteinander kombiniert hat, daß wir uns wohlfühlen und beweisen können, dann hast du Recht. Wenn du mich fragst, dann hat er wirklich großartiges geleistet. Denn ich könnte mir kein schöneres Leben als dieses hier vorstellen.“
      Danessa sah gedankenverloren durch das Bild hindurch, das sie noch immer in der Hand hielt. „Warum mußte er auf meinem Geburtstag sterben…?“
      Jake fühlte, wie sich etwas in ihm verkrampfte. Wie oft hatte er sich diese Frage schon selbst gestellt…? Er war schon drauf und dran, mit dem obligatorischen ‚Ich weiß es nicht‘ zu antworten, doch dann kamen die Worte, ohne daß er es bewußt beeinflussen konnte: „Damit der Tag, an dem er von uns gegangen ist, trotzdem ein Tag zur Freude bleibt.“
      Er wußte, ganz trösten konnte er sie damit nicht. Das zeigte ihr mißmutig verzerrtes Lächeln. Zu mehr tröstenden Worten kam er allerdings auch nicht, da Eddy gerade mit strahlendem Lächeln zu ihnen in’s Büro kam. „Guten Morgen!“ Er ging zu den beiden herüber und blieb hinter dem Sofa stehen. „Happy Birthday, Danny!“ Herzlich umarmte er das junge Mädchen, das sich mit einem freudigen Lächeln extra dafür auf die Sitzfläche gekniet hatte und die Geste seelenvoll erwiderte, bevor sie es sich wieder auf dem Sofa gemütlich machte. Eddy lehnte sich gemütlich mit den Armen auf die Rücklehne des Sofas. „Na, worüber habt ihr euch gerade unterhalten?“
      Jake kam nicht umhin, ein kleines Schmollen zu ziehen.
      Eddys Blick fiel auf das Bild von Lou, und er verstand. „Oh…“
      Danessa nutzte die Chance sofort und fragte ihn ebenfalls: „Was war Lou denn für dich?“
      Jake wurde jetzt selbst neugierig, wie sein Partner antworten würde. Würde er die gleiche Antwort geben wie er?
      Auch Eddy mußte erst mal überlegen. Dann antwortete er: „Für mich ist er ein Genie!“ Mit einem Schmunzeln fiel Jake auf, daß auch er nicht in der Vergangenheitsform sprach. „Er hat gewußt, was er tun mußte, um eine zauberhafte Welt mit liebenswerten Charakteren zu schaffen.“ Bei den letzten Worten sah er Jake mit einem Schmunzeln an, der nicht umhin kam zu erröten.
      Danessa war sichtlich fasziniert, als sie den beiden Ghostbustern zuhörte. Auch wenn keiner der beiden es gesagt hatte, merkte sie, wieviel Liebe aus ihren Worten sprach. „Aber nicht alles wurde von Lou erschaffen, richtig?“ erkundigte sie sich, als sie Jakes Worte reflektierte.
      „Nicht in dieser Welt.“ bestätigte Jake. „Lou hat ein eigenes kleines Universum erschaffen; auf dessen Basis aber bauen gerne andere Autoren und Künstler auf, und entwickeln die Geschichte für sich weiter.“
      „Das heißt, jemand anders schreibt die Geschichte weiter, die Lou begonnen hat?“ erkundigte sich das schlanke Mädchen interessiert.
      „Schreibt, oder malt…“ ergänzte Jake. „Zeichnet, oder wird auf andere Weise kreativ. Das nennt man dann zum Beispiel FanArt oder FanFiction, weil es von Fans unserer Welt entworfen wurde.“
      „Ja!“ Eddy nickte. „Und jeder Fan entwickelt die Geschichte auf seine eigene Weise weiter!“
      Danessa stutzte sichtlich. „Aber… Wie funktioniert das denn? Ich meine, paßt das denn zusammen?“
      „Nein!“ erwiderte der Brünette, während der blonde Teamführer ein Auflachen nicht unterdrücken konnte. Eddy konnte sich ein Grinsen ebensowenig verkneifen. „Ob du es glaubst oder nicht: Es existieren viele verschiedene Fanwelten nebeneinander! Je bekannter ein sogenanntes Fandom ist, also je mehr Fans es zu einer Welt gibt, desto mehr unterschiedliche Fanwelten gibt es dazu.“
      „Und die laufen alle parallel?“ Das junge Mädchen hatte sichtlich Schwierigkeiten, seine Worte nachzuvollziehen und gedanklich umzusetzen.
      „Ja! Wie Parallelwelten in Star Trek!“ kommentierte Eddy, was Jake zu einem Grinsen hinreißen ließ. Sein Freund war schon immer Star Trek-Fan gewesen; kein Wunder also, daß ihm sein eigenes Fanwesen bei seiner Erklärung gerade in die Hände spielte.
      „Dann hat jeder ja viele verschiedene Leben…“ sinnierte Danessa nachdenklich.
      „Im Grunde ja.“ Jake nickte leicht. „Alle Geschichten haben die gleiche Basis, aber es gibt viele verschiedene Interpretationen, die von Fan zu Fan unterschiedlich sind, und so zu verschiedenen neuen Geschichten führen. Dadurch gibt es in jeder dieser neuen Storylines in den Bereichen, in denen es keine oder nur wenige Informationen aus der Originalgeschichte gibt, unterschiedliche Hintergründe, jeder Fan zieht sich aus dem, was die Originalgeschichte hergibt, seine eigenen Interpretationen und Inspirationen, und jede Geschichte entwickelt sich auf ihre ganz eigene Weise weiter.“
      „Irgendwie finde ich das ziemlich kompliziert!“ gestand Danessa.
      „Eigentlich ist es gar nicht so schwierig.“ behauptete Eddy. „Nehmen wir einmal an, wir befinden uns in einer Kugel. Stelle dir in der Mitte ein kleines Päckchen mit Informationen vor. Und jeder Fan bekommt das gleiche Päckchen. Jetzt kann jeder Fan die Informationen nehmen, die ihm zur Verfügung gestellt wurden, und darauf aufbauen. Jeder tut das auf seine Weise. Da nicht alles in der ursprünglichen Welt bereits festgeschrieben ist, arbeitet jeder Fan die Hintergründe anders aus, entwickelt die Charaktere weiter, stellt neue Charaktere vor und schreibt die Geschichte nach seiner eigenen Anleitung selbst weiter. Und so entwickelt sich die Geschichte von ihrem Ursprung aus in ganz verschiedene Richtungen, die aber alle theoretisch möglich wären. Und diese ganzen Welten existieren vollkommen unabhängig voneinander und haben nichts weiter miteinander zu tun, als daß die Ausgangslage dieselbe ist. Und je weniger der Urautor oder -produzent in seinem Werk festgeschrieben hat, desto mehr können die Fans es für sich ausarbeiten.“
      „Jetzt habe ich es auch verstanden!“ bemerkte Jake fasziniert, was Eddy zu einem überraschten, verlegenen Lächeln verleitete.
      Auch Danessa schien langsam den Dreh rauszuhaben. „Gibt es viele solcher Fangeschichten?“
      „Es gibt schon einige.“ bestätigte Jake. „Und wie Eddy gerade sagte, können sie alle nebeneinander existieren. Es kommt nur darauf an, ob es in der Theorie möglich wäre, oder nicht!“
      „Wie ist denn das für euch?“ fragte das Geburtstagskind weiter. „Ich meine, merkt man, daß jemand anderes Lous Aufgabe übernommen hat und weiterführt?“
      „Das kommt darauf an, in welcher Welt man sich bewegt, und ob der Autor verantwortungsbewußt mit der Vorlage umgeht, die er bekommen hat.“ erklärte Jake. „Wenn man es zum Beispiel so macht wie Leela, merkt man es nur daran, daß man einen anderen Ansprechpartner hat.“
      „Oder, daß man überhaupt einen Ansprechpartner hat!“ warf Eddy verheißungsvoll ein. Auf Danessas irritierten Blick hin erklärte der Mollige: „Wenn ein bekannter Autor oder Produzent eine neue Welt erschafft, dann bauen viele Autoren und Fans auf ihre eigene Weise auf der Welt auf. Aber nicht jeder setzt sich mit der Welt auseinander oder hält Rücksprache mit den Charakteren. Es gibt die Autoren, die für die Charaktere und ihre Welt schreiben – dann merkst du den Unterschied kaum; allenfalls daran, daß natürlich jeder Autor seinen eigenen Stil in die Geschichte einbringt. Es gibt aber auch die Autoren, denen es nur darum geht, ihre Macht auszuspielen, und denen die Charaktere und-oder die Vorlage egal ist. Und in den Fällen merkst du sehr deutlich den Stilbruch.“
      Jake nickte. „Das eine hat mit dem anderen dann gar nichts mehr zu tun, was sehr schade ist, weil es verantwortungslos und respektlos uns gegenüber ist, und sogar bis hin zu kriminell werden kann.“
      Eddy fing Danessas erschrockenen Blick auf und lächelte aufmunternd. „Es liegt in der Natur der Sache. So wie du in jeder Welt »Gut und Böse« hast, wie in unserer Welt zum Beispiel uns und Prime Evil, hast du in der Autorenwelt ganz wundervolle, anbetungswürdige Autoren, die uns ein wirkliches neues zu Hause schenken und uns schlicht und ergreifend weiterleben lassen, und du hast unter ihnen die »Prime Evils«, die sich nicht um uns scheren und uns für ihre eigenen Zwecke mißbrauchen. Über letztere lohnt es sich nicht, nachzudenken. Dafür ist das Leben zu kurz!“
      „Zumal sie uns in unserer Welt nicht gefährlich werden können, da sich die Fanwelten nicht ungeplant überschneiden… sollten.“ Jake atmete kurz durch. Er war sich sicher, daß kein Autor es zulassen würde, daß sich ein anderer Autor ungefragt an seiner Welt vergriff; er hatte aber auch noch nie von einem solchen Vorfall gehört. Er wußte aber auch, daß selbst das nichts an seiner Aussage ändern würde. „Es ist dann zwar eine unschöne, unrichtige oder oberflächliche Propaganda, aber wer uns kennt, wer also die Vorlage von Lou kennt, der weiß, wie wir wirklich sind, und wie er solche Fan-Werke zu bewerten hat.“
      In den Gedanken des jungen Mädchens arbeitete es sichtlich, als sie versuchte, die ganzen Zusammenhänge nachzuvollziehen und zu verstehen. „Das heißt, es gibt viele verschiedene Autorenwelten, in denen wir leben.“ begann Danessa bedächtig, doch sie kam nicht dazu, ihren Gedankengang zu Ende zu führen.
      „Wir!“ Jake zeigte auf Eddy und sich. „Du bist Leelas Werk, und das ist gut so!“
      „Warum?“ fragte Danessa erschrocken.
      „Weil nicht jeder Autor oder Künstler verantwortungsbewußt mit der Welt umgeht, der er sich annimmt.“ erklärte Jake noch einmal. „Es gibt Autoren, die sich nicht darum kümmern, wie die Welt oder die Charaktere wirklich sind. Und ich würde es nicht ertragen, wenn du in eine solche Welt geraten würdest. Es reicht, wenn uns so etwas passieren kann. – Du hast Recht, es gibt viele parallele Fan-Welten. Doch manche Welten sind so verfremdet, daß sie kaum noch etwas mit unserer ursprünglichen Welt zu tun haben. Manchmal, weil die Autoren nicht richtig recherchieren oder sich nicht die Mühe machen, Dinge zu hinterfragen, manchmal auch einfach, weil die Autoren es so wollen. Dort erkennt man die Charaktere nicht wieder oder es passieren wirklich eigenartige Dinge, die ich hier nicht näher ausführen möchte. Eddy hat Recht, diese Autoren sind es nicht wert, daß man sie beachtet, oder sich selbst das Leben deswegen schwer macht. Aber schön ist es trotzdem nicht. Und deswegen bin ich froh, daß die Chancen verschwindend gering stehen, daß du damit jemals zu tun haben wirst. Von diesen Autoren hören und sehen wir in der Regel auch nichts, denn dann müßten sie den Mut aufbringen, sich mit uns auseinanderzusetzen. Und das wollen diese Autoren nicht, oder sie machen sich keine Gedanken darum. Das ist bei Autoren wie Leela anders. Sie setzte sich mit der Welt, über die sie schreibt, schon im Vorfeld auseinander.“
      „Ich glaube, das braucht sie nicht einmal.“ warf Eddy mit einem speziellen Lächeln ein. „Ich denke, das hat sie automatisch im Gefühl.“
      „Ja, aber sie nimmt es auch sehr ernst!“ ergänzte Jake. „Und dadurch schreibt sie die Geschichte authentisch weiter, so daß die Welt glaubhaft bleibt, so wie Lou sie seinerzeit angelegt hat. Das ist ihr wichtig, weil wir ihr wichtig sind. Sie schreibt die Geschichte nur, wie sie wirklich passiert und hält immer Rücksprache mit uns. Wo sie sich nicht sicher ist, läßt sie uns drüberlesen, und wir haben jederzeit die Möglichkeit, sie zu korrigieren und unser Veto einzulegen, wenn etwas nicht stimmt. Sie würde nie auf die Idee kommen, irgend einen Mist über uns zu schreiben, nur weil es ihr Spaß machen würde. Leider ist das aber nicht bei allen Autoren oder Künstlern der Fall.“
      „Das meinst du mit, sie geht verantwortungsbewußt mit der Welt um.“ schloß Danessa.
      Jake nickte. „Man merkt, wer von den Fans uns wirklich mag oder nicht, welcher sich überhaupt für uns interessiert und sich mit uns und unserer Welt auseinandersetzt, welcher uns wirklich mit Respekt behandelt und welcher uns nur benutzt. Und wie Eddy schon sagte: Dabei kommt es nicht darauf an, daß die Geschichte auf verschiedene Weise erzählt werden kann, sondern einzig und allein darauf, wie die Geschichte tatsächlich erzählt wird.“
      „Also, du meinst, ob sie so erzählt wird, daß sie harmonisch zu Lous Welt paßt, oder so, daß sie nur ein verzerrtes Abbild davon ist, das der Welt von Lou eigentlich zuwiderläuft und damit nichts mehr gemeinsam hat.“
      „Das ist richtig!“ bestätigte Jake. „Wenn man die Verantwortung für die Charaktere aus einem Fandom übernimmt, dann muß man als Autor das Feingefühl beweisen, die Charaktere auch so zu schreiben, wie sie sind, und darf aus ihnen nicht ein Spielzeug machen, das sie nach Belieben für ihre eigenen Phantasien benutzen können. Niemand mag es, zu einer wehrlosen Marionette zu werden oder literarisch vergewaltigt zu werden. Und einen guten Autoren erkennst du daran, daß du bei ihm so sein kannst wie du bist und wie du es willst, ganz egal, was um uns herum passiert.“
      „Woher wißt ihr das alles eigentlich?“ fragte Danessa erstaunt.
      „Von Leela selbst!“ erklärte Jake. „Wir treffen uns ja außerhalb der Storyline öfter, hier oder in ihrer Welt, und sie hat schon einiges erzählt.“
      Danessas Blick ging grübelnd in die Leere, bis sie Jake wieder abschätzend ansah. „Kann ein Autor denn eigentlich beeinflussen, was passiert, wenn er seine eigene Welt entwickelt? Ich meine, wenn es so viele verschiedene Fanwelten gibt, dann geschehen ja wahrscheinlich auch ganz unterschiedliche Dinge!“
      „Mmhm.“ ließ sich Eddy zustimmend vernehmen. „Genau das ist es: Es geschehen unterschiedliche Dinge, je nachdem, wie sich die Welt entwickelt. Aber wenn ein Autor hier nicht seine eigenen Vorstellungen in die Geschichte reinpressen will - auch das würde man merken - dann geschehen die Dinge von ganz allein. Der Autor ist ja nur dazu da, zu dokumentieren, was in seiner Fanwelt passiert. Und genau das ist es ja, was der eine oder andere Autor nicht versteht. Deswegen kommen ja manchmal komische Geschichten in Umlauf, die völlig absurd und realitätsfern sind. Weil die Autoren nicht das aufschreiben, was passiert, sondern, was sie möchten, das passiert.“
      „Es kann natürlich zusammenpassen!“ lachte Jake. „Es gibt viele Geschichten von Leela, die sie mag und über deren Entwicklung sie sich freut! Aber bei einem bleibt es: Es ist nicht sie, die sich die Geschichten ausdenkt, sondern wir, die ihr die Geschichten erzählen, damit sie sie aufschreiben kann. Und deswegen haben wir bei allem auch Mitspracherecht und schauen auch mal kontrollierend drüber, ob alles stimmt.“
      „Das heißt also, in unserer Welt, daß Leela gar nichts damit zu tun hat, wenn uns schreckliche oder schöne Dinge widerfahren?“ schloß Danessa.
      „Das, was geschieht, kann Leela auch nicht beeinflussen.“ erklärte Jake. „Aber sie kann darauf achten, daß alles korrekt dokumentiert wird, von dem was geschieht, und daß es richtig dargestellt wird, auch wie wir vom Charakter her sind, so daß keine absurden oder verfremdeten Dinge in Umlauf kommen oder gar Lügen über uns erzählt werden.“
      In Eddys braunen Augen lag ein gedankenvoller Glanz. „Mit anderen Worten: Leela hat sich Lous Welt angenommen, und gibt ihre eigene Inspiration hinein, so daß wir auf ihrer Grundlage neuen Leuten und Orten begegnen, aber entwickeln müssen wir uns alle ganz allein, und da jeder sein Schicksal selbst in der Hand hat, passiert alles weitere ganz automatisch, so daß sie es nicht mehr beeinflussen kann. Sie schreibt die Geschichten dann nur auf, die wir ihr erzählen. – Ergibt das irgend einen Sinn?“ Der brünette Ghostbuster sah Jake nun selbst verwirrt an, als hätte sich gerade in seinen eigenen Gedanken etwas verknotet.
      Jake lachte. „Ja, und ob! Natürlich ist sie federführend dafür, daß wir alle unser Leben in ihrer Fanwelt leben können, denn würde sie nicht schreiben, dann würden Eddy und Tracy und ich stagnieren, und dich und Tasha würde es zum Beispiel gar nicht geben! Aber erzählen müssen wir ihr schon, was passiert!“
      „Okay, das ergibt Sinn!“ brachte es Eddy auf den Punkt.
      „Auf diese Weise schenkt Leela uns das Leben, so wie auch diverse andere Autoren.“ erklärte Jake weiter. „Am schönsten ist es aber wie gesagt, wenn wir uns wirklich selbst entwickeln können und auch mit dem Autoren Rücksprache halten dürfen, und nicht einfach nur benutzt werden, damit der Autor etwas schreiben kann, egal, ob es zu uns paßt oder nicht.“
      „Wie… geht ihr denn damit um, wenn ihr in so einer verfremdeten Geschichte auftaucht?“ fragte Danessa vorsichtig und hatte unwillkürlich die Arme um den Körper geschlagen, als würde sie frösteln.
      Jake und Eddy wechselten einen Blick. Es war tatsächlich schon einmal vorgekommen, daß sie - einem puren Zufall geschuldet - von einer solchen Geschichte erfahren hatten. „Naja…“ Jake sammelte sich etwas, bevor er erklärte: „Prinzipiell bekommen wir so etwas in unserer Fanwelt ja nicht mit. Und das ist gut so. Einmal habe ich durch Leela - ohne daß sie es wollte - von so einer Fangeschichte erfahren, die eigentlich nichts mehr mit unserer Welt, wie wir sie kennen, zu tun hat. Ich habe mich nicht mehr wiedererkannt in diesem sogenannten Fanwerk. Ich habe dort Charakterzüge, Verhaltensweisen und Ansichten an den Tag gelegt, die mir völlig fremd waren.“
      „Nicht du!“ hakte Eddy kopfschüttelnd ein. „Das warst nicht du. Genau das ist der Punkt.“
      „Nein, es war das, was der Autor aus mir gemacht hat, weil er es so haben wollte.“ erläuterte Jake. „Und mit Jessica ging es genauso; was sie dort in der Geschichte getan hat, hätte unsere Jessica nie getan. Ich muß ehrlich sagen, als ich gelesen habe, was da mit uns gemacht wurde, wie wir verfremdet, für die Phantasien dieses Autoren zweckentfremdet und benutzt, und dabei völlig verdreht dargestellt wurden, war ich wütend, traurig und verletzt. Das, was da passiert ist, ist nicht real. Es hat nichts mehr mit Lous Welt gemeinsam. Das merkt man, wenn man es liest! Und das hat nichts damit zu tun, ob man eine Geschichte »erwachsener« oder »kindgerechter« weiterschreibt, sondern einfach damit, ob man die Persönlichkeit der Charaktere dabei so einfängt, wie sie wirklich sind, anstatt sie sich ohne Rücksicht auf Verluste so hinzudrehen, wie man sie gerne hätte. Wobei ich mich gefragt habe, ob dieser Autor mich wirklich gerne so gesehen hätte.“ Jake konnte ein kleines Schaudern in der Erinnerung nicht unterdrücken. „Ich habe mich ernsthaft gefragt, was ich diesem Autoren getan habe, daß er das aus mir gemacht hat. Ich habe lange mit Leela darüber gesprochen, und sie hat mir all das erklärt, was wir eben für dich rekonstruiert haben. Dadurch habe ich verstanden, daß es nichts mit mir zu tun hat, sondern nur damit, daß einige Autoren sich über solche Geschichten profilieren müssen oder einfach eine kranke Phantasie haben, die sie darüber ausleben. Das wird sich nie ganz vermeiden lassen, weil du in allen Bereichen Leute hast, die weder Anstand noch Schamgefühl haben. Und weißt du, zu welchem Schluß ich gekommen bin? Daß es die Sache nicht wert ist, sich Gedanken über ein ‚Was wäre wenn?‘ aus einer anderen Welt zu machen. Ich lebe in Leelas Welt, und ich bin dankbar dafür, weil ich weiß, daß sie verantwortungsbewußt mit der Aufgabe umgeht, die sie übernommen hat. Und weil ich weiß, daß sie uns alle so mag, wie wir wirklich sind.“
      „Sie hat Klasse!“ warf Eddy mit einem Lächeln ein. „Und Stil! Und das unterscheidet sie von den Autoren, die meinen, mit den Charakteren eines Fandoms machen zu können, was sie wollen, und sie nach Belieben bis zur Unkenntlichkeit verfremden zu können.“
      „Richtig, und sie hat Respekt, vor uns und vor Lous Werk. Und deswegen führt sie es gewissenhaft weiter, als Hommage, und um uns ein Zuhause zu geben; nicht, um sich selbst und ihre Phantasien darin zu verwirklichen. Und deswegen hat sie den Respekt von uns allen gleichermaßen!“
      „Außerdem achtet sie darauf, daß unsere Privatsphäre gewahrt wird!“ ergänzte Eddy verheißungsvoll. „Das heißt also, auch wenn sie Begebenheiten korrekt aufschreibt, achtet sie darauf, was sie veröffentlicht oder weitergibt, und was nicht. Gehen die Geschichten in einen zu privaten oder intimen Bereich, gelangen diese nicht in die Öffentlichkeit, weder im Internet, noch auf andere Weise, sondern bleiben nur bei ihr unter Verschluß. Nichts, was unsere Privatsphäre verletzen würde, wird anderen Leuten zugänglich gemacht. Und wenn sie sich nicht sicher ist, ob sie etwas ohne weiteres veröffentlichen kann, dann fragt sie uns, ob sie es darf oder nicht. Sie geht sehr sensibel mit unserer Privat- und Intimsphäre um, und stellt uns niemals in der Öffentlichkeit vor anderen Lesern bloß!“
      Jake nickte. „Das ist eine verantwortungsbewußte Autorin. Wir brauchen uns bei ihr keine Gedanken zu machen, daß irgendwelche intimen oder sehr privaten Momente in’s Internet gelangen, wenn wir es nicht wollen, und sie schaut auch danach, welche der Geschichten, die sie nicht veröffentlicht, sie dennoch an spezielle Personen weitergeben kann, denen sie vertraut.“
      „Dann ist Leela für euch so wie Lou!“ schloß das blonde Mädchen.
      Das Lächeln der beiden war Antwort genug.
      „Sie führt seine Arbeit wunderbar weiter!“ bekräftigte Jake. „Sie hat uns schon recht früh adoptiert, als Lou noch lebte, aber sie hatte den Vorteil, daß die Geschichte von Lou schon in sich geschlossen war. Etwas, womit andere Autoren oftmals zu kämpfen haben. Aber man merkt, mit wieviel Liebe sie sich unserer Welt angenommen hat. Sie interessiert sich nicht nur für uns und achtet auf uns, sie beschützt uns sogar, wenn es darauf ankommt. Sie ist mehr als nur eine Autorin für uns, sie ist unsere Freundin.“ Er nahm ihre Hände. „Außerdem hat sie mir dich geschenkt!“
      Danessa konnte nicht anders als verlegen zu erröten und wußte gar nicht, was sie darauf sagen sollte.
      Eddy grinste und versuchte, für sie die Verlegenheit zu brechen, indem er aufzählte: „Dich, Tasha, Elaine, Sylvien… Alles Charaktere, die aus Leelas Feder stammen, um nur ein paar zu nennen.“
      Jake nickte lächelnd. „Leela hat Lous Magie in allen Instanzen wunderbar eingefangen, und das merkt man auch bei ihren Charakteren. Da paßt einfach alles zusammen!“ Jake ignorierte das breite Grinsen von Eddy und fuhr fort: „Und ich weiß, daß ihr in dieser Fanwelt weitestgehend sicher seid; du und Tasha, und Leelas andere Charaktere, weil die Chancen gering sind, daß sich ein anderer Autor an der Fanwelt eines Kollegen vergreift. Das beruhigt mich ein wenig.“
      Danessa schaute nachdenklich vor sich. „Das heißt, in einer anderen Fan-Parallelwelt, in der ihr lebt, würde ich gar nicht existieren?“
      Jake und Eddy wechselten einen beklommenen Blick. Eddy konnte die Gedanken seines Partners förmlich lesen: Demnächst würde er das Bild von Lou unter Verschluß nehmen, damit so schwere Themen gar nicht erst aufkamen.
      Der Blonde schluckte. „Ja, aber in den anderen Fanwelten wissen wir es ja nicht. Dort gibt es dann andere Charaktere und andere Lebensläufe.“
      Das Mädchen hatte die Arme um den Körper geschlagen, als wolle sie sich keine Welt vorstellen müssen, in der sie nicht vorkam.
      „Denk nicht so viel darüber nach!“ riet Eddy. „Für uns alle ist hier, in diesem Moment, nur Leelas Storyline relevant. Und für dich zählt nur der Jake aus Leelas Welt.“
      Jake strich sachte über ihre Wange. „Jede Fanwelt - jede vernünftig geschriebene Fanwelt! - hat ihren eigenen Charme, liebenswerte Charaktere und einzigartige Geschichten. Es stimmt schon, Eddy, Tracy und ich sind in wohl den meisten Geschichten die Hauptprotagonisten, und der olle Prime Evil wahrscheinlich auch, aber jede Geschichte entwickelt sich auf ihre eigene Weise. Und für uns ist nur das hier und jetzt wichtig, so wie es für einen anderen Jake und einen anderen Eddy nur wichtig ist, was in der jeweiligen anderen Fanwelt passiert. Und solange der Jake, und der Eddy sich in der anderen Fanwelt wohlfühlen und sich nicht benutzt und vergewaltigt vorkommen, ist es vollkommen in Ordnung. Wir hier sind nicht nur Lous Filmation’s Ghostbusters, wir sind auch Leelas Ghostbusters. Und das gibt den Ausschlag. Dies hier ist unsere kleine Welt, und in der bist du nicht wegzudenken.“
      Danessa lächelte, und selbst Eddy war zu Tränen gerührt.
      „Leelas Welt ist unser Zuhause.“ ergänzte Jake. „Und ich bin wirklich froh und dankbar, daß wir sie kennengelernt haben, denn bei ihr dürfen wir unser Leben, nachdem es Filmation nicht mehr gab, fortsetzen, so wie wir sind. Ganz abgesehen davon, daß ich eine so wunderbare Freundin wie Leela nicht mehr missen möchte. Denn sie schreibt nicht nur über uns, sie teilt ihr Leben mit uns. Um deine Frage aber zu beantworten – falls ich das nicht schon getan habe: Ja, Leela ist für uns so wie Lou; auf einer etwas anderen Ebene, aber mit der gleichen Magie und Hingabe. Lou und Leela;… Du kannst sagen, die zwei phantastischen »L«‘s!“
      „Die drei phantastischen »L«‘s!“ korrigierte Eddy. „Vergiß Lemmy nicht!“
      „Das stimmt!“ Jake lächelte versonnen. „Leelas Freundin Lemmy ist genauso; sie ist auch eine der verantwortungsbewußten Fans, die ich je kennenlernen durfte, und eine wunderbare Freundin von uns. Die beiden passen gut auf uns auf und beschützen uns nach Kräften in ihrer Welt vor allen negativen Einflüssen. Lemmy und Leela lieben uns wirklich und sind immer für uns da, auch weit über die Geschichten hinaus.“
      Danessa lächelte. „Dann sind die beiden auch Heldinnen.“
      „Ja, das sind sie!“ bestätigte Jake mit versonnenem Ernst.
      „Und Genies!“ ergänzte Eddy. „Denn sie wissen, wie sie den Zauber unserer Welt einfangen müssen, um Lous Idee mit uns zusammen in Ehre weiterzuführen.“
      „Siehst du, und in ihnen lebt Lous Geist weiter!“ schloß Jake, und gerade als er die Worte ausgesprochen hatte, breitete sich eine unvermittelte Wärme in ihm aus.
      Eddy konnte ein kleines, wohliges Schaudern nicht unterdrücken.
      In die anschließende Stille hinein wurden sie durch die Haustür abgelenkt, die gerade aufging. Tasha kam gut gelaunt zu ihnen herein. „Habe ich etwas verpaßt? Was macht ihr gerade?“
      „In Erinnerungen schwelgen.“ lächelte Jake.
      Eddy schenkte ihm einen etwas merkwürdigen Blick. „So kann man es auch nennen…“
      Tasha lehnte sich zu Eddy auf die Sofalehne. Der Brünette legte mit einem verträumten Lächeln den Arm um sie, während sie auf das Polster sah, wo noch immer Lous Bild lag, mit seinem Geburts- und seinem Todesdatum versehen. „Oh, habt ihr eine Gedenkminute eingelegt…?“
      „Naja…“ Jake lachte leicht. „Das war schon eine Gedenkstunde!“
      „Hat Lou für dich eigentlich auch eine spezielle Bedeutung?“ wollte Danessa wißbegierig von der Geisterrechtsanwältin erfahren.
      „Ja!“ Das kleine Wort kam so schnell und so seelenvoll, daß das Mädchen eine überraschte Miene nicht vermeiden konnte. Tasha zog Eddy zu sich heran und erklärte: „Er hat mit das wichtigste in meinem Leben geschenkt.“
      Diesmal überkam das junge Mädchen ein Schauer, als sie verstand.
      Indes ging die Tür von der anderen Seite auf, und Tracy kam mit breitem Grinsen und einer riesigen Geburtstagstorte herein. „Happy Birthday, Danny!“
      Das war für Jake das Stichwort. „So, jetzt ist aber Geburtstag feiern angesagt!“ Er stand auf und stellte das Bild an seinen Platz zurück. Dann schlug er sich euphorisch in die Hände. „So, seid ihr bereit für eine aufregende Feier in der Zukunft? Futura wartet sicher schon auf uns!“
      Seine vier Kameraden nickten mit erwartungsvollem Lächeln.
      Jake grinste euphorisch. „Also dann: Auf geht’s Ghostbusters!“
      Eddy und Tasha wechselten einen resignierenden Blick, Danessa seufzte tief, und Tracy, der die Hände mit der Torte voll hatte, ließ eines seiner breiten Gorillalächeln blitzen, das anzeigte, daß er sich bereits jetzt köstlich amüsierte.

Happy Birthday, Danessa!



Das ist aber noch nicht alles! Denn nicht nur ich möchte dem Todestag von Lou mit einer Tribute-Geschichte gedenken. Deswegen möchte ich hier auf das zweite Kapitel verweisen, und mich herzlich bei Lemmy bedanken, die mich bat, ihre Tribute-Geschichte als zweites Kapitel mit hochzuladen! ^^
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