Spinnenfieber

von Silvana
GeschichteHumor, Romanze / P12 Slash
16.10.2015
16.10.2015
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Dieses Kapitel
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Anmerkung: Ich habe vorhin Forbidden to Flys letzten Beitrag zu ihrem Projekt „20 Worte, mit denen es begann“ gelesen und fühlte mich davon so inspiriert, dass ich gleich das hier schreiben musste.

Aufhänger dieser Geschichte ist folgende Zeile aus ihrem Beitrag: „Geh nicht ins Wohnzimmer! Da sitzt ’ne Riesenspinne.“

Pairing: Sergio Pérez / Max Chilton
Timeline: Anfang Dezember 2015
Genre: Humor, Romanze
Warnung: Slash

Disclaimer: Keine der erwähnten Personen gehört mir. Alles ist frei erfunden, es soll mit der Geschichte keinem geschadet werden und ich verdiene auch kein Geld damit.

Viel Spaß beim Lesen! :D


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„Max?“, vorsichtig lugte Checo zur Küchentür herein.

„Hm“, der Jüngere wandte sich von der Tomatensoße ab, die er gerade aufkochte und seinem Freund zu.

„Ich will ja nichts sagen, aber wir sollten gleich doch nicht im Wohnzimmer essen.“

„Wieso nicht?“

„Also... da sitzt ’ne Riesenspinne an der Decke.“

„WAS? Was für eine?“, das übliche Entsetzen über die Tierchen stand dem Blonden ins Gesicht geschrieben.

„Keine Ahnung, eine Spinne halt.“

„Wie sieht sie aus?“

„Acht Beine, groß, schwarz, eklig?“, woher sollte er wissen, was für eine das nun genau war?

„Eine Winkelspinne! Du musst sie einfangen!“, forderte Max. Die Farbe wich aus seinem Gesicht, er meinte das ernst.

Checo nickte und schnappte sich die Fliegenklatsche von der Fensterbank. „Kein Problem, wird erledigt.“

„Checo!!!“, entgeistert schaute sein Freund ihn an und nahm ihm die Klatsche wieder weg. „Ich sagte einfangen und nicht erschlagen. Hier nimm das Glas und wenn du sie hast, dann bringst du sie raus, aber mindestens fünfzig Meter weit weg, sonst findet sie den Weg zurück“, erklärte Max und drückte ihm ein Glas und ein Stück Pappe von einem leeren Block in die Hand.

Der Ältere legte den Kopf schräg und machte sich auf den Weg ins Wohnzimmer. Da saß der Feind, noch immer seelenruhig an der Decke und bewegte sich keinen Millimeter. Max hatte wirklich Humor. Wäre es nach Checo gegangen, hätte er sie einfach eingesaugt, aber das kam hier wohl nicht in Frage ohne dass sein Liebster sauer wäre. „Ich kann wahrscheinlich froh sein, dass er sie mich nur fünfzig Meter wegschleppen lässt“, dachte er bei sich und fror schon beim Gedanken daran, gleich raus zu müssen. Es war bitterkalt und es schneite, wobei man das eher Schneeregen nennen konnte. Ursprünglich hätte der 25-Jährige heute gar nicht mehr nach draußen gewollt, sondern er wollte es sich mit Max auf der Couch bei leckeren Spaghetti Napoli und einem guten Film bequem machen. Und wer wusste, was danach schönes passierte...

Checo kratzte sich am Kopf. Nun, wenn er dieses Tier nicht einfing, dann platzte sein Tagtraum wie eine Seifenblase. „Jetzt pass mal auf, Spinne! Ich hatte einen langen Tag und du ersparst uns beiden eine Menge Ärger, indem du einfach da sitzen bleibst und es dir gleich unter diesem Glas gemütlich machst“, veranschaulichend hielt der Mexikaner es hoch. „Ich hab keinen Bock, dir hinterher zu rennen und eigentlich hab ich auch keinen Bock rauszugehen. Du hast Glück, dass mein Süßer so ein Tierfreund ist. Also ich warne dich, strapazier bloß meine Geduld nicht, sonst bist du fällig... Bob!“, hatte er der Spinne gerade tatsächlich einen Namen gegeben?

Kopfschüttelnd schaute sich Checo nach dem Sessel um. Die Decke war viel zu hoch, als dass er da hätte drankommen können ohne irgendwo draufzusteigen. Er schob also den Sessel rüber, kletterte rauf und taumelte einen Schritt, ehe er seinen festen Stand wiederfand. Diese ruckartige Bewegung in unmittelbarer Nähe scheuchte allerdings die Spinne auf und sie lief mit rasanter Geschwindigkeit weg. „Warte, Bob!!“, Checo setzte ihr nach, sprang über die Sessellehne auf die Couch, wodurch sämtliche Kissen um- beziehungsweise runterfielen, aber sie lief bis in die gegenüberliegende Ecke und so lang war die Couch nicht.

Grummelnd sprang der junge Mann runter. Wirklich? Musste er den Sessel jetzt bis in die Ecke schieben? „Du hast mir wohl nicht zugehört, Bob. Mach mir keinen Ärger, sonst kriegst du welchen!“, zischte er und setzte abermals dazu an, den Sessel zu verschieben, wobei er versehentlich noch einen Stapel Zeitschriften vom Tisch riss. „Mist!“, fluchte Checo. Warum musste ihn Chaos unbedingt magisch anziehen? Er dachte darüber nach, was Max im Gegensatz zu ihm für ein Ordnungsfanatiker war. Er liebte es, wenn alles geordnet und sauber aussah, deswegen konnte man es als Jahrhundertereignis bezeichnen, dass sich eine Spinne in sein Haus verirrte. Bei Checo waren sie Dauergäste, aber ihn störte das nicht groß. Ihn störte auch Unordnung nicht. Wer aufräumte, war bloß zu faul zum suchen.

Nun ja. Oder zu faul zum aufräumen, das musste er zugeben. Aber Max und er ergänzten sich in vielen Dingen und sie störten sich nicht an den Marotten des anderen. Checo wäre es auch nie eingefallen, sich offen über die ausgeprägte Spinnenphobie seines Freundes lustig zu machen, selbst wenn sie manchmal noch so nervig sein konnte.

„Also Bob, auf ein Neues!“, verkündete er, als er den Sessel in Position gebracht hatte. „Und diesmal rennst du gefälligst nicht weg oder sehe ich so zum fürchten aus?“

Die Spinne bewegte sich kein Stück, aber trotzdem bildete sich Checo ein, dass sie ihn musterte und verarschte.

„Soll das ‚ja’ heißen? Dann guck doch mal in den Spiegel!“, schlug er vor.

„Mit wem redest du?“, hörte er Max’ Stimme von draußen vor der Wohnzimmertür.

„Ähm... nur mit dem Telefon“, schwindelte er. Er beschloss lieber nicht zu erzählen, dass er gerade mit einer Spinne darüber diskutiert hatte, wer von ihnen beiden den gruseligeren Anblick bot.

„Du hast doch keinen Kammerjäger angerufen?“, seine Stimme klang, als würde er lächeln.

Ein langgezogenes, übertrieben klingendes „Neeeeiiiiin“ entfuhr Checo. Aber gute Idee, mit dem Kammerjäger konnte er Bob als nächstes drohen.

„Gut. Ich wollte dir bloß Bescheid sagen, dass das Essen in ein paar Minuten fertig ist. Hast du die Spinne schon?“

„So gut wie!“

„Perfekt. Dann bring sie raus, damit ich den Tisch decken kann.“

„Nur noch ein paar Sekunden“, der Mexikaner seufzte. Jetzt aber schnell. Zügig machte er sich auf den Sessel, pirschte sich diesmal ruhiger an das Tierchen heran, um es nicht erneut aufzuscheuchen. Erst jetzt fiel ihm auf, wie ungünstig die Spinne dort saß. Mitten in der Ecke. Wie sollte er da ein Glas drüberstülpen? „Beweg dich doch mal ungefähr zehn Zentimeter nach unten rechts“, bat er.

Keine Reaktion.

„Na fein. Versuchen wir es eben so“, er schnellte vor und drückte das Glas gegen die Wand. Natürlich schloss es nicht vollkommen und sein kleiner schwarzer Widersacher entkam durch ein Loch.

„¡Santo Dios!“, regte sich Checo lautstark auf. Sein Blick fiel auf die Zeitschriften am Boden und sein Verlangen wuchs, einfach eine davon zusammenzurollen und... nein. Das sollte er nicht machen. Er konnte Bob nicht umbringen, mal ganz davon abgesehen, was passiert wäre, wenn er mit einer bunten Zeitung auf die weiße Tapete schlug. Kaum hatte er den Gedanken beendet, verschwand Bob direkt hinterm Wohnzimmerschrank und ward nicht mehr gesehen.

Und jetzt?

Wie sollte er da noch drankommen?

Sein gemütlicher Abend und das Kuscheln auf der Couch mit Max hätte sich erledigt, wenn der Jüngere erfuhr, dass die Spinne noch da war.

Andererseits...

Sie war ja nicht mehr sichtbar. Diese Spinnen waren offenbar scheu und solange sich zwei Menschen im Wohnzimmer aufhielten, würde sie dort bestimmt nicht mehr rumlaufen, jedenfalls nicht heute Abend. Oder?

Checo fasste einen Plan. Er verließ das Wohnzimmer, ließ ein kurzes „Ich hab sie!!!“ verlauten und machte sich auf den Weg nach draußen. Jetzt musste er dort bloß ein paar Minuten rumstehen und warten, dann stand seiner Entspannung nichts mehr im Wege. Er stellte das Glas ab und schlang die Arme um den Körper. Es war eisig. Warum hatte er sich nicht wenigstens eine Jacke übergeworfen. Hm, vielleicht war das Schlottern aber auch die gerechte Strafe für seine kleine Notlüge?

Er schaute auf die Uhr und ging nach drei Minuten wieder rein. Das reichte ja wohl locker aus, um eine Spinne vorsichtig fünfzig Meter weit wegzubringen.

Drinnen duftete es köstlich und Checo sah, dass Max bereits den Tisch im Wohnzimmer gedeckt hatte. „Hat hier zwischendurch eine Bombe eingeschlagen oder hat sich die Spinne als Werwolf entpuppt?“, fragte der Brite belustigt über die Unordnung und kippte das Fenster an.

„Entschuldige, wir haben ein wenig... gekämpft“, sagte der Angesprochene reumütig.

Max schmunzelte nachsichtig und verteilte Nudeln und Soße auf den Tellern. Die beiden setzten sich und schalteten den Fernseher ein, als Checo den Schock des Monats bekam. Hinter dem Fernseher an der Wand tauchten plötzlich zwei Spinnenbeine auf.

Max hatte es noch nicht bemerkt, schaute weiter gebannt auf die Island-Doku, die gerade lief.

Reflexartig stellte Checo den Teller auf den Tisch, lehnte sich zu seinem Freund rüber und küsste ihn stürmisch auf den Mund. Max war so überrascht, dass er fast seinen Teller hätte fallen lassen, doch dann erwiderte er den Kuss ebenso heftig.

Aus dem Augenwinkel beobachtete Checo Bob, der nun vollends zu sehen war, der die Wand entlang lief und schließlich durch das angekippte Fenster nach draußen verschwand.

Rettung! Dem Mexikaner fielen tausend Steine vom Herzen! Und seine Ablenkung hatte geklappt.

„Whoa, du bist immer für eine Überraschung gut...“, flüsterte Max nach dem Kuss. „Ich wusste ja nicht, dass du so wild auf den Nachtisch bist...“, er zwinkerte ihm zu.

„Äh, doch, doch, das bin ich...“

„Ich liebe dein Feuer!“, sagte Max und wollte den Älteren neuerlich küssen, aber Checo hielt ihn auf.

„Einen Moment nur, ich mach das Fenster schnell zu, mir ist kalt“, sagte sein Freund, sprang eilig auf und schmiss das Fenster zu, ehe jemand gewisses es sich anders überlegte und wieder reinkam. Bei der Kälte wäre das kein Wunder gewesen. „Danke Bob“, dachte Checo grinsend, ehe er sich zurück auf die Couch setzte und endlich zum angenehmen Teil übergehen konnte...


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*Ende*
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