It´s all your fault

GeschichteHumor, Romanze / P16 Slash
Kaidou Kaoru Momoshiro Takeshi
15.10.2015
02.02.2016
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15.10.2015 7.598
 
Hier ein etwas älteres Werk von mir, das ich teilen möchte, auch wenn ich keine Ahnung habe, ob es überhaupt Fans zu diesem Pairing in unseren Breiten gibt.

Falls ja, lasst mich eure Meinung doch bitte wissen ^_^

Die Story ist auch nicht Beta gelesen, also werden sich diverse Fehler finden lassen, für die ich mich schon mal entschuldige.
P12
Slash wird sich auf P16 Slash erhöhen.






***





Es war Mitte November.

Ein Sonntag, um genau zu sein.

Eigentlich ein Tag den Kaidoh damit zubrachte, seinem Spezialtraining nachzugehen. Doch seit ein paar Wochen hatte er sich noch ein Extra aufgeladen. War nur zu hoffen, dass niemand der ihn kannte, ihm auf die Schliche kommen würde. Denn auch wenn er und sein Stolz einen guten Grund hatte so etwas zu tun, war es ihm dennoch etwas peinlich.

Missmutig rieb sich Kaidoh über seinen schmerzenden Hals, als er aus dem kleinen Einfamilienhaus wieder auf den schon beleuchteten Gehweg trat.  Er hatte gut zwei Stunden dort drinnen verbracht, alles Zeit die er eigentlich für sein Training hätte nutzen können. So jedoch, musste es ein wenig eingekürzt werden.

In seinem üblichen Lauftempo, ließ er schließlich die Häuser um sich herum hinter sich, bis er den ihm vertrauten Park erreicht hatte. Er würde heut recht spät ins Bett kommen, soviel stand fest und alles nur wegen diesem dämlichen Momoshiro.

Wenn er nur im Stande wäre es zu ignorieren, wenn dieser sich über ihn lustig machte, oder so schlagfertig zu kontern, das ihm die Spucke weg bliebe.

Obwohl schlagfertig war er ja, nur nicht ausreichend im verbalen Sinne.

Er gab zu, dass es ihm ab und an auch recht gut tat, sich an und mit Momoshiro auszutoben, wenn dieser den Bogen wieder einmal überspannte. Aber manchmal, würde er es ihm auch gern auf andere Art und Weise heimzahlen wollen. Irgendwie mit Stil und nicht nur durch rohe Grobheit.

Kaidoh war sich sicher, dass Momoshiro mit Stil völlig überfordert wäre. Und genau das, würde er gern sehen wollen.

War also nur zu hoffen, dass sich seine kleine, geheime Mission am Ende auch auszahlen würde. Denn eines war klar, irgendwer aus ihrem Team würde einen erneuten Abend in einer Karaoke-Bar schon vorschlagen.

Und diesmal wäre er vorbereitete.

Vorausgesetzt er befand sich wieder unter dem Deckmantel, einem seiner Senpai keine Aufforderung abschlagen zu können. Sowie das letzte Mal, als er schließlich keine andere Wahl mehr hatte, als sich ihrer Gruppe anzuschließen.

Freiwillig zustimmen, nach dem letzten Debakel, wäre einfach zu auffällig.

Ein gereiztes Murren, rutschte Kaidoh bei dem Gedanken daran über die Lippen. Momoshiro hatte sichtlich Spaß daran gehabt, ihn noch Tage danach damit aufzuziehen.

Lästiger Idiot!

Und anscheinend hatte er schon wieder etwas Neues in Planung, um ihm die Nerven rauben zu wollen. Nur konnte Kaidoh nicht wirklich herausfinden, was genau dieser versuchte zu erreichen.

Doch über die letzten Wochen hinweg, war dessen Verhalten erkennbar verwirrender geworden.

Zumindest empfand es Kaidoh so.

Aber bis jetzt hatte es Momoshiro noch nichts gebracht, sollte sein Bestreben wirklich darin liegen, ihn soweit konfus zu machen, das es sich deutlich auf sein Auftreten auswirken und er die Chance bekommen würde, ihm das ausgiebig unter die Nase zu reiben. Zumindest hatte ihm noch niemand mitgeteilt, dass er sich ungewohnt anders verhielt, als wie es sonst der Fall war.

Sollte Momoshiros derzeitiges Verhalten, aller Dummheit zum Trotz, womöglich etwas Subtiles beiwohnen? Hatte einer von Inui-senpais abscheulichen Cocktails, etwa bei Momoshiro eine Nebenwirkung erzeugt, die ihm nun erlaubte sein Hirn zu benutzen? Diese Vorstellung war irrwitzig, wie auch gruselig.

Aber etwas ging zweifelsohne vor sich. Und so wie er Momoshiro kannte, würde er es früher oder später schon herausfinden. Ob er wollte oder nicht.



***



# Einer dieser seltsamen Tage



Da waren diese Mädchen.

Mal zwei oder auch mal vier und wenn er sich recht entsann, dann war eines davon sogar in seiner Klasse. Es war ihm zuerst gar nicht aufgefallen. Mädchen gab es an seiner Schule genug und für ihn sahen sie eh fast alle gleich aus. Aber über die letzte Woche musste Kaidoh feststellen, dass er das Gefühl nicht loswurde, beobachtet zu werden. Auf den Gängen im Schulgebäude, in der Klasse, beim Tennis spielen und selbst beim Training im Park. Aber er hatte es bis jetzt einfach immer abgetan. Warum sollte man ihn auch beobachten?

Doch jetzt, wo ihm diese vier Mädchen regelrecht bis nach Hause zu folgen schienen, war es kaum möglich es einfach zu ignorieren. Eigentlich dachte er, dass sie einfach nur denselben Weg wie er hatten und hatte sich nicht drum gekümmert. Und sie wären ihm auch gar nicht weiter aufgefallen, hätte diese nicht ständig so auffällig hinter ihm gekichert.

Machten die sich etwa über ihn lustig?

Oder war es gar ein Streich, den er Momoshiro aus dem Hintergrund zu verdanken hatte, um ihn damit auch noch auf dem Heimweg zu belasten? Zuzutrauen wäre es diesem Idioten alle Mal.

Doch da es Mädchen waren, konnte er diese vielleicht zurückschrecken, indem er besonders missgestimmt auf sie wirkte?

Einen Versuch war es wert,

Mit einem äußerst mürrischen Blick und einem gut abgestimmten Zischen, wendete er sich schließlich der kleinen nervigen Truppe zu, welche bei seinem Anblick auch sofort stehen blieb und ihn mit großen Augen anstarrte.

Eigentlich die Einleitung, um sich gleich verschreckt aus dem Staub zu machen. Zumindest war es bis jetzt immer so abgelaufen, selbst wenn er es nicht beabsichtig hatte.

„Gruselige Schlage.“, hörte er in seinem Kopf die Stimme von Momoshiro, der ihn nur zu gern damit aufzog, dass er bei den Mädchen so garantiert nie punkten konnte.

Aber das war auch nicht sein Ziel. Es gab weitaus wichtigere Dinge.

Training zum Beispiel.

Doch widererwarten standen die vier Mädchen noch immer an Ort und Stelle.

Hatte er nicht laut genug gezischt oder die falsche Tonlage erwischt?

War der Winkel, in dem er seine Augenbrauen zusammengezogen hatte nicht korrekt?

Oder waren sie starr vor Angst, was ihn wieder zurück zu den Eigenheiten einer Schlange führte, welche ihre Beute vor Angst erstarren lassen konnte. Kaidoh schüttelte leicht den Kopf über diesen Gedanken.

Plötzlich regte sich etwas vor ihm. Und es irritierte Kaidoh sichtlich. Er hätte schwören können, das die vier Mädchen rot geworden und dann in so etwas wie ein verzücktes Tuscheln verfallen waren, wo er glaubte die Worte „geheimnisvoll“ und „so süß“ heraus gehört zu haben.

Waren diese Mädchen etwa nicht recht bei Sinnen?

Ohne sich noch weiter damit zu befassen, drehte sich Kaidoh wieder um und legte den Rest des Weges nach Hause zurück. Mit ein paar kleinen Umwegen natürlich. Sicher war sicher.





# Ein weiterer seltsamer Tag



„Nun sei nicht so Mamushi, das reicht doch locker für zwei.“ Keck huschten Momoshiros Finger in Kaidohs Lunchbox und stahlen eines der Tempurateilchen, die so nett darin arrangiert worden waren.

„Kauf dir gefällst dein eigenes Essen!“, grollte Kaidoh über die lästige und dreiste Art, mit der Momoshiro ihm nun sogar noch in seiner Mittagspause auf den Geist gehen musste. Was um alles in der Welt ließ Momoshiro glauben, dass er mit ihm sein Essen teilen würde? Aber wenn es um etwas zu Essen ging, schien Momoshiro stets komplett abzuschalten, was seine Umwelt betraf und damit auch zu vergessen, wen er hier anbettelte.

„Alte Geiznatter, wenn du das alles alleine isst, wirst du eh nur fett.“, kam auch prompt die beleidigt klingende Antwort, was aber nicht bedeutete, dass Momoshiro nun auch den Rückzug antrat.

„Wenn hier einer fett wird, dann sicherlich du. Wer nur frisst und kaum trainiert; kein Wunder das du so lahmes Tennis spielst.“

Kaidoh wusste tief in seinem Inneren, dass es keinen Sinn machte mit Momoshiro zu diskutieren, dass dieser dadurch nur noch aufdringlicher werden und er damit seine Pause komplett ruinieren würde. Aber dieser Impuls sich nichts von diesem bieten zu lassen, war einfach stärker. Er war immer stärker und endete meist darin, dass sie sich lautstark beschimpften und gegebenenfalls auch ihre Fäuste zum Einsatz brachten. Aber noch konnte er diesen Drang unterdrücken, sollte Momoshiro nicht noch etwas besonders Dummes tun oder von sich geben.

Und seltsamer Weise, blieb Momoshiro nach dieser Beleidigung ungewohnt ruhig.

Hatte dieser ihm vielleicht gar nicht zugehört? Zumindest schien dessen Blick, grad auf etwas hinter ihm fixiert zu sein. Vielleicht hatte er jemanden anderen erspäht, dem er sein Essen abluchsen wollte.

„Blödmann.“, nuschelte Kaidoh verdrossen, und nahm mit seinen Stäbchen etwas von dem eingelegten Gemüse auf.  Warum verschwand dieser Idiot nicht einfach wieder und ließ ihn in Ruhe?

„Selber Blödmann.“, hörte er ihn dann jedoch etwas leise von sich geben und noch bevor sich Kaidoh versah, hatte Momoshiro die Hand ergriffen, welche die Stäbchen hielten. und führte diese nun ganz selbstverständlich zu seinem Mund, mit welchem er sich schließlich das Stück Gemüse einverleibte.

Daraufhin erhob er sich mit einem breiten Grinsen und dem Hinweis, dass sie noch nicht miteinander fertig wären, bevor er das Klassenzimmer auch wieder verließ.

Angewidert schaute Kaidoh auf seine Stäbchen.





Training!

Etwas das Kaidoh sich immer gut fühlen ließ, egal wie das Wetter auch sein mochte. Es gab nichts Besseres, als körperliche Anstrengung, um seinen Geist von unnötigen Ballast zu befreien. Es war außerdem einer der selten gewordenen Tage, an denen ihre Senpais dem Training noch einmal beiwohnten, um sich etwas von ihrem Lernstress für die Abschlussprüfungen abzulenken.

Und auch Kaidoh sah sich erneut etwas abgelenkt, nur empfand er es als ein wenig positives Gefühl.

Ein Blick in Richtung Zaun, der sich um die Tennisplätze ihre Schule zog und Kaidoh konnte wieder diese Mädchen erkennen. Heute jedoch nur drei von ihnen.

Und kaum das sie seine Aufmerksamkeit bemerkt hatten, gingen sie wieder in dieses Tuscheln über. Kaidoh ließ seinen Blick nun über den Tennisplatz schweifen, bis er in einer Ecke Momoshiro entdeckte, der sich gerade Echizen Cap schnappte und ihm durch die Haare wuschelte, was diesen ein frustriertes Gesicht ziehen ließ.

Hatte Momoshiro sie etwa erneut beauftragt ihn zu verunsichern? Nicht, dass er sich verunsichern ließ. Er war nur etwas genervt davon, nichts weiter.

Dennoch spürte Kaidoh Verärgerung, denn somit hätte Momoshiro trotzdem etwas erreicht, auch wenn er versuchte es sich in dessen Anwesenheit nicht anmerken zu lassen.

Wenn er wenigstens schon einen Anhaltspunkt hätte. Etwas das ihm die Gewissheit verschaffte, das Momoshiro wirklich hinter dem Ganzen steckte. Somit könnte er ihn auch offen damit konfrontieren. Aber so würde er sich nur zum Trottel machen, wenn er ihn einfach so beschuldigte. Momoshiro würde es auf jeden Fall abstreiten und ihn als paranoid hinstellen. Und vielleicht war er das sogar, denn egal wie er es anfing, er war sich sicher, dass diese Mädchen es auf ihn abgesehen hatten und nicht auf jemand anderen in ihrem Team.

Warum wären sie ihm das letzte Mal sonst gefolgt?

„Kaidoh,“ Die plötzliche Hand auf seiner Schulter, ließ Kaidoh sich kurz erschrocken verspannen. „ mir ist aufgefallen, dass du in letzter Zeit recht müde wirkst.“, drang Inui-senpais Stimme an seine Ohren, was ihn sich gleich wieder entspannen ließ.

„Ist alles in Ordnung?“, fügte dieser hinzu, was Kaidoh kurz überlegen ließ, dann aber versicherte, dass es keinen Grund zur Sorge gäbe. Er wusste, dass es Inui-senpai nur gut meinte, aber solange sich diese merkwürde Situation nicht weiter auf seine Routinen auswirkte, würde er erst einmal nichts dazu sagen.

Das kurze Zurechtrücken seiner Brille und das lautlose dahingleiten des Stiftes, mit welchen Inui-senpais in sein Notizbuch schrieb, ließ Kaidoh etwas skeptisch drein blicken, als dieser ihn schon wieder anschaute und ihn wissen ließ, dass er sich jederzeit an ihn wenden konnte, sollte er irgendein Problem haben.

Damit verschwand Inui auch schon wieder unter leisem Gemurmel und wurde prompt von Momoshiro ersetzt, der ihm nun kumpelhaft einen Arm über die Schultern legte.

„Lass mich raten, Inui-senpai ist grad klar geworden, das du ein hoffnungsloser Fall bist und er das Training mit dir aufgibt?“  Ein gezielter Stoß mit dem Ellenbogen in Momoshiros Magen, brachte dessen Arm mit einem empörten Keuchen wieder zum Sinken, worauf sich dieser mit einem Grollen den schmerzenden Bauch hielt.

„Verdammte Viper, hast du deinen Sinn für Humor mal wieder mit den Mäuseknochen rausgewürgt?!“

„Du legst es echt drauf an, noch eine verpasst zu bekommen, was!?“

Damit hatte er Momoshiro schon am Kragen gepackt und zog diesen aus seiner gebeugten Position wieder nach oben.

„Kaidoh, Momoshiro zehn Runden um den Platz, sofort!“  Tetsukas Stimme klang ruhig, aber wie immer bestimmend und auch wenn Momoshiro der Sinn danach stand, schmollend alle Schuld auf Kaidoh zu schieben, wusste er, dass es am Ende wohl nur dazu führen würde, dass sie das Doppelte oder Dreifache zu rennen hatten.

Das Letzte was er wollte war, Kaidoh die Genugtuung zu geben über seine Ausdauer herziehen zu können

Nur Spinner rannten jeden Tag und stundenlang.

„Das kriegst du wieder Mamushi.“, zischte Momoshiro leise aber verdrießlich und ließ es sich nicht nehmen, an Kaidoh vorbei zu ziehen und ihm somit voraus zu sein.

Und eigentlich war dies die perfekte Herausforderung nachzusetzen. Aber gerade als Kaidoh den Platz verlassen und Momoshiro folgen wollte, fand er sich erneut mit diesen Mädchen konfrontiert, die sich nun vor ihm platzierten und ihn zum Anhalten zwangen.

Misstrauisch schaute er auf die drei Personen vor sich, welche jedoch kein Wort sagten, sondern ihm nur flüchtige Blicke schenkten, um dann wieder zu Boden oder zu Seite zu schauen.

„…uhm…K…Kaidoh-k…“, hörte er schließlich eines der Mädchen stammeln, doch noch bevor es etwas Deutbares hätte werden können, vernahm er erneut Tetsukas Stimme, die ihn darauf verwies, dass er sich später um seinen Fanclub kümmern sollte, was die Mädchen mit einem verschreckten Quicken reagieren und rot werden ließ.

Der Hinweis, dass er wegen dieser Verzögerung noch zehn weitere Runden zu absolvieren hatte, da er sich seiner Rolle als nachfolgender Captain klar bewusst werden sollte, entlockte Kaidoh ein reumütiges Murren. Somit ließ er die Mädchen einfach stehen, nur um sich im selben Augenblick  Momoshiro neben sich zu sehen, der seine erste Runde schon hinter sich gebracht hatte.

Doch anstatt ihm nun seine Extrastrafe vorzuhalten, rannte dieser ohne ein Wort zu verlieren an ihm vorbei und fast noch eines der Mädchen um, die sich gerade entfernen wollten.

Momoshiro war einfach nur ein Trottel, soviel war klar.

Und diese Mädchen wurden ihm auch zunehmend unheimlicher. Sollte Momoshiro wirklich seine Finger dort mit ihm Spiel haben, konnte er sich auf eine schmerzhafte Abreibung gefasst machen.

War nur zu hoffen, dass er nun wenigstens für den Rest des Tages seine Ruhe haben würde.

Vor Mädchen und auch Momoshiro.



***



Das zufriedene Schnurren, das leicht durch seine Hand vibrierte, ließ Kaidoh versonnen lächeln, während er den kleinen, graue getigerten Streuner weiter am Hals kraulte.

Was gab es Besseres, als seinen Weg zu Schule mit etwas niedlichem aufzuwerten und dieses Gefühl mit über den Tag zu nehmen? Doch leider hielt diese unbefangene Atmosphäre nur solange, bis ein penetrantes Quietschen hinter Kaidoh die kleine Katze derart erschreckte, dass sie fluchtartig in die Büsche verschwand, aus denen sie vor einigen Minuten herausspaziert gekommen war.

Ein Instinkt sagte Kaidoh, das er sich nicht umdrehen sollte, da er eine gewisse Ahnung zu haben glaubte, wer ihn um seine kleine morgendliche Streichelpartie gebracht haben könnte.

„Oi Mamushi, es ist nicht nett unschuldige Tiere zu verschrecken.“, bestätigte sich seine böse Ahnung auch prompt, was Kaidoh angespannt zischen ließ.

„Ich hab es dir schon immer gesagt, dein Gesicht ist einfach furchterregend, zum Weglaufen eben.“, spöttelte Momoshiro auch gleich weiter, was Kaidoh sich verärgert umdrehen ließ, um diesen schroff an seiner Jacke zu packen und er ihn somit fast von seinem Rad herunter zog.

„Ich verpass dir gleich ein furchterregendes Gesicht du Spinner!“

„Auch dir einen herzlichen Guten Morgen.“ Mit einem abschätzigen Laut ließ Kaidoh Momoshiro wieder los, da es eindeutig zu früh war, sich schon derart aufregen zu müssen. Und überhaupt was wollte Momoshiro hier? Er konnte sich nicht daran erinnern, dass dieser Weg auf Momoshiros Strecke zur Schule lag.

„Was willst du?“, machte Kaidoh schließlich seine Frage deutlich, doch als er nichts weiter als ein dümmliches Lächeln erhielt, sah er davon ab noch eine Sekunde länger zu verweilen und machte sich auch ohne eine Antwort erhalten zu haben, wieder auf seinen Weg.

Und Momoshiro blieb ihm auch weiterhin eine Antwort schuldig, stattdessen holte er ihn mit seinem Rad ein und fuhr langsam neben Kaidoh her. Ein bekanntes Gefühl der Unruhe machte sich mit jeden weiteren Schritt und der sich nicht auflösenden Präsenz Momoshiros in ihm breit. Und gerade als er diesen mitteilen wollte, dass er seine Gesellschaft nicht brauche, um zur Schule zu kommen, hörte er diesen etwas leise fragen,

„Soll ich dich mitnehmen?“ Nicht ganz im Glauben richtig verstanden zu haben, blieb Kaidoh stehen und schaute skeptisch auf Momoshiro, der noch etwas weiter rollte, bis er Kaidohs Anhalten bemerkte und nun selbst zu stehen kam. Fragend schaute er auf ihn zurück, was Kaidoh nur noch weiter irritierte. Und zwar, weil Momoshiro gerade wirklich denn Eindruck machte, als habe er seinen Vorschlag tatsächlich ernst gemeint, warte Kaidoh vergebens auf das übliche, nervige Lachen, das Momoshiro nie in der Lage war zurück zu halten, wenn es darum ging ihn aufs Korn nehmen zu wollen.

Somit verging ein Moment des Schweigens und dem Hin und Her Schweifen von Blicken, ohne ein Zeichen, dass Momoshiro seinen Witz doch noch auffliegen lassen würde.

Vielleicht hatte dieser es heimlich trainiert, in der Hoffnung, dass er Kaidoh besser reinlegen konnte?

Nicht das Kaidoh vorhatte, dieses Angebot überhaupt annehmen zu wollen.

Was ihn zu dem Gedanken brachte, das Momoshiro doch sonst eigentlich immer mit Echizen zur Schule fuhr.

Hatte ihr Prinz womöglich die Nase voll, schon am frühen Morgen Momoshiros endloses und meist sinnfreies Gebrabbel ertragen zu müssen und hatte ihn abserviert? Denkbar wäre es.

Und nun suchte Momoshiro wohl verzweifelt ein neues Opfer. Verzweifelt deswegen, weil er sich von allen Möglichkeiten gerade ihn ausgesucht zu haben schien.

Völlig absurd!

„Vergiss es.“, war demzufolge auch seine Antwort darauf.

Es dauerte einen weiteren Augenblick, bis Momoshiro zu reagieren begann und sich schließlich unter den Worten, das er dann halt Pech habe und sehn solle wie er es noch rechtzeitig schaffen würde, wieder Fahrt aufnahm und kurz darauf aus Kaidohs Sichtfeld verschwunden war.

Ein Blick auf seine Uhr verriet, dass es wirklich schon spät war und er sich zu sputen hatte, was ihn in ein mürrisches Joggen übergehen ließ.

Verdammter Momoshiro!



***



Kaidoh fühlte sich müde und seine Stimmbänder schmerzten erneut, wenn er ihnen befehligte einen Ton hervorzubringen. Wenn das so weiter ging, würde er bald gar nichts mehr sagen können.

Aber er war ja eh nicht der große Redner.

Er mochte es, wenn es ruhig war.

Genau aus diesem Grund, mochte er Momoshiro nicht.

Müsste er es vergleichen, dann würde er ihn dem Lärm eines startendes Flugzeugs zuordnen, oder dem Geräusch das eine Tür mit rostigen Scharnieren von sich gab. Einem Konzert mit übersteuerten Boxen, oder einer ewig jaulende Alarmanlage - unnötig laut und ebenso Nerv raubend!

Zum Glück, hatte er ihn heut noch nicht gesehen.

Und um allem Unheil aus dem Wege zu gehen, zog er es vor, heute nicht im Klassenzimmer zu bleiben, als es Zeit für die Mittagpause wurde.

Mit seiner Bentobox verließ er den Raum, um sich einen Platz unter einem der Ahornbäume zu suchen, die hinter der Schule standen und mit dem Wechsel der Jahreszeit, mit ihrem prächtig roten Blattwerk prahlten, durch das vereinzelt, das noch immer recht angenehme Licht der Sonne fiel.

Hier sollte er ungestört seine Pause genießen können.

Es waren vielleicht noch 10 Meter die Kaidoh von seinem auserkorenen Platz trennten, als er die Präsenz einer weiteren Person wahrzunehmen glaubte und sich demnach auch prüfend umschaute.

Noch vor zwei Wochen, hätte er den Anblick von buschigen Seitenzöpfen und roten Wangen auf einem verschüchtert wirkenden Mädchengesicht überhaupt nicht weiter zur Kenntnis genommen, selbst wenn weit und breit niemand sonst zu sehen gewesen wäre. Aber nun, wo sich diese seltsamen Zwischenfälle zu wiederholen schienen, was diese Mädchen anging, empfand er es als besser, Vorsicht walten zu lassen. Auch wenn es heut nur Eines war.

Und wenn er sich recht erinnerte, dann war es genau dasselbe, was ihn vor einiger Zeit versucht hatte beim Training anzusprechen. Und genau wie an jenem Tag, stand es auch jetzt etwas unbeholfen, wenige Schritte von ihm entfernt und nestelte unruhig mit ihren Fingern im Tuch, das augenscheinlich ihre Bentobox umhüllte.

Dann blicke es ihn mit einem Male entschlossen und mit noch kontrastreicheren Wangen an, was Kaidoh nun doch etwas nervös werden ließ.

Er war einfach nicht gut im Umgang mit Mädchen. Er war froh, dass sie ihn bis jetzt auch immer soweit in Frieden gelassen hatten.

„Ich…“ Doch auch dieses Mal kam es nicht sehr viel weiter in ihrer Ansprache, da wie aus dem Nichts eine Faust Kaidohs Oberarm traf und ihn überrascht und zugleich verärgert zischen ließ, da dieser Treffen eindeutig darauf aus gewesen war, auch weh zu tun.

„Was zum…!“ Das Funkeln aus violetten Augen und das stets so unbefangene Grinsen, das ihm daraufhin unter kam, ließ ihn für einen Moment inne halten. Dann jedoch baute sich sein Unmut recht schnell und mit gewohnter Intensität auf.

Nur gab ihm Momoshiro nicht die Gelegenheit, seinen Verdruss über dessen grobes Erscheinen vorzubringen. Stattdessen griff dieser ihm am Handgelenk und zog ihn unter der Aussage, dass er ihm doch versprochen habe mit ihm zu Mittag zu essen, mit sich mit.

Die Verwirrung in Kaidoh ließ zu, das Momoshiro ihn ein gutes Stück mit sich ziehen konnte, bevor er wieder zu sich fand und sich auch gleich jäh von dessen Hand lossagte.

„Was soll der Mist?!“, grollte er diesem mit kratziger Stimme entgegen, was Momoshiro dazu veranlasste, mit einem leicht genervt klingendem Seufzen seine Schulter hängen zu lassen. Eine Geste die Kaidoh so gar nicht zuordnen konnte und deswegen auch gleich wieder abtat.

„Weil du ein sagenhaft, dämlicher Kerl bist, deswegen.“

Momoshiros Worte ließen Kaidoh schon automatisch die Hände zu Fäusten ballen und ihn leicht mit den Zähnen knirschen. Am liebsten würde er ihm nun wirklich eine rein hauen. Doch der Gedanke, das Momoshiro ihn nur deswegen aufgesucht hatte, um ihn aus dem Nichts heraus zu provozieren, da er wohl eine Ablenkung von seinem Fresswahn brauchte, ließ Kaidoh sich zurück halten. Er würde nicht auf dieses dumme Spielchen eingehen. Diese Vergnügen würde er ihm nicht bereiten.

„Was auch immer…“, war schließlich alles was er dazu zu sagen hatte, bevor er sich zum Gehen abwendete. So wie es aussah, hätte er doch lieber im Klassenzimmer bleiben sollen.

„Warte.“, kam jedoch die Gegenreaktion von Momoshiro, der erneut nach ihm griff. Doch diesmal war es nicht das Handgelenk, sondern die Hand selbst, was Kaidoh perplex und dadurch ungewollt dieser Bitte folgen ließ.

„Uhm…“, stammelte Momoshiro nun mit etwas erhitzten Wangen, nur um sich daraufhin mit einem Lachen, ablenkend über den Hinterkopf zu streichen, was Kaidoh nur noch mehr irritierte.

Ein Blick zwischen sie zeigte, das Momoshiro ihn noch immer fest hielt.

Nun das war eindeutig abstrus.

Aber genau das war Momoshiro, ein Charakter völlig gegen jeden Sinn.

Und da dieser auch nicht den Anschein erweckte, das noch etwas von ihm folgen würde, das etwas erklärte oder ihn noch mehr aufregte, war es Kaidoh der sich dessen Hand entzog und schließlich gereizt davon stampfte, während in etwas Entfernung das Leuten der Schulklingel mitteilte, das die Pause nun zu Ende sein.



***



Es war erneut einer dieser verstörenden Träume gewesen, der ihn heute Morgen hastig hatte aufschrecken lassen und seinen Körper und Geist mit diesem seltsamen kribbligen Gefühl zurück gelassen hatte.

Kaidoh spürte es auch jetzt noch, wenn ihn sein Erinnerungsvermögen plötzlich eine Szene daraus vor sein geistiges Auge führte und ihn ohne das er etwas dagegen tun konnte, an Farbe im Gesicht dazugewinnen ließ.

Es war eindeutig Momoshiros Schuld!

Was hatte dieser Trottel in seinen Träumen zu suchen? Reichte es nicht, dass er ihn schon fast jeden Tag in der Realität zu Gesicht bekommen musste? Hatte er ihn wirklich schon soweit mit den Nerven herunter gebracht, dass er ihn nicht mehr ausblenden und abschalten konnte?

Frustriert über diesen wiederholten nächtlichen Illusionsausrutscher, zischte Kaidoh vor sich hin und bewirkte damit, dass zwei gerade an ihm vorbei laufende Unterschüler verschreckt zur Seite huschten, was an Kaidoh jedoch vollkommen vorüber ging. Er war noch immer damit beschäftigt sich zu erklären, was sich sein Unterbewusstsein da mit ihm erlaubt hatte.

„Kaidoh-senpai!“ Horios knatschige Stimme durchdrang seine Gedanken, wie ein rostiges Messer, worauf er den Jungen vor sich mit einem  finsteren Blick bedachte, als wäre er mit daran schuld, dass er sich momentan so durcheinander fühlte. Und auch wenn Horio das grimmige Gesicht seines Senpai schon gewöhnt sein sollte, verunsicherte es ihn trotzdem jedes Mal aufs Neue, was ihn etwas zurück weichen und kurz unbeholfen stottern ließ.

„Uhm…das…uhm…hier bitte…“ Mit merklich zittrigen Händen, hielt Horio Kaidoh einen recht unscheinbaren Brief entgegen, den Kaidoh dennoch erst einmal skeptisch musterte, bevor er ihn entgegen nahm.

Sein Name war in feingeschwungenen Kanji darauf zu lesen, dessen Abschluss ein verspieltes Herzsymbol bildete.

„Was zum…!?“, rutschte es ihm etwas fassungslos heraus und sein Blick fiel erneut auf Horio, der sich grad deutlich unwohl in seiner Position zu fühlten schien.

„Sag nicht, dass der von dir ist?“, erkundigte sich Kaidoh mit ruhiger, aber Gefahr vermittelnder Stimme.

Ein entsetztes Quicken war Horios Antwort, bevor er wieder zu Wort fand.

„NEIN…oh Gott ich hab damit nichts zu tun, ehrlich. Ich bin nur der Bote nichts weiter!“, haspelte er eilig, um nicht noch Gefahr zu laufen, Kaidohs aufbrausender Natur nicht auch noch physisch zum Opfer zu fallen.

Und um ganz sicher zu gehen, wisch er langsam so weit zurück, bis er sich außer Reichweite befand, um dann schnurstracks das Weite suchen zu können.

Mit einem Murren folgte Kaidohs Blick der davon hastenden Gestalt Horios, der in seiner Hektik mit einer anderen Person zusammenstieß, welche folglich Kaidohs Aufmerksamkeit auf sich zog.

Eine unangenehme Hitze wallte mit einem Male durch seinen Körper, als er in das Gesicht besagter Person schaute und es sich dabei um niemand anderen als Momoshiro handelte, der ihm nun auch noch direkt und scheinbar eindringlich in die Augen sah, als wolle er ihm eine stumme Botschaft übermitteln.

Doch war alles was Kaidoh durch den Sinn ging, das er sich gerade unglaublich beschämt fühlte, war die Sache mit dem Traum noch immer viel zu präsent in seinem Kopf, was ihn schließlich rasch zur Seite blicken ließ.

Der leichte Widerstand in seiner rechten Hand, als er diese aufgrund des anstrengenden Gefühls zur Faust ballte, lenkte seinen Blick jedoch wieder auf das nun sichtlich zerknitterte Papier.

Genau, da war ja noch etwas.

Kaidoh war sich nicht sicher, ob er diesem Brief überhaupt weitere Beachtung schenken sollte, sagte ihm eine innere Stimme, dass dieser ihn sicherlich mit etwas konfrontierte, was ihm peinlich werden könnte.

Und er mochte dieses Gefühl noch nie.

Aber kaum, dass er seinen Griff darum wieder gelockert hatte, wurde ihm der Brief auch schon wieder entwendet.

„Ein Liebesbrief, huh? Das bist du doch gar nicht wert Mamushi.“ Momoshiro ließ seinen Blick über den beschrifteten Umschlag wandern, bevor er sein Gesicht wieder zu Kaidoh drehte und ihn mit einem fragwürdigen Blick bedachte, der Kaidoh trotz der Unverschämtheit die sich Momoshiro gerade erlaubte, wieder rot werden ließ. Anstatt diesen nun zu beschimpfen, zischte er gedämpft beim Versuch Momoshiro den Brief wieder aus der Hand zu reißen.

Nur schien dieser genau diesen Zug vorhergesehen zu haben und ließ Kaidoh ins Leere greifen.

Nun doch mehr genervt als verschämt, hob er wieder seinen Blick.

„Das geht dich nichts an Pfirsichkopf, also gib ihn wieder her!“, versuchte er es, ohne das er gleich handgreiflich wurde, denn im Schulgebäude selbst, waren solche Aktionen nicht gern gesehen. Aber sollte sich Momoshiro weiter einbilden, dass er sich alles erlauben durfte, dann würde er sich nicht mehr zurückhalten können.

„Nur wenn du mich mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen darum bittest.“, war natürlich die zu erwartende, unbefriedigende Antwort darauf. Es passierte innerhalb eines Wimpernschlages, das Kaidoh Momoshiro am Kragen seiner Jacke zu packen bekam und ihn missmutig zu sich heran zog, um diesem zu verdeutlichen, dass es ihn gerade so gar nicht kümmerte, ob er wegen einem gezielten Schlag in Momoshiros Magengrube Probleme mit der Schulordnung bekam.

„Oi nicht so stürmisch Kaoru-Chan.“, witzelte Momoshiro jedoch weiter und ließ auch Kaidohs Zähneknirschen und dessen zornigen Blick, als letzte Warnung völlig ungeachtet.

„Verdammter…!“

„Lass uns drum spielen.“, hörte Kaidoh den unerwarteten Vorschlag von Momoshiro, der ihn  in seinem Vorhaben diesen eine verpassen zu wollen inne halten ließ, um ihn stattdessen irritiert anzuschauen.

„Warum?“ Kaidohs Konfusion war angebracht, immerhin ging es hier nicht um etwas das Momoshiro betraf, oder ihm im Falle eines mysteriösen Sieges von Nutzen oder Vorteil wäre.

Es sein denn…

Es sein denn, dieser würde irgendetwas mit diesem Brief anstellen wollen, das ihn in Verlegenheit bringen würde.

Dieses Motiv ergab eindeutig Sinn.

Er wusste ja bis jetzt selbst nicht, was darin geschrieben stand.

„Wenn du es nicht tust, entgeht dir vielleicht die einzige Chance in deinem Leben, ein Mädchen für dich begeistert zu haben. Auch wenn ich mir nicht erklären kann, wie so etwas überhaupt möglich ist.“

Momoshiro war also wirklich nur ein selten dämlicher Idiot, der seinen Spaß in dieser Sache suchte. Und auch wenn es Kaidoh widerstrebte, so wusste er, das ihm wohl nichts anderes übrig blieb, als dessen Angebot anzunehmen, wollte er nicht riskieren, das Momoshiro etwas anstellte, das ihn in Verruf bringen könnte.

„Ich möchte wirklich wissen, was mit dir nicht stimmt, Spinner?!“

„Kann ich das als ein -Ja- hinnehmen? Gut. Dann morgen 14 Uhr beim Street Tennis Platz. Und Mamushi…“

Momoshiro kam Kaidoh nun sogar freiwillig noch etwas mehr entgegen, „…mach dich auf deine größte Niederlage gefasst.“





#Ein seltsamer Samstag



Der Himmel war seit dem Morgen in ein wankelmütiges Grau gehüllt und schien sich das Herabregnen anscheinend genau für den Moment zurückgehalten zu haben, als Kaidoh aus der Haustür trat.

Überlegend schaute er nach oben. Es machte nicht den Eindruck, als würde es sich nur um einen kurzen Schauer handeln wollen. Aber egal wie das Wetter auch sein mochte, er würde kein Spiel deswegen absagen, oder verlegen. Und Momoshiro hatte gefälligst genauso zu denken.

Alles andere würde er nicht akzeptieren. Nicht nachdem es Momoshiro selbst gewesen war, der ihn hier großspurig herausgefordert hatte. Und das alles nur wegen so einem Brief, der diesen gar nichts anging.

Aber Momoshiro war seit er ihn kannte, eine ziemlich verquere Persönlichkeit und von daher waren solche Aktionen nicht wirklich ungewöhnlich.

Es dauerte gut zehn Minuten, bis Kaidoh den Tennisplatz erreicht hatte, welcher, wie zu erwarten menschenleer war bei diesem Regen.

Zu leer.

Er ließ seinen Blick aufmerksam seine Umgebung absuchen, aber es schien wirklich niemand da zu sein.

Auch nicht Momoshiro.

„Verweichlichter Feigling.“, knurrte er in den anhalten Regen. Aber vielleicht sollte er noch etwas warten, auch wenn der Umstand, dass er gerade auf Momoshiro warten sollte, seine Laune nur noch weiter nach unten zog.

Trotzdem, er wollte einfach noch nicht aufgeben. Am Ende war dieser nur zu spät und würde ihm dann vorhalten, er wäre ja nicht aufgetaucht und hätte, in der Logik seines stumpfsinnigen Geistes, das Spiel automatisch gewonnen.

Dann lieber doch warten und wenn er Glück hatte, dann konnte er seinen Frust auch ausreichend in einem Spiel loswerden.

Nicht weit entfernt war ein kleiner Unterstand, zu dem sich Kaidoh schließlich begab und sich dort gegen einen der Pfeiler lehnte. Abwartend lauschte er dem einlullenden Geräusch des fallenden Regen.

Das Platschen, das von eilig herannahenden Schritten zu sein schien, ließ Kaidoh seine Augen öffnen, von denen er nicht einmal mitbekommen hatte, dass er sie geschlossen hatte und er erkannte, wie nun jemand auf ihn zuhielt.

Ziemlich außer Puste kam Momoshiro unter die schützende Überdachung gehuscht und vor ihm zum Stehen.

Abstützend ließ er seine Hände auf seinen Knien ruhen und versuchte erst einmal wieder zu Atem zu kommen.

Momoshiros Kondition war wirklich ausbaufähig, ging es Kaidoh durch den Kopf, aber er sagte noch kein Wort.

„…tut mir leid…“, war schließlich Momoshiros noch immer keuchende Stimme zu hören, worauf sich dieser aber nun aufrichtete und Kaidoh ein breites und entschuldigendes Lächeln zukommen ließ.

Das erste was Kaidoh auffiel war die Schramme auf Momoshiros Wange und bei genauerem Hinschauen, sah dessen Kleidung auch reichlich verdreckt aus.

„Uhm…ich hatte da einen kleinen Zwischenfall, deshalb bin ich spät dran.“, erklärte dieser darauf und wischte sich mit dem Handrücken über sein vom Regen feuchtes Gesicht, was Kaidoh die deutlich aufgeschundene Handinnenseite zeigte. Skeptisch begutachtete er Momoshiro, worauf ihn ebenso auffiel, dass dessen rechtes Hosenbein am Knie aufgerissen und darunter eine weitere Wunde zu erkennen war.

„Was hast du Idiot wieder angestellt?“ Kaidohs Ton war ruhig, als er dies fragte, gab Momoshiro doch ein ziemlich abgekämpftes Bild wieder.

„Naja…da war dieser kleine Hund, der wie aus dem Nichts plötzlich vor meinem Rad aufgetaucht war. Es war etwas spät zum Bremsen, also hab ich versucht auszuweichen, was bei dem Regen nicht ganz so klappte wie gedacht. Und ja…

Aber dem Hund ist zum Glück nichts passiert. Hab ihn noch einfangen können, als auch schon seine Besitzerin gerannt kam.“

Momoshiro lächelte noch immer, auch wenn Kaidoh sich vorstellen konnte, dass dessen Verletzungen spürbar waren.

„Trottel…“, zischte er leise für sich und auch wenn er es nicht zugeben würde, so duldete er dessen Verspätung aufgrund der vorgebrachten Ursache ohne weiteres.

„Aber glaubst du nun ernsthaft, dass ich gegen dich spielen werde in deinem erbärmlichen Zustand? Sorry, aber da ist mir meine Zeit zu schade und mein Sieg wäre nicht viel wert.“ Es stimmte, er wollte so nicht gegen Momoshiro spielen, egal ob dieser dennoch alles geben würde in seiner Verfassung. Der Fakt das dessen Verletzungen Grund sein könnten, das Momoshiro nicht zu hundert Prozent einsatzfähig war, wäre eine Minderung für seinen Sieg.

„Hey sei nicht so arrogant Mamushi, mit dir werde ich allemal fertig! Oder hast du Angst, dass ich dich trotz allem locker schlagen werde?“ Es war wieder typisch Momoshiro, das wusste Kaidoh und genau deshalb ließ er sich diesmal nicht von ihm provozieren, da dieser nur versuchte mit großer Klappe seinen Zustand zu überspielen.

„Ich geh nach Hause, und du solltest das Gleiche tun.“, machte Kaidoh seinen Standpunkt klar und wendete sich schließlich von Momoshiro ab, um zu gehen. „Hast du den Einsatz vergessen, um den es geht?“ Kaidoh hielt bei diesen Worten in seinem Gang inne.

Der Brief.

Denn hatte er vollkommen vergessen gehabt.

Rasch wendete er sich wieder Momoshiro zu, der nun in die Innenseite seiner Jacke griff um ihm demonstrativ ausschlaggebendes Papier vorzuzeigen.

Kurz war es still, während Kaidoh mit hochgezogener Augenbraue auf Momoshiros Hand und deren Inhalt blickte.

„Idiot, wer soll denn jetzt noch lesen können?“

Etwas entgeistert schaute Momoshiro daraufhin auf den Brief, der grau und völlig durchnässt zwischen seinen Fingern klemmte. Ein paar schwarze Schlieren waren alles, was noch von den darauf geschriebenen Kanji zu sehen war.

„Oh…“  Etwas fahrig versuchte er diesen nun mit seinem Shirt trocknen zu wollen, welches aber genauso durchweicht war, wie der Rest seiner Sachen und er nur erreichte, dass das nasse Papier zu reißen begann.

„Ah verdammt!“

„Vergiss es einfach, verstanden.“ Auch wenn Kaidoh vielleicht hätte sauer werden sollen auf Momoshiro, so war er doch ganz froh, dass sich die Sache mit dem Brief nun quasi von selbst erledigt hatte. War nur zu hoffen, dass Momoshiro nicht die Frechheit besessen hatte, ihn doch einfach zu lesen oder gar zu kopieren.

Fürs Erste jedoch, war diese Angelegenheit erledigt.

„Aber…“, jammerte  Momoshiro, unfähig noch etwas vorzubringen, das Kaidoh Ansporn sein könnte es sich noch einmal zu überlegen und knäulte das nun unbrauchbare Papier schließlich frustriert zusammen.

„Dann nimm mich wenigstens mit zu dir, ich bin immerhin verletzt!“ Da war sie wieder, dachte sich Kaidoh überrumpelt, Momoshiros völlig unberechenbare Art einen aus dem Konzept zu bringen.

„Du wirst nicht dran sterben.“, war das Einzige was ihm demnach auf die Schnelle zum Kontern einfiel.

„Aber es ist deine Schuld, dass es dazu gekommen ist.“ Rechtfertigte Momoshiro sein Anliegen und das zu Kaidohs Unverständnis, mit vollkommen ernster Miene und Stimme.

„Warum um alles in der Welt ist es meine Schuld, wenn du nicht in der Lage bist vernünftig Rad zu fahren?!“

„Wäre dieses Match nicht gewesen, hätte ich bei dem Wetter nicht raus gemusst, deshalb!“

„Es war nicht meine Idee dieses Match spielen zu wollen, Blödmann, das war ganz allein deine!“

„Hättest du dir nicht diesen dämlichen Brief geben lassen, dann hätte ich dich auch nicht herausfordern müssen!“

Fassungslos starrte Kaidoh auf Momoshiro, dessen Gedankengänge ihm einfach immer absurder erschienen und es wohl das Beste wäre diesen einfach stehen zu lassen, um nicht noch weiter damit konfrontiert werden zu müssen.

„Du hast sie doch nicht alle!“, waren Kaidohs abschließende Worte, bevor er sich endgültig auf den Heimweg zu machen gedachte.

„Dann muss ich eben hier bleiben, nur weil bei mir niemand da ist, der sich um meine Verletzungen kümmern würde und du wie immer zu herzlos bist. Ich bin gespannt wie du das Tetsuka-bucho erklären willst, wenn ich ausfallen muss, weil sich meine Wunden alle entzündet haben und ich obendrein noch eine Lungenendzündung bekomme. Es ist deine Schuld Mamushi, wenn das Team hilflos untergeht.“

Es war doch wirklich nicht zu fassen! Kannte Momoshiro wirklich keinen Stolz oder wenigstens das Empfinden sich nicht ständig derart lächerlich machen zu wollen?

Mit zorniger Miene schaute er zurück auf Momoshiro, der nun an einem der Pfeiler nach unten gerutscht war und wie ein verwaister Welpe theatralisch auf dem Boden hockte. Hundeblick inklusive.

„Was…?“ Kaidoh besann sich aber rasch und ließ seine Frage offen, da diskutieren mit Momoshiro einfach nur Schwachsinniges nach sich zog. Und auch wenn es Kaidoh widerstrebte, sich auf Momoshiros alberne Anschuldigung einzulassen, so traute er ihm durch aus zu, das er wirklich unfähig wäre sich ausreichend um sich selbst zu kümmern. Womöglich sogar weil er ihm gerade eines auswischen wollte, um es dann Tetsuka zu petzen.

Ein missmutiges Brummen folgte seiner Überlegung.

„Wehe du übertreibst es.“ Mehr war ihm einfach nicht möglich, um mitzuteilen das, wenn Momoshiro darauf bestand mitkommen zu wollen, er dies als Aufforderung sehen konnte. Wenn nicht hatte dieser eben Pech gehabt.

Es war demnach nicht der größte Vorteil, wenn man sich durch anhaltende Rivalität so gut kannte, das Momoshiro seine Botschaft ohne Zögern verstand und sich in etwas Abstand, doch mit zufriedenem Grinsen mit ihm auf den Weg machte.





„Allein zu Hause Mamushi?“ Kaidoh entging nicht der überaus interessierte Blick den Momoshiro präsentierte, während er die fremde Umgebung musterte und dabei aus seinen Schuhe fuhr, wobei er fast noch über seine eignen Füße fiel.

„Meine Eltern sind mit meinem Bruder Verwandte besuchen gefahren.“, erklärte er die Abwesenheit der restlichen Bewohner, und ließ Momoshiro vorerst einmal mit sich allein, hörte diesen aber noch sagen das dies wohl so eine typische Samstagsangelegenheit sei, da seine Familie genau aus demselben Grund nicht zu Gegen wäre.

Einen kurzen Moment später, in dem sich Momoshiro erlaubt hatte den Flur zu verlassen, um daraufhin etwas unbeholfen im Gang zwischen Wohnzimmer und Küche zu stehen, kam Kaidoh die Treppen die sich neben ihm befand herunter, wo er ihm mit einem monotonen „hier lang“ zum Folgen aufforderte.

Momoshiro tat wie ihm geheißen, bis er sich schließlich in einem recht großzügigen Badezimmer wiederfand, wo Kaidoh ihm eines der mitgebrachten Handtücher direkt ins Gesicht warf, damit er seine Haare trocknen konnte.

„Uhm…danke.“, murmelte Momoshiro unter dem weichen Frotteestoff hervor und ging dazu über sich seinen Haaren zu widmen. Das merkliche Stechen, das von seinen Handflächen ausging, erinnerte ihn auch wieder daran, warum er überhaupt hier war.

„Hier.“, klang es nun in seinen Ohren wieder, was Momoshiro unter dem Handtuch hervor und aufblicken ließ, wo ihm Kaidoh diverse Utensilien entgegenhielt, womit er seine Wunden versorgen würde können.

Wortlos nahm Momoshiro diese entgegen und schaute etwas überfordert auf das, was sich nun in seinen zerschundenen Händen befand.

„ Also…“ Es war der Ansatz mitzuteilen, das ihm ein wenig Hilfe ganz nützlich wäre bei dieser Sache, als seine Aufmerksamkeit sich widerstandslos an Kaidohs entblößten Rücken festbiss, der gerade dabei war sich aus seinen nassen Sachen zu befreien, um in trockne Kleidung wechseln zu wollen.

Und Momoshiro konnte nicht anders, als einfach nur zu starren und jede Bewegung die Kaidoh tat zu verfolgen.

Bis dieser dazu ansetzte sich seiner Hose zu entledigen, und dessen Finger sich schon am Bund seiner Short befanden, um diese ebenso abzulegen. Ein lautes Klappern erfüllte den Raum, welches von der metallenen Dose mit Desinfektionsmittel her stammte die Momoshiro unbewusst aus der Hand gerutscht war, was ihn nun ungewollt rot werden ließ.

Ein Blick von Kaidoh auf Momoshiro zeigte, dass dieser noch immer einfach nur dastand, ohne sich dem Verarzten seiner Blessuren auch nur ansatzweise angenommen zu haben.

War dieser den wirklich zu allem unfähig?Ohne weiter darüber nachzudenken, packte Kaidoh Momoshiro am Handgelenk und dirigierte ihn etwas ruppig auf einen der Holzhocker die sich neben der Badewanne befanden und nahm ihm wieder ab, was er ihm kurz zuvor in die Hände gedrückt hatte.

Ein Griff zu seiner Rechten und er holte das heruntergefalle Spray zu sich. Doch bevor er es zum Einsatz brachte, nahm er ein Tuch das er leicht befeuchtete und ging dazu über Momoshiros Handflächen zu säubern.

Wie seiner Kraft zu reagieren beraubt, ließ Momoshiro sich führen und starrte erneut einfach nur auf das, was Kaidoh tat. Selbst das Gefühl Schmerz zu empfinden schien vollkommen vereist, war sich Momoshiro doch sicher, dass er spüren müsste, wenn Kaidoh seinen Wunden zu nahe kam um diese zu reinigen.

Oder sollte dieser so behutsam sein, das er einfach keinen Schmerz empfinden musste?

Ein unbeabsichtigtes, leises Auflachen ergriff Momoshiro.

Dieser Gedanke war einfach nur albern.

Und wie zur Bestätigung, verspürte er plötzlich das unangenehme Brennen der Desinfektion auf seinen Handflächen, was Momoshiro laut zischen ließ, im Versuch sich diesem Gefühl, und damit Kaidohs unerwarteten, eisernen Griff zu entziehen. Nur dachte Kaidoh nicht daran, ihn sich herauswinden zu lassen. Wenn Momoshiro schon die Dreistigkeit besaß, ihn so weit zu drängen, ihn mit zu sich nach Hause zu bringen, dann sollte er nicht der Illusion erliegen, dass er damit einen simplen Sieg über Kaidoh errungen hatte.

Mit einem Lächeln der Genugtuung bandagierte er schließlich beide Hände etwas und richtete sich wieder auf, wo sein Blick auf den zerrissenen Stoff an Momoshiros Knie fiel.

„Zieh deine Hose aus.“, kam es wie automatisch aus seinem Mund, was Kaidoh selbst kurz überraschte. Aber wenn er schon mal dabei war. Umso schneller konnte Momoshiro wieder von hier verschwinden.

Momoshiros Blick auf diese Aufforderung hin, war für Kaidoh nicht recht zu deuten, doch nach kurzem Schweigen erhob sich Momoshiro etwas zögerlich und…

„Deine Unfähigkeit kennt wirklich keine Grenzen was?!“, genervt schob er Momoshiros Hände aus dem Weg, die unbeholfen versuchten den Strick im Bund von Momoshiros Trainingshose zu öffnen, der einfach nur mit einem doppelten Knoten geschnürt worden war, den Momoshiro mit seinen verbunden Händen einfach nicht im Stande war wieder zu lösen.

Und wäre Kaidoh nicht eh schon in solch einer ungehaltenen Stimmung, wäre ihm der Umstand, dass er gerade an Momoshiros Hosenbund herumfummelte, um diesen zu öffnen, sicherlich unangenehm genug um feuerrot anzulaufen. Beziehungsweise hätte er nie auch nur die Anstalt gemacht, diesem dabei behilflich zu sein.

„Den Rest wirst du wohl allein hinbekommen!“, murrte er, als er den Strick entknotet hatte und trat wieder etwas zurück, damit Momoshiro seine Hose ausziehen konnte, worauf dieses abermals unbeholfen vor ihm stand.

„Setzen!“ Das folgsame und rasche Folgeleisten von Kaidohs Anweisung, ließ ihn einen Moment überrascht auf Momoshiro schauen, der grad wie ein gescholtenes Kind wirkte und untypischerweise nicht einen Ton von sich gab.

Stattdessen saß dieser nun mit gesenkten Kopf vor ihm und versuchte sein eh schon recht langes Shirt soweit zu dehnen, dass es fast seine kompletten Oberschenkel versteckte.

Genierte sich Momoshiro etwa gerade?

Mit einem Kopfschütteln überging er Momoshiros Benehmen und wendete sich dessen Knie zu, das noch etwas mitgenommener aussah, als dessen Hände.

Doch kaum, dass er das angefeuchtete Handtuch zum Reinigen hätte ansetzen können, zog Momoshiro sein Bein zurück, wohl weil er doch einfach nur ein wehleidiger Trottel war. Mit einem Zischen griff Kaidoh schließlich wieder danach und hielt es erneut hartnäckig fest, um seine Prozedur durchführen zu können.

Der erneute Griff zur Desinfektion, ließ Momoshiros Bein jedoch noch unruhiger werden.

„Warte Mamushi, das ist nicht nötig, es tut auch gar nicht mehr weh, hörst du!“, zickte Momoshiro und zerrte immer kräftiger, um Kaidohs Halt zu entkommen, was diesen aber einfach nur immer grimmiger werden ließ, über dessen jämmerliches Verhalten.

„Jetzt stell dich nicht so an Weichei! Wer hat denn Gejammer, das er unbedingt verarztet werden müsste? Also reiß dich gefälligst zusammen!“

Es überraschte Kaidoh jedoch nicht, das Momoshiro trotzdem weiter wie ein Feigling versuchte zu entfliehen, bis Kaidoh es schließlich satt hatte und dessen Bein einfach los ließ, was Momoshiro in seinem Gezappel prompt nach hinter vom Hocker fallen ließ, und er sich dabei leicht den Kopf an der Badewanne anstieß.

„Verdammt Mamushi, das war doch mit Absicht!“, zeterte Momoshiro, während er sich getroffene Stelle rieb, um schließlich missmutig zu Kaidoh zu blicken, der ihn sonderbar zu mustern schien.

Die Erkenntnis kam recht schnell über Momoshiro, als er Kaidohs Aufmerksamkeit folgte, welche sich auf seine Hüften bezog.

Ah, er hatte doch versucht sie zu verstecken, aber nun hatte Kaidoh einen äußerst guten Blick auf seine Shorts, auf welcher sich kleine Cartoon-Schlangen tummelten von denen ein paar sogar mit gedruckten, zischenden Lauten versehen waren.

Hektisch, wenn nun auch eher unnötig, zerrte Momoshiro wieder sein Shirt darüber auch wenn er wusste, dass Kaidoh genau gesehen hatte, was er nicht hätte sehen sollen.

„Die waren ein Geschenk…“, rechtfertigte Momoshiro die Applikationen mit einem angehängten nervösen Lachen.

„Schon klar.“, war Kaidohs monotone Antwort darauf.

Jedoch weiteten sich Momoshiros Augen Unheil ahnend, als Kaidoh die Situation zu nutzen wusste und ihm nun am Fußgelenk packte, das Desinfektionsspray schon griffbereit, das sämtliche Zeichen von Verlegenheit mit folgendem, unbarmherzigen Brennen zu vertreiben wusste.

Kaidoh war eindeutig ein Sadist!
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