Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Die dunkle Ritterin

von Dolette
Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P18 / FemSlash
15.10.2015
17.11.2016
66
215.595
5
Alle Kapitel
33 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
27.11.2015 3.041
 
+

Kapitel 36
Der Aufzug des Todes


Sie hatte es ja gewusst. Noch immer starrte sie fasziniert in die forschenden, blauen Augen der Todesritterin, in denen der goldene Schimmer sanft flackerte. Sie brauchte einige Herzschläge, ehe sie bemerkte, dass sie einander noch immer an den Händen hielten. Doch auch Dolette machte keine Anstalten sich zu rühren. In dem Moment spielten ihre Sinne, ihr abermals einen Streich. Die Farbe ihrer Haare, nahmen einen satten Goldton an, ihre Haut wurde rosig, die Augen verloren ihren düsteren, leuchtenden Glanz und die Lippen der Elfe, die sie noch immer so schmerzlich liebte, schienen mit Blut befüllt zu werden.
Marialle konnte ihren Blick einfach nicht, von den Augen der ehemaligen Paladin, abwenden. Sie waren wieder dunkelblau und das Feuer tanzte golden darin. Ein Sog erfasste sie und sie fühlte sich, als würde sie immer näher an diese wunderschönen, forschenden Augen heran gezogen.
"Dole..." Entwich es ihrer Kehle, heiser und leise wie ein Hauch. Ihr Blick strich hinab zu den vollen rosa Lippen und wurde gefangen genommen. Sie schloss ihre Augen, fest entschlossen sich diesem Moment hinzugeben, als plötzlich die Lippen der Todesritterin hart und kalt auf die ihren gepresst wurden. Sie war nach hinten übergekippt und Dolette lag auf ihr, die Augen erschrocken und weit geöffnet, zog sie ihre Lippen schnell einen Fingerbreit zurück.
"Herrin Dolli immer ohne Susanne kuscheln!" Drang das Gejammer der Sukkubus an ihre Ohren. Beim Licht, wie lange hatten sie in dieser Starre verbracht? Es war mittlerweile stockdunkel geworden.
Marialle starrte noch immer in das makellose Gesicht und aus dem Augenwinkel sah sie, wie sich der Kopf der Dämonin, an dem von Dolette vorbeischob und einen Schmollmund aufsetzte.
"Susi...", seufzte die Priesterin kaum hörbar, was der dunklen Ritterin ein Schmunzeln entlockte.
"Sag mal was hast du denn da grade vor gehabt?", fragte sie süffisant und ein wissendes Lächeln stahl sich auf ihre blutleeren Lippen. Der Menschenfrau stieg eine gesunde röte in die Wangen und sie brachte keinen Ton heraus. Stattdessen versuchte sie die Untote, über ihr, mit sanftem Druck, von sich zu schieben, doch diese machte keine Anstalten zu helfen.
"Was tust du denn da, geh runter von mir.", befahl sie, mittlerweile um Atem ringend. Die Todesritterin zog amüsiert eine Augenbraue hoch und drückte sich leicht vom Boden ab, doch gab unter der lasst der Sukkubus auf ihrem Rücken, wieder nach. Die Hohepriesterin stieß hart die Luft aus.
"Schön kuscheln, kuscheln." Erklang es genießend hinter der Elfe, die noch immer grinste.
"Ich weiß gar nicht, warum du dich beschwerst, jetzt sollte dir doch warm werden." Antwortete sie leicht hin. Und tatsächlich, Marialle spürte Wärme in sich aufsteigen, nein Hitze. Nicht ausgehend von den beiden Frauen über ihr, wenn auch Dolette sicherlich der Auslöser dafür war, dass in ihrem Inneren ein heißes Feuer zu lodern begann und die eigentlich kühle Haut der untoten Elfe über all dort wo sie die der Priesterin berührte, drohte sie zu versengen. Beim Licht, ihr war schrecklich heiß und erst jetzt spürte sie überall an ihrem Körper die wohlgeformten Rundungen der schönen Elfe. Die Hitze schien sich in ihrem Gesicht und Schoß zu konzentrieren. So hatte sie seit Ewigkeiten nicht mehr empfunden und es war ihr schrecklich unangenehm. Sie stemmte ihre Hände gegen die Taille der Todesritterin und drückte. Vergebens. Dolette grinste noch immer, ein weiteres mal schien sie genau zu wissen was die Priesterin grade fühlte und umso mehr konzentrierte sich die glühende Hitze in ihrem Gesicht. Doch plötzlich erschrak sie, der heitere Ausdruck im Gesicht der Elfe, verfinsterte sich schlagartig und ein Schatten schien ihr über die Züge zu streifen.
"Kinnab! Nimm dieses Ding augenblicklich von mir runter, sonst kannst du deine Knochen aus allen Himmelsrichtungen zusammen sammeln!", zischte sie gefährlich leise, doch der Verlassene schien es vernommen zu haben.
"Susi! Die beiden ersticken ja, lass sie los!", ließ er sich laut vernehmen und die Dämonin gehorchte.
"Wieso Meisterchen böse? Nächstes mal mitkuscheln!", schmollte sie wieder.
Dolette hatte Marialle währenddessen, die ganze Zeit mit ihrem Blick gefangen gehalten, doch er hatte sich stark verändert. War nicht mehr forschend, nur noch hart und ablehnend. Einen Herzschlag ließ sie noch verstreichen, bevor sie sich so kraftvoll von der Priesterin wegstieß, so dass sie gleich einige Körperlängen zurück sprang. Gelandet, drehte sie sich auf dem Absatz um, verschwand im dunklen Nebel und ließ eine verwirrte Marialle zurück.

'Reiß dich endlich zusammen! Diese Gefühle schaden dir nur! Du bist eine Todesritterin, wie willst du deinen Durst stillen, wenn du so verweichlichst?', flüsterte die finstere Stimme in ihrem Inneren gegen das Lodern an und Dunkelheit drohte die goldene Flamme zu verzehren.
Dolette stand reglos zwischen einigen Nadelbäumen und richtete den Kopf zum wolkenverhangenen Himmel. Die tiefe Schwärze der Dunkelheit schien sie verschlingen zu wollen.
Auch wenn sie nicht fror, der eisige Hauch des Windes verpasste ihr eine nie gekannte Gänsehaut, die sie schaudern ließ.
Nein, es war nicht der Wind. Sie spürte eine warme Hand auf ihrer Schulter, doch sie vermochte sich nicht umzudrehen. Wenn sie jetzt nachgab würde sie völlig verweichlichen.
"Was willst du?", fragte sie daher knapp und ihre Stimme klang weicher als sie wollte.
"Komm zurück zu mir ins Bett, Liebste. Heute Morgen ist es kalt." Erklang die sanfte Stimme der Priesterin, wie aus weiter ferne. Die Sänfte und die liebevolle Ansprache, ließen sie ruckartig umdrehen und sie erschrak, als sie nichts sah außer das dumpfe Flimmern des Lagerfeuers, viele Körperlängen entfernt.
'Mari.' Hallte ein warmer Ruf in ihr wieder. Die goldene Flamme erwachte zu neuem Leben und loderte heiß in ihr. Sie spürte eine ungekannte Sehnsucht in sich aufsteigen und war versucht einfach in das Lager zurück zu rennen, die Priesterin zu packen und sie nie wieder los zulassen.

Der Morgen kam schnell und sie fühlte sich nach der kurzen Nacht nur wenig erholt. Marialle lag noch lange wach und fragte sich, was in der Todesritterin vorging, dass ihre Stimmung so extrem schwankte, doch als diese irgendwann zurück gekehrt war und sich in ihr Lager legte, fiel sie endlich in einen traumlosen Schlaf. Nach einem stillen Frühstück packte sie, wie die anderen beiden, ihr Habe zusammen und warf sich ihre Tasche über.
"Also laufen wir jetzt an diesem Abhang entlang, bis wir diesen Flaschenzug finden?", fragte Plagg gähnend.
"Das habe ich doch gestern gesagt, oder nicht?", kam es gleichgültig von der dunklen Elfe. Von dem Schatten und der deutlichen Missgunst war nichts mehr in ihrem Gesicht zu finden, dennoch schien sie ein weiteres mal verändert. Marialle schalt sich für ihre Gedanken, sie dachte viel zu viel darüber nach. Sie drohte sich in diesen Grübelleien zu verlieren und das war, für die letzte Hohepriesterin des Reichs Sturmwind, absolut inakzeptabel.
So trottete sie hinter der Todesritterin her, bemüht sich nicht wieder von ihren Gedanken übermannen zu lassen. Die Vier marschierten eine ganze Weile an der steilen Felswand entlang, bis sie tatsächlich an einen großen Käfig kamen, der an einer Seilkonstruktion hing.
"Der sieht schon ziemlich alt aus, meint ihr wir können ihn unbeschadet benutzen, Mylady?", wandte sich der Velassene an seine Herrin.
"Wir müssen es versuchen, sonst verlieren wir zwei Tage, wie der Hochexekutor meinte. Das können wir uns nicht erlauben, Kinnab." Der Untote nickte entschlossen und betrat den Käfig, Dolette und Marialle folgten ihm hinein.
"Und wie setzt man dieses Ding nun in Gang?" Fragte die Priesterin ruhig und suchte die Kabine nach einem Hebel oder Knopf ab.
"Ich nehme an dieser Hebel hier, dürfte dabei hilfreich sein, Lady Hohepriesterin." Erklang die klare, kühle Stimme der Todesritterin, an die Menschenfrau gewandt. Sie legte den Hebel um und augenblicklich begann sich der Käfig knarrend und krächzend in Bewegung zu setzten.
"Bemerkenswert was es alles gibt.", kam es erstaunt von dem Untoten.
Die Kabine war klein, was Susanne und Plagg zu genießen schienen, Marialle hingegen war es äußerst unangenehm so nah an der Elfe zu stehen. Sie hatte eine Hand oben in eine der Schlaufen gesteckt und so war es fast, als stünde die Priesterin in ihrem Arm. Sie linste kurz hinauf in das von jedem Makel erhabene Gesicht und zuckte augenblicklich zurück, als sie den prüfenden Blick sah, mit dem Dolette sie bedachte.
"Mh?", kam es nur abwesend von der Untoten.
"Nichts! Ich habe mich nur gefragt, ob diese Konstruktion, für vier Personen ausreichend ist.", antwortete sie ausweichend und bemüht einen beiläufigen Ton anzuschlagen. Die Todesritterin lächelte sanft und legte einen Arm um die schlanke Taille der Priesterin, bevor sie wieder auf sah.
"Keine Sorge ich lasse dich schon nicht fallen. Ich beschütze dich, Marialle.", flüsterte sie ruhig zu ihr hinunter und verstärkte den Griff noch etwas. Der kühle Hauch an ihrem Ohr, ließ die Menschenfrau erschaudern und ein wohliger Schauer legte sich über ihren Rücken. Die Wortwahl, die die dunkle Elfe nutzte, war so vertraut und so lehnte sie sich leicht in die Umarmung. Ein kaum vernehmbares Seufzen, ließ sie erneut aufschauen und überrascht sah sie, dass Dolette die Augen geschlossen hatte.
"Mach die Augen auf, sonst verpasst du den schönen Anblick.", sprach sie neckend. Doch die Untote schien nicht zu hören.

'Mach die Augen auf, Liebste. Sonst verpasst du diesen schönen Anblick.', hallten die, liebreizend gesprochenen, Worte in der dunklen Ritterin wieder und als sie ihre Augen öffnete, sah sie die Priesterin in einem atemberaubend schönen Abendkleid vor sich. Der samtweiche Stoff fiel fließend an der Silhouette der jungen Menschenfrau herab und betonte ihre Figur überaus gut. Ihr schulterlanges Haar fiel locker zur Seite. Sie war bezaubernd schön. Ihre silbernen, matten Augen funkelten hie und da auf, während sie sich drehte, um sich zu präsentieren.
"Du bist so wunderschön." Hörte sie sich selbst sprechen und schlagartig wurde ihr wieder bewusst wo sie war. Sie vernahm ein "Mh?" und riss die Augen auf. Vor ihr erstreckte sich ein unglaublicher Anblick, als sie die Nebeldecke durchbrachen und auf sie hinabzuschauen vermochten. Überall ragten vereinzelte Spitzen der Nadelbäume aus dem Nebel, und die graue Decke schien sich schwebend zu bewegen.
In dem Moment spürte sie, wie der Boden unter ihren Füßen plötzlich nachgab und instinktiv verstärkte sie den Griff um die Taille der Hohepriesterin.
"Halt dich fest, Mari!", befahl sie herrisch, was ihr zwar einen erschrockenen, aber vor allem, verwunderten Blick einbrachte. Dolette hielt sich mit aller Kraft an dem Lederriemen fest, der an der Decke befestigt war. Unter sich sah sie Plagg und Susanne abstürzen. Die Dämonin, die sich jedoch schnell, ihrer Fähigkeit zu fliegen bewusst wurde, fing den Verlassenen mit Leichtigkeit auf.
"Das Ende ist nicht mehr weit, haltet aus!", rief der Hexenmeister im vorbeifliegen und noch immer fuhr der halbierte Käfig, bedrohlich knarrend, hinauf.
"Ich rutsche aus der Schlaufe, Mari. Ich werde dich jetzt an die Gitterstäbe schwingen und dann kletterst du auf das Dach, hast du mich verstanden?" Die Angesprochene nickte entschlossen und die Elfe, schwer keuchend, begann sie auf die verbliebenen Stäbe, zu zu schwingen.
"Jetzt!", schrie sie,. Ließ die Priesterin los, die ein winziges Stück ohne Halt, durch die Luft flog und sich schließlich an den Gitterstäben festhalten konnte.
"Und jetzt kletter hinauf.", befahl Dolette weiter und Erschöpfung lag deutlich in ihrer Stimme. Oben angekommen, schaute Marialle durch das große Loch, durch das die Seile führten und sah die Untote kraftlos an der Schlaufe hängen.
"Jetzt du, Dole. Schwing dich rüber.", schrie sie hinab, das Knarren der Vorrichtung war auf dem Dach um einiges lauter, als in der Kabine.
Dolette sah erleichtert zu der Menschenfrau auf und lächelte matt, bevor sie begann zu schwingen. Sie ließ den Lederriemen los und hielt sich sicher an den Gitterstäben. Ein weiteres mal lächelte sie zu Marialle hinauf, diesmal erfreut und siegessicher, was ihr diesen charmanten, jugendlichen Gesichtsausdruck verlieh. Marialle lächelte zurück, doch in dem Moment rutschten die Stäbe aus ihren Verankerungen und sie sah wie das schockierte Gesicht der Priesterin immer weiter von ihr fort gerissen wurde.

"Doooooole!", schrie die Priesterin aus Leibeskräften und musste der Todesritterin zusehen, wie sie im Nebel verschwand.
"Nein!", presste sie atemlos hervor und in dem Augenblick schoss ihr eine schwarz, violette Hand entgegen und sofort streckte sie ihre aus, um sie zu ergreifen. Als der Käfig weiter hinauf fuhr, erblickte sie erleichtert, die Gestalt der Elfe, die sich aus dem Nebel schälte. Einige Herzschläge verstrichen, bevor Marialle spürte wie ihre Kraft rapide abnahm und sie Mühe hatte die Hand weiter fest zuhalten. In dem Moment tauchte die Sukkubus neben ihr auf.
"Susi, schnell ich kann Dolette kaum noch halten!", befahl sie atemlos und spürte, wie Dunkelheit sie umfing.

'Mariiiiiiii...', hallte die verzweifelte Stimme ihrer Liebsten, wie in unzähligen Träumen zuvor, in ihr wieder.
Kraftlos ließ sie los.
Alles drehte sich und sie wippte auf und ab. Langsam öffneten sich ihre Augen und sie gewöhnte sich nur langsam an das helle Weiß, das sie, ausgehend von den tief hängenden Wolken, umgab. Sie musste einige male blinzeln, doch dann erkannte sie die blau, schimmernden Augen die besorgt zu ihr hinab schauten. Erleichterung durchströmte sie und sie glitt augenblicklich wieder in die Ohnmacht zurück.

Als sie das nächste mal erwachte, war es bereits dunkel und sie lag auf ihrem Felllager. Marialle drehte leicht ihren Kopf und erkannte die Todesritterin an ihrer Seite, gegen einen Stein gelehnt, schlafend.
'Zum Glück', dachte sie. Offenbar hatte die Dämonin es geschafft, Dolette rechtzeitig zu fangen. Ein sanftes Lächeln glitt über ihre Lippen und sie streckte grade die Hand aus, um der Elfe über die Wange zu streichen. Ihre Haut war eben wie aus Marmor und der Drang verstärkte sich enorm, als der Hexenmeister sich vernehmen ließ und sie ruckartig ihre Hand zurück zog.
"Wie fühlt ihr euch Mylady?", fragte er und der Klang seiner Stimme, ließ die Todesritterin augenblicklich erwachen. Abrupt drehte sie sich zu der Priesterin und sah sie mit einer Mischung aus Sorge und Scham an.
"Alles in Ordnung denke ich, es ist jedenfalls noch alles dran.", versuchte sie sich an einem Lächeln, doch der Ausdruck im Gesicht der Untoten erschwerte ihr den Versuch.
"Wie lange war ich denn weg?" Fragte sie als keiner der beiden, etwas sagte.
"Etwa einen halben Tag.", kam es nun gedrungen von Dolette.
"So lange? Ich verstehe gar nicht, warum ich überhaupt in Ohnmacht gefallen bin. Ich weiß nur noch, dass ich mich plötzlich so schwach fühlte und dann Dunkelheit." Plapperte sie leicht hin, doch die Mine der Todesritterin verfinsterte sich noch mehr.
"Man nennt ihn nicht umsonst Todesgriff, Marialle. In der Regel lässt er sein Opfer nur erstarren, aber meine Kräfte wirken auf dich, ganz besonders negativ. Offenbar entzog ich dir deine Energie. Es tut mir leid.", erklärte sie analytisch und wandte zum Ende den Blick, gen Boden, ab.
Marialle legte eine Hand auf ihre und drückte sie zart, auf dass die Elfe sie anschaue. Das sanft gold und silber beleuchte ihre Gesichter.
"Solange es dich gerettet hat, war es das doch wert.", sprach sie sanft und lächelte milde. Die dunkle Ritterin schien hart zu schlucken und brachte nur ein kehliges, "Ja." heraus.
"Siehst du. Gibt es was zu Essen? Ich habe einen Bärenhunger.", strahlte sie nun und die Todesritterin sprang ungelenk auf, wodurch die Töpfe und Pfannen in einer der Taschen laut schepperten. Marialle schmunzelte gütig und der Elfe schien ein rosiger Hauch auf die Wangen zu steigen.
"Nach dem Essen, solltet ihr euch vielleicht erfrischen, Lady Marialle. Das bringt den Kreislauf wieder in Schwung.", ließ sich Plagg, ebenfalls schmunzelnd vernehmen.
"Eine gute Idee, Meister Kinnab, das werde ich tun."

Nachdem sie gegessen hatten, schickte, sich die Hohepriesterin an nach einem Gewässer zu suchen.
"Ich begleite dich!", kam es ungewollt ruppig, von Dolette, nachdem sie ebenfalls aufgesprungen war.
"In Ordnung, Dolette.", antwortete Marialle zögernd und bedachte die Todesritterin eines abschätzenden Blickes.
"Dann komm.", wurde sie aufgefordert und die Elfe gehorchte.
"Wir sind vorhin an einem See vorbeigekommen, wir dürften ihn gleich erreichen.", erklärte sie und überholte die Menschenfrau.
Als sie an die Lichtung traten, die vor dem See lag, brach die Wolkendecke grade auf und ließ die Wasseroberfläche silbern, im Schein des Mondes, glitzern. Dolette starrte gebannt darauf und wandte sich erst ab, als die Wolken den Mond wieder verdeckten. Sie schaute zu der Priesterin, die grade ihre Robe hinab gleiten ließ.
"Sag mal hatten wir das Thema nicht schon?", schmunzelte sie und die dunkle Ritterin drehte sich augenblicklich wieder um, was Marialle nun herzhaft lachen ließ.
"Wieso bist du mitgekommen, wenn du dich doch nur peinlich berührt abwendest?", fragte sie keck, während sie ins Wasser glitt. Die Untote räusperte sich.
"Um dich zu beschützen, selbstverständlich. Du bist womöglich noch immer geschwächt.", ließ Dolette steif verlauten, was die Hohepriesterin, erneut leise lachen ließ. Die Wolkendecke lichtete sich aufs neue und der Anblick der sich ihr nun bot, raubte der Elfe den Atem. Das nasse, hellbraune Haar der Menschenfrau, schien im Schein des Mondes, silbern zu glänzen, ebenso wie die Haut ihrer grazilen Schultern bis zum wohlgeformten Schlüsselbein. Bei jedem Zug, den sie durchs Wasser tat, funkelten die herausragenden Körperteile.
"Ach so, wenn du mich nur beschützen willst, musst du natürlich da stehen bleiben und zugucken." Es schien ihr, als würde sie zwinkern, während sie diese Worte verführerisch zu ihr rüber rief. Ein wohliges Glücksgefühl breitete sich in Dolette aus. Die Priesterin wieder so unbeschwert und frech zu erleben, ließ die Flamme in ihrem Inneren ungehindert züngeln.
Die Dunkelheit in ihr machte Anstalten, doch loderte das Feuer viel zu stark und so ließ sie ihren Umhang fallen, öffnete die Verschlüsse ihrer Rüstung und streifte das kurze Leinenhemd sowie die Hose ab.
"Ich habe nie behauptet, dass das das Einzige ist, was für mich, von Begehr ist, Mylady." Sprach sie ruhig und stieg in das kühle Nass in dem die Priesterin, sie mit einem Lachen und einem Schwall Wasser in Empfang nahm.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast