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Die dunkle Ritterin

von Dolette
Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P18 / FemSlash
15.10.2015
17.11.2016
66
215.595
5
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15.11.2015 3.362
 
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Was könnt ihr noch?


Die Alte nickte Cairne zu, worauf hin er kehrt machte und die Höhle wieder verließ.
"Setzt euch, Töchter von Mu'sha und An'she!", befahl Garta, worauf Dolette und Mariall sich an dem kleinen Feuer niederließen. Die Schamanin warf etwas ins Feuer worauf bläulicher Rauch aufstieg.
"Hört mich an Ahnen. Geister unserer Welt, Kinder der großen Erdenmutter! Der Wolf!" Sie warf erneut etwas in die Flammen, worauf sich der Rauch wieder grau verfärbte.
"Der Falke!" Der Rauch wurde gelb.
"Der Fisch!" Aus gelb wurde blau.
"Und der Bär!" Jetzt nahm er einen satten grünen Ton an und schien nun die drei Frauen zu umströmen.
"Ihr alle seid verbunden, mit der alles erschaffenden Erdenmutter. Ohne ihre Augen könnte das Leben in eurer Welt nicht blühen und gedeihen, also hört mein Flehen und gebt einen Teil zurück, was ihr einst erhalten habt! Wir stehen vor dem Ende und die Sonne-Mondkinder sind die Gefäße eurer Energien." Der Rauch umkreiste nun jede von ihnen einzeln, Marialle warf einen besorgten Blick zu ihrer Liebsten, nach dem sie sah wie Garta ihre Augen schloss und in ein monotones Summen verfiel, das von ihrem wippendem Körper begleitet wurde.
'Die Alte hat sie doch nocht mehr alle, Dole. Ich finde das ganze hier mehr beängstigend, als alles andere.'
'Ganz ruhig Liebste, das ist doch alles nur Schall und Rauch.' Die Paladin musste bei ihren Worten schmunzeln, doch erschrak  jäh als die Schamanin sich erhob und ihren reich verzierten Stab über das Feuer hielt.
"Spottet nicht! Es hat schon begonnen. Spürt wie die Mächte allen Lebens in euch eindringen." Da wurde Marialle klar, dass sie eben in Gedanken miteinander gesprochen hatten. Auch auf dem Gesicht der Elfe zeichnete sich die Erkenntnis ab und sie versuchten sich nun auf die Energien zu konzentrieren die plötzlich ganz deutlich zu spüren waren. Die Alte ließ sich wieder zurück auf ihren Platz sinken und fing erneut an zu summen und zu wippen.
Es kam den beiden wie eine Ewigkeit vor, in der sie von dem Rauch umhüllt wurden und die unterschiedlichsten Kräfte in sie strömten. Sie spürten alle möglichen Tiere in sich, die Luft, das Wasser, jeden Stein und jede Pflanze. Von allem was auf dieser Welt war schien ein Teil in sie über zugehen. Und dann sah sie wie Dolette zur Seite kippte und auch sie wurde augenblicklich von Dunkelheit umschlungen.
Als sie wieder zu sich kam war sie allein. Sie war nicht mehr in der Höhle und sie schien auch nicht mehr in ihrer Welt zu sein. Alles sah anders aus, der Boden schimmerte bläulich und war von kleinen silbernen punkten übersät. Am grünen Himmel waren eine Sonne und ein Mond zur selben Zeit zu sehen. Die Bäume und Sträucher um sie herum, waren in die unterschiedlichsten Gelb- und Rottöne getaucht. In einiger Entfernung sah sie einen großen weißen Baum und da er das einzige war, das sich aus dieser surrealen Umgebung abhob, beschloss sie dort hinzugehen. Jeder ihrer Schritte hinterließ Wellen die sich von innen nach außen ausbreiteten, als würde sie auf Wasser gehen. In der Ferne erklang der Ruf eines Falken und hinter ihr hörte sie ein bedrohliches Knurren, was sie schneller gehen ließ. Von der Seite ertönte nun ein lautes Brüllen und obwohl sie rannte, schien sie dem Baum nicht näher zu kommen.
Sie hielt inne und schloss die Augen. Das hier konnte nicht echt sein. Das Knurren hinter ihr wurde lauter, doch sie machte keine Anstalten sich zu bewegen. Marialle erinnerte sich auf einmal, an das was in der Höhle geschehen war und plötzlich konnte sie den Wolf hinter sich spüren, sie drehte sich um und sah ihm in die stechenden, gelben Augen, was ihn erstarren ließ. Er stand nur da und erwiderte ihren Blick, sie schloss wieder ihre Augen und konzentrierte sich.
Dole.
Als sie die Augen wieder öffnete, hatte sich nichts an der Szenerie geändert, nur dass von der Seite nun auch ein Bär bedrohlich nah kam und die Zähne fletschte, doch auch ihm konnte sie, nur mit einem Blick Einhalt gebieten. Sie schloss wieder die Augen.
Dole!
Der Schrei des Falken ließ sie wieder ihre Augen aufreißen, er stürzte vom Himmel, mit Sonne und Mond im Rücken, zu ihr hinab. Sie konnte seine Augen nicht erkennen, da sie stark blinzeln musste, um gegen das Licht sehen zu können. Der Vogel schoss auf sie zu und schien immer schneller zu werden. Einem Impuls folgend konzentrierte sie sich und ließ die beiden Himmelskörper aus dem Rücken des Tieres weg wandern, bis sie die Wärme des Lichts auf ihrem eigenen Rücken spürte und der Falke brach seinen Sturzflug ab. Sie schloss ein weiteres mal die Augen.
DOLE!
Und augenblicklich fühlte sie die Präsenz ihrer Geliebten.
'Wo bist du Dole?'
'Ich bin bei dir!' Plötzlich spürte sie, wie sie von zwei Armen sanft umschlungen wurde und als sie die Augen öffnete, sah sie das golden schimmernde Gesicht ihrer Liebsten. Ihre Augen waren vollkommen in den vertrauten Goldton getaucht, nichts von dem dunkel des Blaus war mehr darin zu finden und auch die Haare der Elfe schienen mehr den je in ihrer ureigenen Farbe zu leuchten. Marialle spürte die unglaubliche Macht die von ihr ausging und machte große Augen.
'Glaub mir du bist grade auch mehr denn je eine Erscheinung, Mari.', sandte die Paladin und lächelte liebevoll. Sie erwiderte das Lächeln und streichelte sanft über ihre Wange, worauf hin Dolette genießend die Augen schloss.
'Wir sollten wohl aufwachen, man braucht uns.', kam es nun von der Priesterin.
'Dann wach doch auf, Marialle.'

"Mari, wach auf! Es ist vorbei." Sie spürte wie alles um sie herum von ihr gerissen wurde und schließlich auch die Präsenz der Paladin, nur damit alles hart auf sie zurück prallen konnte. Das erste was sie fühlte war Kälte, dann ein heißes Glimmen, ausgehend von Dolette. Je mehr Zeit verging um so mehr konnte sie ihre Umgebung wahrnehmen. Als nächstes war da die Schamanin, um sie herum die Höhle, draußen Vol'jin der äußerst ungeduldig wartete, gefolgt von den unzähligen Tieren, Bäumen, Pflanzen, Steinen, der Luft und schließlich der weite Ozean und eine ungekannte Ruhe überkam sie.
Als sie endlich die Augen öffnen konnte, sah sie in die der Hochelfe die noch immer komplette in einen matten Goldton getaucht waren aber nicht mehr leuchteten.
"Mari? Liebste, alles in Ordnung?"
"Gib ihr noch einen Moment Elfe, eine Seelenwanderung für sich, ist schon zu viel für einen schwachen Menschen, von der Verbindung zu den Ahnen und allem Leben, das sie umgibt, ganz zu schweigen." Hörte sie die krächzende Stimme von Garta.
"Sie ist nicht schwach!", protestierte die Paladin ruhig und Missgunst schwang deutlich in ihrer Stimme mit.
"Schon gut Dole. Hilfst du mir bitte auf?" Sie ließ sich von der Elfe in eine sitzende Position schieben.
"Wie geht es nun weiter Meisterin Quelltotem?", wandte sie sich an die Schamanin.
"Das Ritual ist beendet, mehr liegt nun nicht mehr in meiner Hand."
'Dann nichts wie raus hier!', sandte Marialle in Gedanken, worauf Dolette ihr nur kaum merklich zu nickte.
"Habt Dank, Schamanin. Wir werden mit diesem Geschenk den Dämonen, der unsere Welt bedroht aufhalten." Die Alte nickte den beiden zu nachdem sie sich erhoben hatten.
"Dann geht, Töchter von Mu'sha und An'she und tretet eurem Schicksal mutig entgegen, denn die Welt wird euer Schicksal teilen." Sie spürten den Blick der Schamanin noch lange auf sich, bis sie endlich aus der Höhle traten.
Vor ihnen auf dem Boden lag der Troll und schnarchte in aller Seelen Ruhe.
"He Vol'jin! Wach auf, wir sind wieder zurück.", riss die glockenklare Stimme der Hochelfe, den Häuptling der Dunkelspeere aus seinem Nickerchen. Seine gelben Augen linsten durch die Schlitze seiner Lider.
"Elflein! Weibchen, ihr seid wieder da! Bei den Lao, endlich!" Er richtete sich etwas zu schnell auf, sodass er kurz ins Taumeln geriet, aber die beiden Frauen fingen ihn auf. Wie ein Blitz durchzogen die Priesterin plötzlich Bilder aus dem Leben des Trolls. Von seiner Geburt, über Kindheitserinnerungen, seiner Ausbildung zum Schattenjäger, über Schlachten bis zum heutigen Tag. Marialle wurde kurz übel als sie Bilder eines Rituals sah, bei dem er Teile seines Gegners verspeiste, um ihm die letzte Ehre zu erweisen und seine Kraft in sich aufzunehmen. Und sie sah wie lange sie in der Höhle waren.
"Zehn Tage...?", stieß die Paladin hervor und Marialle war froh, dass sie die Flut von Bildern offenbar nicht als einzige gesehen hat.
"Eh danke. Ja und?" Er sah die beiden Frauen abwechselnd an.
"So lange waren wir dort? Hat die Schlacht um Thralls Lager schon begonnen?", beendete die Priesterin, den Gedankengang von Dolette. Die Miene des Trolls verfinsterte sich schlagartig.
"Sie is schon vorüber, muss ich befürchten. Seht, der Rauch am Horizont ist schon weiß." Sie blickten in die Richtung in die er deutete und sahen ebenfalls den weißen Rauch.
"Verdammt, ich hatte so gehofft, es würde nicht so lange dauern. Kommt gehen wir zurück.", befahl die Paladin und Marialle und Vol'jin folgten.

Die Sonne stand kurz vor ihrem Untergang als sie die Festung der Nachtelfen erreichten. Sie wurden überschwänglich von Odessa empfangen, die einen Moment innehalten musste, während sie die beiden musterte.
"Beim Licht, da seid ihr ja endlich wieder. Die zweite Schlacht war noch so viel schlimmer als die voran gegangene. Wir haben Orphan verloren, er wurde von einem Pfeil erfasst während wir den Teleportationszauber gewirkt haben. Insgesamt halten die Verluste sich aber wohl in Grenzen. Heute Abend ist die Trauerfeier.", brachte die junge Frau ihre Kommandantinnen auf den neusten Stand, die beide schwer schluckten mussten. Alles in Allem nahmen sie es sehr gefasst hin, fast zu gefasst. Das mochte auch an der Veränderungen liegen, die die beiden Frauen durchliefen.
"Verstehe Odi, sei so gut und gib den Anführern Bescheid, dass wir zurückgekehrt sind, wir werden im Audienzsaal auf sie warten.", ließ die Priesterin verlauten und Odessa gehorchte.
Als sie in dem Konferenzzimmer ankamen, waren dort schon die beiden Nachtelfen und Jaina Prachtmeer.
"Willkommen zurück, Myladys. Thrall und Meister Bluthuf erholen sich noch von der voran gegangenen Schlacht.", erklärte der Druide.
"Natürlich, Meister Sturmgrimm. Sagt wie ist die Schlacht gelaufen?", erkundigte sich die Paladin. Malfurion huschte ein Lächeln über das Gesicht, das ihm ungewohnte Züge verlieh.
"Sehr gut, Lady Glutklinge. Die Scharen Archimondes haben mit unseren Katapulten nicht gerechnet. Ganze drei Tage dauerte die Schlacht. Der Entweiher hat erhebliche Verluste erlitten, er und seine Schergen werden viel Zeit brauchen, um sich zu regenerieren und ihr neues Lager auf der Festung der neuen Horde aufzuschlagen.", berichtete der Nachtelf ruhig. Er schien tatsächlich äußerst zufrieden, mit dem Verlauf der Schlacht.
"Und Verluste auf unserer Seite?" Fragte Marialle nun weiter.
"Erfreulicherweise sind sie relativ gering geblieben, es war die Erschöpfung, die uns nach drei Tagen zwang, unsere Leute aus der Gefahrenzone zu Teleportieren.", antwortete nun Jaina.
"Aber nun erzählt, wie ist es bei euch gelaufen, Myladys.", stieß Tyrande neugierig hervor, offenbar hatte sie sich bemühen müssen die Frage nicht schon viel früher zu stellen. Die unverhohlene Neugierde, der anmutigen Nachtelfe, ließ die beiden Frauen schmunzeln. Dolette fixierte sie mit ihren goldenen Augen. Die Hochpriesterin schien die Veränderung erst jetzt wirklich zu registrieren.
"Erstaunlich!", presste sie hervor. Malfurions Lächeln, wurde hingegen nur noch breiter und der zufriedene Gesichtsausdruck verstärkte sich enorm.
"Allerdings, eine Verbundenheit wie die eure, mit der Natur und allem was euch umgibt, habe ich noch nie zuvor bei einem sterblichen Wesen gesehen. Wie hat die Schamanin das gemacht?" Nun spürten Dolette und Marialle auch die forschenden Blicke des Druide auf sich ruhen.
"Sie hat die Ahnen und Naturgeister angerufen und die sind dann irgendwie in uns gefahren. Wir sind dann in einen langen Traum verfallen in dem wir uns, denke ich, als würdig erweisen mussten.", erklärte die Hochelfe knapp.
"Faszinierend! Dürfen wir erfahren was in diesem Traum geschehen ist, Myladys.", fragte Malfurion höflich.
"Ich hatte gedachte, dass der Druide der Jahrelang, mit seinem Gefolge, durch den smaragdgrünen Traum gewandelt ist, sich noch am ehesten vorstellen kann was uns dort widerfuhr.", schmunzelte Marialle.
"Aber das was wir erlebten, hat mit dem Schöpfungstraum nur wenig gemein.", fuhr Dolette fort.
"Es war ein verzerrtes Bild von dem, was wir als Wirklichkeit empfinden. Die Farben waren verdreht und wir schienen am Firmament zu wandeln. Die Naturgeister bedrohten uns. Erst als wir erkannten, dass wir aus der Umgebung Kraft schöpfen und sie nach unserer Vorstellung umformen konnten, hatten wir die Prüfung bestanden.", endete die Paladin und erntete verblüffte Blicke.
"Moment, ihr wisst, dass der smaragdgrüne Traum nicht so aussieht?" Marialle lächelte milde, sie empfand sich grade als ungemein erhaben, gegenüber dieser weisen und alten Wesen, die die beiden Nachtelfen doch eigentlich waren.
"Ja wir sehen ihn.", antwortete sie schlicht.
"Ihr seht ihn? Jetzt grade?", schaltete sich Tyrande ein. Jaina verfolgte das Gespräch gebannt, offenbar war sie sich darüber im Klaren, dass das Thema ihr Wissen bei Weitem überstieg.
"Wir sehen ihn als eine Art Überlappung, über der realen Welt. Hier an dieser Stelle steht zum Beispiel ein Busch, in dem einige Spatzen sitzen und sich an seinen Beeren laben. Auch hier treibt die brennende Legion übrigens ihr Unwesen, Meister Sturmgrimm. Ich fürchte, wenn wir unsere Aufgabe am Weltenbaum erfüllt haben, müsst ihr mit den Euren, wieder in den smaragdgrünen Traum zurückkehren und das was wir in der wirklichen Welt begonnen haben, dort fortsetzen." Malfurion nickte gedankenverloren.
"Wirklich faszinierend.", stieß er noch staunend hervor.
'Der gute Meister Sturmgrimm, ist ja wirklich von der Rolle, das hätte ich nicht gedacht.', sandte Marialle der Hochelfe.
'Das hält nicht lange an, glaube mir. Er hat in seinen über zehn Tausend Jahren, sicher schon so einiges gesehen, der fängt sich gleich wieder. Lady Prachtmeer bereitet mir da schon etwas mehr Sorgen.', gab Dolette mit einem Zwinkern zurück. Als fühlte sie sich angesprochen erhob die Magierin das Wort.
"Und was...was könnt ihr noch?", fragte diese zögernd.
"Was wir vorhin noch herausgefunden haben, ist dass wir das Leben von Vol'jin, in Auszügen sehen konnten, als wir ihn berührt haben. Wir wissen aber nicht, ob das bei jedem funktioniert. Voneinander können wir das Leben der anderen komischerweise nicht sehen.", fiel Marialle in dem Moment auf.
'Eigentlich schade, oder nicht?', sandte die Priesterin ihrer Liebsten zu. In dem Moment sah sie Dolette in einer prächtigen Stadt vor sich, die von Rot- und Goldtönen beherrscht wurde, sie ging durch die Straßen, an allerlei Händlern und Tavernen vorbei, bis sie auf einen riesigen Platz, mit einem Pavillon in der Mitte trat, von dem eine lange Brücke abging.
'Wir können einander alles zeigen, wenn wir die Zeit dafür haben, Mari.' Sie lächelten einander an.
"Achso und wir können in Gedanken miteinander reden und das alles funktioniert mittlerweile ohne, dass wir uns berühren müssen.", ergänzte Dolette gedankenverloren und lächelte seicht einen unsichtbaren Punkt an.
"Das ist aber zugegebener Maßen, etwas das wir erwartet haben. Einige von euch hatten ja mit Telepathie gerechnet.", fügte sie außerdem hinzu.
"Was es mit unseren Fähigkeiten, im Kampf verändert hat, wissen wir allerdings noch nicht." Vol'jin zuckten bei diesen Worten, die Ohren.
"Dann lasst's uns doch austest'n! Niemand'm is geholf'n, wenn ihr in der Schlacht überraschter seid, über eure gewachsen'n Kräfte, als es Archimonde am Ende is.", bot er mit einem breiten Grinsen an.
"Das ist eine fabelhafte Idee, Häuptling! Und der Einwand ist logisch.", kam es euphorisch von Malfurion.
'Na toll.'
'Was denn, Vol'jin hat doch recht, wir müssen uns doch einmal ausprobieren.', sandte die Priesterin zurück.
"Also schön, ein Trainingskampf hat noch nie geschadet, oder?", lenkte die Paladin dann auch ein.
"Fabelhaft, fabelhaft. Folgt mir alle zu den Übungsplätzen!", befahl der Druide äußerst fröhlich, fast kindlich. So hatte Marialle ihn auch noch nie gesehen. Der weise, alte Druide der sonst mehr an einen alten Mann erinnert, denn an ein kleines Kind, tänzelte verspielt voraus.
'Ist doch in jedem Mann noch drin, egal wie alt er ist.', kommentierte Dolette, den Gedankengang schmunzelnd.
Sie traten hinaus in die Dunkelheit und gingen nicht weit, bis sie auf einen großen, hell erleuchteten Platz traten, auf dem einige Strohpuppen standen und hie und da Nachtelfen trainierten. Mit einem Blick verwies Tyrande alle ihrer Schildwachen und so war der Platz nun frei. Einige Böen wirbelte den Sand, der überall auf dem Areal verteilt lag auf, so dass kleine Wirbelstürme über den Boden entlang züngelten.
"Also dann Vol'jin, du hast es ja gewollt!" Die Hochelfe grinste gefährlich, als sie langsam, gefolgt von der Priesterin in die Mitte trat.
"Na das werd'n wir ja noch seh'n Elflein.", gab er mit funkelnden, gelben Augen zurück.
Vol'jin stand ein paar Körperlängen von Dolette entfernt, hinter ihr stand Marialle. Keine der Frauen machte Anstalten sich in Kampfposition zu begeben. Der Troll hingegen zückte seinen Bogen und spannte ihn.
"Seid ihr bereit?", rief der Nachtelf den Kontrahenten zu.
"Ja!" War die prompte Antwort des Häuptlings der Dunkelspeere. Dolette und Marialle nickten nur.
Sofort schoss der erste Pfeil auf die Paladin zu, die nicht die leiseste Regung zu machen schien, stattdessen erhob Marialle den Blick und fixierte sie, worauf ihre Augen, für den Bruchteil eines Herzschlags, silbern erstrahlten. Der Pfeil prallte gegen eine Kugel die nur ganz kurz, bei der Berührung aufflackerte. Vol'jin gab einen trotzigen Laut von sich und feuerte direkt einen Zweiten, in Richtung der Priesterin ab, der genau so von einem unsichtbaren Schild abprallte, wie zuvor bei der Hochelfe.
Die stechenden, gelben Augen des Trolls verengten sich zu Schlitzen, als er seinen Bogen von sich schleuderte und seine Dolche zog. Wie ein Blitz stürmte er auf Dolette zu, die noch immer keine Anstalten machte sich auch nur einen Hauch zu bewegen, sie schaute nicht mal auf. Genau wie die Pfeile vorher, prallte jeder seiner Streiche mit den Dolchen an dem Schild ab, der immer wieder, unter den schnellen Attacken von Vol'jin, flackerte. Als der Troll Anstalten machte, sich der Priesterin zu zuwenden, erhob die Paladin ihren Kopf und fixierte den Troll. Ihre Augen erstrahlten golden. Eine unsichtbare Macht schleuderte ihn mit einer solchen Wucht nach hinten, dass er mehrere Körperlängen weit weg flog und hart zu Boden gerissen wurde.
"Was glotzt ihr drei denn nur? Helft mir halt!", befahl der Troll und die beiden Nachtelfen, sowie Jaina Prachtmeer gehorchten. Sie schleuderten jeder einen Zauber los, doch auch diese prallten nur wirkungslos an den flimmernden Schildern, der Paladin und Priesterin ab. Verblüfft schauten sich die drei an und der Trollt gesellte sich zu ihnen, um es gemeinsam erneut zu versuchen. Dolette zog ihr Schwert und bevor auch nur einer von ihnen, einen Zauber losschicken konnte, durchschnitt sie mit der Klinge die Luft vor sich, worauf sie eine mächtige, neumondförmige Sichel zu ihnen schickte, die sie alle zu Boden warf.
'Also das können wir uns doch sparen. Fühlt sich irgendwas von dem hier überraschend oder unnatürlich, für dich an?', fragte die Paladin in Gedanken. Benommen wollten sich die vier grade wieder aufrichten, als Marialle sie mit ihrem, leuchtenden Blick bedachte und sie nicht mehr los ließ.
'Nicht im Geringsten, Dole. Ich mache alles instinktiv. Ich muss nicht mal ansatzweise Nachdenken.'
"Was ist das? Ich kann mich nicht mehr bewegen!" rief Tyrande erschrocken, über die Macht die sie und die anderen am Boden hielt.
"Das reicht!", erklang eine donnernde Stimme befehlend.
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