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Die dunkle Ritterin

von Dolette
Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P18 / FemSlash
15.10.2015
17.11.2016
66
215.595
5
Alle Kapitel
33 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
25.10.2015 2.986
 
Vorweg:
Für alle Freunde von Plaggi, dem platten Untoten, und Susi, dem sexuell orientierungslosen Sukkubus, ist das für einige Kapitel erstmal der letzte Auftritt, da im nächsten der große Flashback ansteht, der sich über mehrere Kapitel ziehen wird. Aber ich vergesse meine beiden Spaßbolzen nicht! ;) viel Spaß beim Lesen, eure Dolli!

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Das Ding fliegt?


Nachdem sie gegessen hatten brachen sie auf nach Tirisfal und erreichten das Dorf von dem sie weiter Richtung Nordend reisen wollten, schon nach einem kurzen Marsch. Die meisten Verlassenen die hier waren liefen wirr durch die Gegend, sie schienen alle panisch und verängstigt zu sein.
Dolette hielt einen von ihnen am Arm und brachte ihn so zum Stoppen.
"Was ist hier los, mein Freund?" Der Untote beäugte sie misstrauisch. Der Ausdruck verstärkte sich als er die Menschenfrau in ihrer Begleitung erblickte, doch er rang sich dennoch zu einer Antwort durch.
"Varimathras hat Unterstadt eingenommen und Sylvanas ist mit dem größten Teil der Verlassenenarmee nach Nordend, niemand hält ihn auf und er macht keinen Halt vor Unseresgleichen! Und jetzt lasst mich durch, ich muss mein Habe zusammenräumen!" Sie nickte ihm nur verstehend zu.
"Ich danke euch." Die drei Gefährten sahen sich beunruhigt an.      
"Wir können hier grade nichts tun, wir sind viel zu wenige und die Verlassenen die Sylvanas hier gelassen hat sind nur Kaufleute und Apotheker. Wir müssen zur Pforte und zusehen, dass wir den Hinterhalt dort verhindern und den Anführern bescheid geben." Marialle und Plagg nickten zustimmend, mit angespannten Gesichtern.
Nur Augenblicke später hatten sie die kleine Stadt durchquert und den Turm erreicht, von dem die Zeppeline starteten und landeten. Es herrschte reges Gedränge auf dem hohen Anleger und so schob sich die dunkle Ritterin durch einige Verlassene.
"Die Wolkenkuss vom Hafen der Vergeltung sollte jeden Augenblick eintreffen!", rief der Zeppelinmeister so laut, dass man es in der ganzen Umgebung hören konnte.
"Meister Goblin, sagt wie lange dauert die Überfahrt?" Wollte der Hexer von dem Goblin wissen.
"Etwa anderthalb Tage, je nach Witterung etwas mehr." Dolette hoffte nur, dass Putress auch diesen Weg gegangen war und nicht einen schnelleren gefunden hatte, aber so oder so sie mussten zur Pforte des Zorns gelangen so schnell es eben ging.
Das riesige Ungetüm brach sich behäbig seinen Weg durch die dicken Nebelschwaden die Tirisfal einhüllten.
"Susanne mit diesem Ding da fahren, Herrchen?" Durchbrach die Stimme des Sukkubus die angespannte Stille, an Plagg gewandt.
"Selbstredend Susi, wir müssen ja übers nördliche Meer nach Nordend gelangen.", reagierte er sanft. Die Elfe wusste auch genau warum er so einen Ton anschlug, der Dämonin stand nämlich das blanke Entsetzen ins Gesicht geschrieben.
"Nein, nein, nein! Susanne nicht da einsteigen, nicht so hoch fliegen!" Sie machte Anstalten sich um zu drehen und wegzulaufen, aber Dolette packte sie am Handgelenk.
"Susanne, wir haben keine Wahl." Sie blickte hilfesuchend zu Marialle die gedankenverloren in den dichten Nebel starrte. Sie stimmte aber ernst mit ein,.nachdem sie sich losriss.    
"Ja Susi, wir müssen nach Nordend und das schaffen wir nur auf diese Art und Weise." Die Sukkubus schaute ihnen abwechselnd in die Gesichter.
"Susanne keine Wahl?"
"Nicht wenn du bei uns bleiben willst.", antwortete die Todesritterin wieder abgekühlt, jetzt hatten sie sie.
"Susanne bei Herrin Dolli bleiben.", sagte sie schließlich und ihre kleinen, dämonischen Augen funkelten entschlossen auf.
"Ja ja bleib mal schön bei deiner Herrin Dolli, glaub mir das Leben eines Ghuls willst du nicht führen!", maulte Plagg mürrisch.
"Dann kommt endlich, das Flugschiff wartet sicher nicht auf eine verrückte Sukkubus!" Die Unbeschwertheit aus den Morgenstunden war ihr komplett entglitten und die dunkle Ritterin hatte Mühe nicht jeden der ihr vor die Nase trat eine heulende Böe um die Ohren zu pfeffern. Warum war sie auf einmal so gereizt? Ihre verwirrte Gefühlswelt machte ihr mehr und mehr zu schaffen. Und als sie, kurz nachdem der Zeppelin gestartet war, alleine an der Reling stand und in den grauen Nebel starrte, kam sie nicht umhin an den Kuss am Morgen zu denken, den Marialle ihr so unvermittelt auf die Lippen legte.
Es war das schönste Gefühl, das sie je erlebt hatte. Keine Kunst bei einem Todesritter, schalt sie sich selbst, aber etwas daran störte sie. Die Priesterin schien irgendwie nicht sie vor sich zu glauben und sie war erschrocken als sie sich aus dem Kuss löste. Erkannte wenn sie vor sich hatte. Das ließ ein merkwürdiges anderes Gefühl in ihr hochkochen, Eifersucht? Konnte das sein?
'Quatsch, sie hat doch mich angesprochen als sie aufwachte! Sie sagte Dole!'
Interessierte das überhaupt? Sie war schließlich eine Todesritterin, befreit von jeglichen Gefühlsregungen.
So wurde sie wieder von vertrauter Dunkelheit umhüllt und nahm sich vor es dabei zu belassen.
Plagg trat an sie heran und stellte ihr eine Frage die sie von ihren trüben Gedanken ablenkte:
"Mylady, habt ihr euch eigentlich schon einen Plan zurecht gelegt wie wir in Nordend vorgehen werden?" Daran hatte sie tatsächlich noch nicht einen einzigen Gedanken verschwendet. Deshalb antwortete sie ihm wahrheitsgemäß.
"Ehrlich gesagt noch nicht, Kinnab. Die Ereignisse der vergangenen Nacht bedurften meiner ganzen Aufmerksamkeit. Habt ihr einen Vorschlag?" Seine Miene war düster. Das zerfallene Gesicht schien resignierend seinen Dienst aufgegebem zu haben und Hing schlaff von seinen Knochen. Dieses ganze unfreiwillige Unterfangen schien auch an seinen Nerven zu zehren.
"Nun, das habe ich zwar schon, aber ich bin noch nicht zu einem endgültigem Ergebnis gelangt. Sowohl die Drachenöde wie auch Zul Drak sind sehr gefährliche Gebiete, jedes auf seine Weise. Durch die Drachenöde wäre es der direkteste Weg, aber ich habe auch überlegt ob wir über den Kristallsangwald einen Abstecher nach Dalaran machen, um dort vorweg Alarm zu schlagen. Allerdings habe ich keine Vorstellung davon wie dort zur Zeit die Zustände sind, ob der Rat überhaupt helfen kann und will. Aber wir hätten da ja auch einen Trumpf dabei, der der Brisanz unserer Nachricht, nachdruck verleiht." Dolette sah ihn etwas verwirrt an.
"Was meint ihr, Kinnab?" Sein milchiger Blick war undurchdringlich, er hatte sich offenbar wirklich die ganze Nacht den Kopf zerbrochen.
"Unsere geschätzte Lady Hohepriesterin natürlich. Die Zusammenstellung unserer Gruppe spricht für sich und sicherlich wollen die Kirin Tor, die Leute die sie zur Pforte sandten auch nicht in den sicheren Tod schicken.", sagte er gefasst, überdachte die Erfolgschancen seines Planes und fügte dann hinzu:
"Und Magier können sich ja auch noch teleportieren. Vielleicht wäre das also unser Vorteil, oder die einzige möglichkeit überhaupt rechtzeitig einzutreffen.", gab er weiter zu bedenken. Sie ließ das gesagt auf sich wirken und überlegte, bis sie schließlich erwiderte:
"Die einzige Frage die sich dann noch stellt, ist ob wir diese Information überhaupt an einen Dritten weiter geben wollen. Ich meine wir wissen nicht wem wir trauen können. Gut wir sprechen von den Kirin Tor, wem wenn nicht ihnen vertrauen?" Der Untote nickte stumm.
"Wir werden erstmal diese Marschroute einschlagen, wer weiß was uns in Nordend alles erwartet."
"Wie geht es eigentlich Marialle?", wechselte er unerwartet das Thema.
"Was? Was weiß ich, Kinnab? Bin ich ihr Kindermädchen?" War die bissige Antwort und eine kalte nie gekannte Wut drang in ihr hoch.
"Ehm nein, Lady Glutklinge. Ich dachte nur weil, naja heute Morgen sah es nunmal so aus, als hätte sich eine gewisse Vertrautheit zwischen euch, aufgebaut. Nicht das man das nicht auch schon vorher hätte merken können, wenn ich das sagen darf?", sagte er leicht verwirrt ob der ablehnenden Haltung seiner Herrin. Dolette schaute nur finster in die Ferne. Sie hatten mittlerweile die Nebelwand hinter sich gelassen und ein strahlend, blauer Himmel erstreckte sich über ihnen. Die Sonne stand jetzt hoch am Himmel und spendete wärme für Jedermann an Deck. Jedermann war gut. Es war übervoll mit Verlassenen. Wohl eher Flüchtlingen, doch jetzt wo sie das vertraute grau der Nebelwand hinter sich gelassen hatten, verschwanden die untoten Eimer nach dem anderen unter Deck.
"Nun, wenn ihr nicht darüber reden wollt...Aber wenn ihr es euch anders überlegt, zögert nicht." Sie sah ihn aus den Augenwinkeln an und nickte, mehr brauchte es nicht und er verstummte.
Eine Weile standen sie schweigend nebeneinander bis die Stille jäh von einem heran brausenden Sukkubus unterbrochen wurde.
"Juhuuuu Herrin Dolliiiiiii, hergucken! Susanne ganz von selbst an Deck rumlaufen!", quietschte die Dämonin fröhlich und war zwischen die beiden gestürzt.
"Guck Herrchen, guck! Susanne keine Angst mehr!" Plagg sah sie verwirrt an.
"Nanu Susi, wie hast du das denn geschafft?", fragte er lächelnd.
"Meisterin Marialle geholfen, Angst überwunden!" Sie strahlte und zog sein Gesicht fest zwischen ihren üppigen Busen und keuchte.
"Ist ja gut Susi, das freut mich für dich. Wie habt ihr das denn geschafft, Mylady Hohepriesterin?", sprach er erfreut die Hinzugetretene an und befreite sich ein wenig aus der Umarmung der Sukkubus.
Sie sah unheimlich schön aus im hellen Sonnenlicht. Der sanft Goldton glizerte verspielt in den bernsteinfarbenen Augen. Dolette schluckte merklich, hing noch immer ihrer Verwirrung nach die eimzig von kalter Wut verdrängt werden konnte. Die Strapazen hatten zwar ein paar Blessuren und dicke Augenringe hinterlassen, aber ein warmes Lächeln umspielte ihre Lippen, auch wenn es nicht über die traurigen Augen hinweg zu täuschen vermochte. Dolette rief sich zur Ordnung und blickte wieder auf den endlosen Horizont, als die Priesterin begann zu sprechen:
"Ach das war ganz einfach, Meister Kinabb. Ich habe ihr nur klar gemacht, dass es egal ist wie hoch das Luftschiff fliegt, ihr kann es egal sein, schließlich kann sie selber fliegen." Susanne nickte eifrig und der Verlassene legte ihr freundschaftlich eine Hand auf die Schulter. Seine grauen Augen standen leicht hervor, was ihm einen widerwärtigen Anblick verlieh.
"So einfach und doch so effektiv! Mein Dank ist erneut der eure, Mylady!" Er musste ein wenig lachen, doch schien er ehrlich dankbar. Die Dämonin war augenblicklich, als das Schiff sich in die Höhe erhob, unter Deck geflüchtet und hat dort bitterlich geweint.
'Wegen so etwas weint dieses irre Wesen.', dachte Dolette bei sich. Ein Schmunzeln wollte sich auf ihre blutleeren Lippen stehlen, doch Bilder der sterbenden und toten Therez stiegen in ihr auf und liesen es sofort ersterben. Ihre Brust zog sich zusammen und ein dicker Kloß bildete sich in ihrer Kehle. Sie wandte sich etwas ab von der Gruppe und rang um ihre Beherrschung.  Wie jedes Gefühl das sie jüngst empfand, wollte es sofort von gleißender Wut niedergerungen werden.
Währenddessen zog Susanne den Untoten über das Deck, um ihm zu zeigen wie frei von Angst sie sich hier mittlerweile bewegen konnte. Die Todesritterin drehte sich noch etwas weiter, als sie bemerkte dass die Priesterin an ihre Seite trat.
"Dolette? Darf ich?", sagte sie sachte aber auch schwach. Eine gewisse Distanz und Vorsicht lag in ihrem Ton. Sie hatte ihre Fähigkeit in der Elfe zu lesen offenbar nicht eingebußt. Diese machte allerdings keine Anstalten zu antworten.
"Also ich wollte mich nochmal für heute Morgen entschuldigen und naja..."
'Der ach so tollen Hohepriesterin fehlten die Worte, wie amüsant.', dachte sie bei sich. Aber sie riss sich zusammen, sie wollte ihre Gefühle nicht Preis geben darum antwortete sie betont gleichgültig.
"Wieso seid ihr der Meinung, ihr müsstet euch für irgendwas entschuldigen, Mylady?" Leichte verwirrung umspielte die Gesichtzüge der heiligen Frau, als sie in die blauen Augen der dunklen Ritterin schauten, die unerreichbar fern schienen.
"Ich war heute Morgen nicht ganz Herr meiner Sinne, Dolette. Ich war noch aufgewühlt von der voran gegangenen Nacht, da wird man..." Begann sie sich distanziert zu erklären, doch sie wurde unerwartet von Dolette unterbrochen.
"Ach und da ihr nicht ganz bei Sinnen gewesen sein konntet, seid ihr der Meinung so ein Unding wie mich, unverkennbar eine Todesritterin, zu küssen müsse unbedingt entschuldigt werden? Nicht dass sie sich noch was darauf einbildet?" Eiskalte Verachtung lag in den Augen der Elfe und sie drehte sich um, wütend davon zu schreiten. Aber die Priesterin ließ sie nicht.
"Dolette! Nein, ihr missversteht! Ich würde mich nie dafür entschuldigen, euch geküsst zu haben, aber meine Gefühle heute Nacht und auch die am Morgen, das..." sie unterbrach sich, nach Worten ringend. Dolette stand steif im Griff der Hohepriesterin und es vergingen einige Herzschläge ehe sie ihre Sprache wiederfand.
"So versteht doch, ich habe heute Morgen nicht euch geküsst, was nicht heißt, dass ich das nicht wollen würde, aber heute Morgen da sah ich euer altes Ich vor mir und so entstand die Situation aus einem falschen Impuls heraus." Dolette ließ etwas locker und sie drehte sich mit einem verwirrten Ausdruck auf dem aschfahlen Gesicht zu der Menschenfrau um, die unbeirrt fort fuhr.
"Ihr seid immer noch ihr versteht ihr? Auch wenn ihr jetzt die dunkle Todesritterin seid, so ist noch so viel von eurem einstigen Ich in euch. Und als ich erkannte, wen ich vor mir hatte erschrak ich und brach ab, schließlich erinnert ihr euch ja nicht an mich und ich..." Wieder musste sie aufhören zu reden, doch diesmal erschien ein feuchter Glanz in ihren Augen und sie schien einige Augenblicke mit sich zu kämpfen. Aber Dolette verstand nun. Und so antwortete sie in ihrer schlichten Art.
"Vielleicht solltet ihr die Zeit die wir auf diesem Zeppelin festsitzen nutzen und mir endlich mal zu verstehen zu geben was das zwischen uns ist? Als ich euch heute Morgen weckte war da schon wieder dieses goldene Leuchten auf meiner Haut als ich euch kurz berührte." Marialle erbleichte bei diesen Worten kurz und die Reaktion blieb sehr zum Missfallen der Elfe aus.
"Was ist das nur das euch zögern lässt? Ihr sagt doch selbst, dass ich irgendwo noch immer die selbe bin!" Wieder stieg Verachtung in ihr auf und sprach aus ihren Worten. Woher kam nur diese unbändige Wut? Sie wandte den Blick erneut ab, richtete ihn auf den Horizont und war bemüht sie selbst zu bleiben. Die Worte der Priesterin die nun folgten waren nicht mehr als ein Flüstern:
"Wenn ich euch alles erkläre, alle alten Gefühle wieder zu Tage trage und ich euch dann vor der Pforte ein weiteres mal verliere dann...dann würde ich..." Leises schluchzen erstickte ihre Stimme.
Der goldene Funke, der wohl verschlossen im tiefsten Dunkel zu ruhen schien, breitete sich im Inneren der Todesritterin wieder aus und stimmte sie ruhig und verständnisvoll, aber dennoch wollte sie nicht mehr unwissend im Meer ihrer Gefühle umher treiben.
'Wenn es das ist was euch so bewegt, dann brechen wir hier alles ab, dann ist es mir egal was an der Pforte geschieht, dann gehen wir einfach irgendwo hin, weit weg von hier!' Wollte sie sagen, aber sie wusste genau, dass weder die Priesterin noch sie selbst jemals mit dieser Schuld, in ihrem Fall Stolz,  leben könnten. Darum legte sie stattdessen eine Hand auf ihre Schulter und wischte mit der anderen die Tränen aus dem Gesicht der schönen Frau. Ihre Hand begann wieder golden zu schimmern, wodurch Marialles Augen sich weiteten und ihre Hand leicht zurück zuckte. Als sie sich einige Herzschläge später wieder konzentrieren konnte sprach sie so sanft es ihr möglich war:
"Ich kann euch nicht zwingen, doch glaubt mir, wie gern ich mich erinnern würde, wie gern ich wüsste wo diese Gefühle herkommen, die mein Handeln bestimmen seit wir uns trafen und vorallem..." sie unterbrach sich. Das ist doch alles ein Witz, egal was zu ihren Lebzeiten zwischen ihnen war das war etwas zwischen der Priesterin und dem lebendigem Ich von einst. Wie konnte sie sich einbilden, dass sie mehr als ein Schatten von der sein konnte, die sie einmal war.
"Ach vergesst das! Das ist doch alles lächerlich." Marialles Augen wurden immer größer, als sie die freie Hand der Elfe ergriff und sie mit einer Mischung aus Verblüffung, Erkenntnis und aufkeimender Hoffnung an sah.
"Sag das nicht! Du hast Gefühle für 'mich'...? Obwohl du dich nicht an mich erinnern kannst?"

Die blau leuchtenden Augen schienen sie zu erforschen. Unglaube und Überraschung lagen in ihnen. Sie war offenbar allein schon von der Frage erschüttert. Aber was sollte sie sagen, ihr selbst erging es keinen Deut besser. Wie stark musste das Band zwischen ihnen sein, wenn es über den Tod hinaus weiter bestehen konnte? Die Hoffnung in ihr wuchs mit jedem Gedanken der hinzu kam.  
"Ich...Marialle, ich weiß es doch nicht! Todesritter kennen keine Gefühle. Aber in mir tobt ein Sturm und ich verstehe weder warum es in mir wütet noch was das bedeutet. Das einzige was ich weiß, ist dass ihr die einzige seid die mir Klarheit bringen kann. Und mittlerweile weiß ich auch, dass ich unbewusst schon lange auf der Suche nach euch war!" Dolette atmete schwer, es schien sie sichtlich Überwindung zu kosten ihr Innerstes offen zu legen.
In ihr selbst ratterte es, auch wenn sie nun die Hoffnung hegte etwas neu aufleben lassen zu können was sie irgendwo in ihrer Seele schon tief vergraben glaubte und vorallem verloren, so tat das ihrer Angst, die schöne Elfe gleich wieder verlieren zu können, keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil, die Angst stieg eiskalt in ihr hoch und ihr Griff um die Hand der Todesritterin verstärkte sich.
Dolette erkanne anscheinend in welchem Zwiespalt sie sich befand und erklärte wieder ruhiger:
"Ich kann dir nicht versprechen, dass uns vor Angrathar oder an irgendeinem anderen Ort, nicht der Tod erwartet, aber was ich dir verspreche, ist dass ich nicht von deiner Seite weiche, solange du es willst! " Allein die vertraute Anrede ließ jede Gegenwehr in ihr zu Staub zerfallen und wortlos lehnte sie sich an die Schulter der dunklen Ritterin.
Und so harderten sie gemeinsam den Dingen entgegen, die da kommen würden.
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