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Gaaras und Hikos Schicksal

von LadyKycha
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / Het
Gaara Kankuro OC (Own Character) Orochimaru Sasuke Uchiha Temari
14.10.2015
01.09.2017
58
101.580
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14.10.2015 1.624
 
Denn sie wissen nicht was sie tun!
Es ist heiß und ich laufe alleine durch Suna. Eine lauwarme Wüstenbrise verweht mein langes, blondes, seidenglattes Haar und die Mittagssonne brennt auf mein Gesicht. Ich kneife meine Augen zusammen, damit mich die Sonne nicht blendet.
Eigentlich sollte ich in der Akademie sein, aber ich habe keine Lust mir schon wieder von den Lehrern anhören zu dürfen, dass ich eine schlechte Kunoichi bin, weil ich mir diese dummen Namen und die Wirkungen der Pflanzen einfach nicht merken kann. Und wenn ich dann doch mal etwas weiß, gehören Name und Wirkung nicht zusammen. Ich hasse Pflanzenheilkunde.
Ohne richtig zu bemerken wo ich eigentlich entlang laufe, komme ich, immer noch in Gedanken versunken, am Trainingsplatz an. Der Trainingsplatz ist recht groß. Er ist von einem Zaun eingepfercht, der an der Grenzmauer von Suna endet. Eine ovale Laufbahn verläuft einmal über den gesamten Platz. An der Mauer stehen ein paar Zielscheiben für die Kunai- und Shuriken-Wurfübungen. Neben dem Eingang stehen zwei Bänke für Eltern, die ihren Kindern beim Training zusehen wollen. Eltern, die ich nicht mehr habe. Es gibt drei große Steine, an denen man das Chakra-Konzentrations Training absolvieren kann. Ich laufe über den Platz und denke mit grimmiger Genugtuung daran, das meine Noten durch das Schwänzen auch nicht besser werden und das ich mir dann das nächste Mal wieder von meinen Klassenkameraden anhören darf, wie dumm ich bin, weil ich wieder nichts weiß.
Eigentlich sind diese Dummköpfe auch nur eifersüchtig.
Ohne es zu merken habe ich begonnen zu Joggen und renne über den Platz. Als ich es registriere, versuche ich mich aufs Joggen zu konzentrieren. „ Rechter Fuß, linker Fuß, rechter Fuß, linker Fuß...“
Definitiv, diese Idioten sind nur eifersüchtig. Ich bin in jeder Kampfübung die Beste und in den anderen schriftlichen Disziplinen bin ich immer beim guten Durchschnitt. Aber geht es denn nicht jedem so? Man hat ein Fach, in dem man komplett versagt, während man in einem anderen glänzt.
Ich jogge jetzt nicht mehr, sondern renne, nein, ich rase über das Feld. Ich versuche, meine Konzentration nicht erneut auf meine Füße zu lenken, denn wenn ich das machen würde, würde ich zweifelsohne ins Stolpern kommen.
Aber wenn man selbst nicht weiß, woher man kommt und niemand dir genaueres über deine Herkunft sagen kann, geschweige denn wie der eigene Name lautet, wird man allein deswegen schon zum Außenseiter. Den Namen Hiko hat man mir hier im Krankenhaus gegeben. Ich kann eigentlich froh sein, dass Suna mich überhaupt aufgenommen und nicht einfach exekutiert hat. Auch wenn es hitzige Diskussionen darüber gab und ich einigen sehr unangenehmen Untersuchungen unterzogen wurde.
Ich habe jetzt aufgehört zu rennen und stehe nun nach Luft ringend im Schatten an die Mauer gelehnt. Die Kühle der Mauer im Rücken beruhigt mich. Ich gleite zu Boden und blicke mit meinen stechend giftgrünen Augen in den sanften, babyblauen Himmel. Das Blau wird durch keine einzige Wolke gestört.
Andererseits wäre es um so vieles leichter, jetzt tot zu sein. Trotz zahlreicher Untersuchungen, ob ich eventuell ein Schläfer- Spion eines anderen Dorfes sein könnte, bei denen sich nichts dergleichen herausstellte, wird mir das immer noch unterstellt. Ich weiß auch nicht, wie ich hierher kam. Ich weiß nur aus Erzählungen, das ich als Vierjährige vor den Toren Sunas gefunden wurde. Ich muss stark mitgenommen gewesen sein. Total ausgetrocknet und mit einigen schlimmen Verletzungen, die ich mir vermutlich auf dem Weg durch die Wüste geholt hatte, bin ich vor den Toren Sunas gelegen. Was davor war, weiß ich nicht. Alles was ich weiß, ist, das Ich heute noch Narben von einigen Verletzungen habe. Ich versuche, die Narben mit einem schwarzen Netz-Shirt und meiner roten Fledermausjacke zu verbergen, aber so richtig will mir das nicht gelingen. Um die allerschlimmste Narbe an meinem Hals zu verdecken, trage ich einen grünen Schal.
Plötzlich höre ich Schritte und lausche ihnen. Zu spät registriere ich mit einem Blick auf den Sonnenstand, dass ich jetzt auch noch Algebra geschwänzt habe und dass der Unterricht bereits vorbei ist. Was aber das Schlimmste ist, jetzt kann ich nicht länger hier bleiben, sondern sollte schleunigst verschwinden, denn jetzt kommen alle, um noch ein wenig zu trainieren, besser gesagt um mit ihren Fähigkeiten zu prahlen und zu versuchen, mir das Leben schwer zu machen. Als ich mich aufrichte, kommen auch schon Satsuki,  Akira und Isamu auf den Platz. Hinter ihnen die Horde ihrer Mitläufer die die drei immer kräftig anfeuern.
Mist, was soll ich jetzt bloß machen?
Die drei suchen immer Streit.
Akira, ein schlaksiger Junge mit rabenschwarzem Haar, das er kunstvoll zur Sturmfrisur hergerichtet hatte, postiert sich am Eingang und blockiert somit meinen einzigen Fluchtweg, während sich die Massen über denn Platz verteilen. Satsuki und Isamu kommen auf mich zugelaufen. „Na Hiko, du Verliererin, haben wir mal wieder geschwänzt?“ blökt Isamu, der mich mit dümmlichen Gesichtszügen anblickte, die anderen Kinder johlten heuchlerisch.  Sein rotblondes Haar lag ihm fettig auf dem Schädel. Ohne Satsuki, die ihn immer abschreiben ließ,  wäre  er schon längst von der Akademie geflogen. Satsuki, deren übergroße Vorderzähne aus Ihrem Pferdegesicht ragten, kichert süffisant und ergänzt „Hast dir sicher die Augen ausgeheult, weil du so hässlich bist?“ Ein anerkennendes raunen ging durch die Masse. Diese Worte aus ihrem Mund sind eine wahre Beleidigung, denn wegen der verboten große Hornbrille und den braunen lockigen Haaren hat sie etwas ekelhaft gruseliges an sich.
Verdammt, der Kazekage hatte mir doch verboten, wieder Schwierigkeiten zu machen. Wie komme ich hier nur wieder raus? Es steht eins gegen drei, die anderen werden sich nicht einmischen und das ganze nur beobachten und klangvoll untermahlen.
Ich antworte etwas zu vorlaut: „Du solltest nicht von dir auf andere schließen.“ Wofür ich promt ausgebuht wurde.
Was soll ich jetzt machen? Mich verprügeln lassen und zum Gespött werden? Oder wäre es besser, mich zu wehren und die Ausbildung zu riskieren? Aber selbst wenn ich mich wehren würde, komme ich gegen Dummheit und eiskalte Berechnung alleine nicht an, obwohl ich gut bin. Es wäre eine Niederlage. Deshalb werde ich mich nicht wehren und zurückschlagen, sondern versuchen auszuweichen. Weglaufen geht jetzt  nicht mehr, da Akira mir den Fluchtweg versperrt. Ich muss mich ja nicht auch noch wie eine unbewegliche Zielscheibe verhalten, wenn ich ja eh schon eine bin.
Zu meiner Rechten steht jetzt Isamu, zu meiner Linken Satsuki. Ich weiß, dass sie lieber tritt und Isamu mit den Fäusten zuschlägt. Ich gehe einige Schritte zurück und blaffe sie an: „Na, einzeln traut ihr euch nicht an mich ran, so schlecht kann ich also gar nicht sein!“ Wieder ertönten Buhrufe aus dem Mob. Isamu grinst schief, lässt seine Knöchel knacken und fällt auf den Bluff, der die beiden trennen sollte, rein. Er stürmt auf mich zu und holt mit der rechten Faust aus. Ich ducke mich nach links, bemerke aber erst in aller letzter Sekunde, dass Satsuki Isamu zur Hilfe eilt und nach meinen Oberschenkeln tritt. Ich versuche während des Wegduckens einen Backflip, bin allerdings zu langsam. Im Sprung erwischt mich Satzuki noch an meinen Füßen. Ich drehe mich dreimal um meine eigene Achse und krache dann bäuchlings mit dem Gesicht voran in den Sand. Die Massen jubeln angesichts meiner Bruchlandung.  Ich versuche, mich über die rechte Schulter abzurollen, während ich noch durch den Dreck rutsche. Mir gelingt es, über meinen Rücken auf die Füße zu kommen. Ich stehe wieder, habe allerdings den Rücken meinen Gegnern zugewandt. Bevor ich mich auch nur umdrehen kann, spüre ich einen enormen Schmerz direkt an meiner Halswirbelsäule. Die Wucht, mit der dieser Schlag ausgeführt wurde, befördert mich, mit dem Gesicht nach links gedreht zu Boden und erneute Jubelrufe ertönen. Beim Aufschlag stöhne ich vor Schmerzen. Ich rolle mich auf den Rücken um einem erneuten Tritt von Satsuki zu entgehen und um mit einem Up-Flip wieder auf die Beine zu kommen. Dabei drehe ich das Gesicht gen Himmel und sehe, dass Akira nachgekommen ist und einen Treffer in meinem Nacken gelandet haben muss, als er einen Tritt aus der Luft ausgeführt hatte. Er war der Schnellste von den dreien. Ich war zu perplex, dass er nun auch da war, und übersah deshalb, das Isamu mittlerweile nachgekommen war. Nun  schlug er einen Ground punch in meinen Magen. Mein Mittagessen wollte nun samt Frühstück wieder aus mir raus. Satsuki konnte einen Tritt in meine Flanken verzeichnen, was mir ermöglichte, mich ächzend zur Seite zu drehen. Dafür musste Isamu ausweichen und von mir ablassen. Akira jedoch trat von oben auf meine Schulter ein. Jeder Schlag wurde von anerkennendem Raunen und jubeln begleitet und traf mich deshalb doppelt so hart. Ich stöhnte auf, rollte erneut auf den Rücken und blockte mit meinen Armen einen erneuten Schlag Akira. Leider hatte ich vergessen, dass dies Satsuki ermöglichte, einen Tritt gegen mein zur Seite gedrehtes Gesicht auszuführen. Sie traf meine Nase, welche ein lautes Knacken von sich gab. Höllischer Schmerz durchzuckte mich, den ich allzu gut als mein “Todesurteil” kannte, denn es war bereits das fünfte Mal, dass mir die Nase gebrochen wurde. Danach war ich immer kampfunfähig gewesen. Der Schmerz und vor allem das Blut aus meiner Nase durchzuckten mich wie ein Stromschlag, während der Mob völlig außer sich geriet, anhand des Blutes.  Ich versuchte, dem Prügelhagel, der auf mich niederging, irgendwie auszuweichen, doch es war sinnlos. Ich konnte nichts sehen, da mir mein Blut in die Augen geriet. Nun versuchte ich nur noch, mein Gesicht zu schützen. Wenigstens das gelang mir. Ich spürte, wie mir einige Rippen gebrochen wurden. Keuchend ließ ich Luft entweichen. Schläge auf meinen Bauch brachten mich zum lauten Würgen. Ich spürte einen Schlag gegen die Schläfe, wo ich nicht gedeckt hatte. Dann wurde alles schwarz. Der Jubel wurde leiser. Der Schmerz war nicht mehr vorhanden, und ich wurde ohnmächtig. Mein letzter Gedanke war: “Warum behandeln sie mich so? Ich bin doch erst elf!”
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