Bermuda Dreieck

von Lacrima87
GeschichteAbenteuer / P18
Anne Bonny Charles Vane Jack Rackham OC (Own Character)
14.10.2015
29.04.2017
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Es war ein herrlicher Tag, als Alyssa an diesem Morgen an Deck kam. Der Himmel strahlend blau, mit ein paar vereinzelten weißen Wölkchen, das Meer das das Schiff umgab dunkelblau, ein angenehmer Wind, der aus dem Osten kam und die Segel der Star Clipper füllte.
Alyssa stellte sich an die Reling, atmete die saubere Seeluft ein und strich sich mit der Hand ein Paar Haarsträhnen, die sich aus dem langen geflochtenen Zopf gelöst hatten, zurück. Ein paar Jahre hatte sie keinen Urlaub gemacht um auf diese Reise zu sparen. Eine Kreuzfahrt in die Karibik, mit einem Segelschiff. Auf die Idee war sie während ihres Studiums gekommen, wie genau wusste sie nicht mehr.
Abgelegt hatten sie in Miami, wo sie zuvor bereits drei Tage verbracht hatte. Der Kurs sollte erst zu den Bahamas, dann nach Cuba, Jamaika, und Puerto Rico führen. Überall war ein mehrtägiger Aufenthalt geplant.
Am ersten Tag auf See hatte es eine Sicherheitseinweisung mit Rettungsübung gegeben, welche für jeden Pflicht war.
Darüber hinaus konnten sich die Passagiere nach gründlicher Einweisung an den Tätigkeiten auf dem Segelschiff beteiligen, wenn sie denn wollten. Was die Steuerung des Schiffes, das Segel setzten und ähnliches anging, war die Beteiligung sehr groß, einige hatten auch Spaß an der Herausforderung der Essenszubereitung auf so engem und mitunter auch mal schwankendem Raum.

Eine Woche waren sie auf See und nun waren nicht nur die Navigationsgeräte, sondern alle elektrischen Geräte ausgefallen, einschließlich aller Kommunikationsmittel. Und auch der Kompass spielte verrückt. Ein paar der Passagiere fanden das zu beginn noch lustig, hielten es für einen Scherz. Alyssa gehörte nicht dazu. Sie hatte den Geschichten zwar nicht wirklich Beachtung geschenkt, sonst hätte sie sich schließlich nie für diese Route entschieden, doch nun war sie sich nicht so sicher, ob das eine gute Idee gewesen war. Wenn dies ein Scherz war, so fand sie ihn nicht komisch… und die Besatzung musste aus verdammt guten Schauspielern bestehen, denn deren finstere Mienen sahen in ihren Augen sehr echt aus.
Als nicht einmal dreißig Minuten später der Wind auffrischte und sich der Himmel verfinsterte, wurde auch den hartnäckigsten Skeptikern an Bord allmählich mulmig zumute.  Das Unwetter das sich vor ihnen auftat kam schnell und es gab kein entrinnen.
Es war früher Nachmittag, doch der Himmel war Schwarz, die Wellen Haushoch.
Die meisten der Passagiere hatten unter Deck Schutz gesucht, die wenigsten hatten einen Magen der stark genug war, um dem heftigen Geschaukel stand zu halten. Manche weinten, ein paar wenige hatten begonnen zu beten. Alyssa tat nichts von alledem.
Als einer von der Besatzung die Tür öffnete und Wasser in die Kabine gespült wurde, schrien einige auf. „Wir brauchen da oben mehr Leute!“, rief er über die Schreie hinweg. Alle hörten ihn, doch niemand rührte sich. An Deck bestand Lebensgefahr, das war jedem hier klar.
Alyssa reichte es, sie würde nicht hier sitzen bleiben und darauf warten, zu ertrinken. Sie konnte wenigstens versuchen das zu verhindern, so gering die Chancen auch waren. Denn wenn die Besatzung sich schon gezwungen sah, die Passagiere um Hilfe zu bitten, sah die Sache wirklich übel aus. Außerdem machte sie das warten, das gejammere und gebete allmählich wahnsinnig.
Alyssa stand auf und ging, den zweifelnden Blick des Crewmitgliedes ignorierend, an ihm vorbei an Deck. Fluchend folgte er ihr. „Wir brauchen jemanden…“, weiter kam er nicht. Eine Welle brach sich an Deck und spülte ihn einfach fort. Alyssa schaffte es gerade noch sich an der Reling festzuhalten, um nicht in den Fluten zu landen. Doch schon rollte die nächste Welle über das Deck und sie verlor den Halt.
Das Wasser war eisig und für einen Moment wusste sie nicht, wo oben und unten war. Sie wusste nur, wenn sie nichts tat, wäre sie in wenigen Augenblicken tot. Also tauchte sie in irgendeine Richtung und durchbrach nach einer gefühlten Ewigkeit die Wasseroberfläche.
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