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Just Human (The Maze Runner FF)

GeschichteAbenteuer, Sci-Fi / P12
Chuck Gally Minho Newt OC (Own Character) Thomas
11.10.2015
31.12.2017
44
100.469
5
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11.10.2015 1.079
 
Als ich meine Augen öffnete, war um mich herum nur Dunkelheit. Nachdem ich ein paar Mal geblinzelt hatte, gewöhnten sich meine Augen langsam an das fahle Licht. Ich sah, dass ich in einer Art Aufzug steckte, in dem außer mir, nur lauter Kisten waren. Der Aufzug schoss mit einem lauten Knirschen und Knacken unkontrolliert in die Höhe. Das starke Schwanken warf mich fast um, doch nach kurzer Zeit konnte ich relativ sicher stehen. Es roch nach verbranntem Öl und die Luft war kühl, sodass ich leicht anfing zu zittern. Doch das Zittern war mehr durch meine Angst, als durch die Kälte begründet. Fast hätte ich angefangen zu schreien und gegen die Wände zu schlagen, doch ich erinnerte mich daran, dass man in so einer Situation einen klaren Kopf behalten musste. Also tastete ich mich an der Metallwand entlang, in der Hoffnung einen Knopf zum Anhalten, oder vielleicht sogar einen Ausgang zu finden. Doch da war nichts. Frustriert seufzte ich. Mir blieb wohl nichts anderes übrig, als zu warten. Ich versuchte mich daran zu erinnern, wie und warum ich hier reingekommen war. Und da fiel es mir auf; ich konnte mich an nichts erinnern. Das einzige was ich in meinem Kopf vorfand, war gähnende Leere. Es fühlte sich seltsam an und ich hoffte, dass es nur vorübergehend war. Obwohl, da war doch etwas. Es fühlte sich an wie ein Kribbeln in meinem Kopf, da war doch noch eine Erinnerung. Dann schoss es mir durch den Kopf. Claire. Das war mein Name. Ansonsten konnte ich mich wirklich an nichts erinnern. Warum konnte ich mich an nichts erinnern?

Plötzlich gab es einen heftigen Ruck und ich knallte gegen die Metallwand. Offensichtlich hatte der Aufzug angehalten, denn auch die Geräusche verstummten. Zwei große Schiebetüren wurden über mir mit einem lauten Knarzen auseinander gezogen, und allmählich fiel Licht, das mich zuerst blendete, in den dunklen Raum. Schützend hob ich meine Arme vor mein Gesicht. Nach so langer Zeit im Dunkeln, ich schätzte es war ungefähr eine halbe Stunde gewesen, dauerte es einige Zeit bis sich meine Augen an das Licht gewöhnt hatten. Schnell verkroch ich mich in eine Ecke und kauerte mich zusammen, in der Hoffnung, dass mich die, die dort oben waren, nicht sehen würden. Obwohl ich wirklich hier raus wollte. Vorsichtig lugte ich nach oben und sah eine Horde Jungs, die um die Öffnung standen und herunter starrten, als würden sie auf irgendetwas warten. Dann auf einmal sprang einer der Jungs herunter. Es war ein junger Asiate mit schwarzen, wuscheligen Haaren und nicht gerade wenig Muskeln. Er schaute sich kurz um, dann fiel sein Blick auf mich. Fassungslos starrte er mich an und sagte: „Das gibt´s doch nicht.“ Oben fingen die Jungs an zu tuscheln, und einer rief: „Was ist? Was ist da unten los?“ Dieser jemand drängte sich durch die Menge und kam ebenfalls nach unten, doch er sprang nicht, sondern kletterte vorsichtig über die gestapelten Kisten. Als er mich dann sah, war er genauso fassungslos. Hatten die etwa noch nie ein Mädchen gesehen? Der Junge war etwas kleiner und hatte rot-blonde Haare. Die beiden schauten sich an, dann hockte sich der Asiate vor mich. „Hey, alles gut, du brauchst keine Angst zu haben. Wie heißt du?“, redete er ruhig auf mich ein. Ich antwortete nicht und schaute ihm einfach nur in seine schönen dunkel-braunen Augen. „Okay, du erinnerst dich nicht daran, oder? Das ist normal, bald fällt er dir wieder ein. Ich bin Minho, das ist Newt. Komm mit, wir helfen dir hier raus.“ Ich würde erst mal keinem sagen, dass ich mich sehr wohl daran erinnern konnte. Aber was meinte er mit >normal<? Vorsichtig nahm Minho meine Hand und zog mich hoch. Ich trat ins Licht und augenblicklich verstummten die Gespräche der oben stehenden Jungs. Newt war schon wieder nach oben geklettert, und Minho schaute mich an. „Achte einfach nicht auf die Strünke, die haben sowieso nur Klonk im Hirn“, machte er sich über sie lustig. „Strünke? Klonk?“, fragte ich verwirrt. „Ach, vergiss es einfach“, winkte er ab. Schließlich ließ ich mir von ihm nach oben helfen.

Minho zog mich durch die ganzen Jungs, bestimmt waren es an die 50, die mich alle ausgiebig musterten. Niemand sagte ein Wort, alle starrten mich einfach nur an. Das machte mir irgendwie Angst. Newt, der die ganze Zeit vor Minho gelaufen war, drehte sich schließlich um und rief genervt: „Habt ihr Strünke nicht alle etwas zu tun? Zurück an die Arbeit!“ Tatsächlich löste sich die Menge in Windeseile auf und alle liefen in verschiedene Richtungen. Wir blieben stehen und jetzt erst schaute ich mich um.

Ich befand mich auf einem riesigen mit Gras bewachsenen Platz, der von großen Steinmauern umringt war. Die Wände bildeten ein Quadrat, waren dicht mit Efeu bewachsen und mindestens hundert Meter hoch. In der Mitte jeder Wand befand sich eine gigantische Öffnung und bildete eine Art riesiges Tor. Dahinter konnte ich Gänge erkennen. Dieser Ort verwirrte mich von Sekunde zu Sekunde mehr. Aber vielleicht konnte ich ja durch dieses Tor hier raus kommen. Ein Versuch war es zumindest wert, ich hatte ja eh nichts zu verlieren. „Glotzen kannst du später, wenn Alby dich herum führt. Wo ist er eigentlich?“, riss Newt mich aus meinen Gedanken. „Keine Ahnung“, erwiderte Minho schulterzuckend.

Jetzt war meine Chance. Ich schubste die beiden weg und rannte so schnell ich konnte auf das Tor zu. Als ich schon fast angekommen war, riss mich auf einmal eine gewaltige Kraft nach hinten. Minho drückte mich auf den Boden, sodass mir die Luft wegblieb und sah mich ernst an. „Versuch das ja nicht nochmal, kapiert?“, brüllte er schon fast. „Ist ja gut, aber du, du tust mir weh“, japste ich. „Sorry“, murmelte er kleinlaut und ließ mich los. Ich schnappte nach Luft während er mir wieder hoch half. Er sah mir tief in die Augen und flehte regelrecht: „Aber du musst mir eins versprechen: Geh nie, niemals da raus. Okay?“ „Aber warum denn nicht? Anscheinend ist es ja der einzige Ausweg!“, erwiderte ich. „Versprich es einfach.“ „Okay, ich verspreche es“, gab ich schließlich nach. „Gut, das. Dann gehen wir jetzt mal Alby suchen“, seufzte er und versuchte zu lächeln, was ihm aber nicht so recht gelang. Er marschierte bereits los, doch ich blieb wie angewurzelt stehen, da mir plötzlich schwindelig wurde. Er blieb stehen und fragte: „Kommst du?“ Meine Knie wurden weich, alles war verschwommen und ich fühlte, wie ich langsam umkippte. „Hey, ist alles-, hey, hey! Sag doch irgendwas, komm schon!“
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