Stay with me

von Arkona
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P12
John Stillman Lilly Rush Scotty Valens
10.10.2015
10.10.2015
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2.038
 
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10.10.2015 2.038
 
Endlich hab ich mich auch mal entschlossen hier eine Geschichte zu veröffentlichen (genauer genommen einen Oneshot, najaXD ) Ich war am Anfang etwas überrascht, wie wenig hier bei Cold Case nur schreiben, es ist doch so eine tolle Serie<3
Ich hoffe halt einfach, dass mein Geschichtchen gelesen und kommentiert wird, ich bin wie immer offen für jegliche Kritik:)

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Erschöpft und müde ging Lily die Straße zu ihrer Wohnung entlang.Sie hatte etwas weiter entfernt von Zuhause parken müssen, weil jemand ihr den Platz vor der Nase weggeschnappt hatte. Doch sie hatte sich nicht darüber aufregen können, schlicht und einfach, weil sie zu geschafft war. Also lief sie die Straße herunter und beobachtete das Leben, was hier noch zu sehen war. So viele Menschen, die geschäftig mit diesen schwarzen Aktenkoffern herumhetzten, junge Frauen, die unruhig vor ihrer Wohnung standen und schick angezogen auf ihre Männer warteten, alte Frauen und Männer, die Arm in Arm mit ihrem Hund spazieren gingen und natürlich sie. Sie, die sie vollkommen unbeteiligt an der ganzen Zivilisation wirkte, sich aber auch so fühlte und ruhig nach Hause lief.

Plötzlich klingelte ihr Telephon und riss sie aus ihrem kleinen Tagtraum.
"Rush?", meldete sie sich.
"Entschuldigen sie, dass ich sie", sprach die allzu bekannte Stimme ihres Bosses."um diese Zeit anrufe, doch es ist etwas schreckliches geschehen."
Sofort lief der Agentin ein eiskalter Schauer über den Rücken und ihre Augen weiteten sich. Sie malte sich ungewollt etliche schreckliche Szenarien aus, Dinge, die passiert sein konnten, schlimme Sachen eben.
"Was ist Boss?", fragte sie also erschrocken. Mit einem hatte sie jedoch nicht gerechnet.
"Scotty...er ist tot."

Lange Zeit schwieg sie. Ihr war heiß und kalt gleichzeitig, alles schien unwirklich.Sie senkte die Hand, in der sie das Telephon hielt. Es fiel einfach heraus. Ganz plötzlich war ihr Kopf vollkommen leer und doch überfüllt von Gedanken, die blitzartig wie Ausschnitte aus ihrem Leben vor ihrem inneren Auge erschienen und wieder verschwanden. Um sie herum hatte sich eine Art Blase gebildet, die allen Lärm, alle Geräusche und Gespräche, Menschen, Bewegungen...kurz; das komplette Leben von ihr abschirmte. Dann kam alles wieder auf sie zu. Wie eine gewaltige Welle der Erkenntnis, die auf sie zurollte und ihr keinen Platz zur Flucht geben wollte. Auf einmal drehte sich alles in ihrem Kopf. Ihre Augen nahmen nichts mehr war, ihre Ohren fiepten, die Beine knickten ihr weg. So klappte sie auf dem Fußweg zusammen, hilflos wie ein kleines Kind. Unfähig auch nur einen Finger zu krümmen. Aus dem Lautsprecher des Telephons klang die besorgte Stimme Stillmans', der sie fragte, ob es ihr gut ginge. Eigentlich eine überflüssige Frage.

Niemand der anderen Leute auf der Straße interessierte sich für die Frau, die kraftlos zusammengebrochen war. Alles ging seinen gang, alles zog an Lily vorbei, wie die Landschaft, die an einem Zug vorbeizieht. Tränen lösten sich aus ihren Augen, die Haare hingen ihr wirr ins Gesicht. Sie spürte kaum noch etwas, außer diesem schrecklichen Schmerz in ihrem Inneren. Als wäre ihr ein Stück ihres Herzens herausgerissen und in den Müll geworfen worden. Es war ein grausamer Gedanke, ihren Partner und besten Freund nun nie wieder sehen zu können. Er war tot. Weg. Für immer. Der erste Versuch aufzustehen scheiterte allein an der Bewegung ihres Kopfes. Mittlerweile liefen die Tränen ihr literweise über die Wangen und sie konnte nur verschwommen sehen. Erneut versuchte sie aufzustehen, was ihr besser gelang als zuvor. Sie hielt sich an dem Geländer der Treppe fest, die neben ihr zu Eingang eines Hauses führte, und zog sich hoch. Ihre Hände zitterten, doch sie ließ nicht von den kalten Metallstäben ab. Quälend langsam stand sie auf und nicht nur ihre Hände zitterten jetzt. Ihr ganzer Körper tat es. Unkontrolliert, unaufhaltsam.

Vorsichtig setzte sie einen Fuß vor den Anderen, als würde sie zum zweiten Mal Laufen lernen. Immer noch war sie gestützt auf das Geländer, was sie aber nicht mehr länger sein wollte. Also ließ sie davon ab und lief langsam weiter zu ihrer Wohnung. Immer einen Fuß vor den Anderen, einen vor den Anderen, einen... . Tatsächlich musste sie sich sehr darauf konzentrieren, nicht vor schwäche wieder zusammenzuklappen, weshalb sie ihre Füße ganz genau im Auge behielt.

Nach einer scheinbaren unendlichen Strecke, stand sie vor ihrer Wohnung. Noch immer zitternd zog sie den Schüssel hervor und schloss die Tür auf. Drinnen war es dunkel. Ganz genau so, wie es in ihr gerade dunkel war. Olivia kam auf sie zugelaufen, schnurrend strich sie ihr um die Beine. Genau das brauchte sie jetzt; Zuneigung, Hilfe, jemanden, mit dem sie reden und bei dem sie sich im Notfall ausweinen konnte. Doch eigentlich hatte genau dieser jemand sie gerade verlassen. Wieder brach sie in Tränen aus. Darauf schloss sie die Tür hinter sich, lehnte sich mit dem Rücken gegen sie und sank auf den Boden.
Mittlerweile hatte auch Sugar mitbekommen, dass mit Lil etwas nicht stimmte, weshalb sie langsam zu ihr getapst kam. Gemeinsam mit Olivia versuchte sie dann sie aufzumuntern. Dadurch aber wurde sie nur noch trauriger. Die Agentin hob den Kopf und schloss die Augen. Sie versuchte sich nun einfach an die schönen Momente mit Scotty zu erinnern. Zum Beispiel wenn sie einen trinken waren oder auf dem Weg zu Verdächtigen und in sehr verrückte Gespräche gerutscht waren und am Ende lachen mussten. Das war etwas, was sie vermutlich mit am meisten vermissen würde - sein Lachen und wie seine Augen funkelten, sein schelmisches Lächeln. Doch gerade wollte sie nicht an Morgen denken. Sie wollte im Gestern sein,  in der Zeit, in der noch alles gut war. Ihre Katzen kraulend versank sie in Gedanken und schlief schon bald mit einem Lächeln aufgrund der schönen Erinnerungen ein.


Am nächsten Morgen erst wachte sie wieder auf. Allein. Auf dem Boden. Von einem Klopfen geweckt. Wirr hingen ihr die Haare ins Gesicht und ihre Schminke war war vom Weinen am Vorabend völlig verschmiert. Doch das nahm sie gar nicht war. Sie stieß erneut vor diese schrecklich harte Wand der Erkenntnis. Alles was am Vortag geschehen war, tauchte wieder in ihrem Kopf auf. Lily versuchte den Tränenschwall zu unterdrücken, der sich aus ihren Augen lösen wollte, blieb aber ohne Erfolg.
Wer auch immer dieser penetrante Klopfer da an der Tür war, er schien nicht aufgeben zu wollen. Also stieß sie sich mit den Armen vom Boden ab und ging schwankend zur Tür. >>Scotty<<, schoss es ihr durch den Kopf. Was hätte sie alles dafür gegeben, dass er es war, der da vor der Tür stand. Doch das Schicksal meinte es zu diesem Zeitpunkt nicht gut mit ihr. Als sie vor der Tür stand zögerte sie kurz. Wollte sie jetzt wirklich die Tür aufmachen, wo sie doch eigentlich Ruhe brauchte? Aber was war, wenn es Vera war oder Jeffries? Oder wenn es ihr Boss war? Sie alle hatten Scotty verloren, nicht nur sie selbst. Also schloss sie auf.
Dort stand tatsächlich ihr Boss und als dieser sah, wie verheult Lil war, öffnete er ihr die Arme. Diese Geste nahm sie bereitwillig an und umarmte ihn, bis sie realisierte, dass es ja ihr Boss war.

Als sie sich dann wieder zurechtgemacht hatte und gerade vor ihm stand fragte er:
"Wie geht es ihnen Heute?"
Sie wollte antworten, doch der Kloß in ihrem Hals machte es ihr quasi unmöglich. Also schluckte sie mehrere Male, bevor sie ansetzte:"Danke der Nachfrage, aber ich glaube es ist unnötig das zu tun."
"Es tut mir Leid, wenn ich sie zu sehr bedrängt habe", entschuldigte Stillman sich aufrichtig, "Aber ich dachte ihnen sei etwas passiert. Sie waren so plötzlich weg vom Hörer und als ich hier her gefahren bin gestern Abend, haben sie auch nicht aufgemacht, als ich lautstark geklopft habe."
"Entschuldigung, ich habe geschlafen. Wird nicht mehr vorkommen."
"Das hoffe ich doch. Doch sie haben nun erst einmal die nächste Woche frei, was danach kommt, besprechen wir dann. Apropos: hier ist ihr Telephon, ich habe es auf der Straße auf dem Weg hierher gefunden." Er reichte ihr das altmodische Klapptelephon, was seinen Dienst erstaunlich gut tat und drehte sich zum Gehen.
"Danke.", sagte die Blonde."Bis dann."
"Bis dann.", verabschiedete sich auch der Boss und ging.
Langsam schloss sie die Tür und ging zurück in ihre Wohnung um sich einen Kaffee zu machen. Es würde ein langer Tag werden, an dem sie nichts zu tun hatte und sich in Ruhe mit ihrer Trauer auseinandersetzen können würde.



Bis zur Beerdigung passierte nichts großes mehr, ein paar Anrufe untereinander, sonst nichts. Doch danach schien es allen leichter zu fallen wieder in ihren gewohnten Arbeitsalltag zurückzufallen und die Vergangenheit hinter sich zu lassen. So vergingen drei Jahre. Sie hatten neuen Zuwachs bekommen fleißig alte und neue Fälle gelöst und waren wieder im Leben angekommen. Nur Lily fiel es noch immer nicht leicht, den Neuen zu akzeptieren und nicht jeden zweiten Tag an Scotty zu denken...


An einem Abend, an dem sie wieder mal geschafft nach Hause kam, begab sie sich in die Wanne, ein gutes Buch in der Hand, einen erlesenen Wein neben sich. Dort konnte sie vollkommen entspannen und sich aufs Wochenende vorbereiten. Sie würde zum ersten Mal seit ungefähr fünf Jahren wieder ein Date haben, was ihr gar nicht so leicht fiel. Maunzend kam Tiger ins Bad zu ihr geschlichen. Die altersschwache Katze war schon fast Blind und humpelte, doch Sugar und Olivia akzeptierten sie, was auch Lil freute.
Gerade wollte sie sich richtig fallen lassen, als es an der Tür klopfte. Was sollte sie jetzt machen? Brüllen? Entschuldigung ich bade noch, könnten sie bitte später wiederkommen? Nein. Also beeilte sie sich aus der Wanne zu kommen, abzutrocknen und Trainingssachen anzuziehen und hoffte, dass die Person vor der Tür noch nicht weggegangen war. Was sie verwunderte war nur, dass sie überhaupt klopfte, sie selbst hatte doch vor zwei Jahren endlich mal eine Klingel einbauen lassen...

Was sie nicht wusste war...ach lies selbst.


Nichts ahnend also öffnete sie die Tür. Ziemlich entspannt stand sie in der dort dann, bis sich ihre Augen an die Dunkelheit draußen gewöhnt hatten und sie jene Person erkennen konnte, welche so penetrant geklopft hatte. Die Erkenntnis durchzuckte sie wie ein Stromschlag. Es war erschreckend und wundervoll zugleich. Es war das Beste und schlimmste gleichzeitig, was ihr passieren konnte. Sie glaubte fast, sie würde einen Geist sehen, doch das war unmöglich, es war einfach...
Vor ihr stand, in einen schwarzen Anzug gekleidet und kaum verändert, Scotty. Er lächelte sie an und sie konnte nicht anders als zurück zulächeln. Tränen stiegen ihr in die Augen und sie fiel ihm um den Hals. "Ich habe so lange gewartet.", hauchte sie. "Und gebetet, dass du nicht tot bist." Nun weinte sie.
"Alles ist gut.", beruhigte er sie. "Ich bin bei dir. Alles wird gut."
Lange Standen sie so in der offenen Tür, bis Scotty ihren Kopf anhob und sie in ernstem Ton bat:
"Ich kann hier nicht bleiben, bitte komm mit mir."
"Was? Wieso soll ich mit dir kommen?", fragte sie ihn unter Tränen. Er antwortete ihr nicht. Alles was er tat, war sich ein wenig zu ihr zu beugen und sie wusste den Grund. Auch sie tat dies. Sanft legten sich ihre Lippen aufeinander, sie küssten sich. Jeder der Beiden hatte diesen Augenblick herbeigesehnt, doch keiner hatte geglaubt, dass es je war werden könnte.

Als sie sich einige Sekunden später voneinander lösten, stand Lilys Entschluss fest. Sie würde mit ihm gehen. Überall hin, Hauptsache sie war bei ihm. Sie wollte und konnte nicht mehr ohne ihn leben. Einige Fragen schwirrten ihr noch im Kopf herum, doch die würde sie mit Sicherheit irgendwann beantwortet bekommen.

The Endo

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Aaaah, omg. Mir ist gerade erst aufgefallen (ich habe cold Case noch nicht so weit geschaut>staffel 2<) , dass so ziemlich das gleiche (Scotts ist totgeglaubt, kommt zu ihr...) auch in der Serie vorkommt:O(oder doch nicht? ich bin jetzt echt verwirrt...o_O)
Also, wenn du/ihr bis jetzt noch tapfer weitergelesen hast/habt, dann hoffe ich, dass du/ihr vielleicht ein Kommi dalässt/dalasst.:P
LG: Arkona=)
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