Magnum - Aloha Halloween

von Taita
KurzgeschichteHumor / P12
09.10.2015
09.10.2015
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Projekt: Schreibzirkel

Wortvorgaben: Kürbis, Widerstand, kochen, erschrecken, gruselig

In Magnums Gästehaus herrschte Chaos. Überall lagen Kleidungsstücke herum, der Boden war mit Stofffetzen bedeckt und auf der Couch lagen mehrere mit schrecklichen Fratzen verunzierte Masken. Tief über einen Koffer gebeugt, kauerte eine weitere schaurige Gestalt, die zudem die gruseligsten Geräusche von sich gab. Das Stöhnen und Seufzen, Klagen und Ächzen war Apollo und Zeus nicht entgangen und obwohl Dobermänner für gewöhnlich nicht dazu neigten, Angst zu zeigen, blieben sie an der Eingangstür stehen, wie von einem unsichtbaren Widerstand zurückgehalten und sahen Higgins hinterher, als er die Treppe hinunter stieg.
“Magnum? Magnum, ich muss mit Ihnen reden! Es ist 4 Uhr am Nachmittag, Sie schlafen doch wohl nicht immer noch?”
Jonathan Higgins hatte die Mitte des Raumes noch nicht erreicht, da richtete sich die unheimliche Gestalt zu ihrer vollen Größe auf, bis sie von oben herab auf den armen Majordomus herabblickte.
Diesem entfuhr ein: “Oh mein Gott!”.
“Hab ich Sie erschreckt, Higgins?”
“Magnum! Was hat diese Maskerade zu bedeuten? Ich finde es geschmacklos …”
“Higgins! In meinen vier Wänden kann ich machen was ich will!”
“Darf ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei dem Gästehaus um das Eigentum von Robin Masters handelt, der Ihnen lediglich dieses Haus zur Verfügung stellt, während Sie sich um die Sicherheit des Anwesens kümmern. Eine Aufgabe, die Sie in letzter Zeit schändlich vernachlässigt haben!”
“Was? Aber Higgins! Ich hatte bloß einen sehr schwierigen Fall zu lösen, der meine ganze Aufmerksamkeit in Anspruch genommen hat.”
“Und zu diesem Auftrag gehörte sicherlich auch diese bezaubernde junge Dame, die sie mehrfach in den Klub mitgebracht haben, in dem Sie, falls ich Sie daran erinnern muss, kein Mitglied sind, und sie bis jetzt nicht geruhten die Rechnung zu zahlen.”
Higgins wedelte mit einem Blatt Papier, dass er die ganze Zeit in der Hand gehalten hatte.
“Aber ich werde ja bezahlen. Sobald mein Klient mich bezahlt hat.”
“Die junge Dame?”
“Nein, also eigentlich ihr Ehemann.”
“Sie gehen mit der Frau eines Klienten essen und lassen dann den Ehemann bezahlen?”
“Ja. Also nein, dass ist ganz anders als Sie jetzt denken, eigentlich …”
“Eigentlich ist mir das vollkommen egal. Sie haben bis Ende der Woche Zeit diese Rechnung zu bezahlen, sonst sehe ich mich gezwungen Ihre Nachlässigkeit gegenüber Robin zu erwähnen. Außerdem”, erstickte er Magnums Protest, “sollten Sie hier dringend mal wieder aufräumen. Was tun Sie denn da überhaupt?”
“Ich suche ein Kostüm für Ricks Halloween-Party.”
Higgins schüttelte den Kopf und war bereits wieder einige Stufen nach oben gestiegen, als Thomas ihn zurückhielt.
“Warten Sie Higgins. Sie sind doch so ein begnadeter Koch. Sicherlich kennen Sie ein hervorragendes Kürbis-Rezept. Ich habe hier nämlich dieses Prachtexemplar, dass ich Ihnen gern als … als kleine Wiedergutmachung schenken würde.”
“In der Tat kenne ich ein vorzügliches Rezept. Man höhlt den Kürbis aus, nimmt eine Prise …”
Mangum unterbrach ihn: “Das glaube ich Ihnen gern, leider ist es jetzt höchste Zeit weiter an meinem Kostüm zu arbeiten.” Er schob den Briten zur Tür. Als dieser bereits durch die Tür getreten und von Apollo und Zeus freudig empfangen worden war, fügte Magnum noch hinzu: “Ach Higgins, wenn Sie den Kürbis ausgehöhlt haben, bringen Sie ihn mir bitte wieder rüber? Ich habe Rick versprochen etwas zur Dekoration seiner Party beizutragen. Danke!” Und damit knallte er dem verdutzten und vor Wut kochenden Higgins die Tür vor der Nase zu.