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I will chase you...until you're mine - forever!

von Lovelle
Kurzbeschreibung
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P16 / Het
Draco Malfoy Hermine Granger
09.10.2015
23.09.2022
6
9.942
1
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23.09.2022 1.677
 
Sprachlos stand ich vor dem riesigen Spiegel und zupfte an meinem Kleid herum. Der seidige Stoff schmiegte sich an meinen Körper und es fühlte sich an, als würde ich nichts tragen. Nie zuvor hatte ich solch hochwertige Kleidung getragen. Ich hielt es schlichtweg nicht für nötig mich im Alltag so herzurichten. Da war mir meine Jeans und ein Wollpullover viel lieber. So musste ich immer aufpassen, wohin ich mich setzte oder dass ich mich nicht bekleckere, denn ich war mir sicher, dass man das nicht so einfach rausbekam. Natürlich hätte ich Flecken auch einfach wegzaubern können, doch zum einen wollte ich nicht immer Magie für die einfachsten Sachen benutzten und zum anderen wäre das hier nicht möglich, da Malfoy immer noch meinen Zauberstab hatte.

Malfoy...was wollte er von mir? Selbst nach all den Stunden und Diskussionen mit ihm fand ich einfach keine Antwort darauf, was mich zum verzweifeln brachte. Nun stand ich hier, eine Fremde in seiner Welt und musste gute Miene zum bösen Spiel machen. Auf das Abendessen hatte ich überhaupt keine Lust, aber was blieb mir anderes übrig? Ich wollte sicher nicht wieder in den Kerker gesperrt werden.

Erneut blickte ich in den Spiegel und stellte fest, dass meine Frisur überhaupt nicht zu diesem wunderschönen Kleid passte. Wie der weinrote Stoff mit Spitze meine Figur betonte...Ich sah aus, als wäre ich verkleidet, was ich irgendwie ja auch war. Unsicher, was ich tun sollte, lief ich schlussendlich doch zurück in das Badezimmer zum Waschbecken und versuchte mir meine Haare zu richten. Mit meinem Zauberstab wäre das kein Problem gewesen, denn ich hatte von diesem Handwerk überhaupt keine Ahnung. Ginny half mir damals bei den Bällen und der Hochzeit mich herzurichten. Ich selbst hätte das alleine niemals geschafft.

Hektisch riss ich die Schubladen und Türchen der Kommoden im Bad auf und suchte nach Haarklammern oder irgendwelchen Haarutensilien. Zu meinem Erstaunen wurde ich tatsächlich fündig und hatte nach circa zehn weiteren Minuten eine annehmbare Frisur. Zufrieden blickte ich noch einmal in den Spiegel bevor ich mich auf den Weg nach unten machte.

Nervös schritt ich die Gänge entlang und stolperte in den hochhackigen Schuhen beinahe die Treppe hinunter. Ich war es einfach nicht gewohnt darin zu laufen und war froh, wenn ich sie später wieder los war. Ein Gedanke schlich sich jedoch in meinen Kopf, dass ich diese Aufmachung nun öfters tragen musste, denn ich hatte ja nur meine verdreckte Kleidung dabei, in der Malfoy mich sicher nicht rumlaufen ließ. Generell war ich immer noch darüber erstaunt, dass er sich solche Mühe beim Einrichten meines Zimmers machte. Selbst den goldenen Schmuck, den ich anlegte, verstärkte nur die Farbkombination meines Outfits und ließ es stark an die Farben von Gryffindor erinnern.

Mit weichen Knien und zittrigen Händen öffnete ich das Portal rechts von der großen Treppe und trat in den Speisesaal hinein. Eine lange Tafel aus schwerem, dunklen Holz stand in der Mitte des Raumes, geziert mit so vielen Blumen, einem Tischläufer und Kerzenständern, dass sich vor Staunen mein Mund leicht öffnete. Vor lauter Überraschung hatte ich Malfoy am anderen Ende des Raumes kaum wahrgenommen. Er saß mit einem Kristallglas in der Hand vor dem lodernden Kamin und schien in Gedanken vertieft zu sein. Wie er so dasaß sah er beinahe aus wie eine Statue mit seiner makellosen, hellen Haut, den perfekt gestylten Haaren und dem maßgeschneiderten Anzug. Ich schüttelte meinen Kopf. Dieser Mensch sah so surreal aus, was wahrscheinlich daran lag, dass er sich noch nie in seinem Leben die Hände schmutzig machen musste und er durch den Wohlstand seiner Eltern in Galleonen schwamm. Unter diesen Umständen war es sicherlich einfach so auszusehen, denn das Leben hatte ihn nicht gezeichnet.

Vorsichtig machte ich einige Schritte in den Raum, genau darauf bedacht keine Aufmerksamkeit auf mich zu lenken und mich einfach an den Tisch zu setzen. Er hatte nur gesagt, dass ich zum Essen kommen sollte, nicht aber, dass ich mich mit ihm auch unterhalten sollte. Gerade wollte ich mich hinsetzten, als er aus seiner Starre erwachte, aufstand und hinter mir auftauchte. Vor Schreck fuhr ich zusammen, denn damit hatte ich nicht gerechnet. Er hatte nach meiner Stuhllehne gegriffen, um zu signalisieren, dass er mir beim Hinsetzen helfen wollte...wie ein Gentleman es tat. Doch Malfoy war kein Gentleman! Er war ein Todesser, der Menschen wie mich verabscheute. Wahrscheinlic war all das wirklich nur ein Spiel zum Zeitvertreib, um mich aufzuziehen wie ein Mastschwein und mich dann zum Schlachten Voldemort vorführen würde. Unangenehme Gänsehaut bildete sich an meinem ganzen Körper, als ich seinen Atem in meinem Nacken spürte.

"Ich kann mich alleine hinsetzten, Malfoy!", pampte ich ihn an.

"Darum geht es nicht, Granger. Ich stamme aus einem Haus, in dem Ettikete noch wichtig ist. Nicht so wie bei Narbengesicht oder Wiesel." Böse funkelte ich ihn an, gab aber klein bei, als sich unsere Blicke trafen. Er wirkte einfach so einschüchternd auf mich, dass ich wegschauen musste. Ein süffisantes Schnauben entfuhr ihm, was meine Wut zum kochen brachte, doch ich musste mich zusammenreissen. Bald schon war das Essen vorbei und ich konnte zurück in mein Zimmer, weg von ihm, wo ich endlich meine Ruhe hatte.

Zu meinem Leidwesen setzte er sich direkt neben mich. Ich hatte gehofft, dass, wenn ich mich nur weit genug entfernt von dem Gedeck setzte, er nicht den gleichen Schachzug machte wie ich. Doch er schien schlauer zu sein, als ich dachte. Mein Blick sprach scheinbar Bände, weswegen er anfing selbstgefällig zu grinsen.

"Du bist so leicht zu durchschauen, Granger." Er machte eine Handbewegung zu den Hauselfen, die gerade aufgetaucht waren. Sofort tauchte das Gedeck vor uns auf und der erste Gang wurde serviert. Malfoy breite seine Serviette auf seinem Schoß aus und begann zu essen. Es gab einen Feldsalat mit Granatapfel und Kürbiskernen. Mir lief das Wasser im Mund zusammen, sodass ich nach der Gabel griff und mir die erste Fuhr in den Mund schob. Mein urpsrünglicher Plan war nichts zu essen und ihn damit zu verärgern, denn er hatte ebenfalls nur gesagt, dass ich runterkommen sollte, nicht aber, dass ich essen sollte, doch es sah viel zu köstlich aus, mein Hunger war viel zu groß und die Hauselfen hatten so tolle Arbeit geleistet, dass ich dies auch würdigen wollte.

Meine Geschmacksknospen explodierten bereits bei dem Salat. Schon lange hatte ich nicht mehr so gutes Essen serviert bekommen. Die alte Damen in dem kleinen Dörfchen kochte zwar immer für uns, doch es bestand meist nur aus Eintöpfen. Damals war mir alles recht. Hauptsache ich würde überleben, aber jetzt, wo ich den Luxus geschmeckt hatte, war es schwer mich zu bremsen. Ich fühlte mich wie ein ausgehungertes Tier. Gabel um Gabel wanderte in meinen Mund und ich hatte den Salat binnen kürzester Zeit verschlungen. Malfoys Blicke ignorierte ich gekonnt, die mich von der Seite traktierten.

Wenig später kam bereits der Hauptgang bestehend aus Lammfilets, Kräuterkartoffeln, Soßen, Gemüse...meine Augen wurden groß bei diesem Anblick, was ihm nicht verborgen blieb.

"Hat wohl doch Vorteile, wenn man sich an meine Regeln hält!" Er grinste mich arrogant an. Ich verdrehte nur die Augen und begann bereits zu essen. Je schneller ich den Teller leerte, umso schneller wäre ich wieder auf meinem Zimmer, dachte ich. "Wäre es möglich, dass du wohlgemerkt meine Speisen mit etwas mehr Respekt essen würdest?" Malfoy riss mich aus meinem Wahn heraus und ich blickte ihn mit glasigen Augen an, denn mein Mund war randvoll. Ich schluckte das große Stück hinunter, wischte mir den Mund ab und versuchte etwas gezügelter zu essen. Ich wollte schließlich noch die Nachspeise genießen, die wenig später aufgetischt wurde.

Ein lauwarmer Küriskuchen mit einem Klecks Sahne obendrauf und einer heißen Tasse Grüntee rundeten das Menü ab. Meine Augen strahlten bei diesem Anblick. Als ich das Gäbelchen auf den kleinen Teller legte fühlte ich mich, als würde ich jeden Augenblick platzen. Ich wollte gerade aufstehen und mich auf den Weg nach oben machen, als Malfoy mich am Handgelenk packte und zu sich zog.

"Aua, du tust mir weh!", sagte ich zornig. Er ignorierte meine Worte und legte eine ernste Miene auf.

"Was sagt man, wenn man kostenlos Essen bekommen hat?" Ich musste mich wohl verhört haben. Verlangte er gerade wirklich, dass ich mich bei ihm dafür bedankte, dass er mich gefangen genommen hatte und mich nun zwang mit ihm zu essen?

"Vergiss es, Malfoy! Du wirst sicher keine Danke von mir bekommen. Ohne dich wäre ich ja überhaupt nicht hier und jetzt lass mich gefälligst los. Ich gehe in mein Zimmer!"

"Du meinst wohl mein Zimmer, in dem ich dich gnädigerweise wohnen lasse!" Genervt schnaubte ich und versuchte seinen Griff von meinem Handgelenk zu lösen. Plötzlich stand er auf und baute sich vor mir auf. "Dir werden wir noch Anstand und Manieren beibringen, Granger. Ansonsten kann ich dich gerne wieder in den Kerker sperren bis du auf Knien bettelnd angekrochen kommst und um Gnade winselst! Wäre dir das etwas lieber?" Ich schüttelte vehement den Kopf. "Dann haben wir uns wohl verstanden!" Er ließ mich los, fixierte mich jedoch mit seinem Blick, sodass es mir kalt den Rücken runterlief.

Mein Verstand schrie, dass es nun die Gelegenheit war loszueilen und mich aus dieser Situation zu entfernen. Ich hatte bereits den Türgriff in der Hand, als das Portal sich öffnete und ich einem ebenso bekannten Gesicht entgegenblickte - es war Zabini. Seine dunkelbraunen Augen schauten mich verwirrt an.

"Hallo?", fragte er mit seiner tiefen, ruhigen Stimme und blickte von mir zu Draco und dem Gedeck, was noch auf dem Tisch stand. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte, verharrte für einen Moment in meiner Bewegung, bevor ich schlussendlich an ihm vorbeistürmte und hinaufrannte. Ich konnte nur noch ein paar Wortfetzen von Zabini hören, der Draco anfing über das Abendessen zu löchern, bevor ich endlich in meinem Zimmer ankam, die Tür zuknallte und hinter mir abschloss. Zu meinem Erstaunen hatte er nämlich den Schlüssel nicht abgezogen, sodass ich nun einige Stunden Ruhe vor ihm und diesem ganzen Theater hatte.
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