wenn sich alles ändert...

GeschichteFamilie / P12
Sophie Koch Sören Petersen Susanne Kaspary
09.10.2015
28.01.2019
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Danke für die Reviews! Hier habt ihr ein neues Kapitel zum lesen. über jedes Review freue ich mich sehr! Viel Spaß :)

Ich sah den Notarzt an, der Mara untersuchte. Dann sah er mich an. „Ihrer Nichte geht es gut. Sie ist lediglich bewusstlos und hat eine leichte Rauchvergiftung. Wir fahren jetzt zusammen ins Marienhospital, da wird sie nochmal spezieller untersucht.“ sagte mir der Arzt. Wieder nickte ich, unfähig auch nur ein Wort aus meinem Mund heraus zu befördern.
Ich schaute wieder auf Mara, meine kleine jetzt verwaiste Mara. Wie sollte ich ihr beibringen, dass ihre Eltern tot waren? Wie sollte ich ihr erklären was passiert war, wenn ich es selbst nicht genau wusste? Wie sollte ich ihr Halt geben, wenn auch meine ganze Welt zu zerbrechen drohte? Auf all diese Fragen hatte ich keine Antwort, doch ich hatte eine Aussage fest in meinem Kopf verankert.
Ich werde Mara mit zu mir nehmen, sie groß ziehen, versuchen ihr ein Zuhause und Liebe zu geben. Ich musste stark sein, stark für den einzigen Menschen, der mir aus meiner Familie noch geblieben ist. Wir kamen endlich im Krankenhaus an und die Kleine wurde sofort in ein Untersuchungszimmer gebracht, indas ich aber leider nicht mit hinein durfte. Ich nutzte die Zeit um Sören eine SMS zu schreiben: Hallo Sören, bin mit Mara im Marienhospital. Mein Bruder Julian und seine Frau Anna sind in den Flammen ums Leben gekommen. Ich melde mich später. Susanne
ich legte mein Handy wieder in meine Handtasche und für mich vergingen bange Minuten des Wartens. Ich hätte nicht gedacht, dass ich einmal hier sitzen würde und keinen klaren Gedanken mehr fassen könnte. Ich hätte nicht gedacht, dass ich die jenige bin, die die Beerdigung für ihren kleinen Bruder organisieren muss.
Als der Arzt endlich aus der Tür trat, stand ich sofort auf und ging auf ihn zu. „Frau Kaspary ihrer Nichte geht es den Umständen entsprechend gut. Sie war kurz wach, ist aber durch die Erschöpfung direkt wieder eingeschlafen. Ich würde sie gerne für eine Nacht zur Beobachtung hier behalten und wenn ihre Werte sich morgen stabilisiert haben, dann können sie sie gerne mit nach Hause nehmen.“ sagte der Arzt mir. Wieder nickte ich, doch dann brachte ich endlich noch ein paar Worte aus meinem Mund. „Darf ich bei ihr bleiben?“ „aber natürlich Frau Kaspary.“ mit einem Lächeln auf den Lippen verabschiedete sich der Arzt nun von mir und ich betrat langsam Maras Zimmer. Sie lag auf dem Bett, immer noch voll mit Ruß, einem Sauerstoffschlauch in der Nase und schlief. Ich ging auf ihr Bett zu und gab ihr einen sanften Kuss auf die Wange. Dann nahm ich ein Taschentuch, feuchtete dies ein bisschen an und wischte ihr leicht die schwarzen Flecken aus dem Gesicht. Während ich dies tat, schlief Mara friedlich weiter.
Ich nahm mir ein Stuhl, setzte mich neben ihr Bett, nahm ihre Hand und versank in Gedanken.  Als ich auf einmal eine Hand spürte, die sich sanft auf meine Schulter legte, schreckte ich aus meinen Gedanken auf.
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