Freaky Friday

von Natsuki13
GeschichteHumor, Romanze / P18
Akane Tendo Kodachi Kuno Ranma Saotome Shampoo Tatewaki Kuno Ukyo Kuonji
09.10.2015
02.03.2019
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Hi Leute

Da meine FF "Mein irres Leben" durch die Operatoren momentan auf Eis gelegt wurde, habe ich mich dazu entschieden, eine weitere meiner Ideen umzusetzen.
Ich habe nicht die geringste Ahnung, was genau daraus wird, daher bin ich sehr auf eure Meinung angewiesen ^_^

So, genug geschwaffelt. Hier kommt das erste Kapi :)



Die Nacht, die alles änderte

„Trottel!“
„Machoweib!“
„Besser als ein halbes Mädchen durch die Weltgeschichte zu wandern!“
„Bist nur neidisch, weil bei dir eh nichts Interessantes zu sehen ist!“
„Perverses Schwein!“
„Dein Hintern ist fett, du bist flach wie ein Brett!“
„Jetzt reicht’s aber! Ranma, du bist so gut wie TOT!!!!!!!“
Der Schlag des aus dem Nichts erschienenen Hammers erschütterte das gesamte Haus. Einen Augenblick später ging ein Mädchen mit kurzen, blauen Haaren und einem schnippischen Gesichtsausdruck zum Wohnzimmer. Zurück blieb ein Krater, in dem ein Junge mit schwarzen, zu einem Zopf gebundenen Haaren halbwegs zuckend lag. Jap, Ranma und Akane waren soeben von der Schule zurückgekommen.

„Also wirklich, ihr zwei, ich weiss gar nicht, wie ich euch hier alleine lassen kann.“ Kasumi gab dem Kampfsportler eine Tüte mit Eis, mit der er seine Beule kühlen sollte. Akane sass ebenfalls am Tisch und sah stur in die entgegengesetzte Richtung. Nach den Beleidigungen würde sie noch eine Weile alles andere als gut auf den Kerl zu sprechen sein.
Es war Freitagnachmittag und die ganze Familie wollte gerade verreisen. Grund: Nabiki hatte Freifahrtkarten für nach Okinawa erhalten und nahm die ganze Familie mit, da dort garantiert für jeden was dabei sein würde. Die beiden Jüngsten blieben jedoch zurück, da sie Schule hatten – im Vergleich zu der mittleren Tendo-Schwester, welche an dem Jahr ihr Journalistik-Studium angefangen hatte – und das für ganze zwei Wochen. Wenn da das Haus noch heil bleiben würde…
„Der muss doch nur seine Klappe halten, dann wird nichts passieren.“, meinte Akane beinahe gelangweilt, während ihr aufgezwungener Verlobter verachtend schnaubte.
„Würde ein gewisser jemand nicht wegen jeder Kleinigkeit in die Luft fliegen und alles auf ihrem Weg zerstören wollen, würde es definitiv zu keinen Kommentaren kommen.“ Er schaffte es gerade noch, einer Tasse auszuweichen, die in seine Richtung geflogen kam.
Durch dieses Gestreite wurde Kasumi noch unsicherer.
„Vielleicht sollte ich Nabiki sagen, dass ich bleibe…“
„Nein, Kasumi!“, rief die jüngste Tendo sofort aus. Ihre Wut schien verpufft zu sein und sie rutschte schnell zu ihrer grossen Schwester. „Du musst gehen.“
„Aber…“
„Das war doch dein Traum, mal nach Okinawa zu reisen!“ Aus den Augenwinkeln bemerkte sie, dass auch Ranma hellhörig wurde. „Weisst du noch? Als ich klein war, hast du mir immer Geschichten von der Insel erzählt, obwohl du dort noch nie gewesen bist. Ich- Ich will nicht, dass du meinetwegen dir den Traum nicht erfüllst.“
Verunsichert schaute Kasumi zuerst ihre jüngste Schwester an, dann Ranma.
„Wir werden schon nicht das Haus zerlegen, Kasumi.“, pflichtete der Kampfsportler erstaunlicherweise seiner Verlobten bei. „Und wir sind beide alt genug, auf uns zwei Wochen lang aufzupassen. Zumal du alles so organisiert hast, dass man sich sehr grosse Mühe geben muss, um draufzugehen.“
Er grinste schief, was der Angesprochenen wohl zusätzliche Zuversicht gegeben hatte, denn sie seufzte nur.
„Na gut. Aber ich werde jeden Tag anrufen, um nachzusehen, ob bei euch alles in Ordnung ist.“
„Musst du nicht machen.“, versuchte Akane, aber in diesem Punkt konnte man den Sonnenschein der Familie kaum umstimmen.
So verabschiedeten sich die beiden Jugendlichen von ihren Familien und sahen ihnen eine Weile beim Wegfahren zu. Bis Ranmas Magen knurrte.
„Lust auf Chinesisch?“
Er sah die Frau geschockt an.
„Zum Bestellen, du Trottel. Kasumi hat uns genug Geld dagelassen.“ Auch wenn es der Blauhaarigen nicht gefiel, so wusste sie, dass sie und Kochen zwei kaum kombinierbare Dinge waren. Der Geschmack konnte sogar stimmen, doch irgendetwas ging dann bei der Verdauung schief. Der Vollpfosten von einem Verlobten konnte selbst Frösche und Schlangen essen, die er im Wald gefangen und auf einem Lagerfeuer zubereitet hatte, doch ihre Mahlzeiten setzten ihn ausser Gefecht. Trotz ihres Streites von vorhin war sie ihm nicht dermassen böse, dass sie ihn vergiften wollte.
Und so sassen die zwei kurze Zeit später im Wohnzimmer und verdrückten die gelieferte Mahlzeit. Dabei unterhielten sie sich sogar halbwegs anständig – zumindest flogen keine Gegenstände durch die Luft und auch die Tonlagen waren eher ruhig. Von einem Thema zum Nächsten und so weiter kamen sie irgendwie auf den Kampf der Geschlechter.
„Was verstehst du schon von Frauen?“
„‘Ne ganze Menge, wenn man bedenkt, wie viele mir hinterher rennen.“, gab er hochnäsig von sich – etwas, was Akane überhaupt nicht in den Kramm passte. Daher lächelte sie ihn verachtend an.
„Natürlich. Du bist doch genau wie alle anderen Kerle, die Mädchen als niedere Lebewesen betrachten. Es geht euch nur um diese bescheuerte Wetten – wer welches Mädchen als erstes küsst oder als erstes flach legt. Von Gefühlen habt ihr nicht die geringste Ahnung. Wie denn auch, ihr habt ja keine.“
Nun wurde er sauer.
„Was hast du schon für eine Ahnung? Du hast nichts Besseres zu tun, als jeden zu verprügeln, der dich auch nur anguckt, geschweige denn versucht freundlich zu sein. Nicht zu vergessen, dass in DEINER Welt alle Kerle pervers sind und nur aufs Spannen aus sind. Klar gibt es solche Gestalten, aber du wirfst alle in denselben Topf.“
„Na, das beste Exemplar dieser Sorte habe ich ja gerade vor der Nase.“, murrte sie verstimmt, was Ranma nur noch mehr einheizte.
„Gott, wenn ich alle Frauen nach dir als Vorbild beurteilen müsste, wäre ich längst schwul geworden! Zum Glück weiss ich, dass du eine seltene Ausnahme bist und die meisten Frauen einem eher zuhören.“
„Natürlich machen sie das. Und danach enden sie mit gebrochenen Herzen, weil Männern wie dir die Gefühle der Frauen völlig egal sind. Ehrlich, wenn ich alles geglaubt hätte, was mir gesagt wurde, wäre ich längst Kunos Freundin.“
Frustriert und genervt schob er knurrend seine leere Schüssel von sich und schnappte sich einen Glückskeks. Dasselbe machte dann auch Akane.
Es erwarten dich neue Erkenntnisse und Erfahrungen.
°Ja, klar, als würde ich dem Mist glauben…°, dachte die junge Frau noch, als sie schon sah, wie der Zopfträger seinen Zettel auf den Tisch warf. Dort stand:
Du wirst einen Menschen sehr nahe kennen lernen.
„Ich frage mich echt, wer bei denen all diesen Bullshit schreibt.“ Der junge Mann stand auf und streckte sich. Trotz der Argumentationen räumten die Jugendlichen zusammen das Geschirr weg und wuschen dieses sogar ab – in den Augen der Blauhaarigen grenzte es an ein Ding der Unmöglichkeit, dass Ranma ihr dabei tatsächlich geholfen hatte.
„Welchem Weltwunder kann ich denn deinen Sinneswandel verdanken?“, fragte sie provozierend und sofort flog der Kampfsportler in die Luft.
„Echt jetzt, als die Götter Weiblichkeit verteilten, bist du wohl auf dem Klo gewesen, was? Da will man helfen und wird gleich angeschnauzt.“
„Liegt vielleicht daran, dass du das sonst nie machst.“
„Liegt vielleicht daran, dass man mich nie darum gefragt hat.“, machte der Saotome die Blauhaarige nach und sie funkelten sich einen Moment lang gegenseitig an, ehe sie stur voneinander die Köpfe wegdrehten.
„Seit wann gehst du den Bitten anderer Leute nach?“
„Hey, jetzt wird mal nicht zu frech. Wann habe ich eine Bitte ohne einen Grund abgeschlagen?“
„Du versuchst immer abzuhauen, wenn du mit dem Klassendienst an der Reihe bist.“, argumentierte Akane wie die Ruhe in Person und überreichte ihrem Verlobten den letzten sauberen Teller.
Der zog bei den Worten eine Schnute.
„Weil ich Besseres zu tun habe, als zu putzen.“
„Ach, und was genau? Bei Shampoo oder Ukyo dich vollzustopfen? P-Chan ärgern? Dich mit deinem Vater um Süssgebäck streiten?“
„Trainieren!“, schrie er beinahe. „Ich bin der Erbe der Alles-Ist-Möglich-Kampfschule, falls dir das entgangen ist! Wie soll ich sonst stärker werden, wenn ich mein tägliches Training sausen lassen würde? Vielleicht wird das neu für dich sein, aber ich nehme diese Verantwortung ernst.“
„Du? Was ernst nehmen? Ist denn in der Zwischenzeit die Hölle eingefroren?“
Nun explodierte Ranma aber.
„Jetzt sei doch endlich still, du dumme Kuh! Du hast nicht die geringste Ahnung über mein Leben! Du musst dich ja nur um die Schule und deine Freundinnen kümmern, ach ja, und um dieses blöde Ferkel. Den Rest erledige immer ich. Kuno, Happosai mit seiner Unterwäsche, Shampoo mit ihren verrückten Ideen. Kommt ein Gegner, muss Ranma ran. Ist mein Vater einen Deal eingegangen, muss ich de Scheiss ausbaden. Taucht ein Geist oder ein Monster auf, muss wieder ich angerannt kommen und alles wieder gerade biegen.
Du hingegen kannst ja nicht einmal die simplen Sachen als Mädchen machen. Von Weiblichkeit weisst du nur vom Hörsagen Bescheid, bist flach wie ein Brett und einen fetten Hintern hast du auch noch. Dazu bist du gewalttätig, kannst nicht kochen und missverstehst ALLES, was um dich herum passiert.“
Nach dieser Rede wurde auch Akane wütend. Was erlaubte dieser vorlaute Rotzbengel sich eigentlich?
„Red‘ nicht so, als wüsstest du über alles auf der Welt Bescheid! Was weisst du schon über MEIN Leben? Meinst du, es macht mir Spass, bis tief in die Nacht an den Schulbüchern zu brüten? Nein, macht es nicht, aber ein Haufen Leute zählt darauf, dass ich ihnen den Stoff erkläre, dass ich ihnen bei Problemen helfe.
Weiblichkeit, sagst du? Tut mir leid, dass meine Mutter früher gestorben ist, als dass sie mir solche Dinge wie Kochen und Handwerken beibringen konnte! Meinst du, es macht mir Spass, so zu sein, wie ich bin? Dann habe ich eine Überraschung für dich – es macht mir KEINEN SPASS!!! Nur habe ich halt keinen Prince Charming auf einem weissen Schimmel, der meine Welt heile-heile macht! Ich muss mir alles selbst erkämpfen, sogar das verdammte Recht, normal über den Schulhof gehen zu können, ohne dass mir einer versucht einen Kuss aufzuzwingen oder mich um ein Date fragt.
Von deinen bescheuerten Verlobten, die mich immer angreifen wollen, rede ich gar nicht erst. Ich habe um eine Verlobung mit dir nicht gefragt und doch bin ich dazu gezwungen worden und muss mich nun mit einem Haufen Irrer rumschlagen – als hätte mir der bisherige Wahnsinn nicht gereicht! Also halt schön die Klappe, ehe du über mein Leben urteilst.“
Sie schmiss ihm wütend ein Handtuch ins Gesicht und stapfte davon.
„Ich gehe ins Bad und wehe du spannst!“
„Pha, das würde ich nicht einmal dann tun, wenn du die einzige Frau auf der Welt wärst.“, hörte sie seinen Kommentar und knallte wütend die Tür zu. Gott, was für ein Arsch war der doch!

Nach dem Bad hatte Akane sich auf ihr Zimmer zurückgezogen und hatte die restliche Zeit dort verbracht. Sie hatte noch gehört, dass der Saotome aus dem Dojo ins Bad gegangen war und dann ebenfalls in seinem Zimmer verschwand – nicht, dass es sie gross interessierte, was der Idiot so trieb. Von ihr aus konnte er auch zu Shampoo oder Ukyo gehen, war ihr doch egal! Es war sowieso die Idee ihrer Väter, diese bescheuerte Verlobung zu arrangieren, und es waren ihre Schwestern, welche ausgerechnet SIE dafür ausgewählt hatten.
Das Buch, welches sie bisher gelesen hatte, wurde auf den Tisch geschmissen – lesen würde sie nun eh nicht mehr können, das war so sicher wie das Amen in der christlichen Kirche. Was bildete der sich bloss ein, wer er war so über sie zu urteilen? Es reichte ihr schon, dass sie die missratene Tochter war. Klar ihr Vater liebte sie abgöttisch und auch ihre Schwestern waren für sie da, wenn sie diese tatsächlich benötigte, aber es änderte nichts an der Tatsache, dass sie „falsch“ war.
Sie hatte sich seit Kindertagen ständig mit Jungs geprügelt, die meisten hatten in der Grundschule nicht einmal gewusst, dass sie überhaupt ein Mädchen war. Ihre Kochkünste vergifteten JEDEN, auch wenn sie sich noch so grosse Mühe gab, alles richtig zu machen. Von femininer Eleganz und Geschmeidigkeit fing sie gar nicht erst an. Und als wäre all dies nicht schon schlimm genug, verlor sie auch noch so gegen Shampoo, Ukyo und Kodachi und zwar haushoch.
Und doch, trotz all ihrer Macken, wollen die meisten Jungs auf ihrer Schule mit ihr ausgehen, allen voran die Sportler. Angeführt von Kuno. Gott, wie sie das hasste! Keiner von ihnen wusste, wie sie wirklich war, und sie bildete sich auch nicht ein, dass einer von denen dies wirklich herausfinden wollte. Sie mochten ihre freundliche Fassade, doch Akane konnte die Hand ins Feuer legen, dass keine auch nur eine Sekunde lang ihre schlechte Laune überleben würde. Der einzige, der die dafür benötigte Stärke hatte, war Ranma und er liess keine Gelegenheit aus, sie zu beleidigen oder zu erniedrigen.
Ranma… wenn er nur wüsste, wie sehr es sie doch quälte, diese Fehler sich selbst eingestehen, die Fassade aufrechterhalten zu müssen… Nein, er würde das nie begreifen…
Mit diesen etwas trübsinnigen Gedanken schlief die junge Frau ein. Dabei träumte sie völlig wirres Zeug, von Bergen, Winden und vom Fliegen. Immer wieder sah sie eigenartigen Rauch neben sich vorbeiziehen. Er hatte keinen Geruch und keine Temperatur, doch aus irgendeinem Grund wusste die junge Frau, dass dieser Rauch etwas ganz Wichtiges war. Nur was?
Die Tendo erwachte nur ganz langsam, unwillig den neuen Tag zu begrüssen. Seit dem verdammten Streit mit Ranma wollte sie das Wiedersehen mit ihm so weit wie möglich hinausschieben. Zwar bestand die Möglichkeit, dass er schon trainierte… Nein, das war reines Wunschdenken. Wenn der Kerl die Chance kriegte, auszuschlafen, würde ihn nicht einmal eine Horde Elefanten auf die Beine kriegen. Eher würde er das Weite suchen, sobald ihm in den Sinn kommen würde, wer von nun an für das Frühstück verantwortlich war…
Es half nichts, sie musste aufstehen. Nur weil sie es aufschob, hiess es noch lange nicht, dass das Unvermeidliche nicht eintreffen würde. So streckte sie sich und öffnete endlich die Augen. Hm? Das war definitiv NICHT die Decke ihres Zimmers. Sondern Ranmas. Wie zum Geier war sie hierhergekommen?! Hatte er sie etwa in der Nacht aus ihrem Zimmer entführt?! OHHH, der würde noch sein blaues Wunder erleben!!!!
Akane drehte sich auf die Seite, in der Hoffnung ihren Verlobten irgendwo neben sich zu finden, doch Fehlanzeige. Sie war alleine in dem Raum. Hatte sie etwa geschlafwandelt und war mitten in der Nacht zu ihm gekommen? Ja, klar, und die Sonne ging im Westen auf. Der Idiot war mit Sicherheit abgehauen, damit sie ihm nicht die Seele aus dem Leib für diesen schlechten Scherz prügeln konnte. Doch Verschoben hiess nicht Aufgehoben, Freundchen! Der würde sich noch wünschen, er wäre nie geboren!!!
Mit einem Ruck setzte sie sich auf… und merkte erst dann, dass irgendetwas nicht stimmte. Sie konnte sich nicht einmal richtig erklären, WAS genau nicht stimmte, aber dieses Gefühl war da. Ihr Blick wanderte nach unten…
O…K… Seit wann hatte sie so grosse Hände? Die Haut war rau und mit unzähligen kleinen Narben übersäht. Die Nägel waren kurz geschnitten, von Maniküre war gar nicht erst die Rede. Von den Händen erblickte sie leicht behaarte Arme, die Bizepse spannten die Haut.
Ihr wurde schlecht. Das waren nicht ihre Hände. Und auch nicht ihre Arme. Panisch fasste sie sich an die Brust – und erwischte nur Muskeln unter einem weissen Unterhemd. Der stahlharte Bauch gehörte definitiv auch nicht ihr, auch wenn sie jede Berührung spürte. Gott, das war nicht das, was sie vermutete. Das durfte nicht das sein, was sie vermutete!!!
Zitternd griffen ihre Finger nach hinten, zu ihrem Hinterkopf. Akane musste sich zum Atmen zwingen, doch als sie den Zopf ergriff, versagten ihre Lungen. Sicherheitshalber zog sie daran. Es tat weh.
„AAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHHHHHH!!!!!!!!!!!!!!!!!“

Ranma war am Vorabend genauso wie die Tendo stinkbeleidigt schlafen gegangen und hatte ebenfalls völlig bescheuerte Träume gesehen. Wäre Happosai im Haus, hätte er den Mist dem alten Bock zugeschrieben, aber so…
Er kämpfte gerade gegen den Morgen und gegen das Aufwachen, als ein markerschütternder Schrei durch das Haus hallte. Der junge Mann für seinen Teil erschrak so sehr, dass er im Bett aufsprang, vom besagten Möbelstück runterfiel und sich den Kopf am Tisch anschlug. Gott, ging da etwa die Welt runter? Wer hatte überhaupt geschrien? Hatte irgendwie nicht nach Akane geklungen… Gha, wären doch bloss diese bescheuerten Sternchen weg…
Sich die schmerzende Stelle haltend – das würde eine hübsche Beule hinterlassen – drehte er sich um, als die Tür zum Raum, wo er sich gerade befand, aufgerissen wurde… und Ranma sich selbst erblicken konnte.
So schnell wie in dem Augenblick war er noch nie wach geworden. Der schmerzverzerrte Gesichtsausdruck wich einem entgeisterten mit aufgeklappter Kinnlade, als er in seine eigenen blauen Augen blickte, welche die ganze Palette von Schock bis Panik präsentierten. Aber… wenn er da sich selbst sah… wer war nun er?
Wie in Zeitluppe zwang er seine Finger sich selbst über das Haar zu fahren, welches viel kürzer war, als er es in Erinnerung hatte. Als nächstes brachte er seine krächzenden Halswirbel zum Drehen – wenn seine Vermutung richtig war, so würde sich dort ein Spiegel befinden. Er hatte Recht. Doch im Glas sah er nicht sich selbst, sondern eine junge Frau im gelben Pyjama mit kurzen, blauen Haaren und rehbraunen Augen. Die Frau im Spiegel hielt sich den Kopf, überprüfte unbewusst weiterhin die Länge ihrer Haare.
Endlich zwang Ranma sich dazu, nach unten zu schauen. Unter dem gelben Pyjama waren gerade noch zwei Hügel zu erkennen, die man eindeutig als Brüste identifizieren konnte. Weiter unten sah er zwei zierliche Füsse, als würden diese Cinderella gehören.
Erst dann schaute er nach oben, zur Tür. Und irgendetwas sagte ihm, dass sein Blick sich von dem seines Gegenübers kaum unterschied. Zum Schock, Fassungslosigkeit, Panik und Unglauben war nun noch eine Emotion dazu gekommen: Nämlich blanke Erkenntnis des Geschehenen.
„Ach du heilige Scheisse…“, brachte er leise hervor. Einen Moment später krachte sein Körper, der bisher im Türrahmen gestanden war, wie ein Kartoffelsack auf den Boden des Gangs.





Und das Drama nimmt seinen Lauf.
Was wohl daraus wird?

LG
eure Natsu-chan
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