Das Ende der Menschheit beginnt

GeschichteThriller, Übernatürlich / P18
OC (Own Character)
08.10.2015
13.03.2016
12
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BUMM.

Ich war müde. Eigentlich wollte ich einfach nur schlafen.

BUMM.

Aber ich musste die ganze Zeit Kanonenkugeln abwehren.

BUMM.

Ja, Kanonenkugeln. Die Menschen haben zehn Meter vor mir eine Kanone aufgebaut. Manchmal frage ich mich, wo sie immer diese ganzen Sachen hernehmen. Vielleicht haben sie ja extra dafür ein paar Angestellte, die sich immer neue Sachen ausdenken um uns zu quälen. Dumme Menschen. Sie sperren alle Diclonii die sie nicht gleich nach der Geburt töten hier ein und machen Experienente an uns. Sie wollen uns auslöschen, obwohl das doch eigentlich UNSER Job ist.

Als ich ein lautes Krachen hörte riss ich meine Augen auf, plötzlich war ich hell wach. Mist! Ich bin eingeschlafen. Gut dass sie nicht weiter auf mich geschossen haben. Irritiert schaute ich zu den Menschen hinter der Glasscheibe. Drei Männer und eine Frau mit Klemmbrett starrten mich an. Und dann sah ich es. Die Kanone war nur noch ein Haufen Schrott, das war eindeutig das Werk von Vektoren. Leider nicht von meinen, außer wenn sie plötzlich zwei Meter gewachsen wären. Der Mann mit den grauen Haaren drückte auf einen Knopf und ich hörte wie der Lautsprecher anging. „Nummer 98?! Warst du das?“ brüllte er. „Ich heiße Kanashimi“ sage ich trotzig. „Warst du das, Nummer 98?“ meldet sich nun der mit der Brille zu Wort. Das macht der doch mit Absicht, er will mich ärgern. Wenn ich hier raus komme werde ich ihn qualvoll töten, als Strafe dass er mich obwohl ich gerade gesagt habe dass ich Kanashimi heiße einfach wieder Nummer 98 nennt. „Nein, ihr habt euch doch sicher ausführlich aufgeschrieben dass meine Vektoren nur 8 Meter lang sind und außerdem hab ich geschlafen!“ Der Brillenmann nickte und wendete sich an seine Kollegen. Den Lautsprecher ließ er an. „Frau Kobayashi, sagen sie der neuen Professorin dass sie Morgen trotzdem noch einmal genau überprüfen soll wie lang die Vektoren von Nummer 98 nun wirklich sind“ sagte er zu der Frau und betonte “Nummer 98“ besonders boshaft. „Sind sie sich sicher dass sie schon an ihrem ersten Tag ein Experiment leiten soll?“  zweifelte die Frau. Der Brillenmann sah die Frau kalt an, „Natürlich wird sie das. Und sie wird gleich ab Morgen die neue Zuständige für Nummer 98 sein, da die letzte ja leider einen kleinen Unfall hatte.“ Dann schaltete er den Lautsprecher aus.

Eine neue Professorin. Mir doch egal. Jetzt werde ich erstmal schlafen. Ich liebe es zu schlafen, nur dann kann ich alles vergessen und mich wieder zurück in die guten, alten Zeiten träumen, in denen ich zwar auch schon von den Menschen gehasst wurde aber wenigstens nicht mit mir herum experimentiert wurde…

-FLASHBACK-

Das Klingeln meines Weckers riss mich aus dem Schlaf. Schade, ich wollte eigentlich noch etwas schlafen, aber ich muss zur Schule. Mit schlechter Laune ging ich ins Bad und wusch mein Gesicht. Im Spiegel beäugte ich wie jeden Morgen meine baby rosa haare, die roten Augen und die zwei kleinen, verhassten Hörner auf meinem Kopf.  Einen “Gendefekt“ haben es die Ärzte genannt, “nichts was man verstecken müsste“, ich tue es trotzdem. Alle würden mich auslachen und beschimpfen, das tuen sie zwar jetzt auch schon, aber dann hätten sie ja einen Grund, und zwar mein gruseliges Aussehen. Auch ohne dass sie es sehen haben sie Angst vor mir, manchmal möchte ich das ausnutzten und sie umbringen oder so. Ja, solche Gedanken kommen mir oft, doch es würde mir sicher nur noch größere Probleme bringen. Müde sah ich in den Spiegel, ich hatte wieder daran gedacht obwohl ich doch wies dass ich jedes mal die Kontrolle über meine unmenschliche Mordlust verlieren könnte. Daran durfte ich jetzt nicht denken, der Unterricht geht bald los und zu spät kommen würde mir noch mehr Ärger mit den Lehrern einbringen, denn auch sie hassten mich, aus irrgendeinem mir unklarem Grund. „Nicht daran denken“ murmelte ich immer wieder vor mich hin, während ich die schwarze Schuluniform anzog, meine Haare über diesen blöden Hörnern trappierte und zur Sicherheit noch eine große, schwarze Mütze aufsetzte. Eigentlich benutze ich auch immer Kontaktlinsen, damit niemand meine unnatürlich roten Augen sah, aber Heute sagte mir mein Instinkt sie wegzulassen, es ist zwar gefährlich auf ihn zu hören, sonst hätte ich sicher schon einige Leute umgebracht, doch die Kontaktlinsen sind unwichtig. Ich verschloss die Haustür und lief mit schnellen Schritten Richtung Schule. Als ich die Schule betrat klingelte es bereits. „Mist!“ flüsterte ich leise und rannte zum Klassenraum, in dem der Unterricht schon begonnen hatte. Mit einem Ruck riss ich die Tür auf und wurde daraufhin von allen angestarrt. Die Lehrerin sah mich beinahe schon hasserfüllt an und fauchte: „Seki Kanashimi, du bist zu spät! Wenn das noch einmal passiert,…“, jetzt hörte ich schon nicht mehr zu und lief gemächlich zu meinem Platz in der ersten Reihe, während die Lehrerin weiter tobte und mich dabei nicht mal ansah. Das wird ein anstrengender Tag, dachte ich und beschloss nach dieser Stunde ein bisschen zu schwänzen. Meine Gedanken schweiften gerade zum Mittagessen ab, aber sie wurden von den auf meinen Tisch klackernden Fingernägeln der Lehrerin unterbrochen. Ich drehte den Kopf zu ihr und bemerkte dass sich ihre Augen entsetzt weiteten als sie mich ansah. Plötzlich fiel mir wieder ein dass ich Heute nicht wie sonst Kontaktlinsen trug und die Lehrerin nun meine roten Augen sehen konnte. Sie stieß einen spitzen Schrei aus und sprang mit einem Satz von mir weg. Offenbar hatte sie Angst vor mir, dieses Wissen verlieh mir ein Gefühl der Kontrolle über sie und ich musste mir eingestehen dass mir das sehr gefiel. Langsam stand ich auf und ging mit einem bösartigen Grinsen im Gesicht auf sie zu. In mir wimmerte eine schwache Stimme dass ich mich hinsetzten sollte, doch eine starke, hasserfüllte Stimme die mir viel besser gefiel sagte voller Überzeugung: „Töte sie, Töte sie alle, du hasst die Kraft dazu! Menschen sind dumm, doch du kannst sie alle töten!“.

-FLASHBACK ENDE-