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Weglaufen kann eine Lösung sein - Muss aber Nicht

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Charlotte Slättberg /Sprotte Frieda Goldmann Friedrich Baldwein / Fred Stevan Domaschke / Steve Trudhild Bogolowski / Trude Wilhelm Blödorn / Willi
08.10.2015
06.07.2020
43
62.285
21
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Dieses Kapitel
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01.03.2020 757
 
Kapitel 41

Wahrheiten und ihre Folgen

Nach Becca’s Informationen drehe ich um und rufe ihr nur noch zu, dass ich mir kurzfristig heute Urlaub nehme und verschwinde ohne ein weiteres Wort wieder aus der Praxis. Auf dem Weg zum Auto rufe ich Fred an und erzähle ihm von Veronikas Anruf. Er macht sich ebenfalls direkt auf dem Weg zum Auto und wir treffen uns vor der Praxis. Er möchte mich nicht alleine lassen, was auch immer diesmal bei einem erneuten Test als Ergebnis heraus kommt.

Ich glaube so schnell, sind Fred und ich noch nie los gekommen. Normalerweise sind wir doch immer etwas zu spät oder trödeln. Aber wir kommen beide gleichzeitig an der Praxis an. Jeder von uns angespannt, was Veronika uns jetzt sagen wird.
Wir küssen uns kurz als Begrüßung und gehen dann ohne ein Wort zu sprechen Hand in Hand in die Praxis. Keiner von uns weiß, was er genau sagen soll bzw. Hängen wir beide unseren Gedanken nach und gehen zielstrebig an die Rezeption.

„Hallo, ist Veronika da?“, stürze ich gleich auf die nette Dame ein.
„Was kann ich denn für Sie tun, junge Dame?“, möchte sie nett wissen.
„Danke, aber Veronika weiß Bescheid. Sie hat mich angerufen.“, gebe ich als Antwort.
„Bitte warten Sie einen Moment. Sie ist gerade noch mit dem Doktor bei einer Patientin. Nehmen Sie doch einen Moment im Wartezimmer platz.“ Ich nicke ihr zu und ziehe Fred Richtung Zimmer.

Im Wartezimmer sitzen zwei Frauen, geschätzt in meinem Alter, beide schwanger. Bei ihrem Anblick werde ich noch nervöser, was fast nicht mehr möglich ist.
Nach gefühlten Stunden geht die Tür auf und Veronika ruft uns beide zu sich in ein freies Behandlungszimmer.

„Bitte sag mir was mit meiner Blutprobe ist!“, schieße ich sofort los. Fred steht stumm neben mir.
„Es tut mir wirklich leid, dass ich dich nochmal hierher bitten musste. Durch das umwerfen der Probe, nachdem du ohnmächtig wurdest, wurde der Test verunreinigt. Es konnte kein genaues Ergebnis ermittelt werden.“
„Aber du sagtest doch, der Test wäre negativ.“, wundere ich mich.
„Genau, das dachte ich auch. Ich hab es gar nicht bemerkt. Meine Kollegin hat mich heute gefragt, warum denn ein verunreinigter Test im Müll liegen würde. Sie hat ihn mir gezeigt und da ist es mir erst aufgefallen. Das tut mir wirklich wahnsinnig leid. Daher würde ich dir gerne nochmal Blut abnehmen und einen Test machen, wenn es ok für dich ist.“
„Natürlich! Das muss dir nicht leid tun. Es war ja meine Schuld.“

Sie entschuldigt sich noch einmal und holt dann die Sachen zur Blutentnahme. Ich gewöhne mich einfach nicht an diese Prozedur. Blutabnehmen ist einfach schrecklich. Ich lege mich auf die Liege und drücke Freds Hand während Veronika mir nochmals Blut abnimmt.

„Ich mache den Test sofort und lasse auch meine Kollegin nochmal schauen, dass diesmal wirklich alles richtig läuft. Wartet kurz hier. Ich bin gleich wieder mit dem Ergebnis hier.“
„Danke.“, sagen wir gleichzeitig und schauen uns an. Einer nervöser als der andere.

„Sprotte, wenn der Test negativ sein sollte, sei bitte nicht traurig. Verspricht du mir das?“, sieht mich Fred fragend an.
„Wärst du denn nicht traurig?“, will ich von ihm wissen.
„Natürlich möchte ich auch, dass der Test positiv ist. Aber wenn es noch nicht so ist, probieren wir es eben weiter. Ich will nur nicht, dass du deinen wunderschönen Kopf hängen lässt.“, lächelt er mich an.
„ich gebe mir Mühe. Aber versprechen kann ich es nicht. Glücklich wäre ich dann ganz sicher nicht.“, gebe ich ihm als kurze Antwort.
Nach weiteren 15 Minuten in denen wir schweigend warten, geht die Tür auf und Veronika kommt herein. Leider kann man anhand ihres Gesichtes gar nichts über das Ergebnis erfahren.

„Also ihr beiden. Meine Kollegin und ich haben unabhängig voneinander einen Test gemacht. Damit auch wirklich alles seine Richtigkeit hat!“
„Spann uns bitte nicht auf die Folter. Das halte ich nicht länger aus.“, unterbreche ich sie.
„Der Test ist positiv. Aber wir haben festgestellt, dass dein Hormonspiegel nicht so hoch ist, wie er sein sollte.“
„Was soll das heißen, ist Sprotte nun schwanger oder nicht?“, mischt sich nun auch Fred ein.
„Schwanger ist sie. Aber wir müssen sehen, ob das befruchtete Ei sich komplett einnistet und warum der Hormonspiegel so niedrig ist. Dafür werden wir jetzt weitere Tests machen.“

Halb glücklich, halb traurig. So könnte man mein Gefühlschaos nennen. Warum kann es nicht einmal ohne Probleme verlaufen?
Mir kullert eine Träne die Wange hinunter und Fred nimmt mich in den Arm. Ich brauche ihn und seine Nähe nun mehr denn je.
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