Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Weglaufen kann eine Lösung sein - Muss aber Nicht

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Charlotte Slättberg /Sprotte Frieda Goldmann Friedrich Baldwein / Fred Stevan Domaschke / Steve Trudhild Bogolowski / Trude Wilhelm Blödorn / Willi
08.10.2015
22.03.2021
45
63.449
21
Alle Kapitel
182 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
09.10.2015 1.909
 
Hallo zusammen,

hier ein neues Kapitel. Ich hoffe es gefällt euch. Und nicht vergessen Review hinterlassen. Viel Spaß und Danke schön!
______________________________________________________

Kapitel 3

Die Wahrheit - Nichts als die Wahrheit


Nun sitze ich hier im Coffeshop und warte auf Sabrina. Es ist 14.50 Uhr. Ich wollte extra früh da sein. Irgendwie hab ich etwas Angst vor der Wahrheit. Was wenn ich Fred grundlos verlassen habe? Wird er mir dann verzeihen? Können wir wieder glücklich werden?
In Gedanken versunken merke ich nicht wie Sabrina auf mich zukommt.

„Hi. Schön, dass du es dir anders überlegt hast.“
„Hi. Ja. Darf ich dich zuerst noch etwas fragen?“
„Klar. Was denn?“
„Warum ist es dir so wichtig, dass ich die Wahrheit kenne? Das kann dir doch eigentlich egal sein. So wäre er in keiner Beziehung und du könntest ihn haben."
„Weil ich das selbst schon mal durch gemacht habe.“
„Was genau?“
„Ich war mal mit Max zusammen. Der Herbergsvater. Erinnerst du dich?“
Ich nicke ihr zu.
„Vor 2 Jahren war ich schon mal dort mit meiner Klasse. Ich fand ihn auf Anhieb interessant und er mich auch. Irgendwie ist es dann passiert und wir kamen zusammen. Da er ja dort wohnte und ich etwas weiter weg, konnten wir uns nur an den Wochenenden sehen. An einem Wochenende musste ich freitags noch etwas erledigen, deswegen musste er vom Bahnhof alleine zu Fuß zu mir nach Hause. Der Weg war nicht weit. Auf dem Weg hat er eine Freundin aus der Schule von mir getroffen. Sie wusste nicht, dass ich mit ihm zusammen war.
Aufjedenfall hat er sie auf einen Kaffee eingeladen. Und danach hat er sie nach Hause begleitet. Dort kam dann eins zum anderen und die beiden haben miteinander geschlafen.
Später kam er dann zu mir. Ich habe ihm aber nichts angemerkt und er hat so getan als wäre nichts. Sonntags ist er dann wieder nach Hause gefahren, als wäre nichts gewesen.
Montags habe ich dann das Mädchen aus der Schule getroffen. Sie hat mir dann vorgeschwärmt, dass sie einen tollen Kerl kennengelernt hat. Als sie mir dann ein Bild gezeigt hat, war ich schockiert.
Sie hat gemerkt, dass ich den Tränen nahe war. Daraufhin hab ich ihr erzählt, dass Max mein Freund ist. Dachte ich zumindest.“
„Was ist dann passiert?“
„Ich bin nach Hause gerannt und habe Max sofort angerufen. Ich wollte von ihm wissen was wirklich passiert ist. Er sagte mir am Telefon, dass er sie nicht kennen würde. Sie wäre ihm begegnet und wollte ein Bild mit ihm machen, da er angeblich jemandem ähnlich sehen würde, den sie kennt. Dann hätte sie ihn geküsst und er hätte sie weggestoßen. Natürlich glaubte ich ihm die Geschichte.
Nach 2-3 Tagen hab ich das Mädchen nochmal getroffen. Sie hat gefragt, wie es mir gehen würde und was ich nun gemacht hätte. Ich hab ihr dann gesagt, dass sie ihre Lügengeschichten jemand anderem erzählen kann. Sie hat mich entgeistert angeschaut und zog mich in das nächste Café.
Sie hat sich mit mir zusammengesetzt und mir erzählt, was zwischen den beiden vorgefallen ist. Er hat mich angelogen nicht sie.“
„Also hat er wirklich mit ihr geschlafen?“
„Die beiden haben wirklich miteinander geschlafen! Ich wollte es nicht glauben. Aber sie hat mir dann den SMS-Verlauf zwischen den beiden gezeigt. Er hat sich für den tollen Sex bedankt und wie schön sie doch wäre. Ich war ihr dankbar, dass sie mir die Wahrheit erzählt hat. Natürlich habe ich noch am selben Tag mit ihm Schluss gemacht.“
„Aber was hat das jetzt mit uns zu tun?“
„Ganz einfach. Ich habe mir immer gesagt, dass ich so etwas nicht will. Aber leider hatte ich an dem Abend in der Jugendherberge zu viel getrunken. Deswegen hab ich Fred geküsst.“
„Aber du hast ihn doch auch hinter die Büsche gezogen und dich ausgezogen.“
„Ausgezogen habe ich mich wirklich. Das war mir so peinlich am nächsten Morgen. Ich hab ihn auch versucht zu mir zu ziehen. Aber er wollte das alles nicht. Er hat mich nach dem Kuss von sich weg geschubst und mich angeschrien. Er hatte Angst dich zu verlieren oder dich zu verletzen. Er liebt dich wirklich.“
„Aber warum hat er mir das nicht gesagt?“
„Er wollte dir alles erklären. Er wusste aber auch, dass du nicht mehr mit ihm reden wolltest. Wir haben uns am letzten Tag eurer Klassenfahrt nochmal gesehen. Ich habe mich bei ihm entschuldigt und ihm gesagt, dass er mit dir reden soll. Und wenn er Hilfe brauchen würde, hätte ich mit dir geredet. Er hat sich bei mir bedankt und mich zum Abschied umarmt. Deshalb dachtest du wahrscheinlich es wäre mehr zwischen uns passiert.“
„Jetzt ergibt wirklich alles einen Sinn. Und ich blödes Huhn wollte ihm nicht zuhören.“
„Ich würde auch nicht mehr mit Max reden. Man ist verletzt. Aber zum Glück hatte ich damals meine Freundin. Heute treffen wir uns wirklich oft. Dank Max haben wir uns als Freunde gefunden.“
„Das freut mich für dich. Wirklich. Wenn ich ehrlich bin, konnte ich dich nicht leiden.“
„Wenn ich du wäre, hätte ich mich dafür auch gehasst. Wer meinen Freund küsst, der kann nicht nett sein.“
„Aber warum war es dir so wichtig es mir doch noch zu sagen, auch wenn du was ähnliches schon mal durch gemacht hast.“
„Ich wollte nicht, dass du oder besser ihr, wegen mir leidet. Ich hab da wirklich ein ziemliches Chaos verursacht.“
„Das kannst du laut sagen.“

Nach diesem Gespräch fühlte ich mich einerseits besser, aber andererseits auch schlechter. Das Gute ist dass Fred nur geküsst wurde. Dass er es gar nicht wollte und auch nichts dafür konnte. Er war mir wirklich treu und liebt mich.
Das blöde ist nur, dass wir nicht wirklich miteinander reden im Moment. Ich hab wirklich alles kaputt gemacht mit meiner dummen Eifersucht. Und Sabrina natürlich. Durch sie passierte das Ganze erst. Jetzt heißt es einen Plan zu entwickeln, wie ich Fred zurückbekommen konnte.

Wieder zuhause bei meinem Onkel schnappe ich mir das Telefon und rufe Frieda an. Ich erzähle ihr die ganze Geschichte, die Sabrina mir erzählte.

„Was soll man dazu noch sagen. Das ist doch super, Sprotte. Dann wird ja doch alles gut zwischen Fred und dir.“
„Ich hoffe es. Ich weiß nur nicht, wie ich mit ihm reden soll. Ich hab ihn ziemlich angeschrien und einfach stehen lassen. Und ohne ein Wort bin ich nach Amerika geflogen. Er weiß noch nicht mal, dass ich hier bin.“
„Naja, weißt du. Eigentlich weiß er es schon.“
„Was soll das heißen, Frieda?“
„Er stand gestern vor meiner Haustür und hat dich gesucht. Er wollte nochmal mit dir reden.“
„Warum hast du mir nichts gesagt?“
„Du sagtest du möchtest Abstand von all dem. Da dachte ich, es wäre kein Abstand wenn ich es dir erzähle.“
„Da hattest du irgendwie Recht. Gestern hätte ich auch noch nicht mit ihm reden wollen. Aber das hat sich dank Sabrina geändert. Ich hätte auch niemals gedacht, dass ich Sabrina nett finden könnte.“
„Was Amerika alles wieder gut macht. Wann kommst du eigentlich wieder nach Hause?“
„Ich denke trotz der Problemlösung bleibe ich die 2 Wochen hier. Der Urlaub tut ganz gut.“
„Das freut mich für dich. Du ich muss leider los. Willi wartet schon.“
„Geht in Ordnung. Richte liebe Grüße aus. Danke fürs Zuhören, Frieda. Du bist die Beste.“
„Immer wieder gerne. Wir hören voneinander. Und stell nichts an.“

Ich fühle mich um einiges besser nach dem heutigen Tag. Erschöpft falle ich ins Bett und direkt ins Land der Träume.

Am nächsten Morgen weckt mich meine Tante mit einem leisen Klopfen an der Tür.
„Guten Morgen, Sprotte. Nur eine kurze Frage. Hättest du vielleicht Lust nachher mit Taylor die Pferde auszureiten?“
„Guten Morgen. Ja, gerne. Aber wer ist Taylor?“
„Taylor ist der Nachbarsjunge. Er hilft im Sommer immer bei uns aus und verdient sich so etwas Taschengeld dazu.“
„Achso, ok. Wann denn später?“
„So in einer Stunde. Du wirst ihn hören, wenn er kommt.“
„Ok. Ich mache mich dann schon mal langsam fertig.“

Während ich am Frühstückstisch sitze, höre ich einen Ohrenbetäubenden Lärm. Als ich aus dem Fenster schaue, sehe ich einen Jungen auf einem Motorrad die Einfahrt entlang fahren. Er stellt das Motorrad ab und geht in den Pferdestall. Das muss Taylor sein.
Ich esse meine letzten Bissen und mache mich auf den Weg in den Stall.

Eine Zeitlang bleibe ich im Tor des Stalles stehen und beobachte ihn. Er ist etwas älter als ich und hat blonde Haare die vorne etwas länger sind und ihm ins Gesicht fallen.

„Du musst Sprotte sein.“, begrüßt er mich.
„Ja, genau. Und du musst Taylor sein.“
„Richtig geraten. Du kannst mich aber auch gerne Tay nennen. So nennen mich meine Freunde. Schön dich endlich kennen zu lernen. Deine Tante hat mir schon einiges über dich erzählt.“
„Ich hoffe, sie hat nur gutes erzählt.“
„Von deiner Rettungsaktion der Hühner bin ich schwer beeindruckt.“, erzählt er mir grinsend.
„Das will ich schwer hoffen. Die war echt gut und sehr gefährlich!“

Wir schauen uns lachend an. Er dreht sich herum und geht in den hinteres Teil des Stalles.

„Reitest du heute mit mir die Pferde aus?“
„Wenn ich darf, gerne.“
„Hast du denn schon Erfahrungen mit Pferden gemacht?“
„Ich war schon mal eine Woche auf einem Reiterhof mit meinen besten Freundinnen. Also geritten bin ich schon, nur die Pferde und ich sind nicht wirklich Freunde geworden.“
„Da hat die bestimmt nur der richtige Reitlehrer gefehlt.“
„Und der wärst dann du, richtig?“
„Du hast es erfasst. Ich hole uns schon mal die Sattel und du kannst dir schon mal ein Pferd aussuchen.“
„Alles klar.“

Ich weiß genau welches Pferd ich ausreiten möchte. Vorne in der Box steht ein weißes Pferd mit schwarzen Punkten. Es erinnert mich an den kleinen Onkel von meiner Lieblingskindergeschichte „Pippi Langstrumpf“. Bei dem Gedanken muss ich lachen. Sie hat auch immer verrückte Sachen angestellt.

„Du willst auf Salamander reiten?“, sagt Tay, als er hinter mich tritt.
„Genau.“
„Gut. Dann sattele ich ihn dir und dann können wir auch schon los.“

Wir reiten über die Wiese mit unseren beiden Pferden und ich genieße die warmen Sonnenstrahlen auf meiner Haut. Endlich frei, ohne Probleme. Und das mit Fred bekomme ich auch noch hin. Ich liebe ihn und er liebt mich. Da kann es nur gut werden.

Die nächsten 5 Tage reiten wir jeden Tag zusammen aus und picknicken manchmal auf der Wiese.

„Wie lange bleibst du eigentlich noch hier, Sprotte.“
„Ich bleibe noch eine Woche hier. Dann geht es für mich wieder zurück nach Hause.“
„Möchtest du nicht noch länger bleiben?“
„Es ist wirklich schön hier. Aber ich muss unbedingt zuhause was Wichtiges erledigen.“
„Dann kann ich dich wohl nicht zum Bleiben bringen.“
„Nein, dass schaffst du nicht. Aber ich komme vielleicht nächstes Jahr wieder.“
„Das würde mich freuen.“
„So langsam sollten wir auch wieder zurück. Mein Onkel meinte, ich soll heute nicht so spät zurückkommen, da er noch eine Überraschung für mich hätte.“
„Gut. Dann machen wir uns am besten auf den Weg.“

Im Stall sattele ich Salamander ab. Inzwischen kann ich es schon alleine. Auf einmal steht Tay hinter mir und küsst langsam meinen Hals.

„Lass das bitte.“, versuche ich ihn abzuwimmeln und drehe mich weg.
Er zieht mich wieder zu sich und kommt meinem Gesicht immer näher, bis er mich küsst. Ich versuche ihn wegzustoßen, aber er drückt mich zu fest an sich.

„Sprotte?“, höre ich jemanden meinen Namen sagen.
„Was geht denn hier ab?“, kommt nun von der zweiten Stimme.

Jetzt hatte ich ein gewaltiges Problem.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast