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Weglaufen kann eine Lösung sein - Muss aber Nicht

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Charlotte Slättberg /Sprotte Frieda Goldmann Friedrich Baldwein / Fred Stevan Domaschke / Steve Trudhild Bogolowski / Trude Wilhelm Blödorn / Willi
08.10.2015
22.03.2021
45
63.449
21
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09.10.2015 1.499
 
Kapitel 2

Das Abenteuer beginnt…aber nicht gut

Endlich sitze ich im Flugzeug. Auf dem Weg zu meinem Abenteuer. Ich kann es noch nicht glauben, dass ich es wirklich durchziehe.
Hoffentlich hilft mir der Abstand von zu Hause. Einfach den ganzen Stress hinter mir lassen und meine Probleme vergessen.

Der Platz neben mir ist noch leer. Hoffentlich setzt sich kein nach Rauch und Bierriechender Mann neben mich. Aber zu meinem Entsetzten kommt der Teufel höchstpersönlich immer näher auf mich zu.
Ich bete, dass diese Person sich nicht neben mich setzt. Sie scheint mich noch nicht gesehen zu haben. Sie sucht ihre Sitzplatznummer. Bis sie an meiner Sitzreihe stehen bleibt.
Nun schaut sie mich an und sie versucht mich anzulächeln.

„Hi, Sprotte richtig?“
„Hi, ja.“

Ich versuche einem Gespräch mit ihr aus dem Weg zu gehen. Das wird bestimmt ein super Flug. 10 Stunden neben ihr.

„Kennst du mich noch?“
„Ja.“ Wie könnte ich dich nur vergessen, ergänze ich in meinen Gedanken.

„Schön dich wieder zu sehen. Wie geht’s dir so?“
Ich glaube, sie will mich einfach nur ärgern. Aber das lasse ich nicht mit mir machen.
„Super. Und dir?“ Sarkasmus lässt grüßen, denke ich mir nur.
„Auch gut. Auf dem Weg in den Urlaub geht es glaube ich jedem gut. Schon seltsam wie klein die Welt ist, dass ausgerechnet wir beiden uns hier treffen.“
„Das stimmt wohl.“
„Wie geht es eigentlich Fred und den anderen?
„Den anderen geht es gut. Fred denke ich auch.“
„Warum denkst du gut? Weißt du es nicht?“

Solangsam muss ich mich wirklich beherrschen, damit ich nicht komplett ausraste. Was denkt sich diese blöde Kuh eigentlich?

„Woher soll ich es denn wissen? Wir sind schließlich nicht mehr zusammen.“
„Oh. Das tut mir leid. Ihr ward so ein schönes Paar.“

Mit diesen Worten kann ich einfach nicht mehr ruhig bleiben.

„Als würde es dir leidtun. Du bist doch an allem schuld!“
„Warum ich?“
„Er hat mich doch mit dir betrogen. Wer sollte sonst daran schuld sein.“
„Ich habe ihn doch nur geküsst. Mehr nicht. Er wollte es nicht mal.“
„Ich bin doch nicht blöd. Ich hab euch beide doch gesehen. Wie du ihn abgeknutscht hast und was danach passiert ist. Es ist mir aber auch egal. Lass mich einfach in Ruhe.“
Mit diesen Worten stecke ich mir die Flugzeug Kopfhörer in die Ohren, um mich mit dem Bord Film abzulenken und ihre Stimme nicht mehr zu hören.

Irgendwie muss mich der Film und die Aufregung müde gemacht haben, denn eine Stewardess weckt mich, während das Flugzeug schon menschenleer ist.

„Tut mir Leid, Miss. Sie müssen jetzt aussteigen. Wir sind da.“
„Danke.“
Im Flughafen wartet schon mein Onkel auf mich.

„Mensch, Sprotte. Bist du groß geworden.“
„Hallo, Onkelchen. Schön dich wieder zu sehen.“

Nach einer kurzen Begrüßung gehen wir zu seinem Auto und fahren zu der kleinen Ranch, die ihm und meiner Tante gehört.

Als ich auch sie begrüßt habe, bringt sie mich zu meinem Zimmer, dass ich für die nächsten 2 Wochen beziehen werde. Erschöpft, obwohl ich den ganzen Flug verschlafen habe, lege ich mich auf das Bett und schlafe direkt ein.

Am nächsten Morgen werde ich von einem lauten Knall geweckt. Schnell steige ich aus dem Bett und laufe ans Fenster. Ich muss schmunzeln was ich da sehe. Mein Onkel hat wohl versucht die Pferde auf die Weide zu bringen. Leider hat er vergessen das Auto wegzufahren und jetzt hat er eine Delle im Auto. Er hat die Tür vom Pferdestall wahrscheinlich mit viel Schwung ins Auto geschlagen.

Ich öffne das Fenster und rufe ihm zu: „Guten Morgen. Wolltest du dein Auto verschönern?“
„Guten Morgen. Sehr witzig, Sprotte. Hast du Lust mir bei den Pferden zu helfen?“
„Ja, gerne. Ich komme gleich.“

Zuerst suche ich aus meinem Koffer meine Kosmetiksachen und gehe ins Bad.
Wieder im Zimmer angekommen ziehe ich mich an und räume meinen Koffer aus. Anschließend stürme ich nach unten um meinem Onkel bei den Pferden zu helfen.

Nachdem wir die Pferde auf die Weide gebracht haben und die Ställe gereinigt haben, gehen wir rein um zu frühstücken.

„Guten Morgen, Sprotte. Na, hast du gut geschlafen?“, fragt mich meine Tante, als ich die Küche betrete.
„Morgen. Ja, danke. Ich war doch etwas müde obwohl ich den ganzen Flug verschlafen habe.“
„Das ist ganz normal durch die Zeitverschiebung. Wir liegen 7 Stunden hinter der Deutschen Zeit.“
„Oh, Mist. Da fällt mir ein, ich habe Mom gar nicht Bescheid gegeben, dass ich gut angekommen bin.“
„Das hat dein Onkel schon getan, als ihr hier ward.“
„Super, danke. Hat sie irgendetwas gesagt?“
„Nein, du sollst dich nur mal zwischendurch melden.“
„Das mache ich.“

Nach dem Frühstück gehe ich nochmal in mein Zimmer um mich umzuziehen und meine Haare von dem Stroh zu befreien.
Ich durchsuche meine Tasche nach meinem Handy, als mir ein weißer Zettel entgegen fällt.
Ich öffne ihn und erstarre, nachdem ich sehe von wem der Brief ist und was darauf steht.

     Wenn du doch noch erfahren möchtest, was wirklich vorgefallen ist, ruf mich an.
     Liebe Grüße Sabrina

Darunter steht ihre Handynummer.
Im Kopf gehe ich nochmal das Gespräch aus dem Flugzeug durch. Sie meinte, sie hätte ihn geküsst, aber er wollte es gar nicht. Aber ich habe genau gesehen, dass er den Kuss erwidert hat und wie sie ihn hinter die Hecke gezogen hat. Oder hab ich mir das etwa nur eingebildet? Ich muss mit Frieda reden, was sie davon hält.

Nach 15 Minuten müssen wir leider auflegen, da Frieda sich mit Willi trifft. Sie hat mir geraten, ich sollte doch mal mit Sabrina sprechen. So schlimm kann sie ja nicht sein meinte Frieda. Irgendwie würde sie mir helfen, wenn sie mir die Wahrheit sagt. Aber kann ich Sabrina überhaupt glauben?

Ich lege mich auf mein Bett und denke nach. Entweder ich bleibe dabei, dass er mich betrogen hat und kriege ihn nicht mehr zurück oder ich rede mit Sabrina und erfahre vielleicht, dass er mich nicht betrogen hat. Bzw. war es nur der Kuss, den sie ihm aufgezwungen hat. Wobei mich diese Erkenntnis auch nicht wirklich glücklich macht. Schließlich hat sie sich dann an meinen Freund, eher Ex-Freund, ran gemacht. Aber vielleicht hat Frieda Recht. Ich kann ihr zuhören und dann entscheiden wie es weiter gehen soll.

Ich schreibe Sabrina eine SMS:
     
     Hallo Sabrina,
habe deine Zettel gefunden. Wann können wir uns treffen und wo?
Sprotte

Nun warte ich gespannt auf eine Antwort ihrerseits. Nach 5 Minuten vibriert mein Handy. Eine neue Nachricht. Aber nicht von Sabrina, sondern von Trude.

     Hallo Sprotte,
ich hoffe du bist gut angekommen. Viel Spaß in Texas. Und denk immer dran: Auf dem Rücken der Pferde, liegt das Glück der Erde.
Trude

Ich schreibe ihr schnell zurück, dass ich gut angekommen bin. Ich hoffe, dass sie mit dem Glück Recht hat. Denn Glück könnte ich wirklich gebrauchen. Denn eins weiß ich. Fred fehlt mir sehr und ich liebe ihn wirklich. Die letzten Wochen ohne ihn waren unerträglich.  Das Vibrieren meines Handys holt mich wieder aus meinen Gedanken. Wieder eine neue Nachricht. Diesmal von Sabrina.

     Hi Sprotte.
Hast du morgen Zeit? In Dallas, in dem kleinen Coffeshop „Mokah Coffee Bar“ in der Taylor Street. Um 15 Uhr.

Ich sage ihr zu und gehe nach unten zu meinem Onkel.

„Könntest du mich vielleicht morgen nach Dallas bringen, Onkel Stu?“
„Klar, das kann ich machen. Was möchtest du denn dort?“
„Ich treffe mich mit…einer Freundin aus der Schule. Wir haben uns im Flugzeug zufällig getroffen. Und da wir beide hier sind, dachten wir, wir treffen uns.“
„Das ist doch super. Ich muss auch noch ein paar Besorgungen in der Stadt machen. Dann nehme ich dich mit.“
„Klasse, danke! Ich gehe noch ein bisschen auf die Weide zu den Pferden, wenn es ok ist.“
„Ja. Wir rufen dich, sobald das Essen fertig ist.“
„Danke, bis später.“

Auf dem Weg zu den Pferden denke ich nochmal über die ganze Situation nach. Was ist, wenn Fred es wirklich nicht wollte und sie ihn nur geküsst hat. Dann habe ich total überreagiert. Das wäre mal wieder typisch ich. Einfach drauf los. Aber ich warte erstmal das Gespräch ab. Vielleicht sagt sie ja auch gar nicht die Wahrheit.

Nachdem ich jedes Pferd gestreichelt habe und mich etwas zu ihnen auf das Gras gelegt habe, höre ich meine Tante rufen. Ich stehe auf und gehe zurück zum Haus.

„Das Essen ist fertig, Sprotte.“
„Ich hab auch schon einen riesen Hunger.“

Nach dem Essen gehe ich nach oben und schreibe Mom eine SMS, dass es mir gut geht und ich gut angekommen bin. Nicht, dass sie sich noch Sorgen macht.
Prompt kommt auch schon die Antwort, dass es bestimmt eine gute Idee ist, den ganzen Problemen mal zu entfliehen.

Wenn sie wüsste, dass ich mein Problem direkt mitgenommen hatte nach Texas. Mal sehen, wie sich mein Problem nach dem Gespräch morgen entwickelt!
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