Weglaufen kann eine Lösung sein - Muss aber Nicht

GeschichteRomanze, Freundschaft / P12
Charlotte Slättberg /Sprotte Frieda Goldmann Friedrich Baldwein / Fred Stevan Domaschke / Steve Trudhild Bogolowski / Trude Wilhelm Blödorn / Willi
08.10.2015
06.07.2020
43
62.285
20
Alle Kapitel
168 Reviews
Dieses Kapitel
22 Reviews
 
 
08.10.2015 1.849
 
Hallo zusammen,
erst mal vielen Dank, dass ihr hierher gefunden habt. Und ein großes Danke geht an MaikedieNummer16. Danke fürs Ermutigen. Sonst hätte ich nie meine FF hochgeladen.

Dies ist meine erste FF.  Bitte seid also nicht allzu streng mit mir :)
Aber seid auch ehrlich und sagt mir, wenn ich an meinem Schreibstil oder meiner Idee was ändern soll.

Kurze Info vorab: Ich erzähle aus der Sicht von Sprotte.

Danke und viel Spaß beim Lesen! Ich hoffe es gefällt euch.

Und nicht vergessen - Reviews hinterlassen! Danke!

Euer Lesewurm2008


________________________________________________
Kapitel 1

Vergessen und vergessen werden…


Ich kann das Ganze noch nicht wirklich verstehen. Obwohl es schon 4 Wochen her ist.
Warum hat er das getan? Warum hat er mir das angetan? Vielleicht hätte ich ihn nicht zurückweisen dürfen. Aber ich wollte es nicht überstürzen. Hab ich damit doch alles kaputt gemacht?
Ich weiß einfach nicht mehr was ich denken soll. Am besten frage ich Frieda um Rat. Sie weiß immer, wie es mir wieder besser geht.

Ich fahre mit dem Fahrrad zu ihr. Auf dem Weg dorthin, komme ich bei Oma Slättberg am Haus vorbei. Sie sagt immer, Männer sind auch nur Menschen die Fehler machen. Aber wenn man jemanden liebt, macht man doch nicht solche Fehler. Oder etwa doch?

Als ich in die Straße in der Frieda wohnt einbiege, sehe ich Willi und sie knutschend vor der Tür stehen. Das ist mal wieder typisch. Seit die beiden sich gefunden haben, sieht man sie kaum noch getrennt. Aber ich freue mich für die beiden. Sie passen wirklich super zusammen. Melanie hatte anfangs ihre Probleme, aber seit sie Frederick hat, freut sie sich auch für Frieda und Willi.

„Na, ihr beiden? Wie lange steht ihr schon wieder hier?“, versuche ich die beiden auf mich aufmerksam zu machen.
Keine Reaktion. Als wären sie in einer anderen Welt.
„Hallooo!“, rufe ich nun etwas lauter.

Ruckartig fahren die beiden auseinander. Beide laufen leicht rot an.
„Oh! Hi, Sprotte“, kommt Kleinlaut von Frieda. „Wie lange stehst du denn schon dort?“
„Lang genug um zu wissen, dass ihr sehr lange die Luft anhalten könnt.“, gebe ich grinsend zurück.
„Ich muss dann auch los. War schön dich zu sehen, Sprotte.“, gibt Willi dazu.
„Ja. Bis bald, Willi.“

Frieda schaut noch kurz Willi hinterher und widmet sich dann an mich: „Was gibt es denn? Du siehst etwas niedergeschlagen aus.“
„Mal wieder zu viele Gedanken um das eine Thema.“
„Dann lass uns am besten an den Wohnwagen gehen. Da können wir ungestört reden.“

Kaum sind wir am Wohnwagen angekommen, erzähle ich Frieda meine Gedanken.
„Ich verstehe einfach nicht warum er das getan hat. Weil er mich nie geliebt hat oder weil ich ES noch nicht tun wollte.“
„Hast du mal mit Fred gesprochen? Seit 4 Wochen stellst du dir einen Haufen fragen. Aber immer bleiben wir bei dieser hängen! Also hast du ihn mal gefragt, warum er das getan hat?“
„Nein. Ich will nicht mit ihm reden.“
„Aber sonst wirst du es nie erfahren. Ich kann dir bei der Frage leider auch nicht weiter helfen. So gern ich das auch tun würde.“

Frieda hatte Recht. Auch wenn ich es nicht wahrhaben wollte. Ich musste mit Fred reden, wenn ich die Antwort auf diese Frage haben wollte.

„Hat Willi von ihm gesprochen oder irgendetwas erzählt?“
„Nein. Darüber reden wir beiden gar nicht.“
„Redet ihr überhaupt?“, frage ich Frieda lachend.
„Ja, wir reden auch. Manchmal.“, erwidert Frida ebenfalls lachend.

„Selbst wenn Willi was gesagt hätte. Ich denke es wäre das Beste, wenn du persönlich mit Fred sprichst. Auch nicht per Telefon oder SMS. Von Angesicht zu Angesicht. Wirklich persönlich.“
„Auch wenn ich nicht wirklich von deiner Idee begeistert bin, muss ich zugeben, dass du Recht hast. Ich werde mich mit ihm treffen! Danke Frieda.“

Ich umarme sie noch einmal und gehe dann zu meinem Fahrrad. Auf dem Weg nach Hause überlege ich mir schon mal, wie ich mich mit Fred treffen könnte. Und vor allem wo.

Zuhause angekommen schnappe ich mir erstmal mein Handy. Das Treffen vereinbaren kann ich auch per SMS. Und dann kann ich ihn persönlich fragen.

     Hallo Fred.
     Können wir uns Treffen? Heute um 19 Uhr am Wohnwagen?
     Sprotte

Nach 5 Minuten habe ich auch schon meine Antwort.

     Hi Sprotte
     Ja klar. Bis später
Fred

Das ging ja leichter als gedacht. Jetzt muss ich mir nur noch überlegen, wie ich ihn frage.
Ich rufe kurz Frieda an, um ihr von meinem Treffen mit Fred zu erzählen und sie darum zu bitten, dass keiner der Hühner am Wohnwagen aufkreuzt, solange ich dort mit Fred bin.

Nach dem Telefonat gehe ich noch schnell duschen, esse noch etwas und dann mache ich mich auch schon auf den Weg zum Wohnwagen.

Es ist 10 vor sieben, als ich am Wohnwagen ankomme. Fred ist noch nicht da. Ich gehe schon mal rein und stelle uns Teewasser auf. Tee beruhigt mich doch etwas. Hoffentlich auch dieses Mal.

Kurze Zeit später höre ich das Quietschen des Eingangstores. Er ist da.

„Sprotte? Wo bist du?“

Jetzt nicht zittern oder was Blödes sagen. Du schaffst das.

„Ich bin hier. Im Wohnwagen.“

Fred kommt in den Wohnwagen und setzt sich rechts an den Tisch.

„Möchtest du auch einen Tee?“, versuche ich einen Anfang zu machen.
„Ja, gerne.“

Ich stelle ihm zitternd seine Tasse hin und setze mich ihm gegenüber. Wir nippen beide an unserem Tee und sagen eine Weile nichts.

„Der Tee beruhigt dich immer noch.“, sagt Fred schmunzelnd in meine Richtung.
„Woher weißt du das?“
„Du zitterst nicht mehr. Das hat dir früher auch immer geholfen dich zu beruhigen.“

Ich finde es süß, dass er das noch weiß. Wir sind zwar erst seit fast 5 Wochen kein Paar mehr, aber er merkt sich sonst nie solche Dinge.

„Warum wolltest du dich eigentlich mit mir treffen?“, holt er mich aus meinen Gedanken zurück.
„Ich….ähm…“, mehr kriege ich nicht aus mir raus.
„Ja?“
„Ich wollte dich etwas fragen.“
„Na dann mal los. Was möchtest du wissen.“
„Warum hast du das getan?“

Plötzlich wird Fred etwas blass um die Nase. Das Thema ist ihm anscheinend unangenehm.

„Was genau?“
„Warum du mich betrogen hast möchte ich wissen?“
„Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Es war total dumm von mir.“
„Du musst doch wissen, warum du es gemacht hast.“, sage ich mit Tränen in den Augen.

Er steht auf und setzt sich neben mir auf die Bank. Er nimmt mein Gesicht in seine Hände und flüstert mir zu: „Ich war ein Idiot. Bitte verzeih mir. Ich war wirklich bescheuert. Ich liebe dich.“

Hat er das gerade wirklich gesagt? Ich glaub ich spinne!

„Du hast dich doch 4 Wochen nicht bei mir gemeldet. Wenn du mich wirklich lieben würdest, hättest du dich doch mal melden können. Und wenn du mich überhaupt jemals geliebt hättest, wärst du mir nicht fremd gegangen.“, schreie ich ihn an. Dieses Gespräch tut mir doch mehr weh, als ich es zugeben möchte.
„Bitte Sprotte. Das ist alles dumm gelaufen.“
„Nein. Das einzige was dumm ist, war zu glauben, dass wir darüber reden können.“

Er nimmt wieder meinen Kopf in seine Hände und küsst mich.
Ich drücke ihn von mir weg und renne fluchtartig aus dem Wohnwagen zu meinem Fahrrad. Auf dem schnellsten Weg muss ich hier weg.
Wie sehr habe ich mir seit 4 Wochen gewünscht, dass er das wieder tut. Mich zu küssen, mit seinen weichen Lippen. Aber doch nicht so. Nicht wenn ich stinke wütend auf ihn bin und zu verstehen versuche, warum er das getan hat.

Zuhause wartet schon meine Mutter auf mich. Ich hatte ihr einen Zettel hinterlassen, dass ich mich mit Fred treffe.

„Na meine Maus? Wie ist es gelaufen?“, ruft sie mir zu als ich die Haustür schließe.
Sie kommt um die Ecke und sieht mich an.
„Ich schätze mal nicht so gut.“
„Nein, überhaupt nicht gut. Anstatt mir eine Antwort zu geben, küsst er mich. Da sind meine Sicherungen durch gebrannt. Meint er wirklich mit einem Kuss ist alles wieder gut?“
„Ohje, komm her Kleines.“
Sie nimmt mich in dem Arm und streichelt über meinen Kopf. Zum Glück habe ich Ferien und muss ihn nicht in der Schule sehen.
„Wie wäre es, wenn du in den Ferien zu deinem Onkel nach Amerika verreist. Nur für 1-2 Wochen. Weg von dem ganzen Kummer und rein ins Abenteuer.“
Nach kurzem Überlegen, muss ich meiner Mutter Recht geben. Einfach mal raus hier. Das würde mir bestimmt gut tun.
„Aber wir können uns den Flug doch gar nicht leisten. Das ist viel zu teuer.“
„Dein Vater ist so viel geflogen, dass er noch Bonusmeilen hat oder wie das auch immer heißt. Er würde sie dir bestimmt geben. Sollen wir ihn fragen?“
Mit einem kurzen Nicken meinerseits, geht sie ins Wohnzimmer und ruft meinen Vater an.

Ich gehe in mein Zimmer und warte auf die Antwort meiner Mutter. Einfach mal hier raus. Das würde zwar bedeutet, die Hühner eine Zeit lang alleine zu lassen, aber es sind sowieso Ferien. Frieda hängt bei Willi rum, Trude hat auch nur noch Augen für Steve und Wilma ist unterwegs um Rollen für Filme zu ergattern. Es freut mich für alle, da sie jemanden oder etwas haben, dass sie glücklich macht. Und Melanie verbringt ihre Zeit auch bei Frederick. Die vier freuen sich bestimmt auch für mich.

In meinen Gedanken versunken kommt meine Mutter herein und setzt sich neben mich auf mein Bett.
„Also dein Vater und ich sind einverstanden. Er regelt alles mit seinem Bruder. Er wird auch die ersten Tage dort sein. Aber dann muss er auch wieder weiter zu seinem nächsten Auftrag.“
„Wirst du denn ohne mich hier auskommen? Schließlich bist du schwanger und musst dich schonen.“
„Mach dir um mich keine Sorgen Mäuschen. Kümmere dich jetzt erstmal um dich.“
„Danke, Mom. Du bist die Beste.“
„Dein Flieger geht übermorgen. So hast du noch genug Zeit die anderen Hühner zu informieren und dich zu verabschieden.“
Ich umarme sie und renne aus dem Zimmer.
„Ich gehe noch kurz zu Frieda und erzähle ihr alles.“
„Alles klar. Sag Bescheid wenn es später wird.“

Als ich am nächsten Morgen aufstehe kann ich es kaum abwarten. Heute muss ich meine Tasche packen, damit ich morgen nach Amerika aufbrechen kann.
Frieda hat sich riesig für mich gefreut. Heute Abend treffen wir uns alle im Wohnwagen und feiern meinen Abschied bzw. meine Reise. Spätestens in 2 Wochen bin ich wieder da.

Nun ist der Tag gekommen. Ich fliege nach Amerika. Ich sitze mit meiner Mutter auf dem Flughafen und warte, dass meine Flugnummer aufgerufen wird. Die Hühner konnten leider nicht mit, da sie andere Pläne haben. Aber von ihnen habe ich mich gestern Abend schon verabschiedet.
Nach 20 Minuten wird mein Flug aufgerufen.
„Viel Spaß meine Süße und melde dich wenn du angekommen bist. Erleb ein Abenteuer. Wenn nicht sogar 10! Aber hab Spaß.“
„Danke Mom. Das mach ich.“

Wir drücken uns noch einmal und dann gehe ich zu meinem Gate. Ich winke Mom noch zu und biege um die nächste Ecke. Amerika ich komme!
Review schreiben