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Gezeichnet - Teil 3

GeschichteFantasy, Sci-Fi / P16 / Gen
OC (Own Character)
07.10.2015
03.10.2017
4
13.094
1
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03.10.2017 2.639
 
Dies ist der dritte Teil meines Shadowrun-Romans Gezeichnet. In diesem Abschnitt geht es wieder mit normalen Kapiteln weiter.
Wer ganz vorne anfangen möchte, findet hier Kapitel 1: Gezeichnet – Teil 1
Hier ist: Gezeichnet – Teil 2. Dieser Abschnitt enthält allerdings gleich mehrere Horror-Kapitel, welche explizite Gewaltdarstellungen beinhalten. Wer so was nicht lesen mag, kann diesen Teil auch überspringen.
Hier ist Gezeichnet – Teil 4, was vorerst das letzte meiner Horror-Kapitel darstellt.
Die Handlung des Romans lässt sich auch verstehen, wenn man diese Horror-Kapitel nicht gelesen hat. Schließlich wird auf die hier geschilderten Ereignisse später noch mehrmals Bezug genommen, sodass man sich alles Wichtige zusammenreimen kann, ohne die Kapitel direkt lesen zu müssen.
Und hier ist Gezeichnet – Teil 5, der vorerst letzte und bisher längste Teil des Romans.

Kapitel 13:

Wieder blätterte der Elf mit seinem Finger durch die Seiten, die vor ihm in der AR schwebten. Sie waren mit japanischen Schriftzeichen bedeckt, die er nicht entziffern konnte. Doch einige enthielten auch farbenfrohe Bilder traditioneller, japanischer Gärten und Häuser, auf anderen waren Landschaften zu sehen, und wiederum andere zeigten Metamenschen in diversen, volkstümlichen Trachten, viele Frauen in Kimonos mit dicken, bunten und kunstvoll gebundenen Gürteln waren darunter. „Die Geisha“ – es war eines von Akitsus Lieblingsbüchern, sie hatte ihm seinen Inhalt erzählt, und ihm einige der Bilder erklärt. Abermals drohte eine Träne aus seinen Augen zu tropfen. Dax zog schnell ein Taschentuch hervor und wischte sie weg, bevor sie auch nur die Hälfte seiner Wange herunter gerollt war.

Er vermisste die Anwesenheit der jungen Elfe, die mit ihrer unbekümmerten Art so oft ein Lächeln auf sein Gesicht gezaubert hatte, besonders dann, wenn er über etwas brütete, oder verärgert war. Und er machte sich bittere Vorwürfe dafür, dass er sie verloren hatte. Warum habe ich sie nicht vor wenigen Tagen, als sie anrief, und mir von ihrem bevorstehenden Run gegen diese grausame Sekte erzählt hat, hierher beordert, in den Keller gesperrt, und erst am nächsten Tag wieder rausgelassen? fragte er sich abermals.

Doch er kannte die Antwort nur allzu gut, und sie schmerzte. Der Job hatte sich nicht sonderlich schwer angehört, und er hatte seinem Mündel von Herzen ein Erfolgserlebnis in ihrer bisher doch eher erfolglosen Laufbahn als Runnerin gewünscht, sodass er sie hatte gehen lassen. Zwar mit einem leicht mulmigen Gefühl, aber er hatte sie gehen lassen. Auf der anderen Seite hätte er es auch nicht übers Herz gebracht, sie in einen Kellerraum zu sperren, sie flehentlich an die Tür klopfen zu hören, und sich am nächsten Tag damit vor ihr rechtfertigen zu müssen, dass er das alles nur aus Sorge um sie getan hatte.

Wieder seufzte er, schüttelte den Kopf, und blätterte eine weitere Seite um. Heute Vormittag war er in ihre Wohnung gegangen, hatte einige ihrer Habseligkeiten eingepackt, und in seine Kneipe mitgenommen. Sie wohnte nur ein paar Straßen weiter, somit war der Weg nicht lang gewesen. Ja, er war es sogar gewesen, der ihr vor einigen Jahren diese Wohnung hier im Unterschichtsviertel von Hamburg vermittelt hatte.

Jetzt starrte er auf den kleinen Tisch, auf dem er ihre Sachen ausgebreitet hatte: Ein paar alltägliche Kleidungsstücke, sie liebte bunte Farben; einige kleinere Schusswaffen, die er ihr mal besorgt hatte; ein Ledermantel und leichte Panzerungskleidung. Vorsichtig hob er zuerst den Taser hoch, den sie fast immer bei sich trug, wenn sie aus dem Haus ging. Eine Vorsichtsmaßnahme, die er ihr beigebracht hatte. Sie war eine körperlich relativ schwache Frau, da konnte eine legale Waffe nicht schaden.

Danach fiel sein Blick auf den Schalldämpfer, den sie mit ihrer schweren Pistole benutze, obwohl sie nicht wirklich damit umgehen konnte. Ein schwaches Lächeln huschte über sein Gesicht, als er an ihre halbherzigen, unbeholfenen Versuche dachte, in seinem schallisolierten Kellerraum zuerst die Zielscheibe, und dann später die alte Schaufensterpuppe zu treffen. Er hatte sie immer wieder dazu genötigt ein bisschen Schießen zu üben, denn es war eine wichtige Fertigkeit für jede Art von Shadowrunner, wie er meinte. Da konnte sie noch so heftig protestieren, dass sie eigentlich nur in der Matrix aktiv sein würde, er hatte ihre Ausreden nie akzeptiert.

Zuletzt fiel sein Blick auf den Stapel Datenchips, den er in einer Schachtel gefunden hatte. Es war nicht einfach gewesen, die Sammlung ihrer Bücher, Musik und SimSinn-Chips in dem ganzen Durcheinander ihrer Zweizimmerwohnung zu finden. Überall lagen Sachen verstreut herum, in der Küche stand schmutziges Geschirr, lag sogar teilweise auf dem Boden. Er hatte eine ganze Weile mit Suchen verbracht. Doch da er wusste, dass diese kleine Box irgendwo existieren musste, hatte er nicht aufgegeben. Schließlich waren seine Geduld und seine Anstrengung belohnt worden, als er einen Stapel dreckiger Wäsche durchwühlte, der neben ihrem Bett gelegen hatte.

Und jetzt saß er hier, vor einem Teil ihrer Habseligkeiten, und blätterte in einem ihrer Lieblingsbücher. „So, als würde ich auf sie warten, als würde ich ihre Sachen nur für den Tag aufbewahren, an dem sie zurück kommt“, murmelte er traurig, und spürte wieder einen großen Kloß in seinem Hals.

~


Er hatte sich sofort Sorgen gemacht, als sie ihn nicht direkt nach dem Run angerufen hatte, wie sie versprochen hatte. Ein Versprechen ihn anzurufen und ihm mitzuteilen, dass es ihr gut ging, hatte sie bisher immer gehalten. Da hatte er gleich gewusst, dass etwas nicht stimmte. Als er sie online nicht gefunden hatte, war seine Sorge gewachsen, sodass er sich bald entschied, nach ihr suchen zu lassen.

Am Abend des schicksalhaften Runs war sie irgendwann offline gegangen, er hatte es flüchtig bemerkt, war aber zu beschäftigt gewesen, sich viel dabei zu denken. Doch jetzt wusste er, dies war der Moment gewesen, in dem man ihr den Headjammer umgebunden hatte.

Und gestern Abend hatte er einen Anruf erhalten. Es war Zero-Un gewesen, der Technomancer, den er nur zwei Tage nach Akitsus Verschwinden mit dem Auftrag bedacht hatte, in der Matrix nach ihr zu suchen. Zu seiner großen Überraschung hatte er mehr herausgefunden, als er je erhofft hatte. Er war mit einem kleinen, verwirrten Sprite zu ihm gekommen, welches er irgendwo in den Weiten der Resonanz aufgespürt hatte. Doch es war nicht einfach nur irgendein Sprite gewesen, es war Akitsus letztes Sprite!

Dax hatte keine Vorstellung davon, was für Informationen alle in den Resonanzräumen verborgen lagen, was ein Technomancer finden, und was er nicht finden konnte in diesen ungewissen Tiefen der Matrix, und wie lange so eine Suche dauerte. Es war jedenfalls schon ein paar Tage her, seit er Zero-Un den Auftrag erteilt hatte, und der junge Mensch hatte erschöpft geklungen, aber auch sehr froh darüber, so viel gefunden zu haben. Er hatte ihn gut bezahlt, mehr als gut. Und dann hatte er sich alle Mühe gegeben beim Versuch, mit dem kleinen Sprite zu reden.

Akitsu hatte nie viel von den Resonanzräumen gesprochen, dies waren Technomancergeheimnisse, die sorgsam gehütet und nicht mit anderen Leuten geteilt wurden, wie er sehr wohl verstand. Wieder fragte er sich, ob sie es ihm wirklich verschwiegen hätte, wenn sie diese Orte besucht hätte. Und abermals war er sich sicher, dass sie so aufgeregt über das Erlebnis gewesen wäre, dass sie es ihm beim besten Willen nicht hätte vorenthalten können. Er wusste bisher nur, dass die Resonanzräume für Technomancer ganz besondere Orte waren, dass sein Protegé auch dorthin gelangen wollte. Doch er wusste auch, dass sie aus Gründen, die er nicht genau verstand, dazu noch nicht in der Lage war. Zwar hatte sie schon viel mit ihren Fähigkeiten experimentiert, sich weiterentwickelt, gelernt, und war bereits vor längerer Zeit an den Punkt gekommen, an dem er sich nicht mehr mit ihr in der Matrix messen wollte, doch hatte sie bisher nur einen kleinen Teil ihres Potentials ausgeschöpft. Sie war eine begabte Hackerin, ohne Frage, sie konnte Dinge tun, über die er nur staunen konnte, und die ihn immer wieder aufs Neue beeindruckten, doch ihren Weg in die Resonanzräume hatte sie noch nicht gefunden.

Er hatte ihr von Herzen gewünscht, dass sie diese mysteriösen Orte, nach denen sie sich so sehr zu sehen schien, obwohl sie bisher nie dort gewesen war, irgendwann finden würde. Doch jetzt war es zu spät! Sie würde nie wieder die VR erleben können, wie es nur Technomancer konnten. Sie war tot! Gestorben durch die Hände einiger geisteskranker, psychisch labiler, rassistischer Fanatiker! Und das Schlimmste von allem: Sie war ganz allein gestorben, ohne Matrix, ohne die Resonanz zu spüren, welche immer da war, sie immer schützend einhüllte und wärmte, wie sie es manchmal beschrieben hatte, wenn er sie danach fragte.

Oh, sie hatte sich bemüht ihm begreiflich zu machen, wie sie diese Energie erlebte, die Resonanz genannt wurde, doch wirklich verstanden hatte er es nie. Und nun war sie vor wenigen Tagen gestorben, grausam ermordet, und hatte nicht mal in der tröstlichen Anwesenheit der Matrix und der Resonanz einen Hauch Erleichterung gefunden. Und warum nicht? Weil diese verdammten Bastarde ihr einen Headjammer umgelegt hatten!

Verzweiflung stieg in ihm auf, erneut wischte er sich eine Träne ab, und erinnerte sich an das kleine Sprite. Eine große Hilfe war diese Wolke verwirrenden Codes nicht gewesen, die Zero-Un irgendwo aufgetrieben hatte. Aber es war alles, was ihm von seiner kleinen Akitsu geblieben war. Das kleine Wesen war sehr durcheinander gewesen. Mühsam hatte er im Gespräch mit ihm herausgefunden, dass es die letzte Technomancerin, deren Ruf er gefolgt war, ganz unerwartet verloren hatte.

Sein Protegé hatte das Sprite gerufen, als es ihr schon nicht mehr gut ging. So viel war klar geworden. Sie beschwor diese digitalen Lebewesen nur, wenn sie deren Hilfe brauchte. Doch sie hatte von dem verwunderten Sprite lediglich verlangt, ihr Gesellschaft zu leisten. Für ihn gab es nur eine Erklärung für diesen Wunsch: Sie war bereits zu schwach gewesen, um in der Matrix zu tun, was auch immer sie sich vorgenommen hatte, und wofür sie das Sprite gerufen hatte. Die kleine Codewolke hatte ihm die letzten Emotionen beschrieben, die es von ihr empfangen hatte. So gut es konnte, verstand sich, denn Sprites kannten längst nicht das gesamte Spektrum metamenschlicher Gefühle. Doch in den mühsamen, chaotischen Beschreibungen des kleinen Wesens hatte er eindeutig Angst und Leid erkannt.

Dann war das Mädchen plötzlich aus der Matrix verschwunden, so hatte das Sprite berichtet, und keinen Hehl aus seiner dadurch ausgelösten Verwirrung gemacht. Pflichtbewusst wollte es bei ihr bleiben, da es die Technomancerin aber nicht mehr wahrnehmen konnte, weil es die Verbindung zu ihr verloren hatte, war es kurzer Hand in ein paar Cyberaugen eingedrungen, die sich in der Nähe der letzten, ihm bekannten Position des Avatars befanden, den es nun suchte. Wirklich ein cleveres, kleines Ding, dachte Dax anerkennend. Denn nur diese Tatsache hatte ihm die letzten Bilder beschert, die er von der jungen Elfe hatte.

Es war kein schönes Szenario, welches sich dem Sprite geboten hatte. Wieder griff seine Hand nach dem Datenchip, der diese Aufnahmen enthielt, und tauschte ihn gegen das Buch in seinem Kommlink aus. Abermals schaute er sich die Bilder an, die ihn letzte Nacht in schlechten Träumen verfolgt hatten. Es war alles, was das Sprite ihm hatte geben können, alles, was von Akitsu geblieben war. Wieder wurde er traurig.

Das kurze Video zeigte das Mädchen vollkommen nackt, mit geschlossenen Augen am Boden liegend. Ihr Gesicht war leicht rot verschmiert - Nasenbluten. Das Blut hatte sich mit dem Abwehrsekret ihrer Haut vermischt, und war über ihre linke Wange und ihr Kinn verteilt worden. An einer Seite ihres Kopfes klebte ebenfalls dunkles, getrocknetes Blut, das sicher von einem harten Schlag auf den Schädel herrührte. Um ihren Hals war ein Halsband aus Plaststahl geschlossen, ein Headjammer, wie er sofort erkannte.

Als er die Bilder zum ersten Mal gesehen hatte, hatte er sie beinahe für tot gehalten, wären da nicht ihre Haare gewesen. Anstatt ihrer natürlichen, schwarzen Farbe, die sie nur annahmen, wenn die Elfe bewusstlos war, sehr tief schlief, oder tatsächlich tot war, waren sie aschgrau und von leuchtend roten Strähnen durchzogen. Ein sicherer Beweis dafür, dass sie noch lebte, bedeuteten die Farben doch Angst und Schmerzen. In dieser Intensität sogar Todesangst und höllische Schmerzen! Auf den folgenden Bildern schlug sie dann die Augen auf, und blickte sich suchend um. Ihr gequälter, verängstigter Gesichtsausdruck setzte ihm jedes Mal sehr zu, so oft er sich diese kurze Videosequenz auch ansah.

Und dann nichts mehr. Was weiter mit ihr geschehen war, hatte das kleine Sprite nicht gewusst. Es war clever genug gewesen, den Headjammer als das zu identifizieren, was er war, nämlich der Grund, warum die Technomancerin nicht mehr online kommen und mit ihm kommunizieren würde. So war es bald nach dieser Entdeckung wieder in den Weiten der Matrix verschwunden.

~


Wie empfindungsfähig diese digitalen Wesen aus purer Resonanzenergie waren, wusste Dax nicht. Doch es hatte ihn mehr als erstaunt herauszufinden, dass sich das Sprite offensichtlich schuldig fühlte, weil es Akitsus einzigen und letzten Wunsch nicht ausreichend erfüllen konnte: ihr Gesellschaft zu leisten. So war es verwirrt und von Selbstzweifeln geplagt durch die Matrix geirrt, bis Zero-Un es irgendwie gefunden und zu ihm gebracht hatte.

Alles, was er für das kleine Wesen tun konnte, hatte er getan. Mit seiner eigenen Trauer und den Schmerzen des Verlusts direkt nach Erhalt dieser schrecklichen Nachricht konfrontiert, hatte er der Codewolke beruhigend versichert, dass es in Ordnung sei, sich wieder anderen Dingen zuzuwenden, und die Technomancerin einfach in guter Erinnerung zu behalten. Jetzt, wo er noch mal an die Begegnung mit dem Sprite dachte, versuchte er sich wieder von den Worten zu überzeugen, die er gestern Abend zu ihm gesagt hatte. Doch es gelang ihm nicht.

Akitsu hatte nicht verdient, so grausam zu sterben! Sie war viel zu jung für den Tod, viel zu unschuldig und naiv gewesen! Er hatte sich innerlich nicht darauf vorbereiten können, sie eines Tages zu verlieren. Ja, er hatte früher nie daran gedacht, was im Falle ihres Todes passieren würde. Seine starken Gefühle für die junge Elfe führten ihm abermals vor Augen, dass er praktisch ein Adoptivvater in den Schatten für sie geworden war, und sie über die Zeit, die sie gemeinsam verbacht hatten, ihm wie eine Tochter ans Herz gewachsen war.

Als der Datenchip zu Ende gespielt hatte, legte er ihn behutsam zu den anderen in die Schachtel, verschloss sie sorgfältig, und räumte sie mit den anderen Sachen in eine Kiste. Noch wollte und konnte er sich nicht von den Sachen des Mädchens trennen. Noch wollte er sie für eine Weile aufheben, so, als würde sie irgendwann einfach aus dem Urlaub wiederkommen, sie abholen, und alles würde wieder gut werden.

Erneut spielte er mit dem Gedanken, ein Runnerteam anzuheuern, um den Bau dieser gottverdammten Sekte gründlich auszuräuchern. Wieder überlegte er, herauszufinden, wie genau sie gestorben war, ob diese Irren sie tatsächlich entwürdigt und vergewaltigt hatten, wie die Tatsache nahe legte, dass sie gänzlich unbekleidet gewesen war. Einmal in den Fängen dieser kranken Sekte, ließ sie einen Metamenschen nicht wieder frei, dessen war er sich sicher, denn er kannte keine Geschichte, die erzählte, dass ein Opfer jemals die Begegnung mit diesen Fanatikern überlebt hatte. Doch abermals schob er diese Gedanken beiseite. Er wusste ganz genau, der Verlust der jungen Elfe war noch so frisch, seine emotionalen Wunden viel zu roh. Er würde es jetzt noch nicht ertragen können, die grausige Wahrheit über ihre genauen Todesumstände zu erfahren, eventuell sogar Trideoaufzeichnungen zu sehen, die live zeigten, wie sie brutal zu Tode gefoltert wurde. Also tat er das einzig Vernünftige: Er räumte die Kiste mit ihren Sachen weg, und lenkte sich wieder mit Arbeit von seinen trüben Gedanken ab.

So verstrichen die Tage, und mit ihnen schwand seine Bedrückung gleich einer siechenden, alten Frau langsam dahin. Er hatte viel zu tun, wie immer, und Arbeit war eine gute Ablenkung. Bald kehrte der Alltag wieder ganz zurück. Nur manchmal, wenn er sich an die schönen Momente mit Akitsu erinnerte, merkte er, dass sie irgendwie ein trüber, grauer Fleck für ihn war. Dennoch konnte er sich nicht dazu bringen, mehr Nachforschungen über den Verlauf ihres letzten Runs anzustellen, als er bereits getan hatte.
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