A long way down

GeschichteAllgemein / P16
Cpt. Sean Renard Det. Hank Griffin Det. Nick Burkhardt Eddie Monroe OC (Own Character) Rosalee Calvert
07.10.2015
09.02.2019
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24.10.2015 1.603
 
Nachdem der erste Schock über den weiblichen Grimm und ihre Offenbarung, einen der sieben begehrten Schlüssel zu besitzen verdaut war, hatten sich die Vier auf den Weg gemacht, um einen besseren Ort zu finden, um sich zu unterhalten.
Der Mond warf ein unheimliches Licht auf den Parkplatz, auf welchem Nick´s Wagen stand. Monroe hatte Megan, den ganzen Weg über, nicht aus den Augen gelassen.
Der Blutbader fühlte sich in ihrer Nähe überhaupt nicht wohl, versuchte jedoch zu überspielen.
„Kann ich ihn sehen? Den Schlüssel?“, fragte Hank vorsichtig. Auch ihm war das Ganze nicht geheuer.
Megan lehnte sich gegen einen der Wagen und verschränkte die Arme vor der Brust: „Bist du neu im Team?“
Hank runzelte die Stirn: „Was?“
Nick konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Schlagfertig war der neue Grimm, dass musste er ihr lassen.
„Hank, ich denke nicht, dass sie ihn dabei hat.“, warf Nick ein.
„Ah ja.“, entgegnete Hank und ging einen Schritt zurück.
„Warum erzählst du uns nicht mal etwas von dir, Megan?“, sagte Monroe scharf.
Nick warf ihm einen mahnenden Blick zu, der mit einem Schulterzucken beantwortet wurde.
„Kreuzverhör von einem Blutbader?“, Megan´s Ton war genauso scharf.
„Ich bin einfach neugierig!“
Megan sah kurz zu Nick, bevor sie anfing, etwas aus ihrem Leben zu erzählen: „Ich komme aus Atlanta. Mein Bruder hat mich praktisch groß gezogen, nachdem unsere Eltern bei einem Feuer ums Leben gekommen waren. Er war der Grimm. Und kurz vor seinem Tod, hat er mir den Schlüssel in die Hand gedrückt und damit hat dann auch für mich diese ganze ´Ich sehe was, was du nicht siehst` Scheiße angefangen.“
Auch Nick hatte die Hände vor der Brust verschränkt: „Woher wusste er, dass du nach Portland musst?“
„Wusste er nicht.“
Monroe sah zu Hank.
„Ich war lange unterwegs, auf der Suche nach anderen wie uns. Dann, vor ein paar Wochen, erzählte mir ein Wesen, dass hier ein Grimm sei.“
Monroe zog eine Braue nach oben: „Und das Wesen erzählt dir so was freiwillig?“
Sie fixierte seinen Blick und senkte leicht die Stimme: „Was denkst du? Freiwillig oder nicht?“, Megan stieß sich vom Wagen ab: „Jungs, ich weiß ihr habt noch viele Fragen, kann ich verstehen. Aber ich hatte einen langen Weg und ich bin müde.“
„Wo bist du denn untergekommen?“, fragte Nick.
„Im Cozy Motel.“
„Schick.“, scherzte Monroe.
Das Cozy war sicher nicht der edelste Schuppen in Portland. Doch es gab ein Bett und ein Bad; alles was Megan zur Zeit brauchte.
„Na gut, dann vertagen wir das auf Morgen.“, sagte Nick und deutete Hank und Monroe mit einem Blick an, dass es Zeit war zu gehen.
Er griff in die Innenseite seiner Lederjacke und zog eine Visitenkarte des Portland P.D.´s heraus: „Ruf mich morgen an, wenn du ausgeschlafen hast.“


„Wiederholen Sie das bitte, Nick.“
Sean Renard sah ungläubig von Nick zu Hank.
„Sie ist ebenfalls ein Grimm.“
Sean strich sich die kleinen Schweißperlen von der Stirn. Auch wenn er sicher sein konnte, Nick als Grimm und Freund auf seiner Seite zu wissen; ein anderer Grimm wäre vielleicht doch gefährlich.
„Können wir ihr denn trauen?“, fragte er und legte die Stirn in Falten. Sorgenfalten.
„Ich denke, ja.“, entgegnete der Grimm im ernsten Ton.
„Sie denken? Seien Sie auf der Hut, Nick. Wenn die Frau wirklich im Besitz eines Schlüssels ist, sind sicher bereits Andere hinter ihr her.“
Nachdem Nick das Büro seines Captain´s verlassen hatte, sah dieser ihm besorgt durch die Glasscheibe nach. Er kannte Nick bereits lang genug, um zu wissen, dass es nicht nur an dem Neuankömmling in Portland gelegen hatte, dass er durch den Wind war.
„Ist alles in Ordnung mit ihm?“, fragte Sean Hank, der noch im Büro stand.
„Juliette heiratet in ein paar Monaten.“
„Ja, die Anzeige war nicht zu übersehen. Geben Sie auf ihn Acht, Hank. Ein gebrochenes Herz verändert einen Menschen...“


An diesem Tag hatte Nick mehr auf sein Handy gestarrt als sonst.
Keine Nachricht, keinen Anruf vom neuen Grimm.
Er ärgerte sich, sich voreilig Hoffnungen gemacht zu haben, denn ein zweiter Grimm in der Nähe würde sicher einiges erleichtern.
Er saß noch eine Weile am Esstisch, starrte noch immer auf das Telefon, während über Portland bereits die Sonne unterging.


Die Nacht war kurz gewesen und obwohl er müde war, hatte Nick nicht den erhofften Schlaf gefunden.
Um kurz nach Sieben stand er vor dem Cozy Motel.
Als Nick die Tür zur Rezeption öffnete, schlug dem Grimm sofort ein beißender Geruch entgegen. Es roch nach einer Mischung aus schwarzem Schimmel und altem Käse.
Nick hatte alle Mühe sich nicht auf der Theke zu übergeben.
Der Besitzer des Motels, ein viel zu dünner Kerl im mittleren Alter, sah kurz auf.
Nick rang sich zu einem Lächeln durch: „Hallo. Ich bin auf der Suche nach einer jungen Frau, etwa 25 Jahre alt und...“
Der Mann unterbrach Nick breit grinsend: „Sind wir das nicht alle?“
Der Grimm sah ihn ernst an, ignorierte den letzten Satz: „Schwarze, lange Haare, ihr Name ist Megan.“
„Megan und weiter?“
„Oh nein...“, murmelte Nick in seinen Drei Tage Bart hinein.
Der Mann begann zu lachen: „Sie wissen nicht mal ihren Nachnamen? Sind Sie ein Stalker oder was?“
Nick knallte seine Marke auf den Tresen: „Besser! Ich bin Cop, du schmieriges Arschloch!“
Nachdem Nick sich als Polizist geoutet hatte, hatte der Mann ihm versichert, dass hier keine Frau eingecheckt hatte, auf die, die Beschreibung gepasst hätte.
Anschließend fuhr der Grimm zum Gewürzladen, um Monroe und Rosalee über die Neuigkeiten zu informieren.
„Hallo Nick!“, sagte Rosalee lächelnd, als er die Tür hinter sich schloss. „Alles in Ordnung? Du bist etwas blass um die Nase.“
Er strich sich mit der Hand über das Gesicht: „Ich hab nicht viel geschlafen.“
„Kaffee?“, fragte sie.
„Ja, danke.“
Rosalee verschwand im Nebenzimmer, was sie jedoch nicht davon abhielt, sich mit Nick zu unterhalten: „Hast du sie gefunden?“
Monroe hatte die Arme verschränkt und starrte Nick an, der die Frage verneinte.
„Was hast du ihr erzählt, Monroe?“, flüsterte Nick, als er sich setzte.
„Vielleicht hat sie Angst bekommen und ist zurück nach Atlanta.“, merkte Rosalee an, hielt Nick dabei die Tasse entgegen.
Monroe lachte auf: „Angst? Die Frau hat sicher einiges aber ganz sicher keine Angst!“
Sie klopfte ihrem Freund liebevoll aber mahnend auf die Schulter: „Weil ihr Männer ja auch immer Ahnung von solchen Dingen habt, nicht wahr?“
„Wie meinst du das?“, hakte Monroe nach.
„Schau, wenn sie einen Schlüssel hat, ist sie auf der Flucht. Nicht nur Wesen werden hinter ihr her sein, sondern auch Menschen. Glaub mir, sie hat Angst.“
Plötzlich sprang Nick auf: „Ich muss sie finden!“


Das Cozy Motel war Nick´s einzige Spur.
Es war eine Ente und doch saß er in seinem Auto vor dem Gebäude und wartete.
Rosalee´s Satz hatte die Sorge in Nick wachsen lassen.
Es war bereits dunkel, er hatte alle Mühe die Augen offen zu halten.
Hier und dort kamen aus den Zimmern Männer und Frauen, doch Megan war nicht dabei.
Umso länger Nick im Auto saß und auf das Motel starrte, umso unruhiger wurde er.
Seine Fingerknöchel verfärben sich weiß, als er das Lenkrad umklammerte.
Das Klingeln seines Handy´s riss ihn zurück ins Hier und Jetzt.
Hank´s Nummer erschien auf dem Display.
„Ja?“, kurze Pause, „..bin gleich da.“
Nick warf sein Handy auf den Beifahrersitz und startete den Motor; mit einem letzten Blick auf das Motel.


Die Leichen des jungen Paares wurden nicht weit von der Stelle gefunden, an dem sie verschleppt worden waren.
Nick hatte, gemeinsam mit Hank den Fundort begutachtet. Als Cop. Doch nun war es an der Zeit, als Grimm aktiv zu werden.
Hank sah seinen eigenen Atem in die kalten Luft hinauf steigen.: „Ich denke, wir hätten Monroe mit nehmen sollen, man! Beim letzten Mal, konnte er diese Viecher auch schon vorher wittern.“
„...und trotzdem lagen wir Drei auf dem Boden.“, warf Nick ein.
Er schob einen Ast beiseite, um sich den Weg durch das Dickicht zu bahnen.
Hank blieb plötzlich stehen legte Nick, der vor ihm gelaufen war, die Hand auf die Schulter, damit der Grimm stehen blieb.
„Sh..“, Hank legte den Zeigefinger auf die Lippen und nickte in die Richtung, aus der das Geräusch gekommen war.
Stille.
Doch nach einigen Sekunden zerschnitt ein lauter und angsterfüllter Hilferuf eines Mannes die Luft.
„Verdammt!“, brüllte Hank, rannte im selben Moment los und verschwand in der Dunkelheit des Waldes, und aus Nick´s Sichtfeld.
„Hank, Stop!“
Vielleicht war dieser Hilferuf nichts weiter, als eine Falle und Hank auf dem Weg dorthin.
Nick dachte nicht weiter nach, sprintete los, wollte seinen Kollegen und Freund einholen, bevor ihm etwas zustoßen konnte.
„Hank!, Nick versuchte leise, aber dennoch so laut wie möglich nach ihm zu rufen, ohne auf sich aufmerksam zu machen.
Ein erneuter Hilfeschrei war zu hören; der selbe Mann.
Nick schoss sofort los, die Rufe klangen nun näher als zuvor. #
Die Dunkelheit, in die der Wald getaucht war, forderte seinen Tribut, Nick blieb mit dem Fuß hängen und fiel hart zu Boden.
„Oh Gott...“, stöhnte er, auf dem Untergrund liegend auf.
Sein Brustkorb drückte und ein stechender Schmerz fuhr unbarmherzig durch sein linkes Bein.
Nick setzte sich langsam auf und sofort begann der Puls des Grimm´s zu rasen.
Es war keine Wurzel gewesen, über die er gestolpert war. Nick´s Bein war in einer kleinen Bärenfalle gelandet, dessen messerscharfe Zähne sich in sein Fleisch bohrten.
Vorsichtig legte er seine Hände um die Falle und versuchte sie zu öffnen, doch der Schmerz, der durch seinen Körper fuhr, zwang ihn zurück auf den Boden. Er schloss die Augen, alles drehte sich.
„Muss ich dich schon wieder retten?“
Nick konnte die Stimme sofort einordnen und hörte, auch ohne aufzusehen das verschmitzte Grinsen auf Megan´s Lippen.
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