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I still dream of you - Minho und Cassy

GeschichteAbenteuer, Sci-Fi / P16 / Gen
Gally Minho Newt Thomas
07.10.2015
22.11.2015
68
146.207
48
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07.10.2015 980
 
Kapitel (6) Newt

Stumm wusch ich die letzten Teller ab. Wir hatten in Gallys Zimmer – was im Grunde mittlerweile meines war – etwas zu Abend gegessen und nun war Gally zu seinem Test gegangen. Wahrscheinlich war es die Langeweile, die mich unvorsichtig machte, mich ablenkte oder was weiß ich. Der Teller rutschte auf jeden Fall aus meiner Hand und ein scharfer Schmerz fuhr meine Handfläche entlang. "Oh verdammt!", schrie ich auf. Auf der Suche nach einem Tuch schmiss ich Töpfe und alles andere durch die Gegend. Machte kurz einen riesen Theater. Aber das Seifenwasser brannte unglaublich.
"Cassy!" Newt schnappte sich ein trockenes Tuch, zog meine Hand aus dem Wasser, band es herum und hielt die Hand nach oben.
"Oh viel zu viel Blut", flüsterte ich. Und Schmerz... Au...
"Huch!" Meine Beine knickten mir weg und Newt fing mich mit dem Arm im Rücken auf. "Komm her, du musst dich hinlegen."
Ich nickte. Alles woran ich denken konnte war, nicht in seine Armen vollends zusammenzubrechen. Himmel, ich war doch eine starke Frau! Zumindest noch bis vor kurzem.
"Ist dir auch schlecht?"
"Nein. Nur schwindlig. Alles gut."
Ich spürte, wie eine Matratze sich unter unserem Gewicht beugte. Ich winkelte die Beine an. Meine Hand pochte.
"Ich verbinde sie dir. Moment."
Wenig später wurde in fester Druckverband um meine Handinnenfläche gelegt.
"Au."
"Entschuldige." Ein Finger strich über meine Wange. "Nicht weinen, Cassy."
"Ich weine nicht", presste ich durch den Arm auf meinem Gesicht hindurch. "Ich habe gegähnt. Das sind Gähn-Tränen."
"Ja, ganz gewiss. Cassy, hey!" Er legte sich halb über mich und zog mich in die Arme. Strich mir über die Haare und küsste meine Stirn. "Selbst wenn es keine Gähn-Tränen wären, so wäre es nicht schlimm. Du bis gerade vierzehn geworden. Du bist noch so jung..." Er zupfte hier und da noch einmal am Verband. "Okay", murmelte er "fertig."
"Danke." Ich nahm den Arm vom Gesicht, schüttelte die Hand aus. Grinste ihn an. "Tut mir Leid, dass ich dir so theatralisch in die Arme gefallen bin."
"Oh es gibt schlimmeres." Newt erwiderte das Grinsen.
Ich boxte ihn gegen die Schulter.
"Sag mal wolltest du dich wehren?", fragte er misstrauisch.
"Niemals."
Er boxte mich zurück.
"Hey!"
Ich grinste noch mehr. So schnell mein Kreislauf eben am Ende war, so schnell hatte er sich wieder erholt.
Da sprang Newt auf und ich sprintete hinterher. Lachend rannte ich den Gang entlang. "Bleib stehen!" Der war aber auch verdammt schnell. Ich bog nach links ab, rannte ein paar Hacken und griff Newt ein wenig später von rechts her ab. Während er noch elegant über ein Sofa hüpfte sprang ich ihm direkt in die Arme. Newt fing mich lachend auf und ich schlang die Arme um seinen Hals. Küsste ihn fest auf die Wange. Während ich auf seiner Hüfte ruhte  und ihn umarmte murmelte er: "Ich fange dich immer auf."
Ich lächelte ihn an. "Lass uns ins Bett gehen", bat ich. Strich ihm durch die blonden Haare. "Liebster."
Newt summte. "Wiederhol das noch einmal."
"Scherzkeks."
Als ich Mitten in der Nacht aufwachte lag ich noch immer bequem in seinen Armen. Allerdings war er nicht zugedeckt. Auch wenn Sommer war. Vorsichtig entqnäulte ich mich und zog ihm die Decke bis zum Bauch. Ich gab ihm einen Kuss auf die Wange. Legte meinen Arm über seinen Bauch und den Kopf auf seine Schulter. "Ich hab dich lieb", flüsterte ich, auch wenn er schlief. Aber sonst interessierte es ja niemanden.

Seitdem schlief ich bei ihm. Noch immer schlief ich nicht durch und weckte uns beide immer noch mit hysterischen Schreien und wirrem Gerede. Aber jedes Mal war Newt da und passte auf mich auf. Strich mir die schweißnassen Haare aus dem Gesicht und versuchte mein Zittern zu vertreiben.
Ein paar Nächte später, saß ich ein weiteres Mal ruckartig im Bett. Ich schrie nicht, aber kalter Schweiß rann meinen Rücken herunter und ich zitterte wie Espenlaub. "Newt?", flüsterte ich. Sah nach links. Er schlief tief und fest. Ich wollte ihn nicht wecken. Erst jetzt fiel mir auf, wie unglaublich schön er war. Meine Finger strichen über sein Gesicht. Keine Ahnung, wie lange. Aber mit einem Mal regte er sich und blinzelte mich verschlafen an. "Was ist los?"
"Nichts."
"Hast du geträumt?"
"Ja."
"Warum hast du nichts gesagt?"
"Weil du zum ersten Mal nicht aufgewacht bist." Ich lächelte. "Du bist ebenso erschöpft, wie ich."
Er erwiderte mein Lächeln und setzte sich schwungvoll auf. "Ich bin nicht müde."
"Doch." Ich bemerkte das unsere Finger sich ineinander verhakt hatten. "Newt..."
"Ja?"
Ich muss dir etwas sagen. Es lag mir auf der Zunge. Thomas schickt euch in den Tod. Euch alle. Ihr müsst kämpfen. Ihr müsst überleben. Versprich es mir. Versprich es! "Hast du den Tätowierer gefunden?"
Er runzelte die Stirn. "Das ist eine seltsame Frage um diese Uhrzeit. Aber ja. Ich habe ihn gefunden."
"Und du sagst mir nichts?"
"Tut mir Leid. Ich habe es schlicht vergessen. So viele Tests!"
Ich nickte. "Kommst du mit mir?"
"Zum Tattoo stechen?"
"Ja."
Seine Mundwinkel zuckten erfreut nach oben. "Na klar! Das wird ein Spaß." Sein Lachen hörte sich in meinen Ohren etwas zu diabolisch an, doch als ich wieder an seiner Brust lag und in den Schlaf hinüber dämmerte, dachte ich mir was für einen tollen Freund ich in Newt doch gefunden hatte.
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