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I still dream of you - Minho und Cassy

GeschichteAbenteuer, Sci-Fi / P16 / Gen
Gally Minho Newt Thomas
07.10.2015
22.11.2015
68
146.207
49
Alle Kapitel
150 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
17.10.2015 2.141
 
Ich habe eben gesehen, dass meine Story bereits fast 700x in zwei Wochen aufgerufen wurde, was mich tierisch freut! Lasst doch ein paar Reviews da, was euch gefällt oder weshalb ihr auch nicht weitergelesen habt... Ansonsten sind hier die nächsten Kapitel, genießt sie, denn die nächsten Veröffentlichungen werden unregelmäßiger kommen, meine Semesterferien sind zu Ende und ich muss wieder mit lernen beginnen.
Viel Spaß, fühlt euch gedrückt
*-*
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Kapitel (26) Streiten und Regeln ändern

Ich hielt ihm einen Keks hin. "Brav aufessen, Boss."
Nick grinste. "Danke."
Schweigend aßen wir etwas und ich kippte literweise Kaffee in mich hinein. Nick war am Morgen aufgewacht und ich war noch halbfertig zu seinem Bett geeilt. Bewaffnet mit Keksen und Kaffee. Ich hatte mich von Minho verabschieden wollen, doch dieser war mit kühlem Blick einfach ins Labyrinth gelaufen.
"Du hast hier ziemlich Wind reingebracht", sagte Nick schließlich.
"Entschuldigung."
Er nickte leicht. "Wirst du dich an unsere Regeln halten?"
Ich nickte. "Ja." Kratzte meinen Mut zusammen. "Eine allerdings..."
"Ja? Ist es Regel drei? Nur Läufer dürfen ins Labyrinth?"
"Haha, nein. Es ist Albys Notregel... Hat er dir davon erzählt?"
"Ja. Kurz bevor du gekommen bist." Nick biss ein wenig von seinem Keks ab und überlegte kurz. "Warum passt dir die Regel nicht?", fragte er. "Sie ist zu deinem Schutz."
"Nick, ich liebe Minho"; sagte ich ruhig. Sah ihm ihn die Augen. "Ihn macht es verrückt, ich bin nur froh, solange er lebend jeden Abend zum Essen auftaucht. Aber..." Ich schluckte und zuckte mit den Schultern. Ich konnte es nur schwer beschreiben. Dann deutete ich auf meine Brust. "Nick, hier drin brennt es", flüsterte ich. "Es ist ein angenehmer Schmerz, aber... ich habe keine Möglichkeiten ihn trotzdem zu verbessern. Und ich denke dieser Schmerz ist es, der Minho in den Wahnsinn treibt."
Nick seufzte. "Weißt du was mein Problem ist? In meinen Augen kann Minho dich eher beschützen, wenn ihr offiziell ein Paar wärt. Klar, sollte die Beziehung scheitern, hätten wir ein Problem. Aber grundsätzlich... Du bist Fan des freien Willens. Nun kann ich aber nicht einfach Albys Regel widerrufen, sobald ich wach bin. Das würde seine Autorität als Stellvertretet total untergraben und solle ich noch einmal ausfallen, haben wir ein noch viel größeres Problem."
Ich senkte den Blick. Ich hatte Hoffnung, dass ich zumindest etwas hätte gut machen können.
"Vielleicht", sagte Nick nun, "können wir einen Kompromiss machen, der ab morgen gilt."
"Und der wäre?", fragte ich niedergeschlagen.
"Ich erlaube die Beziehung zwischen dir und Minho. Aber all das Turteln in der Öffentlichkeit bleibt wirklich beschränkt! Was ihr allerdings in den Zimmern tut – und bitte, keine Ausführungen – ist eure Sache. Und sollte diese Beziehung kaputt gehen, dann müsst ihr beide mit den Konsequenzen leben. Grundsätzlich mit den ganzen Liebes-Nebenwirkungen. Eifersucht. Pöbeleien. Eh..."
"Ja, schon klar, Boss", grinste ich.  
"Gut." Nickt deutete zur Kaffeekanne. "Thema beendet. Und nun: Denkst dir gehört das allein, Frischling?"
Ich lachte und reichte ihm die Kanne. "Ja, eigentlich schon. Aber bei dir mache ich eine Ausnahme."

Gedankennotiz: Nicht, dass ich Alby nicht mochte. Aber ich war froh, dass Nick wieder zurück war.

Ich klopfte. Balancierte das Tablett auf meinem Unterarm. "Newt, ich bin es. Machst du auf?"
Ich hörte schnelle Schritte näher kommen und die Tür wurde aufgerissen. "Cassandra, was tust du hier?"
"Dir Essen bringen, du warst nicht beim Abendbrot." Ich drängelte mich an ihm vorbei und stellte die Sachen auf den kleinen Tisch in seinem Zimmer. Strich mir die Haare aus dem Gesicht und lächelte ihn an. "So. Lasset das Essen beginnen!"
Newts Blick schwankte zwischen mir und dem Essen hin und her. "Ich habe keinen Hunger."
"Das ist mir ziemlich egal", erwiderte ich. Meine Mimik wurde kühl und ich verschränkte die Arme vor die Brust. "Newt, was ist los?"
"Nichts!", sagte er und deutete zur Tür. "Danke fürs Vorbeikommen."
"Newt!" Meine Stimme wurde lauter und verzweifelter. "Was ist los? Ich mache mir Sorgen um dich!"
"Ich brauche dein Mitgefühl nicht, Cassandra!", brüllte er mit einem Mal auf. Er packte mich an den Schultern und schüttelte mich. "Ich brauche keine Aufmerksamkeit von irgendeinem Mädchen! Du hast bis vor ein paar Wochen nicht einmal in meinem Leben existiert und da habe ich ebenso meine Probleme geregelt bekommen. Und das werde ich auch jetzt tun!"
Erschrocken sah ich ihn an. "Ich weiß nicht, was in deinem Kopf vorgeht, Newt", sagte ich leise, "aber ich weiß, dass du diese Worte nicht ernst meinst. Ich weiß, dass irgendetwas dich in die Verzweiflung treibt und wenn du es mir nicht sagen magst, okay! Aber du musst dir etwas besseres einfallen lassen, um mich aus deinen Leben zu streichen. Herumbrüllen und mich nicht mehr Blume nennen, reicht nicht aus."
Stumm strich ich seine Finger von meinen Schultern und ging aus dem Zimmer. Kaum hatte ich die Tür geschlossen, hörte ich, wie das Tablett mit dem Essen durch das Zimmer flog. Ich biss mir auf die Unterlippe und ging eine Treppe hinauf. Durchquerte den Gang und klopfte erneut an eine Tür. Diese wurde mir eher geistesabwesend geöffnet, aber auch Minho freute sich nicht wirklich mich zu sehen.
"Sag mal, habt ihr die schlechte Laune heute morgen gefrühstückt!", rief ich wütend aus und polterte ins Zimmer.
"Nein. Warum?"
"Weil Newt mich anschreit und herumschleudert wie ein Blöder und du mich anschaust, als hätte ich es mit allen auf der Lichtung getrieben außer mit dir."
Der Läufer sah mich überrascht an und legte die Pläne auf den Tisch. Lehnte sich mit verschränkten Armen gegen dessen Tischplatte. "In Ordnung, so offensiv sollte mein Blick nicht sein, entschuldige. Und was Newt angeht... Er ist sehr gereizt in den letzten Tagen, ja."
"Nicht nur gereizt, Minho", sagte ich ruhig und ernst. "Er benimmt sich, als würde abdrehen. Er isst nichts mehr. Hat Stimmungsschwankungen. Sitzt kaum noch ruhig dar." Ich musste schlucken und schloss kurz die Augen. "Was genau habt ihr miteinander geredet?"
Minho fuhr sich einmal durch die Haare. Ich verdrehte innerlich die Augen. Er wusste ganz genau, dass diese Geste mich immerzu veranlasste seine Haare wieder zu richten. Und dafür musste ich so nah an ihn heran, dass er meine Sorge mit einer Flut sanfter Berührungen hinfort schwemmen würde. Aber nicht jetzt. Ausnahmsweise ging es einmal nicht.
"Ich habe ihm gesagt, dass du dich sorgst und mir ebenfalls seine Eskapaden aufgefallen sind. Er war ziemlich erstaunt, hat gesagt, er würde sich nichts mehr zu Schulden kommen lassen und hat danach kein Wort mehr mit mir gewechselt. Aber", Minho warf die Hände in die Luft, "dass heißt noch lange nicht, dass er abdreht!"
"Ach nein?", fragte ich bitter. "Du bist manchmal ein so unsensibler Strunk, das ist unfassbar! Newt frisst irgendetwas in sich hinein und denkt, er könne mit niemanden darüber reden, was falsch ist! Er ist dein bester Freund, er kann sich natürlich mit dir unterhalten und ich dachte..." Meine Stimme wurde leiser. "Ich dachte, ich wäre auch seine Freundin. Ich dachte, er würde mir vertrauen."
Minho seufzte leise. "Er vertraut dir, Blume. Wirklich. Es liegt... wahrscheinlich wirklich an meiner unsensiblen Seite." Eine Augenbraue zuckte hoch und verlieh seinen Worten einen traurigen Anstrich. "Ich denke manchmal, dass du eher an seiner Seite diese Hölle durchstehen solltest, als an meiner. Newt und du... ihr habt eine besondere Beziehung, die nicht mit Liebe zu vergleichen ist. Aber er scheint zu wissen, was du denkst oder sagen willst, ohne dass du den Mund aufmachst. Während ich immerzu Angst habe, dich verlieren zu können, scheint er keine Sekunde darüber nachzudenken. Für ihn steht fest, dass du niemals einfach so gehen würdest. Ihr ergänzt euch so perfekt. Wir hingegen reiben uns an Dingen, welche wahrscheinlich null und nichtig sind. Und das habe ich ihm auch gesagt, was die Sache nicht einfacher gemacht hat."
Zärtlichkeit flammte in meinen Adern auf. "Minho, du brauchst nicht eifersüchtig zu sein."
"Das bin ich nicht. Nicht wirklich. Newt würde dich nicht vor die Entscheidung stellen ihn oder mich zu wählen. Aber trotzdem denke ich, würdest du dich für ihn entscheiden. Nicht aus Liebe, aber aus... was auch immer eben."
Erneut musste ich schlucken, um meine aufgewühlten Emotionen unter Kontrolle zu bekommen. Ich musste meine Worte sorgsam wählen. "Minho, ich will euch beide nicht verlieren. Du, Newt und Gally seid ein Bestandteil meines Lebens geworden. So elementar und intensiv, dass ich niemanden von euch verlieren will." Ich löste mich aus meiner Position und ging auf ihn zu. Nahm seine Hände in meine. "Ich will, dass du verstehst, was meine Empfindungen für Newt sind, was sie ausmachen. Es ist keine Liebe, nein, und auch ich kann es kaum in Worte fassen. Aber wenn ich mir eines sicher bin dann, dass ich dich am allerwenigsten verlieren könnte." Ich flüsterte nur noch. Versuchte mein rasendes Herz unter Kontrolle zu bringen. "Ich liebe dich, Minho."
Er zog mich in seine Arme und presste mich an sich. "Ich liebe dich auch, Cassy." Minutenlang standen wir so eng umschlungen beieinander. Ich lauschte seinem ruhigen Herzschlag und er zupfte an meinen Haarsträhnen. Sein typischer Läufergeruch beruhigte mich, auch wenn die Angst um meinen besten Freund bestehen blieb. "Wir müssen auf ihn Acht geben", wisperte ich.
"Machen wir. Wir Läufer passen aufeinander auf."
Ich lächelte ihn dankbar an.
"So und nun", sagte Minho, "will ich, dass diese Sorgenfalten hier verschwinden." Er zeichnete eine  - hoffentlich imaginäre – Linie auf meiner Stirn nach.

Gedankennotiz: Darauf achten in meinem Alter keine Falten zu bekommen!

Sein Zeigefinger rutschte auf meine Nase und stupste mir gegen die Nasenspitze, die ich unwillkürlich kräuselte. "Ich habe keine Falten", murrte ich.
"Oh doch!", grinste Minho. "Hier Sorgenfalten. Und da und da und da Lachfalten." Er piekte mir in die Wange und kitzelte mich sowohl am Hals als auch am Bauch.
"Nicht!", wehrte ich grinsend ab. "Hör auf!" Ich entwand mich seinen Griff und wollte fliehen, aber vor manchen Läufern konnte man nicht wegrennen. Innerhalb von Sekunden packte mich Minho von hinten und hielt mich fest. Lachend versuchte ich mich zu befreien, aber größentechnisch war ich eben nur ein kleines Etwas. "Aufhören, bitte!", rief ich und nach Luft japsend hielten wir inne. Ich drehte den Kopf etwas nach hinten. "Nicht mehr kitzeln!"
"Was bekomme ich dafür?"
Die Schmetterlinge in meinem Bauch flippten bei diesem Ton in seiner Stimme immer aus. So dunkel, leicht gefährlich und trotzdem so vertraut und voller Sicherheit. Ich konnte mir regelrecht vorstellen, wie seine Augen aussahen. Beinahe schwarz und glänzend, voller Emotionen, die zwischen Sanftheit und Leidenschaft hin und her schwankten. Wobei wir beide uns, was letzteres anging, wirklich zurückhielten. Hatten zurückhalten müssen.
Ich drehte mich in seinen Armen um. Zeichnete mit meinen Augen und Fingern seine Gesichtszüge nach. "Ich habe mit Nick geredet", sagte ich und sah Skepsis in seinen Augen schimmern. "Er sagte, dass er Albys Regel nicht einfach so widerrufen kann, aber er würde sie einschränken."
"Und das bedeutet was?"
"Dass ab morgen ein Kompromiss gilt." Mein Finger blieb an seinen Lippen hängen. "In der Öffentlichkeit der Lichtung keine Turteleien, wie Nick es ausdrückt. Aber in den Zimmern..." Ich ließ den Satz unbeendet. Mein Daumen rutschte von seiner Unterlippe und ich tauschte ihn gegen meine eigenen Lippen aus. Minho hob mich auf seine Hüften und legte eine Hand an meine Wange. "Heißt das", unterbrach er den Kuss verwirrt, "dass wir... zusammen sein dürfen?"
"Ja, das heißt es", nickte ich. "Zumindest in einem geschlossenen Raum. Wie diesem hier, faktisch."
Minho blinzelte. Dann lachte er.
"Huch!" Er wirbelte mich durch die Luft, wie nach dem Regenguss im Labyrinth.
Abrupt ließ er mich herunter und fuhr mir immer wieder durch die Haare. Er schien etwas sagen zu wollen, brachte aber kein Ton heraus.
"Ganz ruhig, Läufer", lachte ich. "Ich denke, es wäre ein Anfang, wenn ich heute Nacht bei dir schlafen würde, oder?"
Er nickte nur. Die zerzausten Haare wippten in alle Richtungen und ich glättete sie ihm endlich. Dann beugte sich Minho zu mir herunter und küsste mich.
Fest und ohne Sorge irgendjemand könnte uns verpfeifen.
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