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I still dream of you - Minho und Cassy

GeschichteAbenteuer, Sci-Fi / P16
Gally Minho Newt Thomas
07.10.2015
22.11.2015
68
146.207
45
Alle Kapitel
146 Reviews
Dieses Kapitel
11 Reviews
 
 
07.10.2015 1.696
 
Hallo ihr Lieben :)
Erst einmal schön, dass ihr euch dafür entschieden habt meine Geschichte zu lesen :)
Meine Charaktere stellen stellen eine Mischung aus Film und Buch dar. Manches ist reine Fiktion, aber gerade bei den späteren Kapiteln werdet ihr manches aus den Büchern/ Filmen wiedererkennen :). Alle Rechte gehen natürlich auf James Dashner zurück. Da dies meine erste Geschichte auf FanFiktion ist, würde ich mich sehr über Anmerkungen und Kommentare freuen und mich würde es brennend interessieren, wer euer Lieblingscharakter ist. *-*

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Kapitel (1) Der Beginn

Ich stellte mich auf Zehenspitzen und streckte die Hand nach dem letzten verbliebenen Buch aus. Der Stuhl wackelte gefährlich unter mir. Mit der Zunge zwischen die Zähne geklemmt und vor Anstrengung gerunzelter Stirn, strichen meine Fingerspitzen sacht am Buchrücken entlang. "Verdammt, warum bin ich bloß so klein...!" Erschöpft ließ ich mich auf den Stuhl zurücksinken und lehnte den Kopf gegen das Regal. Cassandra du bist zu klein. Mummy und Daddy haben eben nur Thomas an Größe vererbt.
"Kann ich helfen?"
Überrascht drehte ich mich um. Ein großer, blonder Junge in einem karierten Hemd stand in der Tür. Und kam hinein. Deutete hinauf. "Soll ich es hinunter holen?" Grüne Augen musterten mich interessiert.
Ich nickte etwas perplex und stieg vom Stuhl hinunter.  Dankbar nahm ich den Schinken entgegen. "Vielen Dank", murmelte ich und senkte den Blick.
"Ich heiße Gally", sagte er und streckte mir die Hand entgegen. Aus der Nähe betrachtet war er noch größer, geradezu monströs.
"Cassandra", murmelte ich und schlug schüchtern ein.
"Wow, da ist aber jemand schüchtern."
"Nein, eigentlich nicht." Ich zog eine Augenbraue hoch. "Aber ich darf nicht mit euch reden."
"Ach du kommst von der anderen Gruppe, ja? Den Hochgeborenen? Den Adligen?"
"Wir sind nicht adlig", flüsterte ich. "Und ich schon gar nicht. Ich bin nur der Platzhalter."
Gally sah mich an. "Was tust du hier?"
"Ich..." Ein Rumpeln ertönte.
"Cassandra!"
Thomas.
"Ich muss los. Danke für deine Hilfe!" Schnell schnappte ich mir meine Bücher und eilte hinaus. Hinter mir konnte ich das verwirrte Auflachen Gallys hören.
Mein Bruder erwartete mich verärgert an den Treppen. "Was hat denn so lange gebraucht?"
"Das letzte Buch war nach hinten über gerutscht."
Thomas schloss kurz die Augen und seufzte, bevor er die Lider mit einem Grinsen wieder aufschlug. "Du bist winzig, Schwesterherz. Das habe ich dir bereits tausende Male gesagt."
Empört streckte ich ihm die Zunge heraus.
"Bist du schon aufgeregt?", fragte Thomas und nahm mir einen Teil der Bücher ab. Seine dunklen Haarsträhnen hingen ihm wirr ins Gesicht.
"Ich werde vierzehn, Thomas. Ein Geburtstag wie jeder andere."
"Trotzdem!" Wir stiegen die Treppe hinauf und schlugen den Weg zum Versammlungssaal ein. "Vielleicht kannst du endlich helfen."
"Ich will nicht helfen, Thomas!", sagte ich ernst. "Ich will nur hier heraus. Ich will, dass du, ich, Aris und Teresa lebend hier heraus kommen."
"Wir sind etwas Besonderes, Cassy", murmelte Thomas. "Ich bin nur ein Jahr älter als du, aber die Gehirnscans von uns sind nicht nur fast identisch, sie sind unglaublich komplex. Alles dort oben ist vernetzt und..." Er brach ab. "Wir könnten die Lösung sein. Wir könnten allen dort draußen helfen!"
"Thomas, wir sind immun!", flüsterte ich wütend. "Nur weil wir immun sind, heißt dies nicht, dass wir zugleich das Heilmittel darstellen. Wir sind ihre Experimente und was noch viel schlimmer ist: Du machst die anderen zu deinen Experimenten. Also wenn du schon von Besonderheiten sprichst, dann sprich von uns allen!"
Die große wuchtige Tür des Versammlungsraumes baute sich vor uns auf. Im Innern konnte ich geschäftige Schritte und leises Murmeln ausmachen. Ich würde wieder einmal auffallen wie ein bunter Hund. Meine kurzen Haare, das dunkelblaue Top und die schwarze Hose. Alle anderen hinter der Tür würden in Weiß gekleidet sein.
Thomas biss sich auf die Unterlippe. "Ich will dich nur beschützen, Cassandra", sagte er und sah mich mit brüderlicher Zärtlichkeit an. "Dazu gehört auch der Schutz vor den Leuten dort draußen, die Immunen wie uns den Tod wünschen." Ein vorsichtiges Lächeln zog sich über sein Gesicht und brachte es zum Leuchten. Wenn dies geschah, erkannte ich immer, weshalb Teresa meinen Bruder so mochte.
"Gib mir dir Bücher", sagte ich, "ich werde sie verteilen. Aber wenn du mir wirklich einen Gefallen tun willst, dann trage mich ab meinem Geburtstag für den Wartungsraum ein."
"Für den Wartungsraum?", wiederholte Thomas misstrauisch und drückte mir nur widerstrebend seinen Teil an Büchern auf den Arm. Ich armes, kleines Ding hatte zehn dieser Dinger zu schleppen. Meine Oberarme legten unproportional zu meinem restlichen Körper ziemlich an Muskelmasse zu.
"Ja, für den Wartungsraum. Ich will sehen, wie eure Tests an ihnen wirken. Denn irgendwie..." Ich versuchte mit den Schultern zu zucken. "Wenn ich sehe, dass die Tests sich nicht negativ auf ihr reguläres Verhalten auswirken, kann ich später vielleicht mit einem besseren Gewissen selbst Tests erstellen."
Thomas musterte mich noch immer aus zusammengekniffenen Augen. "In Ordnung."
Wirklich? "Wirklich?"
"Ja. Besser der Wartungsraum und später Testerin als niemals Testerin."
Diesmal runzelte ich misstrauisch die Stirn. Sagte aber nichts mehr.
Mit einem Ruck öffnete Thomas die Tür zum Saal und hielt sie mir auf, während ich mit den Büchern hineinwankte und mich nach rechts wandte. Thomas ging indessen auf Ava Paige zu und begann leise auf sie einzureden.
Die Schiebetüren zu den inneren Stockwerken öffneten sich geräuschlos. Auch wenn Thomas der Ansicht war, meine anfängliche Zurückhaltung sei auf meine Jugend und Unerfahrenheit zurückzuführen, wusste ich es natürlich besser. Ich wollte in den Wartungsraum, weil ich neugierig war.

Denn Gally ließ mich nicht mehr los. Ich hatte nie mit einem von ihnen geredet. Und nun auch nur per Zufall. Aber ich war nie mit den Experimenten einverstanden gewesen, ich war immer gegen Thomas gewesen. Irgendwann hatten sie mir einen speziellen Chip verpasst, der mir die Wörter im Halse herumdrehte, wenn ich anfing A.N.G.S.T zu verfluchen. Somit hatte ich gelernt meine Gedanken bei zu behalten. Auch die Tatsache, dass die Probanden nur wenige Meter von der Zentrale entfernt wohnten, ging mir gegen den Strich. Das war makaber.
Nach meinem vierzehnten Geburtstag zwei Tage später wurde ich dem Wartungsraum zugewiesen (mit deutlichem Bedauern Paige's). Dutzende Bildschirme erhellten den Raum. So wie es schien, wurden alle Räumlichkeiten der Probanden videoüberwacht, bis auf die Zimmer. Ein wenig Privatsphäre ließ man ihnen also doch. Thomas erklärte mir, dass ich eigentlich nur darauf achten musste, dass die Jungs keinen Mist bauten. Randalierten oder so. Einen falschen Gang nahmen und bei den Mädchen herauskamen – diese wurden von jemand anders überwacht. Warnungen wurden mir mit einem penetranten Piep im Ohr kundgetan. Ein Ton, den nur ich hörte, denn die anderen konnten die unsichtbaren Lichtschranken nicht wahrnehmen. Am Ende des Tages musste ich eine Liste ausdrucken, auf der stand, was die Probanden den ganzen Tag über getan hatten. Mit Anmerkungen meinerseits, wenn es Probleme oder Auffälligkeiten gegeben hatte.
An meinem ersten Tag war ich so aufgeregt, dass ich hibbelig auf dem Stuhl auf und ab hüpfte. Den Ton hatte ich extra laut gestellt und dank der guten Bildqualität fühlte ich mich wie bei einem der Filme, die vor den Sonnenerruptionen entstanden war und die Thomas und ich als Kinder immer hatten sehen dürfen.  
Ich erkannte Gally an seiner farbenfrohen Auswahl karierter Hemden, die er trug. Er lachte laut und viel und schien wie ein großer Bruder für alle zu sein. Dann gab es dort Nick. Er war ebenfalls blond, hatte viele wuschelige Haare und ein Tattoo. Ich wusste nicht, dass diese Kerle sich Tattoos stechen durften. Es machte mich für einen Moment wütend. Sie durften so viel mehr. Ungesund essen, auf der Couch liegen und lesen, spielen und, und, und. Warum durften die alles und wir nichts tun? Nun, außer quälen?
Ein paar Farbige gab es auch. Alby schien eine Art Organisator zu sein. Ein Weiterer aß alles mögliche und bereitete alles mögliche zu. Augenscheinlich eine Art Koch, auch wenn die anderen nie wirklich zufrieden waren, was sein Essen anging. Einer war ganz gut mit dem Verband – bis es zu viel Blut gab und er sich übergeben musste.
Ein kleiner, etwas dickerer Junge mit strahlend blauen Augen war der gute Laune-Booster der Kerle. Er hatte ein derart ansteckendes Lachen, dass ich manchmal auf meine Stuhl saß und ebenfalls lachen musste, auch wenn seine Witze oder Sätze eher verwirrend waren.
Aber zwei von ihnen... Ich wusste nicht weshalb, aber wenn ich sie sah wurde ich von tiefer Zufriedenheit erfüllt. Ich fühlte mich... komplett. Auch wenn keiner von ihnen es wusste, sie waren meine Familie.
Thomas verstand mich nicht. Zu Beginn besuchte er mich in der Mittagspause immer, aber seine Besuche wurden seltener und irgendwann kam er gar nicht mehr. Wir sahen uns teilweise nur noch beim Abendessen. Er verstand nicht, weshalb ich mich so intensiv mit allem beschäftigte. Aber das musste er auch nicht. Auch wenn es uns beiden vielleicht geholfen hätte.
Trotzdem musste ich irgendetwas unternehmen. Ich konnte nicht weiter zusehen, wie sie diese netten, unkomplizierten Menschen geradezu folterten. Ich beschloss mit Gally zu reden. Oder es zumindest zu versuchen. Da alle Gänge videoüberwacht waren, musste ich mir etwas überlegen. Noch immer teilte ich einmal in der Woche die neuen Bücher aus – Lehrmaterial, was bei den Tests in irgendeiner Weise abgefragt wurde – und diesmal vergaß ich eines der Bücher rein zufällig im Regal. Ich kannte mich in den Gängen der Jungs bestens aus, wusste, wo wer wohnte. Gut, es waren Namensschilder angebracht, aber darum ging es nicht. Bei Gallys Zimmer hatte ich tatsächlich kein Buch mehr in der Hand – ich hatte mich also nicht verzählt – und versuchte möglichst wütend auf mich selbst auszusehen, falls jemand gerade die Kamera im Blick hatte. Stöhnend und kopfschüttelnd ging ich den Gang hinunter zu der Schiebetür hinaus. Da erst huschte ein stolzes Lächeln über mein Gesicht.
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