Dein Blick...

von nata
KurzgeschichteSchmerz/Trost, Sci-Fi / P12
Der neunte Doktor (Nine) Der zehnte Doktor (Ten) Human Doctor Rose Tyler
06.10.2015
06.10.2015
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Die erste Zeit ihres Zusammenlebens in Petes Welt war geprägt von Angst, Unsicherheit und vor allem Zweifeln. Alles war ungewohnt und kompliziert. Der Doctor entschied sich, den Namen John Smith anzunehmen um wenigstens etwas aus seinem alten Leben beizubehalten. Rose nahm ihn bei sich auf und kümmerte sich um ihn und versuchte dabei, ihm das Gefühl zu geben, mehr als eine Kopie zu sein. Sie wollte nicht, dass er sich nur als Kopie sah, mit der sie sich nur zufrieden gab, weil das Original unerreichbar war. Es hatte einige Zeit gedauert, bis sie bereit gewesen war,  John als eigenen Menschen zu sehen doch schließlich hatte sie es geschafft, ihm eine Chance zu geben. Zuerst hatte sie nicht gewusst, was sie mit ihm anfangen sollte. Inwiefern war er dieselbe Person wie der Doctor? Er sah genau aus wie er, hatte dieselben Erinnerungen und Gefühle und trotzdem war er nicht derselbe. Hatte nur ein Herz, würde altern und wenn er sich aufregte kam immer mal wieder die Donna in ihm durch. Es folgten lange Gespräche mit ihrer Mutter und Pete und schlaflose Nächte in denen Rose sich den Kopf zerbrach was sie tun sollte. Konnte sie John einfach akzeptieren und mit ihm glücklich werden? Würde sie den anderen Doktor jemals vergessen können der nun ohne sie auskommen musste? Sie hatte noch seine Worte im Kopf >Er braucht dich. Das ist sehr ich.<  Doch schließlich hatte er auch John zurückgelassen um ihr das Leben zu ermöglichen, welches er ihr nie würde bieten können. Irgendwann hatte sie diese Chance erkannt und wollte sie nutzen. So verliebte Rose sich ein drittes Mal in den Doctor. Nur das er dieses Mal John Smith hieß und bei ihr bleiben würde und fähig war, diese Worte zu erwidern.  Nur ab und zu, in schwachen Momenten ließ sein Blick sie zweifeln. Er konnte nichts dafür. Es waren einfach seine weisen, funkelnden, oft so schwermütigen Augen die schon so viel gesehen hatten und sie so voller Liebe ansahen. Manchmal kamen dann Erinnerungen an den Doctor hoch, der mittlerweile vielleicht schon wieder alleine Unterwegs war um Völker und Universen zu retten. Dann fragte sie sich ob es richtig gewesen war aufzugeben, ob sie ihn jemals würde vergessen können. In diesen Momenten war es nur John der ihr helfen konnte. „Du musst ihn nicht vergessen. Das verlangt niemand. Du musst nur daran denken, welche Chance er dir geboten hat.“ Dann nahm er sie in den Arm und hoffte, das sie nicht sehen konnte dass er ähnliche Zweifel hatte.

Denn auch John ging es nicht viel besser. Nach und nach gewöhnte er sich an das Leben als Mensch, begann es einfach als neues, größtes Abenteuer zu sehen. Er gewöhnte sich an den Schlaf, das Arbeiten, eine feste Wohnung. An Rose würde er sich wohl nie gewöhnen können, würde sie nie als selbstverständlich nehmen. Oft beobachtete er sie im  Schlaf oder konnte sich einfach an ihrem Lächeln nicht sattsehen. Zu gut hatte er noch den Schmerz nach ihrer unfreiwilligen Trennung in Erinnerung. Die Momente in denen Rose zweifelte waren auch für ihn nicht leicht. Wenn er spürte dass sie wieder der Gedanke an den Doctor quälte, fragte er sich ob er ihr jemals genügen würde. War er nur eine Kopie, entstanden aus einem Versehen? Ohne ihn hätte er Rose vielleicht wieder mitgenommen. Konnte er sie wirklich glücklich machen?

„Tut mir leid. Ich will dich nicht immer so runterziehen.“ Rose wischte sich über die verweinten Augen. Wieder einmal hatte sie ihm von ihren Zweifeln erzählt und konnte nun den Schmerz in seinen Augen sehen. „Es ist alles in Ordnung.“  Rose schüttelte den Kopf. „ich sehe ganz genau dass es dir nicht gut geht. Erzähl mir davon.“ Sie lächelte sanft. John schluckte und ordnete seine Gedanken bevor er sprach.  „Es ist nur in diesen Momenten dein Blick der mich zum Zweifeln bringt. Wenn ich sehe wie unglücklich du bist.“ Rose nahm seine Hand und sah ihn eindringlich an. „wieso zweifelst du?“ John lächelte traurig. „Ich frage mich dann ob … on ich nicht dran schuld bin dass er, oder ich, wie auch immer, ohne dich weitergereist ist…Ich bin doch nur ein Unfall…kann dir niemals bieten was der wahre Doctor dir bieten kann…ich sollte garnicht hier sein.“ „John“ hauchte Rose.  Er hob seinen Kopf und sah sie an. Über ihre Wangen liefen neue Tränen. „Wie kannst du so etwas sagen?“ fragte sie heiser  und nahm sein Gesicht in ihre Hände. „Es ist nur der Gedanke daran, dass Er auf sich alleine gestellt ist, der mich fertig macht. Selbst wenn er zurück käme, wie auch immer, ich würde niemals zu ihm zurückgehen. Du bist so viel mehr als nur eine Kopie. Ich habe mich ganz neu in dich verliebt. Ich brauche nur dich und du bist mehr als ich verdient habe. Du bist mein Doctor John. Und ich liebe dich.“ „Ich liebe dich doch auch. So sehr. Mehr als alles andere.“ Erwiderte John und küsste Rose. Es wurde ein Kuss der mehr bedeutete als alle andern zuvor. Er war voller Hoffnung und ein stummes Versprechen. Als sie den Kuss beendeten wischte John ihr sanft ihre Tränen aus dem Gesicht und sie sah, dass ihm eine einzelne Träne über die Wange lief.
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