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Trost

Kurzbeschreibung
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Peter Parker / Spiderman
03.10.2015
03.10.2015
1
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03.10.2015 2.439
 
Heyo, du! Cool, dass du dich entschieden hast, dies zu lesen. Eines jedoch vorweg:

Ich habe keine besonders ausgeprägte Expertise in diesem Thema, von daher kann es sein, dass meine FF ein paar inhaltliche Fehler hat oder sie teils nicht schlüssig ist, da mein Wissen fast nur auf den Filmen basiert. Ich bitte dies zu beachten und wünsche jetzt viel Spaß! :)

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Die aufgerissenen Augen mit dem unübersehbaren Ausdruck von Angst, bevor komplett das Licht aus ihnen verschwand, war das letzte, woran Peter sich erinnern konnte, denn er erwachte urplötzlich schweißgebadet und schweratmend in seinem dunklen Zimmer. Er versuchte etwas zu erkennen, jedoch gelang ihm das nicht, da es schlichtweg zu dunkel war. Immer wieder träumte er diesen einen Moment, immer wieder dasselbe Szenario. Mittlerweile ist es bereits ein Jahr her, dass das ganze passiert ist, doch er hat sich psychisch keineswegs erholt. Er machte sich immernoch Vorwürfe, konnte sich immernoch nicht überwinden irgendwas zu tun, war schlichtweg noch immer tiefsten Depressionen ausgesetzt. Und es konnte ihn auch keiner davon abbringen! Natürlich, er war wieder als Spider-Man unterwegs, allerdings nur halbherzig und auch nicht immer besonders effizient. Dennoch, die Stadt liebte ihn, jedoch bekam er selber davon kaum was mit. Zu sehr war er mit Selbstvorwürfen beschäftigt, zu sehr plagte ihn sein eigenes Gewissen. Da kam ihm der Zettel, den er eines Nachmittags an seinem Fenster entdeckte, als er gerade von der Schule in seinem Zimmer auftauchte, gerade recht. Verwundert, wie dieser an sein Fenster kommen konnte las er ihn:

Freitag
19:30 Uhr
auf dem Dach der Washington Avenue 33.

Sei pünktlich, du Spinner.

Deadpool

Dies überraschte Peter. War der Brief wirklich von Deadpool? Oder war das wieder die Presse oder irgend ein Feind, der versuchte ihn auszutricksen? Erst jetzt bemerkte er, dass hinten an dem Zettel ein etwas länglicher Gegenstand befestigt war. Er drehte den Zettel. Als er den Gegenstand erblickte, stieß er ein entsetztes Keuchen aus, riss die Augen auf und sprang einen Satz zurück. An dem Zettel wurde ein abgetrennter Finger befestigt! Ungläubig begutachtete Peter den Finger und kam zu dem Schluss, dass er echt war. Zugegeben, er sah in wenig eigenartig aus, so eigenartig, wie ein abgetrennter Finger nur sein kann, weil er komplett vernarbt war. Wollte sich da jemand einen schlechten Scherz erlauben? Wenn ja, war das echt nicht lustig!
Doch plötzlich fiel es Peter wie Schuppen von den Augen. Deadpool hatte doch bekannterweise Selbstheilungskräfte! Er hatte sich den Finger abgetrennt, damit Peter wusste, dass der Brief echt war und er ihm glaubte! Wie brilliant und verstörend zu gleich… Er wollte unbedingt die Chance nutzen, um Deadpool kennen zu lernen, allerdings war er sich nicht sicher, was dieser von ihm wollte. Neugierig und besorgt zugleich schweiften seine Gedanken für den Rest des Tages ab. Dummerweise war erst Dienstag und das Treffen fand erst Freitag statt.

Die nächsten Tage in der Schule liefen mehr oder weniger normal ab, bis auf dass er sich nicht konzentrieren konnte, aber das konnte er sowieso nie. Er dachte so gut wie gar nicht an Gwen in diesen Tagen, zu aufgeregt war er auf das Treffen mit dem berühmt-berüchtigten Söldner Deadpool. Als er am Freitag die Schule vorbei war, erzählten alle irgendwas über Partys und wollten Peter überreden mitzugehen, doch er verneinte, meinte, er würde etwas mit seiner Tante unternehmen. Er ging nach hause (es war ca. 16:00 Uhr als er daheim ankam) und aß etwas, duschte und ging in sein Zimmer. Dort wuschelte er sich durch die Haare und zog dann sein Kostüm an. Ein Blick auf die Uhr zeigte ihm, dass er noch viel zu viel Zeit hatte, also setzte er sich auf sein Bett. Er schaute auf seinen Nachttisch und erblickte ein Foto von Gwen. Schlagartig sanken seine Mundwinkel wieder nach unten, er bemerkte, dass die letzten Tage gar nicht wirklich an sie gedacht hatte. Dafür machte er sich Vorwürfe. Peter ließ sich nach hinten fallen, rieb sich die Augen und hielt einen Moment inne. Die Bilder kamen wieder und er spannte sich an. Wahrscheinlich würde er es nie richtig verarbeiten können…

Um 19:15 Uhr zog er sich seine Maske über und verschwand dann durch sein Fenster, in die dunkle, künstlich beleuchtete Stadt. Es war Freitagabend, also auch dementsprechend belebt, aber niemand sah ihn und so schwang er, wie schon so oft, zwischen den hohen Türmen in Richtung Washington Avenue. Gegen 19:26 Uhr erreichte er das Gebäude und blickte daran hinauf. Es war sehr hoch. Er ging zu einem Winkel des Hauses, der im Schatten lag und lief dann die senkrechte Hauswand hinauf. Oben angekommen, war es 19:28 Uhr. Peter befand sich auf einem großen, flachen Dach, doch weit und breit war nichts nennenswertes zu sehen. Da er zwei Minuten zu früh war, wartete er mehr oder weniger geduldig und wurde schon fast hysterisch, als es 19:31 Uhr war. Ihm fiel auf, dass der Ort, an dem das Unglück mit Gwen vor einem Jahr geschah, unweit von hier entfernt war. Dies machte ihn noch nervöser und er musste sich beherrschen nicht zu weinen, da er sich seit damals nie wieder in die Nähe des Unfallortes getraut hat. Sein Kostüm wurde immer enger; wieso ist ihm nie aufgefallen, wie eng dieses Scheiß-Ding eigentlich ist?! Ihm wurde immer heißer und er konnte kaum noch atmen, war kurz davor, sich die Maske vom Kopf zu ziehen, doch er sah ein, dass dies sehr dämlich wäre. Mittlerweile war der Söldner mit der großen Klappe schon fünf Minuten zu spät und Peter wurde sauer. Erst wird ihm befohlen, pünktlich zu sein und dann kommt dieser Bastard selber zu spät? Das ist doch unfair! Ihm reichte das. Er wollte schon wieder zum Ende der Ebene, um sich vom Acker zu machen, da hörte auf einmal Schritte. Blitzartig drehte er sich um und sah Deadpool in seiner vollen Pracht. Er trug wirklich den bekannten roten Anzug. “Tut mit Leid, Süßer, dass ich dich schon bei unserem ersten Date warten lassen musste.” Hatte er ihn ‘Süßer' genannt? Und 'Date' gesagt?! Peter stutzte für einen Moment. "Na, habe ich dir die Sprache verschlagen?", meinte Deadpool frech. Peter schüttelte den Kopf. "Was? Nein!" Deadpool ging zum Ende des Daches und blickte auf die Stadt. “Also, was willst du von mir?”, fragte Peter während er ihm hinter her lief. “Muss ich denn unbedingt etwas von dir wollen?”, sagte Deadpool, “Mal ehrlich, muss denn immer alles einen Sinn haben? Kann man sich nicht mal einfach so treffen? Ganz locker? Wir sind doch quasi Kollegen!” Er stoß Peter seinen Ellenbogen in die Rippen, allerdings eine Nummer zu hart, für eine freundschaftliche Geste… “Tse, Schwächling. Komm mit!” Er drehte sich um und ging zur Treppe, welche in das Innere des Gebäudes führte. Das Gebäude hatte viele Etagen, mit relativ großen Wohnungen. Allerdings war in der obersten Etage nur eine einzige winzige kleine Tür, die schon halb verwittert war. Scheinbar wusste nicht einmal jemand, dass dies hier bewohnt war.
Deadpool öffnete die Tür und sie traten ein. Drinnen angekommen, sah Peter eine kleine, staubige Wohnung, welche extrem unordentlich war. “Hier wohnt also der berühmte Deadpool!”, sagte Peter laut, da Deadpool bereits um die Ecke in einen anderen Raum, wahrscheinlich die Küche, verschwunden war. “Nicht nur kämpfen kann er, sondern ein wahres Genie ist Spieder-Man auch!”, bekam er als Antwort. Leicht genervt setzte Peter sich auf die zerschlissene Couch, welche in der Mitte des Raumes zu einem Fernseher gerichtet stand. Vor ihr stand ein Couchtisch, auf dem einige Magazine verstreut rumlagen. Bei näherem Betrachten bemerkte Peter, dass das alles Pornohefte waren. Verstört lehnte er sich zurück und schaute zur Küche. “Also, nochmal, was zum Henker willst du von mir?”, rief er. Kurz darauf kam Deadpool mit zwei kleinen Flaschen Cola zurück und reichte Peter eine. Dann setzte er sich neben ihn. “Willst du?”, fragte er und deutete auf die Magazine. Hastig schüttelte Peter den Kopf. Deadpool lachte. “Lenk nicht vom Thema ab.” “Na gut…”, seufzte Deadpool und legte ganz ungeniert seine Füße auf den Tisch. “Du hast Rest, ganz belanglos ist das Treffen nicht. Eigentlich wollte ich dich etwas fragen…” “Lass hören.” “Du hast doch viele Verbrechen oder ähnliches, die du als Spiederman auf eigene Faust bekämpfen musst…” “Richtig”, sagte Peter. “Und du bekommst doch bestimmt Geld dafür, oder?” “Mir wird öfter welches angeboten, aber ich nehme es nicht an.” Deadpool dachte einen Moment nach. “Würde es dir etwas ausmachen, ein paar deiner Einsätze mir zu überlassen? Ich bin knapp bei Kasse und müsste mal wieder meinen Geldbeutel aufstocken.” “Kommt überhaupt nicht in Frage.” “Was?!” “Ich werde dich nicht Geld auf Kosten der Bürger dieser Stadt machen lassen.” “Wieso nicht?” “Diese Bürger haben es nicht verdient, so ausnutzt zu werden!” “Das sind doch nur dämliche Menschen, die nichts auf die Reihe bekommen. Die sollten sich glücklich schätzen, so einen Heiland wie dich zu haben! Haben sie nämlich eigentlich nicht verdient…” Das ging zu weit. Hatte Deadpool gerade tatsächlich die Bürger seiner Stadt beleidigt? Peter wurde sauer und stürzte sich auf Deadpool. Perplex, konnte dieser nicht so schnell reagieren und schon saß Peter auf ihm. Er wollte ihn boxen, doch Deadpool hielt seine Handgelenke fest. “Ey du Spinner, beruhige dich mal!” “Lass mich los! Sag das noch ein mal, beleidige noch ein mal die Bürger dieser Stadt und ich schwöre dir, du wirst nie wieder zurück kommen wollen!” Peter atmete schwer und versuchte immer noch, sich loszureißen. Doch langsam beruhigte er sich wieder und seine Anspannung ließ nach. “Na, gefällt dir das? Bist du gerne dominant?”, fragte Deadpool mit seiner dreisten Art. Peter verstand nicht, doch Deadpool bewegte leicht sein Becken auf und ab und erst jetzt merkte Peter, dass er mit seiner Mitte auf dem Becken von Deadpool saß. Erschrocken zog er seine Hände aus dem bereits lockeren Griff von Deadpool und sprang zurück. Stöhnend setzte dieser sich auf und lachte leicht. Peter drehte sich weg und zog sich die Maske vom Kopf, um sich durch sein Gesicht streichen zu können. Eine Träne ran sein Wange runter und er schwitzte. "Ist alles in Ordnung, Spidey-Boy?" Peter zog sich seine Maske wieder über, schniefte einmal und dreht sich wieder um. "Es...es tut mir leid. Es ist nur so... vor einem Jahr hatte ich einen Kampf gegen einen Schurken, der es hätte mit jedem aufnehmen können... Bei diesem Kampf kam meine Freundin ums Leben und es war meine Schuld. Ich hätte nie mit ihr zusammen sein dürfen, denn ich wusste, dass sie so in Gefahr gebracht würde. Doch ich tat es trotzdem. Und jetzt... es tut mir leid, ich hätte nicht meine Beherrschung verlieren dürfen. Es ist nur so… vor einiger Zeit, zwar noch vor Gwen, aber noch nicht allzu lange her, wurde auch mein Onkel umgebracht von einem Räuber. Meine Eltern wurden ebenfalls getötet. Als ich noch klein war. Ich bin es ihnen, dieser Stadt schuldig, sie zu beschützen. Und für ihren Schutz sollen sie nicht zahlen. Ich habe zu viel falsch gemacht, als dass ich jemals einen Lohn würdig bin.” Peter massierte sich seine Schläfen. Zu viele Gedanken schwirrten gerade in seinen Kopf herum. Deadpool kam langsam auf ihn zu. “Junge…! Das ist ja echt mies! Hätte ich gewusst, wieso du das alles machst, hätte ich dich nie gefragt und mir einfach andere Verbrechen gesucht. Oder wäre in eine andere Stadt gegangen. Ich wollte niemanden verletzten, bitte entschuldige, ich bin einfach ein schlechter Mensch.” Etwas frustriert setzte er sich auf die Couch und rieb sich nachdenklich den Hinterkopf. “Du bist kein schlechter Mensch”, meinte Peter und setzte sich neben ihn. “Tse, was weißt du schon..”, antwortete der angesprochene, “Du bist noch jung und dumm, du wirst irgendwann schon merken, dass du dich damit irrst.” “Ich bin Spider-Man. Ich habe viele Dinge erlebt und hatte schon mit unterschiedlich Menschen zu tun. Zugegeben, du bist dreist, ungeniert und unhöflich, aber du bist gewiss kein schlechter Mensch. Schlechte Menschen verspüren keine Liebe und sind von Grund auf böse. Und das ist Deadpool nicht, obwohl er sich manchmal so verkauft.” Dann, ohne selber zu wissen, wieso er das tat, zog er sein Gegenüber in eine feste Umarmung. “Tut mir leid, aber ich brauche das jetzt auch”, hauchte er leise, als er merkte, dass Deadpool sich verkrampfte. Doch dann entspannte er sich und schlang auch seine Arme um den Spinnenmann. Peter merkte, dass Deadpool größer war als er und er bemerkte seine steinharte, muskulöse Brust und seine dicken Oberarme. Unauffällig sog er seinen Duft ein und war begeistert von dem, was er roch.


Peter wusste nicht, wie lange sie so dasaßen, jedenfalls kam es ihm vor, wie eine Ewigkeit. Irgendwann strich Deadpool über Peters Hinterkopf, sodass dieser zusammenzuckte und sie sich lösten. Peter räusperte sich. “Ich glaube, mich hat noch nie jemand auf diese Weise umarmt”, sagte Deadpool. “Irgendwann ist immer das erste Mal”, sagte Peter. “Na wenn das so ist.. dann können wir ja gleich zur Sache kommen!”, sagte Deadpool und wollte sich ausziehen. Verstört trat Peter ihm gegen die Brust, sodass er im hohen Bogen nach hinten flog. Deadpool lachte. “Kannst du nicht einmal ernst bleiben?”, fragte Peter genervt. “Findest du nicht, dass wir extrem süß zusammen wären? Außerdem, du auf meiner Hüfte war schon ganz schön heiß.” Peter boxte Deadpool, doch dieser lachte wieder nur. Konnte er sich nicht einmal benehmen? Der war ja wie ein Kleinkind… Doch da fiel Peter wieder etwas ein. “Was wirst du jetzt eigentlich machen? Ziehst du weg?” Ein Hauch von Trauer schwang dem ‘Ziehst du weg’ bei. “Na ja, ich muss irgendwie an Geld kommen. Wenn das hier nicht geht, muss ich mir wohl oder übel eine andere Bleibe suchen, denn ewig will ich in dieser verdreckten, kleinen Bude nicht hause.” Peter dachte einen Moment nach. Es musste doch einen Weg geben, dass Deadpool an Geld kam! “Kannst du nicht als normaler Bürger dieser Stadt Geld verdienen? So ganz ohne Kostüm?” Deadpool schüttelte den Kopf. “Nein, ohne Kostüm kommt nicht an Frage.” “Wieso nicht?” “Nicht so neugierig, Spidey-Boy!” Peter verschrenkte schmollend seine Arme, sagte aber nichts. Er Blickte auf die Uhr und bemerkte, dass es schon recht spät geworden war und Tante May bald in sein Zimmer kommen würde, um ihn zum Essen zu holen. “Ich werde mir was überlegen, in Ordnung? Man kann doch deine Kräfte nicht einfach… nicht-nutzen!” Etwas verwirrt schaute Deadpool zu ihm. “Sehen wir uns wieder?”, fragte Deadpool. Als Antwort bekam er ein Nicken und ein: “Ich warte auf deinen Brief.” Danach ging Peter aus der Tür, lief die Treppen zum Dach und sprang dann in die Tiefe um sich mit seinen Lianen abfangen und nach hause schwingen zu können.
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