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Mein Körper besteht aus Schwerten

von spooky
GeschichteFreundschaft, Übernatürlich / P16
Archer Emiya Shirou Gilgamesh Saber Tohsaka Rin
01.10.2015
09.08.2018
43
79.135
35
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Dieses Kapitel
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01.10.2015 2.350
 
"Nächster Halt Fuyuki. Bitte steigen sie an der linken Fahrbahnseite aus. Wir hoffen sie reisen bald wieder mit uns." Die Ansage riss mich aus meinen unruhigen Schlaf. Irgendwie war ich eingenickt und nun war mein linkes Bein noch im Tiefschlaf und protestierte somit lauthals gegen meinen Versuch aufzustehen und meine sieben Sachen zu packen, um die Haltestelle nicht zu verpassen.
Mit etwas Glück schaffte ich es den Zug noch rechtzeitig zu verlassen. Entschuldigend sah ich den Bahnofwart an, der sich sehr beeilen musste, nun das Okay zur Abfahrt zu geben. Er war über mein leichtes Humpeln sichtlich amüsiert, somit blieb mir die Standpauke anscheinend doch noch erspart, den Betrieb aufgehalten zu haben.
Als ich mich umsah wo genau mich mein Dartpfeil auf die Japankarte Wurf Methode hingeführt hatte war ich überrascht. Es war eine Stadt größer als erwartet. Etwas enttäuscht war ich schon dass es nicht Tokio oder Osaka gewesen waren, die der Dartpfeil getroffen hatte, aber Tokio hatte ich ja schon hinter mir gelassen. Der Flug dorthin war einfach billiger gewesen als der direkte Weg nach Fuyuki. An der Nächsten Sitzbank angekommen studierte ich den, an einem Kiosk frisch erworbenen Stadtplan nach den nächstliegenden Hostels. "Onee-san du kennst dich hier noch nicht aus oder?"
Einen kleinen Schrei unterdrückend richtete ich meinen Blick in Richtung der Stimme die eben dafür gesorgt hatte dass mir die Karte nun zweigeteilt vorkam. Ein kleiner Junge mit goldenem Haar stand neben mir und sah besorgt auf den zerrissenen Stadtplan. Als er merkte, dass er nun meine vollkommene Aufmerksamkeit hatte lächelte er mich so entschuldigend an, dass ich nicht mal schimpfen konnte. Es war ja bestimmt nicht böse gemeint gewesen. Die Augen des kleinen hatten eine außergewöhnliche rubinrote Farbe. Ehe ich ihn noch länger verwirrt musterte merkte ich wie unhöflich ich eigentlich gerade war.
"Stimmt, aber wieso intressiert dich das so sehr?" Etwas besseres fiel mir gerade nicht als Antwort auf seine simple Frage ein, eine Gegenfrage.  Ein ehrliches Lächeln war seine erste Reaktion: "Es sah eben sehr interessant aus wie du aus dem Zug gekommen bist Onee-san." Noch verwirrter unterbrach ich meinen Versuch den Stadtplan lesbar zusammenzusetzen. Bei bestem Willen konnte ich mich nicht erinnern den Jungen gesehen zu haben. Gerade weil er wie ich nicht aus diesen Land stammte wäre er mir schon wegen seiner Haarfarbe viel früher aufgefallen. Aber beim besten Willen ich konnte mich nicht daran erinnern ihn wahrgenommen zu haben. "Hier Onee-san." Wieder aus meinen Gedanken gerissen sah ich den kleinen Jungen an: Er hatte einen neuen Stadtplan in der Hand. "Als Entschuldigung dafür dass ich dich eben so erschreckt habe." Wie war er da so schnell rangekommen? Der Kiosk der sie ausliegen hatte  war drei Stockwerke unter uns. "Was suchst du eigentlich auf der Karte?" Der Junge hatte sich neben mich auf die Bank gesetzt und den "neuen" Stadtplan ausgebreitet. Er war freundlich trotzdem verwirrte mich der Kleine zunehmend. "Ich wollte rausfinden wo die nächsten Hostels von hier aus sind." Ich hatte ihm so schnell geantwortet dass ich mich über mich selbst wunderte. Wieso lies ich mich auf ein Gespräch mit einem Jungen ein, der was-weiß-ich-wie an den passenden Stadtplan rangekommen war. Was war nur los?
"Onee-san aber du weißt schon, dass gerade eine Konferenz in der Stadt ist, da wirst du aber lange suchen müssen." Ungläubig hob ich eine Braue. Wenn das was der Junge sagte stimmte hatte ich ziemlich Pech. "Hier!" Der Kleine hatte wie aus dem Nichts einen Stift geholt und sämtliche Hostels der Stadt markiert. "Leider muss ich nun los, aber bestimmt sehen wir uns wieder Onee-san." Wieder ein Lächeln das jeden sofort in seinen Bann zog. Er lief los ehe ich irgendetwas sagen konnte. Ein netter Junge aber er hatte es geschafft, dass ich erstmal meine Gedanken ordnen musste, ehe ich mich kopfschüttelnd der erneuten Suche nach einer möglichen Unterkunft widmete.



Ehe ich endgültig den Bahnhof hinter mir gelassen hatte, war ich nochmal zum Kiosk gegangen. Wo ich zu meiner Überraschung bei dem Versuch einen Regenschirm zu kaufen, mit dem Wechselgeld eine Tafel Schokolade zusätzlich über die Theke geschoben wurde. "Entschuldigen sie bitte aber..." Die alte Dame an der Kasse winkte ab, ehe ich zu Ende reden konnte: "Der Kleine eben war so gut erzogen gib sie ihm wenn du ihn siehst."
Das war alles nun wirklich wie im falschen Film. Bei allem Erklären hatte die Frau an der Kasse sich nicht davon abbringen lassen, dass ich die Schokolade mitnehmen sollte.
Beim ersten Hostel in der Nähe des Bahnhofes, nur ein Stück die Straße runter, stand die Menschenschlange bis nach draußen auf die Straße. Der Junge hatte Recht gehabt, es war voll hier. Auch das zweite Hostel das ich nach einer weiteren Stunde Fußmarsch erreicht hatte, war vollgestopft bis unters Dach mit Trägern von Aktentaschen, die wie ein Ameisenhaufen in Übergröße wirkten. Zumal begann es zu Regnen was die Ameisen in Übergröße noch schneller agieren ließ. Wohl oder übel musste ich aus dem Stadtkern raus. Seufzend machte ich mich auf den Weg.
Nach einiger Zeit erreichte ich einen Park. Trotz des Regens spielten hier immer noch Kinder. Alle hatten in ihren Regenmänteln Spaß dabei, sich durch den Regen zu jagen. Nur eine Gruppe fiel mir sofort auf, die sich zusammengerottet hatte. Als ich näher herangetreten war, sah ich wie sie ihre Mäntel über ihre Köpfe hielten, sodass ein mir sehr bekannter Junge in der Mitte auffiel, welchen sie so versuchten trocken zu halten. Irgendwie süß, als auch seltsam zugleich, immerhin wurden sie selber dabei auch nass. Vielleicht war ich gerade zu gutmütig, aber ich konnte nicht anders: Ich ging zu der Gruppe und hielt dem Jungen vom Bahnhof meinen Schirm über den Kopf. "Hier so wird es doch gehen oder?" "Onee-san." Zögernd griff der Junge nach meinen Schirm so als ob er noch überlegen musste. Nahm dann aber meinen Schirm an, die Schokolade die ich in der Tasche meines Kapuzenpullis verwahrt hatte, gab ich ihm gleich mit. Immerhin hatte die Verkäuferin darauf bestanden sie ihm zu geben so hatte ich diese Aufgabe erfüllt. Und es auch dem Kleinen erklärt.
"Gil-kun wir müssen jetzt nach Hause." "Ja wir sehen uns Morgen." Moment die Kinder waren nur geblieben damit er nicht nass wurde? Zumindest wusste ich nun den Namen. "Onee-san aber nun wirst du nass." Ich musste lachen. "Schon gut ich bin ja nicht aus Zucker. Sieh zu, dass du auch nach Hause gehst." Gil überlegte, und blickte mich freundlich aber zugleich ernst an, dass ich mich daran erinnern musste: Er war ja nur ein Kind. "Weißt du was? Nimm dich vor mir in acht wenn ich älter bin, Onee-san." Gil sprach diese Worte mit viel Bedacht als ob er befürchtete sehr schnell erwachsen zu werden.
"Wieso sollte ich mich vor dir in Acht nehmen?", ich musste einfach fragen. Da war meine Neugierde einfach zu groß. Es schien ihm ja sehr ernst zu sein. "Weil ich dich dann bestimmt auf andere Art intressant finde, und das wäre schade. Du bist nämlich zu nett." Mit diesen Worten lies er mich wortwörtlich im Regen stehen. "Seltsam der Kleine." Wobei ich mir die Kapuze tiefer ins Gesicht zog, und langsam aus dem Park ging.      
Zögerlich hob ich meinen Kopf, der Regen war ungewohnt warm. Wenn ich schon nass wurde, musste ich mich auch nicht beeilen. Ich war in dieses fremde Land gekommen, weil ich eine Auszeit wollte, raus aus meinen Alltagstrott. Die Welt sehen eine andere Perspektive aus der Distanz gewinnen. Tja die hatte ich, es war ein seltsamer Tag. Aber langsam hatte ich andere Sorgen als die Worte des kleinen Gil. Hunger, noch immer keine Unterkunft. Und meine Reisekasse hätte sich auch sehr über Nachschub gefreut.
So stand ich nun im Regen in einen fremden Land in einer fremden Stadt bei diesem Supermarkt...Naja eher eine Art Tante Emma Kneipen-Hybrid. Es passte mir selber nicht aber nach zwei überfüllten Hostels die keinen Platz mehr hatten brauchte ich zumindest etwas im Magen, und vielleicht half mir die Pinnwand die ich von hier aus gut sehen konnte bei meiner geldlichen Aufbesserung meiner Reisekasse weiter. Ein Junge, etwa 16...vielleicht 17  fegte jedoch gerade den Gang, sodass ich wie von einer unsichtbaren Wand aufgehalten draußen blieb. Immerhin wollte ich ihm nicht noch mehr Arbeit machen. Tja ich war wohl wirklich zu nett. Für einen Moment musste ich leise über mich selbst lachen. Tropfnass wie ich gerade war wäre die ganze Arbeit umsonst gewesen. Das wollte ich ihm nun wirklich nicht antun. Somit versuchte ich meinen Blick zu schärfen und ging die Notizen durch.  
"Babysitten bei dreijährigen Zwillingen" Nein der Zettel war schon so vergilbt, dass die Kinder mittlerweile nen Führerschein haben mussten. "Lerngruppe hat noch Plätze frei" Schön, dass es das gab aber auch das war kein Job. "Fuyuki Bogenschützen Club Willkommen heißt dich alles Mädchen für" Ich musste mir schon sehr das Lachen verkneifen. Professor Google brauchte hier eindeutig eine bessere Übersetzung. Der handgemalte Tiger am Bildrand, an dem die Telefonnummer stehen müsste war die Krönung. Für einen Moment war es als ob der Junge mir direkt in die Augen sah, als ich gegen das Lachen ankämpfte. Aber das war bestimmt Einbildung, er drehte sich um und ging zu meinen Schrecken genau zu dem Aushang der mich gerade so amüsierte. Ertappt,  so war das Gefühl welches ich gerade verspürte. Also er hatte mich doch gesehen...das war mir mehr als unangenehm. Da ich mich peinlich berührt weggedreht hatte hörte ich durch den Regen auch nicht die Schritte die mir näher kamen. "Eigentlich sollte Shinji das richtig machen. Er hatte wohl keine Lust. Oder er wollte Fuji-nee ärgern. Hallo kann ich dir helfen?“
Zum zweiten Mal an einem Tag hatte sich jemand an mich herangeschlichen. War das in dieser Stadt so üblich? Oder sah ich so hilfsbedürftig aus. Mir wollte keine Antwort dazu einfallen. Jedoch schob ich den Gedanken beiseite. "Ähm ich wollte den Boden nicht nass machen.", entschuldigte ich mich. "Emiya-kun du kannst für heute Schluss machen...Sag mal Mädchen diese Bentos sind ab jetzt beim halben Preis, dann könnt ihr in Ruhe weiter reden.", die ältere Frau am Tresen sah erst mich und dann wieder ihn an.
"WIE BITTE!?", kam es unisono von uns beiden, was sie in einen Raucherhusten Lachanfall verfallen lies. Mir schwante Übles immerhin hatte sie jetzt schon einen falschen Eindruck der Situation. Ehe dieser Emiya oder ich noch etwas sagen konnten war das Unheil schon geschehen. "Emiya-kun nimm die Bentos mit, du hast eh für drei gearbeitet. Deine Neue Freundin passt gut zu dir." Mit einem Augenzwinkern war die Frau Anfang 40 schon dabei dem Jungen zwei Tüten mit Bentos in die Hand zu drücken. "Aber“, schon wieder unisono. Ich brummte leicht genervt, musste der Kerl auch gleichzeitig dasselbe sagen wie ich? War das Absicht?
"Taiga-san wird dir eh wieder die Haare vom Kopf fressen. Also nutz' mal meine gute Laune heute. Geh ruhig mit zu ihm Mädchen." "Mo-moment..." Die Frau roch sehr stark nach Sake, sodass ich nun Luft brauchte. Ein weiterer Hauch dieses Atems und auch ich wäre mehr als angeheitert. "Geht schon." Resigniert lies ich den Kopf hängen mit Betrunkenen diskutieren führte zu nichts. Dieser Emiya hatte es wohl auch gerochen, also kam ich mit ihm mit.
Ein Gutes hatte das ganze Missverständnis: Meine Reisekasse musste nicht weinen, diesen Emiya schien ich nicht wirklich zu nerven und ich hatte wieder einen Schirm über dem Kopf. So war der weitere Weg doch angenehm und langsam veränderte sich die Umgebung in ein eher vorörtliches Wohngebiet. "Naja Fuji-nee wird sich zumindest freuen, dass sich jemand für die freie Stelle interessiert." "Also geht es eher ums Organisieren als...", weiter kam ich mit meiner Frage nicht. "SHIIIIIIIIIIIIIIIIIIROOOOOOOOOOOO!!! Ich habe Hunger." Das Tor zu dem Haus vor dem wir stehen blieben hatte sich in Lichtgeschwindigkeit geöffnet und ein hungriger Tiger stand vor uns... So wirkte es zumindest auf den ersten Blick. "Fuji-nee." ...oder doch eher um Raubtier Dressur beendete ich den in mir aufgekommenen Gedanken. Dies war also Taiga Fujimura live und in Farbe.
Der Aushang, so hatte Shiro es mir aus dem Weg erklärt war ein Hilferuf der Präsidentin des Kyodo Clubs die mit der Leiterin des Clubs überfordert war. Speziell seitdem Shiro Emiyas Schwester zwar mithalf, aber auch Chaos stiftete. Und dieser Shinji den er erwähnt hatte war der Vizepräsident des Clubs. Ich hatte Shiro versprochen es mir anzusehen. So hatte ich für einen Tag sowohl Aussicht auf einen Job, und wie sich rausstellte auch mein Unterkunft-Problem vorerst gelöst.
Die Diskussion der beiden hatte meine Ohren erreicht. "Langsam wirst du wirklich zum Heim für Frauen in Not, Shiro. So kann das nicht weitergehen." "Naja Fuji-nee würdest du zuhause essen wäre das..." "Was wagst du da Shiro?! Das ist mein Zuhause." Verlegen kratzte ich mir die Wange, der Streit der beiden war eigentlich witzig für mich als Außenstehende, aber es war mir auch unangenehm. "Hatschi!" Gerade noch Rechtzeitig hatte ich zwar meinen Kopf weggedreht und in die Armbeuge genießt damit es nicht zu laut war, aber ich hatte die Aufmerksamkeit der beiden gewonnen. Das Schweigen der Beiden war nun peinlich und gerade als Taiga etwas sagen wollte setzten Blitz und Donner ein. Somit wurden sämtliche Gespräche auf später ins Trockene vertagt. Schon besser...
Hinter dem Tor wartete ein riesiges Anwesen, das an Japanische Geistergeschichten aus der alten Zeit erinnerte. Aber da der Donner zunahm hieß es Beine in die Hand nehmen und dem hungrigen Tiger nachlaufen ins Hauptgebäude.Wie schnell war ich nur schon wieder in etwas hineingeraten?
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