Unwanted Gift

von xNadzika
GeschichteDrama, Thriller / P16
Ben Eduard Gretel Hänsel Muriel OC (Own Character)
30.09.2015
10.04.2016
9
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Ein Rascheln weckte meine Aufmerksamkeit. Abrupt blieb ich stehen. "Gretel?"
Ich hörte das Echo meiner Stimme, welches sich im dunklen Wald ausbreitete. Eine Antwort bekam ich nicht, dennoch spürte ich jemandes Anwesenheit. Ob es die eines Menschen, einer Hexe oder einer seltsamen Kreatur war, konnte ich nicht sagen, aber gefallen tat mir die Situation nicht.
Ich setzte meinen Weg fort, legte einen Fuß vor den anderen. Ein unvorsichtiger Schritt meinerseits und ich verlor den Halt auf den nassen Laubblättern - fiel zu Boden.
"Scheiße", murmelte ich kleinlaut. Ich hasste es so sehr, wenn das geschah. Erst verlor ich meine Schwester aus den Augen und dann war es auch noch stockduster im Wald. Ein blöder Sturz wie dieser widerfuhr mir oft, was zu bemerkbaren Schmerzen führen konnte, wenn ich vergaß mir meine Spritze zur rechten Zeit zu verabreichen. Zuckerkrankheit, nannte man es heutzutage, doch mir war es egal. Ich unterlag dieser "Krankheit" nur wegen einer gewissen scheiß Hexe, die mich in meiner Kindheit zum Fressen von Unmengen an Süßigkeiten gezwungen hatte. Kinder der heutigen Generation erfreuten sich an Süßkram - mein Lebensmotto hieß: Don't eat the fucking candy. Und daran würde sich nie mehr was ändern.
Nun lag ich am Boden, im dunklen Wald und fand meine Waffe nicht. Theoretisch hätte ich ein Feuer entfachen können um mir die Sicht zu erleichtern, aber ich hatte nicht den Wunsch mir die gesuchte Hexe auf den Hals zu jagen. Allein könnte es etwas schwer werden diese zu erledigen, so ganz allein, im Dunkeln, im Regen.
Regen?
Ich schaute auf. Das konnte nicht der Ernst sein. Jetzt regnete es auch noch. Ich stieß einen genervten Seufzer aus und entschied mich aufzustehen. Bevor ich mich hochdrücken konnte, traf mich etwas Hartes, das mit rasanter Geschwindigkeit vom Himmel geschossen kam. Lachend flog es einen Bogen um mich, als wolle es meine Wut herausfordern. Scheiß Hexe, dachte ich mir und sprang auf. Schnell versuchte ich mich auf die Geräusche und Bewegungen zu konzentrieren. Ohne meine Fernschusswaffe hatte ich vorerst keine Chance, denn das hässliche Geschöpf befand sich....      Massives Holz traf meinen Brustkorb und ließ mich erneut den Boden küssen. Besen...
Dieses Drecksding führte jedes Mal dazu, dass ich den Kürzeren zog und es ging mir tierisch auf die Nerven! Diesmal hatte ich nicht das Vorhaben mich daran festzuhalten und durch den halben Wald geschleift zu werden, andererseits würde mir die blöde Hexe entwischen, wenn ich es nicht tat, doch lag ich röchelnd am Boden und verspürte langsam den Schwund meiner Kräfte. Verdammt, wo waren meine Spritzen? Ich versuchte mich aufzusetzen, aber die Hexe machte es mir schwer. Sie kam mir immer näher, anstatt zu fliehen.
Wusste sie etwa, dass ich meinen Anschluss verloren hatte und unbewaffnet war? Wusste sie, wer ich war? Sofort verwarf ich diesen Gedanken wieder. Zum Nachdenken hatte ich keine Zeit - ich musste handeln. Ich war ein Mann der Tat, nicht des Wortes. Also zwang ich mich auf die Knie, dann auf die Füße. Aus meiner Manteltasche zog ich mein Messer - eine wunderschöne, scharfe Klinge, die das Licht des Vollmonds reflektierte. Erst in dem Augenblick fiel mir die Fülle des Monds auf, was mir die Kraft der Hexe erklärte. Jetzt aber war ich bereit, sie musste nur tief genug fliegen und ich würde sie kriegen.

"Hänsel?!" Die Stimme meiner Schwester erklang weit entfernt von mir, trotzdem lenkte sie mich für den Bruchteil einer Sekunde ab und zack - da war sie wieder. Die Missgeburt die durch die Luft flog, als wäre sie dazu erschaffen worden. Meine Knie gaben nach. Ich wurde am Kragen gefasst und gegen den harten Stamm eines Baums gestoßen. Dabei griff eine Hand immer fester um meinen Kehlkopf und schnürte mir die Luft ab. Meine Augen drohten zuzufallen. Ich würde das Bewusstsein verlieren, oder schlimmer - sterben, wenn ich mir nicht bald meine Spritze verabreichte, aber nach einer Möglichkeit dazu sah es im Moment des Geschehens nicht aus. Ich wollte mich wehren, mich befreien, aber die Schwäche in mir war stärker.
Sie dominierte.
Mir wurde schwarz vor Augen. Ich war mir fast sicher, dass ich verloren war, doch plötzlich verschwand der Druck um meinen Hals. Luft drang wieder in meine Lungen und ich konnte tief einatmen. Leider half es mir nicht weiter, ich brauchte die Spritze. Allein würde ich sie mir nicht geben können. Ich brauchte Gretel bei mir.

Um mich herum hörte ich Laute, die von zwei weiblichen Personen kamen. Die Hexe lachte hässlich. Die andere Gestalt war aber nicht Gretel. Außer einem Schmerzenslaut sagte sie nichts. In mir stieg das Bedürfnis meine Augen zu öffnen und nachzuschauen wer es war, aber ich war machtlos. Langsam drohte ich in einen tiefen Schlaf zu verfallen....
Auf einmal wurde es still um mich herum. Ein Glucksen verriet mir, dass eine der zwei Kreaturen in meiner Nähe gefallen war. Ich hoffte instinktiv, dass es die Hexe gewesen ist, obwohl ich mir nicht im Klaren war, um wen oder was es sich bei der anderen Person handelte.
Körperwärme näherte sich mir. Ich konnte den Atem eines Menschen an meiner Wange spüren. Eine Frau legte ihre Hand auf meine Brust und untersuchte meinen Herzschlag. Dann stach etwas kaltes, metallisches in meinen Oberschenkel. Es war nicht meine Spritze - es fühlte sich anders an und dennoch fühlte ich wie ich rapide an Kraft gewann. Ich schlug meine Augen auf. Die Frau die mich gerettet hatte, wollte wegrennen, aber ich war schneller und schnappte ihren Arm. Mit einem Ruck zog ich sie zu mir, um ihr Gesicht zu sehen, welches, wie ich feststellen musste, mich an wen aus meiner Vergangenheit erinnerte....

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Heyo :)

Zu Beginn ein kurzes Kapitel um zu
sehen, wie es denn überhaupt ankommt
(falls es dazu kommt, dass es jemand ließt).

Entschuldigt Fehler oder das Fehlen von Wörtern.
Die Geschichte ich relativ spontan entstanden.

LG, Nadz
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