Trust in me

von Julirot
KurzgeschichteRomanze / P12
Henrietta "Hetty" Lange Kensi Blye Marty Deeks
29.09.2015
29.09.2015
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Hallo,

als ich am Sonntag die Folge "Fighting Shadows" das erste Mal in deutscher Version gesehen hatte, kam mir die Idee für diesen kleinen One-Shot. Das Ende hat mich tief berührt und ich habe mir gedacht, ich muss jetzt einfach mal ein wenig weiter spinnen. Und außerdem war mir nach ein wenig Romantik so außer der Reihe.
Ich hoffe ich kann euch eine kleine Freude machen.
LG und sagt mir wie ihr es findet.
Julirot

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TRUST IN ME


Deeks drehte die kleine Sanduhr, die auf Hetty's Tisch stand herum, stand auf und verließ das Büro. Kensi, die die ganze Zeit neben ihm gesessen hatte, schaute ihre Vorgesetzte noch einmal kurz an und ging dann, ohne ein weiteres Wort zu sagen, ihrem Partner hinterher. Sie hatte ein ungutes Gefühl. Selten hatte sie ihn so beunruhigt erlebt und das machte ihr Angst. Den ganzen Tag schon waren sie von einer Frau des LAPD verfolgt worden, die sich schließlich als interne Ermittlerin entpuppt hatte. Was man Deeks allerdings genau vorwarf, das waren im Moment nur wilde Spekulationen. Allerdings hatten diese Hetty dazu veranlasst, Kensi und Deeks vorerst zu trennen, zumindest beruflich.
Kensi fand Deeks im Innenhof, in den er sich nach Hetty's Ansprache geflüchtet hatte. Er lehnte an der Wand neben der Tür und starrte in den Himmel, an dessen Horizont sich die Sonne gerade anschickte unter zu gehen. Ein laues Lüftchen wehte und es versprach ein schöner Abend zu werden. Sie stellte sich neben ihn und lehnte sich nun ebenfalls gegen die Hauswand, spürte die kalte Mauer in ihrem Rücken und folgte seinem Blick.
„Schön hier, nicht wahr?“ fragte sie nach einer Weile, in der sie gemeinsam nach oben geschaut hatten.
„Sehr romantisch“, meinte er und lächelte kurz. Dann schloss er die Augen und hielt sein Gesicht in die Abendsonne. Sie wärmte ihn und er hatte das Gefühl besser nachdenken zu können. Kensi konnte nicht umhin, ebenfalls zu lächeln. Sie fand die Situation beinahe grotesk. Da tauchten Probleme auf, die nicht unerheblich waren und doch konnten sie beide immer noch über Romantik nachdenken. Das war schön und beruhigend zugleich. Er hatte sein rechtes Bein nach hinten aufgestellt, so dass sein Fuß gegen die Hauswand gelehnt war. Die linke Hand hatte er in der Hosentasche vergraben.
„Willst du darüber reden?“ fragte sie weiter und schaute ihn von der Seite her an. Er drehte den Kopf zu ihr herum und ihre Blicke trafen sich. Ihr kamen seine Augen in diesem Moment noch blauer vor als sonst und ihr Herz vollführte wieder diesen seltsamen Hüpfer, der sie wissen ließ, dass sie diesen Mann aus tiefster Seele einfach nur liebte.
„Ich weiß nicht, was ich sagen soll.“ Er räusperte sich kurz und strich sich dann übers Kinn.
„Was meinst du warum sie gegen dich ermitteln?“
„Ich habe keine Ahnung.“
„Okay.“ Sie schwiegen wieder.
„Ich grabe die ganze Zeit in meinem Hirn herum, aber ich komme einfach nicht darauf, was es sein könnte Kensi“, sagte er schließlich.
„Manchmal werden bei solchen Ermittlungen unschöne Dinge zutage getragen, die wir glaubten schon vergessen zu haben oder die für uns selbst gar nicht falsch waren.“
„Ich verstehe was du meinst, Kensi. Vielleicht gibt es tatsächlich Dinge, die ich getan habe, von denen irgendjemand glaubt, sie wären so nicht korrekt gewesen. Ich selbst bin mir keiner Schuld bewusst.“
„Was denkst du ... kann Hetty was für dich tun?“
„Ich hoffe es. Ich hoffe sie kann mir den Schutz geben, den ich brauchen werde. Was auch immer da noch kommt. Ehrlich gesagt, macht mir das Ganze schon ein wenig Angst.“ Sie hörte ihn schlucken.
„Mir auch“, gestand Kensi schließlich leise und fasste nach seiner rechten Hand, die er locker an der Seite seines Körpers hinunter hängen lassen hatte. Kurz zuckte er unter ihrer Berührung zusammen, doch als er ihre Wärme und ihre Vertrauen spürte, drückte er ihre Hand ganz fest.
„Deeks...“, sagte sie und wechselte die Position, stellte sich nun direkt vor ihn und blickte ihm in die Augen. Sie sah ein seltsames Leuchten in ihnen und fragte sich was sie eigentlich genau für ihn tun konnte. Sie wollte nicht, dass man einen Keil zwischen sie trieb oder dass irgendjemand womöglich ihre Liebe gegen sie beide verwendete, um irgendein Exempel zu statuieren. Sie wollte doch nur mit ihm zusammen sein weil sie ihn liebte, weil er der Mensch war, den sie brauchte und dem sie ihr Leben anvertrauen würde und das an jedem verdammten Tag.
„Ja?“
„Ich bin für dich da.“ Mehr konnte sie nicht sagen. Aber das brauchte sie auch nicht. Einen Augenblick lang wusste er nicht was er sagen sollte, so überrascht und gerührt war er von ihrer Ansage. Dann trat er einen Schritt auf sie zu und nahm ihren Kopf zwischen seine Hände, drückte ihr einen sanften Kuss auf die Lippen und verharrte ein paar Sekunden mit seinen Lippen an den ihren. Sie hatte die Augen geschlossen und genoss das wunderbare Gefühl seiner Nähe und seiner Stärke. Als er sich wieder von ihr löste, flüsterte sie:
„Das sollten wir nicht tun … nicht hier.“
„Ich weiß“, flüsterte er zurück.
„Aber es ist schön.“ Sie lächelte.
„Und ich habe Hetty heute gesagt, dass ich mich zwar dienstlich von dir fern halten könnte, aber niemals privat. Du bist der wichtigste Mensch in meinem Leben Kensi.“
„Und du bist mein wichtigster Mensch, Deeks.“
„Vertraust du mir?“ fragte er und runzelte die Stirn. Er hielt immer noch ihren Kopf fest und sie hatte ihre Hände gegen seine Arme gelegt. Sein Blick bohrte sich in sie hinein und sie nickte schnell.
„Ja und du? Vertraust du mir?“
„Ja“, sagte er bestimmt und ohne zögern.
„Ich liebe dich und wir stehen das gemeinsam durch“, entgegnete sie und nun war es an ihm zu lächeln.
„Das ist das schönste, was du mir jemals gesagt hast.“
„Vorsicht diese Wände haben Ohren.“
„Ist mir egal. Ich liebe dich auch Kensi Blye.“ Sie zog ihn zu sich heran und schlang dann ihre Arme um seinen Hals. Er stützte sein Kinn auf ihre Schulter und hielt sie fest. So standen sie eine halbe Ewigkeit einfach nur da, zwei Menschen, die sich liebten und die, wenn nötig, gemeinsam gegen den Rest der Welt kämpfen würden. Der Wind frischte auf und es wurde noch ein wenig kühler, aber sie störten sich nicht daran. Sie hatten sich. Sie konnten sich gegenseitig wärmen und das machte sie stark, stark für was auch immer da kommen mochte.
Sie glaubten, in diesem Moment alleine zu sein, doch das waren sie nicht. Schräg über ihnen war eine kleine Kamera angebracht und diese wurde bedient von Henrietta Lange, die ihre beiden Agenten die ganze Zeit beobachtet hatte. Jetzt klappte die kleine Frau ihren Laptop zu und nahm noch einen großen Schluck aus ihrem Whiskeyglas, welches sie auf den Schreibtisch gestellt hatte. Sie seufzte und drehte dann die inzwischen abgelaufene Sanduhr wieder um.


ENDE
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