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Rose' Trip

GeschichteFantasy / P16 / Gen
Adrian Ivashkov Christian Ozera Dimitri Belikov Rosemarie "Rose" Hathaway Sydney Vasilisa "Lissa" Dragomir
29.09.2015
06.12.2015
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183.292
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Dieses Kapitel
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29.09.2015 6.169
 
Ich wünsche euch viel Spaß beim lesen. Seit nachsichtig. Das letzte Mal das ich geschrieben habe ist sehr lange her. Es gibt bestimmt einige Fehler. Kommas stehen auf der Fahndungsliste und die Zeiten sind in den Strudel der Tardis geraten. ;)

Die Figuren gehören natürlich Richelle Mead. Und nicht mir. Aber die weitere Geschichte ist allein mein Eigentum. ;)



Ein Knall tönte durch die leere Turnhalle als sie ihre Sporttasche auf den Boden fallen lies. Kurz wanderte ihr Blick durch den leeren Raum, ehe sie einen Blick auf ihre Uhr warf und dann den Kopf schüttelte. Er war zu spät. Eigentlich so gar nicht seine Art. Sie zuckte kurz mit den Schultern. Gut, man konnte sich ja schon mal warm machen. Mit den Konsequenzen würde er leben müssen.

Da sie ja noch allein hier war, legte sie erst mal ein paar Sprints hin. Dafür nutzte sie die kurze Seite der Halle und lief ein paar mal zwischen der Markierung des Spielfeldes hin und her, und berührte jedes mal mit der flachen Hand den Boden, wenn sie eine Seite erreichte.

Als sie der Meinung war, dass sie davon erst mal genug hatte - ihr ehemaliger Lehrer wäre da ganz gewiss anderer Meinung - stellte sie sich mit dem Rücken zum Eingang um ein paar Dehnübungen zu machen . Sie legte den rechten Arm hinter ihren Kopf und packte mit der linken Hand von vorne an ihren Oberarm und drehte sich, ehe sie das ganze umkehrte. Danach beugte sie sich nach vorne, um mit ihren Handflächen den Boden zu berühren.

Und dann hörte sie ihn. Für jeden normalen Menschen vollkommen lautlos. Aber ihr feines Gehör konnte die Schritte hören, die sich fast geräuschlos über den Boden bewegten. Außer einem kleinem Grinsen, das er nicht sehen konnte verriet nicht eine Bewegung, dass sie ihn bemerkt hatte. Vollkommen unbeirrt machte sie mit ihren Übungen weiter, während sich ihr Körper ganz leicht anspannte. Und als sie merkte, dass er genau hinter ihr zum halten kam, drehte sie sich blitzschnell um. Mit einer Hand ergriff sie seinen Arm und mit einer eleganten Bewegung warf sie ihn auf den Rücken.

„Genosse Belikov“, begrüßte sie ihn scherzend mit seinem alten Spitznamen, während er von unten doch fast schon etwas erstaunt, zu ihr hoch schaute. Doch dann breitete sich auf seinem Gesicht dieses wundervolle Lächeln aus. Das, welches sie so sehr liebte. Was sie so lange hatte missen müssen. Gut zwei Wochen waren eigentlich nicht lange, aber für sie war es eine Ewigkeit gewesen.

„Wie ich sehe warst du fleißig, während ich weg war“, sagte er etwas strenger als es vielleicht nötig war, aber so war er nun mal. Immerhin war er mal ihr Lehrer gewesen. Aber die Betonung lag auf war, den inzwischen war er soviel mehr.

Lachend hielt Rose ihm ihre Hand entgegen. „Natürlich. Nicht nur das ich eine Königin beschützen muss, ich habe auch noch einen sehr anspruchsvollen Freund.“ Dimitri ergriff ihre Hand und sie zog ihn zu sich nach oben. Jetzt war sein Blick nach unten gerichtet, denn Rose war um einiges kleiner als er, was sie aber nicht störte.

„Aber ich glaube, mein Freund ist mir heute untreu. Denn eigentlich wollte er sich schon vor 10 Minuten mit mir treffen“, kam es tadelnd von ihr. Dimitri zuckte etwas mit den Schultern. „Ich bin aufgehalten worden. Von der Königin.“

Kurz legte Rose ihren Kopf etwas schief. „Gut, das lasse ich als Entschuldigung gelten. Was wollte Lissa denn von dir?“ Das sie die Königin mit ihrem Vornamen ansprach war keine Form der Respektlosigkeit. Aber sie war nun schon so viele Jahre mit ihr zusammen, dass es für sie einfach selbstverständlich war, sie so an zu reden. Außer, sie wollte Lissa ärgern, dann konnte ihr schon mal ein Hoheit herauszurutschen, um sie zu necken.

Dimitri legte jetzt einen Arm um ihre Taille und zog sie näher zu sich heran. Mit der freien Hand strich er eine Haarlocke aus ihrem Gesicht und bedachte sie mit diesem liebevollen Blick den er selten in der Öffentlichkeit zeigte. Aber hier waren sie ungestört. Und er konnte seine ganze Liebe zu ihr zeigen. Sanft glitt seine Hand von ihrer Wange zu Rose Hinterkopf und zog sie so dicht an seine Lippen heran. „Jetzt will ich das hier von dir haben“, nuschelte er, als sich ihre Lippen trafen und zu einem langen, sehr langen Kuss verschmolzen. Allein das reichte schon um ihre Gedanken durcheinander wirbeln zu lassen. Was hatte sie ihn eben noch gefragt?

Stimmt sie hatte nach Lissa gefragt. Immerhin war nicht Dimitri ihr Wächter sondern sie. Dimitri hatte die Aufgabe, sich um Christian zu kümmern. Weshalb er auch immer länger weg war, da Christian an einer anderen Universität studierte als Lissa. Eigentlich hatten sie vor gehabt gemeinsam zu studieren, aber nachdem sich rausgestellt hatte das Christians Tante die vorige Königin umgebracht hatte, wollte er etwas Abstand haben. So war seine Universität weiter abgelegen und er kam nicht jedes Wochenende an den Hof. Und somit war auch Dimitri nur bei ihr, wenn Christian hier war. Der einzige Schatten in ihrem Leben.

„Also was wollte sie?“, drängte sie ihren Freund. Dimitri spielte mit einer Locke ihrer Haare und schaute sie mit seinen braunen Augen an, als könnte er nie genug von ihrem Anblick bekommen. „Nichts“, sagte er mit leiser Stimme.

„WAS?“ Gut die Reaktion war vielleicht etwas heftig, aber auf jeden Fall Rose Hathaway würdig. Hätte sie gekonnt wäre sie jetzt auf jeden Fall einen Schritt zurück getreten, um ihn besser an sehen zu können. „Was heißt hier nichts? Wegen nichts hat sie dich doch bestimmt nicht aufgehalten.“ Ihre Stirn zog sich in Falten. Da kam doch bestimmt noch etwas, was ihr nicht gefiel. Manchmal verfluchte sie solche Situationen, da sie das Band mit Lissa nicht mehr teilte. Denn ansonsten wüsste sie jetzt genau, was los war.

„Nichts“, sagte Dimitri, jetzt nochmal mit mehr Nachdruck. „Sie und Christian wollen dieses Wochenende einfach in aller Ruhe genießen.. Das heißt, dass es für uns nichts zu tun gibt.“ Und bei diesen Worten strahlte sein Gesicht. Meist waren die Wochenenden, an denen Lissa am Hof war, mit geschäftigen Dingen gefüllt. Und Rose musste dann anwesend sein. Natürlich nicht die ganze Zeit, da Lissa natürlich mehr als einen Wächter hatte. Aber Rose war einfach der Meinung, dass keiner seine Arbeit so gut machte, wie sie. Gut, das klang vielleicht ein kleines bisschen eingebildet, aber sie war einfach der Meinung, dass sie die Beste war.

„So viele Möglichkeiten“, murmelte Rose. „Was sollen wir den mit soviel Zeit anfangen?“, fragte sie ihren Gegenüber. Dimitri dachte einen Moment über ihre Worte nach. „Reden?“ Rose lachte als sie seine Antwort hörte. „Das ist das Erste was dir einfällt, wenn du hörst das wir ein Wochenende für uns haben?“ Doch dann verspannte sich ihr Körper etwas und sie schaute ihn streng an. „Oh nein, nicht wieder das „H“ Wort.“

„Rose.... Roza“, kam es leise von ihm.

Das „H“ Wort war das Wort heiraten. Immer wieder hatte er davon angefangen, seit sie vor einem Jahr an den Hof gekommen waren und Lissas und Christians Wächter geworden waren. In dieser Hinsicht war er einfach von der alten Schule. Und auch wenn es normalerweise nicht üblich war, dass Wächter heirateten, so hatten sie ja  den Segen von Lissa. Und sie war immerhin die Königin. Zumal sie beide nicht vorhatten, den Hof zu verlassen. Dafür war ihnen beiden ihr Job zu wichtig. Die wichtigste Regel war immer noch „Sie kamen zuerst“.

„Dim....“, doch weiter kam sie nicht, da er sie nochmal küsste. Und diesmal war der Kuss intensiver, drängender, bettelnd. Gut, die Runde ging an ihn. Aber nur für den Moment.

„Das ist auch eine Methode um außer Atem zu kommen“, meinte sie gefühlte 5 Minuten später. „Aber jetzt Genosse ist es Zeit auch noch etwas für den Körper zu tun.“ Und mit diesen Worten versuchte sie etwas Abstand zu ihm zu bekommen. Was gar nicht so einfach war, da sein Arm immer noch fest um ihre Taille lag. Aber ähnlich wie sie, war auch Dimitri bereit, einen kleinen Kampf zu wagen. Außerdem brauchte sie das jetzt, wo doch gerade mal wieder das Gespräch auf ein unangenehmes Thema gekommen war. Und das hier war die beste Möglichkeit, aufgestaute Emotionen ab zu bauen.

Natürlich waren ihre Chancen, ihn jetzt nochmal auf die Matte zu bekommen, gleich null. Sie mochte seine Schülerin gewesen sein, trotzdem war er ihr immer noch überlegen, wenn seine Aufmerksamkeit vollkommen auf sie gerichtet war. Aber das machte ihr gar nichts. Hauptsache war doch, dass sie gemeinsam Spaß beim Training hatten. Und nach circa einer Stunde beschlossen sie dann, dass sie für heute genug getan hatten und nun aufhören konnten.

Atemlos setzte sie sich auf den Boden, neben ihre Tasche und holte zuerst zwei Handtücher raus, wovon sie eins Dimitri reichte, ehe sie noch zwei Flaschen Wasser hervor holte und ihm davon auch eine reichte.

„Aber mal im Erst, was tun wir jetzt mit unserer ungewohnten Freizeit?“, fragte sie ihn ernst, während sie sich den Schweiß aus dem Gesicht wischte und dann einen großen Schluck aus ihrer Flasche trank. Und Dimitri konnte nicht anders, als mit den Schultern zucken. „Ich weiß es ehrlich nicht“, antwortete er dann. So oft hatten sie sich gewünscht das sie mal ein ruhiges Wochenende zusammen verbringen konnten und nun fehlten die Pläne dafür.

Doch dann lächelte er wieder. „Ich führe dich heute Abend zum essen aus. Oder besser heute morgen.“ Das war immer eins der kleinen Probleme mit denen sie leben mussten. Dieser dämliche Vampir Rhythmus der die Nacht zum Tag machte. Aber essen hörte sich für Rose immer gut an, zu jeder Tageszeit. Und dann konnten sie immer noch entscheiden, was sie machen konnten. Zur Not konnten sie auch den Rest der Nacht einfach im Bett verbringen. War ja nicht die schlechteste Idee.

Rose griff nach den Handtüchern und stopfte sie beide wieder in die Tasche, wohin auch die Flaschen wieder verschwanden. Mit einer fliesenden Bewegung erhob sie sich und wollte gerade die Tasche nehmen, als seine Hände schneller waren. „Ich mach das schon“, kam es leise von ihm. Die Tasche über der Schulter legte er den anderen Arm um die ihre, damit sie gemeinsam zu den Wächterapartments gehen konnten.

Auch wenn Dimitri kein offizieller Wächter des königlichen Hofes war, so hatte auch er seine Unterkunft da. Darauf hatte Vasillisa bestanden. Er hätte natürlich genauso gut mit Rose in einer Wohnung leben können. Aber darauf hatte er bestanden, damit das Gerede nicht ganz so groß war. Und solange sie nicht.... das böse „H“ Wort mal wieder. Aber meistens hielten sie sich dann doch bei Rose auf, da seine Räume eher spartanisch gehalten waren, was einfach zu ihm passte. Nur die für ihn typischen Westernromane verrieten, dass sich dort eine Persönlichkeit aufhielt.

Praktischerweise lagen ihre Apartments sich genau gegenüber. Was natürlich dem Einfluss der Königin zu verdanken war. „Ich geh eben noch duschen“, sagte sie und deutete auf ihre Tür. „Kommst du gleich rüber zu mir?“ Rose ging einfach davon aus, dass er es genauso machen würde. Immerhin hatte er sie zum Essen eingeladen. Auch wenn es nur ein Frühstück war. Aber das war ihr egal. Hauptsache sie konnten die Zeit gemeinsam verbringen. Und über alles reden. Na ja, fast alles. Dimitri nickte und verschwand dann in seinen Zimmern, während sie ihre Tür aufschloss und  dann hinter sich zuzog.

Im Badezimmer drehte sie schon mal die Dusche auf, damit das Wasser gleich wundervoll heiß sein würde, während sie sich in ihrem Schlafzimmer auszog und die Sachen achtlos auf das Bett warf. Dann blickte sie allerdings darauf, schüttelte kurz den Kopf und legte alles fein säuberlich auf den Sessel, der in dem Raum stand. Immerhin musste sie ja mit Besuch rechnen. Dann allerdings schritt sie ins Bad, öffnete die Duschtür und stellte sich unter den heißen Strahl. Mit den Händen stützte sie sich an der Wand ab und lies eine Weile nur das Wasser auf sich niederprasseln. Ein herrliches Gefühl, besonders nach dem Training, welches ihr doch alles abverlangt hatte. Dimitri mochte ihr Freund sein, aber wenn es um Wächterpflichten ging, verstand er keinen Spaß.

Auf einmal spannte sich ihr ganzer Körper an. Die Badezimmertür hatte sich geöffnet. Wer würden den jetzt...? Doch dann entspannte sie sich genauso schnell auch wieder. Das war Dimitri. Diese Schritte würde sie überall wieder erkennen. Aber was machte er hier? Er konnte doch unmöglich schon fertig sein. Oder hatte sie hier gerade so lange gestanden, dass sie jedes Zeitgefühl verloren hatte? Doch dann hörte sie, wie die Tür beiseite geschoben wurde und jemand hinter sie trat. Da so eine Dusche kein Luxusapartment war, war sie sich seiner körperlichen Präsenz mehr als nur bewusst. Und für einen kurzen Moment hielt sie einfach nur die Luft an, um auf das zu warten was als nächstes kommen würde. An ihrer rechten Seite streckte sich ein Arm entlang und griff nach dem Duschgel, das dort stand.

Dann wurden ihre Haare aus dem Nacken zur Seite geschoben und zwei kräftige Hände glitten über ihren Rücken um ihn zu waschen. Gleichzeitig massierte er ihr sanft kleine Verspannungen aus ihren Schultern, ihrem Nacken und ihrem Rücken. Rose schloss die Augen und stöhnte leise auf. Das war  so himmlisch. Nur eins tat sie nicht, auch wenn es ihr gerade sowas von in den Fingern kribbelte, sie drehte sich auf keinen Fall um. Den ansonsten würde das Frühstück zum Mittagessen werden. Für einen Moment kostete sie all diese wunderbaren Gefühle einfach aus. Und eins stand jetzt schon mal fest. Das würde bestimmt ihre längste Dusche werden, die sie jemals genossen hatte.

Aber sie wäre keine gute Freundin wenn sie sich nicht bei ihm für diese Behandlung revanchieren würde. Deshalb drehte sie auch den Kopf vorsichtig zu ihm um. Für einen Moment stockte ihr der Atem als sie in seine Augen schaute, die so voller Liebe waren. Und es kostete sie gerade sämtliche Selbstbeherrschung, um ihm nicht in die Arme zu fallen. „Dreh dich“, sagte sie mit leicht belegter Stimme. Und als sich sein Blick von ihr abgewandt  hatte, atmete sie einmal tief, sehr tief durch.

Er hatte nicht ein Wort gesagt als er zu ihr unter die Dusche gekommen war. Seine Berührungen waren eher für ihr Wohlbefinden, als erotischer Natur gewesen und trotzdem, sie hatte das Gefühl, dass die gesamte Dusche unter Strom stand. Sie griff nach vorne und nahm ihm das Duschgel aus der Hand, um nun ihrerseits seinen Rücken zu waschen und ihm genauso eine kleine Massage zukommen zu lassen. Allerdings fing sie an zu lachen, da sich das ganze als nicht so einfach gestaltete. „Du musst etwas zu mir runter kommen“, deutete sie ihm. Er war einfach so groß.

Dimitri ging etwas in die Knie so das sie ohne lange Arme zu bekommen seine Schultern erreichen konnte. Und dann tat sie etwas wozu sie noch nie die Gelegenheit bekommen hatte. Sie griff nach ihrem Shampoo und wusch ihm die Haare. Die, die sie immer so gerne berührte. Und sie hatte das Gefühl das ihm das auch zusagte und er sich vollkommen entspannte. Rose kostete es aus, dass so etwas alltägliches, gleichzeitig so was intimes sein konnte. Schließlich lies sie ihre Arme sinken. „Ich glaube du bist jetzt sauber.“

Dimitri drehte sich jetzt zu ihr um, umfing ihr Gesicht mit seinen Händen und lächelte sie an. „Danke.“ Auch seine Stimme war leicht rau, Mit einem sanften Kuss verabschiedete er sich von ihr und trat dann aus der Dusche, in das dampfende Badezimmer. Und auch wenn Rose das gerade sehr bedauerte, so wusste sie doch das es eine sehr weise Entscheidung von ihm war.

Rasch wusch sie jetzt noch ihre Haare. Den das war das einzige, was noch nicht sauber war. Und als sie dann das Wasser abdrehte wurde ihr schon ein Handtuch rein gereicht. Und irgendwie musste sie gerade grinsen. Ihr Exfreund hätte sie eher nackt raus gezogen statt ihr ein Handtuch rein zu reichen.

Stirnrunzelnd schaute sie Dimitri an, als er ihr Grinsen bemerkte. „Was?“, fragte er leicht verwirrt. Kurz schüttelte Rose den Kopf. „Ich hätte nur nicht damit gerechnet.“  Die Sprache jetzt auf Adrian zu bringen, wäre wahrscheinlich nicht so gut. Denn irgendwie hatte Dimitri deswegen immer noch Schuldgefühle. Obwohl das aus ihrer Sicht vollkommener Blödsinn war. Am Ende hatte sie doch die Entscheidung getroffen. Ihr tat nur die Art leid wie Adrian von ihrer Entscheidung erfahren hatte. Das hatte er nicht verdient.

Rasch wickelte sie das Handtuch um ihren Oberkörper und ein weiteres türmte sie wie einen Turban auf ihrem Kopf auf. „So manchmal muss man dich auch überraschen“, erklärte Dimitri ihr. „Und wann, wenn nicht an diesem Wochenende.“

„Heißt das, es kommen noch mehr Überraschungen?“, fragte sie ihn jetzt neugierig. Jetzt kam ein sein kleines Lächeln auf die Lippen, dann zuckte er mit den Schultern und ging voraus in ihr Schlafzimmer. „Hey, du kannst mich doch hier nicht so stehen lassen.... so ahnungslos.“ Sie liebte diesen Mann. Sie hatte auch schon viele seiner Geheimnisse enträtselt, aber manchmal war er immer noch ein vollkommenes Mysterium. Und das trieb sie in den … „Arrrg“, kam es was lauter von ihr. Und dann wusste sie, dass er es auch gehört hatte, denn von neben an erklang sein weiches Lachen. Na toll, allem Anschein nahm er sie mal wieder nicht für voll.

Da Dimitri ja schon im Schlafzimmer war, hatte sie das Badezimmer für sich allein. Und da sie frei hatte, nutzte sie das ganze auch vollkommen aus. Haare, Make-up, Fingernägel, das alles war heute mal wichtig. Zuerst das Haar, das sie sich sorgfältig trocken föhnte, ehe sie es so lange bürstete, bis es in weichen Wellen über ihren Rücken fiel. Da sie nicht im Dienst war, brauchte sie es auch nicht hoch zu stecken, damit man ihre Molnijas sah.

Danach schminkte sie sich. Nur ganz leicht. Etwas Mascara, damit ihre Augen mehr betont wurden, etwas Wimperntusche, damit sie länger wirkten und etwas Lipgloss, damit sie seidiger wirkten. Ein kurzer Blick in den Spiegel sagte ihr das sie wirklich zufrieden mit ihrem Werk war. Nur hatte das ganz soviel Zeit gebraucht, dass sie sich jetzt nicht mehr um ihre Nägel kümmern konnte. Vielleicht sollte sie nochmal den Schönheitssalon in Erwägung ziehen, in dem Ambrose arbeitete. Aber anderseits, was half das schon, wenn sie immer wieder trainieren musste.

Immer noch in das Handtuch gewickelte betrat sie jetzt das Schlafzimmer und war schon fast erstaunt, dass Dimitri dort nicht mehr zu finden war. Da aber ein Kleiderbügel an ihrem Schrank hing, wusste sie, dass er sich seine Sachen mitgebracht hatte, um sich hier an zu ziehen.

Und jetzt stand sie vor dem großen Problem, was sie anziehen konnte. Vielleicht sollte sie einen Blick ins Wohnzimmer werfen und mal sehen was Dimitri an hatte. Entweder seine Typische Wächterkleidung oder vielleicht hatte er was besonderes an. Man konnte ja nie wissen. Aber dann lies sie das besser sein. Stattdessen stand sie seufzend vor ihrem Kleiderschrank bis ihr was rotes ins Auge stach. Vor kurzem war sie mit Lissa einkaufen gewesen und da hatte ihre Freundin ihr ein Kleid gekauft, von dem sie der Überzeugung war, dass es Rose perfekt passen würde.

Sie zog es aus dem Schrank und schaute es dann an. Eigentlich war das aus ihrer Sicht ja nicht ihr Fall. Es war Rot, es war lang und auf der einen Seite war eine große einfache schwarze Blume. Die andere Seite zierte ein langer Schlitz das Kleid der fast bis ganz nach oben ging. Gut,  für ein Frühstück  schon overdressed, anderseits wann ging sie schon mal mit Dimitri essen? Kurz zuckte sie mit den Schultern, verwarf den Gedanken das es nicht das richtige Kleid war und schlüpfte, nachdem sie sich BH und Slip angezogen hatte, hinein.

Ein Blick in den großen Spiegel an der Tür ihres Schrankes sagte ihr auf jeden Fall das Lissa doch recht gehabt hatte. Dieses Kleid betonte ihre schmale Gestalt die an den richtigen Stellen perfekte Rundungen hatte. Jawohl, das würde ihren Freund eindeutig aus seinem Mantel hauen. Nochmal glitten ihre Finger durch die Haare damit sie perfekt fielen, schlüpfte dann noch in Ballerinas und öffnete die Tür zu ihrem kleinem Wohnzimmer.

Das erste was sie sah, war Dimitri der in dem Moment wo sie aus der Tür getreten war sie anstarrte. Und sie anstarrte. Er hörte gar nicht mehr auf. Und das machte sie mehr als nervös. „Was?“, fragte sie verwirrt und blickte an sich herunter. War irgendwas nicht in Ordnung? Hatte sie einen Fleck auf der Nase? Standen ihre Haare doch zu Berge nachdem sie sich soviel Mühe gegeben hatte?

Immerhin kam jetzt Bewegung in ihn, als er sich von dem blauen Sofa erhob und mit zwei Schritten bei ihr war. „Du bist wunderschön“, erklärte er anerkennend. Oh, durchfuhr es Rose. Ohh, erkannte sie dann lächelnd. Einen Schritt vor ihr blieb er stehen und seine Augen wanderten ihre Gestalt einmal runter und dann wieder rauf. „So wunderschön“, wiederholte er sich, und blickte sie dabei so an, als könnte er es gar nicht glauben was da vor ihm stand.

Aber jetzt nahm sich auch Rose die Zeit, ihren Freund zu betrachten. Und sie konnte an ihm eine kleine Veränderung feststellen. Heute trug Dimitri Schwarze Jeans und dazu ein dunkelrotes Hemd, was, je nachdem wie er sich bewegte aber auch fast schwarz wurde. „Du bist aber auch nicht zu verachten“, bekannte sie anerkennend und lies eine Hand über den glatten Stoff seines Hemdes gleiten.

Sanft glitt seine Hand über ihre Wange und vielleicht war er für einen Moment versucht, dass ganze Essen zu vergessen und direkt hier zu bleiben. Aber dann riss er sich zusammen und reichte Rose die Hand. „Ich denke wir sollten gehen.“ Wobei seine Augen den Satz weiter fort führten. Rose seufzte und nickte dann zustimmend. „Sollten wir“, antwortete sie ihm. Da es Frühling war und sogar die Abende schon mild waren, brauchte sie keine Jacken mit zu nehmen. Allerdings war es schon ungewöhnlich Dimitri ohne seinen Mantel zu sehen.

„Also was jetzt?“, fragte er sie. „Frühstück oder Abendessen?“ Rose zuckte kurz mit den Schultern. Aber eigentlich war ihr eher nach Abendessen. Nur fing in der Moroiwelt jetzt gerade der Tag an. „Abendessen?“

Dimitri lächelte und nickte dann. „Dann wollen wir mal sehen ob wir das hier auch bekommen.“ Er griff nach ihrer Hand und hielt diese fest in seiner. Mit sicherem Schritt führte er sie durch die Hofwelt. Im Grunde war das schon fast eine kleine Stadt für sich. Hier gab es Wohnungen für die Moroi, die hier arbeiten. Kleine Läden, Cafés und Restaurants.

Sie beide liefen noch eine ganze Weile und Rose war wirklich froh, dass sie bequeme Schuhe angezogen hatte. Denn auf einen langen Marsch hatte sie sich wirklich nicht eingerichtet. Inzwischen war auch die Sonne vollkommen untergegangen und der Hof erwachte zum Leben. Dimitri führte sie allerdings zu einem kleinem Lokal, dass sie noch gar nicht kannte. Und dabei dachte sie doch, dass sie schon alles hier gesehen hatte.

Es war nichts großartiges aber sie fand es wirklich gemütlich hier. Eine Kellnerin verbeugte sich vor ihr und sie stellte erstaunt fest, dass es ein Dhampir war, der vor ihr stand. Dimitri nickte höflich zurück und dann wurden sie zu ihrem Platz geleitet. „Hier richtet man sich nach einem menschlichen Zeitplan“, flüsterte er ihr zu. Perfekt. Das hieß dann wirklich Abendessen. Rose konnte es kaum fassen. Sie sah noch ein paar andere Gäste hier sitzen. Wahrscheinlich Wächter die mal frei hatten. Was wirklich selten genug vor kam. Aber dann waren auch sie gerne draußen und genoss einfach mal die Sonne, die sie selten zu sehen bekam.

Dimitri rückte ihren Stuhl zurecht und setzte sich dann ihr gegenüber. Rose seufzte innerlich. Er war wirklich der perfekte Gentleman. Und ihr war mal wieder bewusst, dass sich das alles gelohnt hatte, nur um ihn zu bekommen. Er war ihr Hauptgewinn. Ihr Traumprinz. Ihr ganz persönlicher Gott.

Die Kellnerin brachte ihnen die Karte und fragte sie, was sie trinken wollten. Da es ihr freies Wochenende war, suchte Rose sich gemeinsam mit Dimitri einen Wein aus. Sie trank wirklich selten was, zumal sie genau wusste wie das immer endete. In einem heillosen Chaos. Aber mit einem Glas Wein konnte man doch nichts falsch machen, oder?

Ihr Blick huschte über die Karte und sie konnte sich nicht recht entscheiden was sie nehmen sollte. Kurz blickte sie zu Dimitri, der seine Karte schon beiseite gelegt hatte. „Und was nimmst du?“, fragte sie ihn neugierig. „Das Steak soll gut sein“, entgegnete er ihr. „Ach du hast dich schon erkundigt.“ Da nickte er nur. Interessant. Sie hatte nicht mal gewusst das es so ein Lokal  hier gab und er wusste schon was gut war. „Woher weist du das?“ Da lächelte er. „Ich hab jemanden gefragt. Ein anderer Wächter hat mir das hier empfohlen.“

Kurz runzelte sie die Stirn. So spontan, wie sie dachte, war das ganze hier anscheinend doch nicht. Aber anderseits konnte es ja wirklich sein das er mal einfach mit jemanden gesprochen hatte und das hier zufällig ins Gespräch kam. Nur glaubte sie bei ihm nicht an  Zufälle. Egal, sie vertraute da seiner Empfehlung und bestellte sich ebenfalls ein Steak. Vorsichtig nippen sie an ihrem Weinglas und betrachtete Dimitri, der wie so oft seine undurchdringliche Mine aufgesetzt hatte. Doch da war auch noch was anderes. Sie konnte es nicht wirklich in Worte fassen. Nervosität? Das konnte bei ihm doch nicht sein. Dimitri war doch immer so sicher. Und wusste genau was er wollte. Das hatte er am Ende doch sogar bei ihr gezeigt. Gut, vielleicht hatte sie ihn auch etwas überredet.

Da eine Hand von ihm auf dem Tisch lag griff sie danach und hielt sie fest. „Was ist los Dimka?“ Sie benutzte seinen russischen Kosenamen selten. Aber gerade schien es ihr angebracht, um ihm zu zeigen, dass ihre Frage wirklich ernst gemeint war.

„Was meinst du?“, fragte er sie leise.
„Ich kenne dich doch. Irgendwas beschäftigt dich doch.“ Ganz sicher war sie sich zwar nicht. Aber sie kannte ihn inzwischen so lange, dass ihr Gefühl da was anderes sagte. Leise seufzte Dimitri diesmal. Und nun wusste sie, dass irgendwas im Busch war. Den das war absolut untypisch für ihn. Sanft strich er mit seinem Daumen über ihren Handrücken, ehe er ihr seine Hand entzog und sie in die Tasche seiner Hosen gleiten lies.

Als sie wieder hervor kam hatte er ein kleines Schmucketui in der Hand, das er vorsichtig auf den Tisch stellte. Als sie in Sibirien waren und Dimitri noch ein Strigoi, hatte er sie regelrecht mit Schmuck überhäuft. Später, als Dhampir, hatte er sich damit schwer getan. Rose machte das auch nichts aus. Bei ihrer Arbeit konnte sie sowieso keinen Schmuck tragen. Nur vor kurzem, zu ihrem 19. Geburtstag hatte er ihr ein kleines Päckchen gereicht und mehr als verlegen zu Boden geschaut. Als sie es geöffnet hatte, war darin eine kleine Schmuckdose gewesen. Neugierig hatte sie diese geöffnet und darin ein silbernes Medaillon gefunden. Vorsichtig hatte sie dieses in der Hand gedreht. Auf der Rückseite war „Rose“ eingraviert und darunter zwei Herzen die ineinander verschlungen waren,

Und als sie es öffnete waren dort keine Bilder, sondern zwei Haarlocken, auf jeder Seite eine. Die eine Dunkel wie Dimitris Haar und die andere blond, wie Lissas Haar. „Damit du immer die Menschen, die du liebst, bei dir hast“, hatte er leise erklärt. Und Rose war das Herz aufgegangen. Sie hatte die Arme um seinen Hals geworfen und ihm stürmisch einige Küsse auf die Wange und den Mund gedrückt. „Danke dir, das ist wirklich wundervoll.“ Dann meldete sich Lissa noch zu Wort und erklärte das auch noch ein kleiner Schutzzauber auf dem Schmuckstück lag. Deshalb war es auch in Silber. Aber wer wollte schon Gold, wenn in Silber soviel Kraft lag? Seit diesem Tag hatte sie das Medaillon auch immer getragen. Und wann immer sie glaubte, dass sie es ohne Dimitri nicht mehr aushalten konnte, dann legte sie ihre Hand um das Schmuckstück und fühlte sich ihm nahe.

Aber das hier stellte sie doch vor ein kleines Rätsel, ehe ihr ein Gedanke kam, der vollkommen absurd war. Anderseits auch genau zu dem Mann, ihr gegenüber, passte. Gerade wollte sie Luft holen, um ihm zu erklären das sie zu jung war um schon zu heiraten und das sie doch noch ein ganzes Leben vor sich hatten, als er ihr einfach seinen Zeigefinger auf den Mund legte. „Ich weiß schon was du sagen willst.“  Sein Ton war eindringlich und machte ihr auch klar, dass sie ihn besser ausreden lassen sollte. Auch wenn das nicht gerade zu ihren Stärken gehörte. Wie oft hatte sie erst geredet und dann nachgedacht? Dimitri war da ganz anders. Und wenn sie ihn jetzt anschaute, dann hatte sie das Gefühl, dass er sich schon den ganzen Tag Gedanken über das gemacht hatte, was er jetzt sagen wollte.

„Hör zu, ich weiß ja inzwischen was du zu dem „H“ Wort meinst.“ Dabei lächelte er. Den eigentlich war es schon albern, dass sie nicht mal bereit war das Wort aus zu sprechen. „Aber du weist auch, was ich dazu meine.“ Und deswegen hatte sie nun schon einige Kämpfe ausgefochten, die keiner wirklich gewonnen hatte. Außer, wenn man bedachte, dass sie immer einfach „Nein“ gesagt hatte, und er sich am Ende gebeugt hatte.

Vorsichtig nahm er seinen Finger von ihrem Mund um die kleine Schachtel zu öffnen, in dem ein ganz einfacher Ring lag. So wie sie ihn kannte wahrscheinlich wieder aus Silber, so das Lissa auch einen Schutzzauber darüber legen konnte. Erneut öffnete Rose den Mund um was zu sagen, doch Dimitri schaute sie streng an und machte „Tztztz. Ich war noch nicht fertig“, erklärte er ihr und schloss dann einen Moment die Augen, als müsste er den Text innerlich suchen. „Was hältst du von einem Kompromiss? Erstmal keine Hochzeit. Aber du bist mir wichtig, dass wichtigste auf dieser Welt. Und ich will, dass diese Welt das auch weiß. Und ich denke eine Verlobung auf unbestimmte Zeit könnte doch ein guter Mittelweg sein. Zumal ich ja auch noch bei deinem Dad um deine Hand anhalten muss. Und auch bei deiner Mutter.“  Bei diesen Worten verdrehte er leicht die Augen, was Rose zum lächeln brachte.

„Was meinst du?“, fragte er sie jetzt, und nun schaute er wirklich nervös drein. Eben hatte sie ihm noch ins Wort fallen wollen, aber jetzt starrte sie auf den Ring und wusste nicht was sie erwidern sollte.  Der Ring war wirklich wunderschön. Eigentlich hatte sie keine Ahnung von solchen Dingen, aber hier ging sie davon aus das es ein Halbkaräter war. Mit einer wirklich schlichten Fassung. Aber etwas protziges hätte ihr auch nicht gestanden. Das hatte auch Dimitri erkannt. In ihrem Kopf rasten die Worte, die er ihr gesagt hatte, durcheinander. Aber eigentlich gab alles, was er gesagt hatte, wirklich Sinn. Und zum ersten Mal verstand sie auch warum ihm das so wichtig war. Es war nicht um Besitzansprüche an zu melden, sondern einfach das Gefühl, dass sie zu ihm gehörte. Nicht das sie das sowieso  schon tat, aber so hatte das ganze etwas sehr offizielles. Und Dimitri war ein Mann der diese Bestätigung brauchte.

„Wenn ich Ja sage, lässt du dann endlich den Quatsch mit den getrennten Apartments?“ Irgendwie war das einfach das erste, das ihr durch den Kopf schoss. Zumal sie das schon lange genervt hatte. „Ja.“

„Ja“, kam es auch von ihr. Und dieses eine Wort kam von Herzen. Den er hatte Recht. Es war ein Kompromiss mit dem sie leben konnte. Sie wollte ihn ja nicht niemals heiraten. Sie wollte ihn einfach nur noch nicht jetzt heiraten. Sie war 19 und vor ihnen lag doch noch ein ganzes Leben. Da musste man doch sowas nicht überstürzen.

„Aber das mit meinen Eltern lässt du schön. Wenn wir wirklich heiraten sollten, dann bekommen sie eine Einladung und gut ist.“ Doch Dimitri schüttelte den Kopf. „Nein das geht nicht. Aber lass uns darüber wann anders sprechen.“ Rose zog ihre Nase was kraus. Gut, darüber konnten sie wann anders reden. Aber sie würde es nicht zulassen, dass sich ihre Eltern da einmischten.

Doch dann hielt sie ihre Hand in Richtung Dimitri. „Steckst du ihn mir an?“ Und mit einem kleinem schmunzeln sah sie, wie ihrem Dimitri tatsächlich etwas die Finger zitterten, als er den Ring aus der Schatulle nahm und ihn an ihren Finger steckte. Vorsichtig schloss er seine Hand um die ihre und zog sie dann an seine Lippen, um sanft einen Kuss auf ihre warme Haut zu hauchen. „Ich liebe dich Roza. Ich liebe deine Stärke, deine Schönheit, und ganz besonders deine Sturheit.“

Lachend blickt sie ihm in die Augen. „Ja meine Sturheit ist schon ein kleines Problem. Aber sie hat es immerhin geschafft, dass du bei mir bist.“ Zweifelnd hob Dimitri eine Augenbraue hoch. „Das war eher dein Leichtsinn. Aber selbst mit dem kann ich wunderbar leben.“ Rose lehnte sich in ihrem Stuhl etwas nach hinten, lies aber seine Hand auf keinen Fall los. „Ich glaube so langsam könnte aber das essen kommen“, murmelte sie dann und schaute zu der Kellnerin. Dimitri wand sich mit einem nicken zu ihr und keine Minute später standen zwei saftige Steaks vor ihnen. Dazu gab es Kartoffelecken, Kräuterbutter und ein Dip für die Kartoffeln. Und auch, wenn es ihr gerade wirklich schwer fiel, so lies sie doch seine Hand  los damit sie essen konnte.

Sie kostete von dem Fleisch und musste zugeben das es wirklich gut war. Und nach den ersten Bissen führte sie das Gespräch weiter fort. „Und nun sei ehrlich. Lissa war eingeweiht.“  Das war keine Frage sondern eine Feststellung. Den im Grunde konnte es nur so gewesen sein. Was sollte Dimitri da noch leugnen. „Ja war sie. Sie hat sogar den Ring abgeholt. Ohne dich.“ Oh warte, das bekam sie wieder.

Rose war ihrer Freundin nicht wirklich böse. Aber sie hätte ja mal einen kleinen Hinweis fallen lassen können, damit sie nicht vollkommen dumm da stand. Aber nein, sie hatte sie hatte sie eiskalt ins offene Messer laufen lassen.

Das restliche Essen verlief in einer entspannten Atmosphäre ab. Sie unterhielten sie über das was sie in den letzten Wochen erlebt hatten, in denen sie getrennt gewesen waren. Rose stöhnte über die Fächer die sie belegen musste, da sie ja die selben wie Lissa nehmen musste. „Stell dir vor, am Ende bekomme ich noch einen Uniabschluss.“ Eine Vorstellung die schon fast absurd war für sie. Aber wenn sie sich schon durch die Fächer quälte, dann wollte sie wenigstens am Ende auch die Anerkennung dafür bekommen. Obwohl sie ganz gewiss nicht so gut abschneiden würde wie Lissa, die da schon immer talentierter war.

Am Ende des Essens konnte Rose es sich aber nicht verkneifen noch ein Eis als Nachtisch zu bestellen. Auch wenn Dimitri sie dafür auslachte. „Was denn? Ich muss doch bei Kräften bleiben. Und das Mensaessen ist nicht gerade das beste.“ Natürlich stand sie auch auf solche Sachen. Sie war ein Zuckerjunkie. Aber bei dem Training, was sie hatte, baute sie das auch wunderbar wieder ab. Schließlich war sie aber fertig mit ihrem Essen und selbst für sie galt manchmal, dass sie absolut satt war.

Da Dimitri sie ja eingeladen hatte übernahm er natürlich die Rechnung. Rose trank noch den letzten Schluck aus ihrem Weinglas, ehe ihr Freund, ihr Verlobter, ihr die Hand reichte. Sie konnte es eigentlich kaum glauben, dass sich der Abend so entwickelt hatte. Aber im Schein der Kerze auf dem Tisch blitzte der Ring an ihrem Finger auf. Und ein warmes Gefühl der Glückseligkeit durchflutete ihr Herz. So sehr wie sie sich gegen das „H“ Wort gewehrt hatte, es war doch ein wunderbares Gefühl zu wissen, dass man wirklich zu einem gehörte.

Da sie beide doch reichlich gegessen hatte, schlug Dimitri vor das sie noch einen kleinen Bummel durch die Stadt machen konnten. Wobei sie sich einfach die Schaufenster anschauten, von den Läden, die es in der Stadt gab. Rose fand schon mal das eine oder andere Kleidungsstück das ihr zusagte und selbst Dimitris Augen leuchteten, als er einen langen, braunen Ledermantel erblickte. Was wiederum Rose zum lachen brachte. „Manchmal frage ich mich was du zuerst retten würdest. Deinen Mantel oder mich.“ Dimitri blickt ihr bei seiner Antwort tief in die Augen. Und auch wenn seine Mundwinkel leicht nach oben gezogen waren, so antwortete er doch vollkommen ernst:“Natürlich dich.“

Vor einem Juwelier schafften sie es sogar, jetzt vollkommen entspannt, sich die Trauringe an zu sehen, die da im Schaufenster lagen. Und auch wenn das jetzt  in weiter ferne lag so suchten sie sich doch beide das gleiche Set aus. Vollkommen schlicht und aus Silber. Nicht nur, dass sie Silber lieber mochte. Da war ja auch immer die Möglichkeit das Lissa einen Zauber darauf legte. Allein bei dem Gedanken umschloss sie schon fast automatisch das Medaillon, das um ihrem Hals lag mit einer Hand. Diese kleine Geste brachte Dimitri dazu, sie glücklich an zu lächeln. Sein Arm schlang sich um ihre Taille und er zog sie näher an sich heran. „Lass uns nach Hause gehen“, flüsterte er ihr zu ehe sie ihre Schritte in Richtung Palast lenkten.

So erstes Kapitel drinn und nun beginnt das zittern. Gefällt es oder eher nicht? PG 16, weil später doch das eine oder andere kommt, wo es vielleicht angebracht ist. Wenn ihr überhaupt soweit lesen wollt.
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