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It's a love-hate-thing

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Ashton Irwin Luke Hemmings OC (Own Character)
28.09.2015
04.09.2017
67
249.552
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Kapitel Siebenundsechzig - „Los jetzt, raus da!“


Noras Körper begann zu kribbeln, was sie auf den Alkohol schob. Es war als wäre kaum Zeit vergangen, seit sie sich das letzte Mal geküsst hatten.
Ash schmeckte süß und nach dem Schnaps, den er vorhin aus der Flasche getrunken hatte. Unwillkürlich drückte sie sich näher an ihn, was ihm überhaupt nichts auszumachen schien.
Sie mochte das Gefühl seiner Lippen auf ihren, wo Luke ihr doch fast die ganze Zeit einen Kuss verschmäht hatte, genoss sie das hier umso mehr.
Ash dagegen blendete alles um sich herum aus und konzentrierte sich nur noch auf das Mädchen, das sich an ihn drückte und ebenso wenig genug zu bekommen schien, wie er selbst. Ohne darüber nachzudenken fuhr er mit der Zunge über ihre Unterlippe, aber sie behielt die Lippen eisern zu. Seine zweite Hand wanderte ihren Rücken hinab und schlich sich ein winziges bisschen unter den Saum ihres Tops.
„Okay, das reicht.“
Nora löste sich sofort von Ashton, als sie Lukes Stimme hörte, plötzlich gar nicht mehr so betrunken wie zuvor. Nervös kaute sie auf ihrer Unterlippe herum und fing damit Ashtons Blick ein.
Schließlich drehte sie sich um und krabbelte zu ihrem Platz zurück, wodurch Ash eine ausgezeichnete Sicht auf ihren Hintern hatte. Grinsend zog er die Schnapsflasche wieder zu sich.
Nun, so spielte er verdammt gerne Flaschendrehen, auch wenn er sich morgen vermutlich an nichts mehr erinnern würde können. Das war es echt wert gewesen.
„Wir gehen jetzt.“
Die Stimme des Leadsängers ließ keinen Protest zu, als er Nora mit sich hochzog und das Zimmer verließ.
„Ähm...gute Nacht“, sagte Nora noch verlegen, winkte kurz und taumelte dann Luke hinterher, der schon losgegangen war.

Auf dem Gang war die Schwarzhaarige kurz etwas orientierungslos, dann fiel ihr zu ihrer eigenen Überraschung wieder ein, welches Zimmer Luke gehörte und sie schwankte darauf zu.
„Luke?“, fragte sie unsicher und versuchte die Tür zu öffnen.
Tatsächlich war diese nur angelehnt, was sie durch ihre geschwächte Wahrnehmung nicht einmal bemerkt hatte.
„Luke?“, fragte sie noch einmal, als sie die Tür hinter sich geschlossen hatte.
„Hm?“, brummte der Blonde, der auf dem großen Bett saß und die Decke gerade wahnsinnig interessant zu finden schien.
Nora schlurfte auf ihn zu und krabbelte auf das Bett, bis sie vor ihm saß. „Bist du mir böse?“, murmelte sie ängstlich.
Luke schnaubte. „Wieso sollte ich? Es war ne blöde Aufgabe bei einem bescheuertem Spiel und du bist betrunken. Was macht es schon, dass du mal was mit Ashton hattest und es so ausgesehen hat, als hätte es dir mehr als bloß ein bisschen gefallen, mit ihm zu knutschen? Das ist total okay, ich will mich jetzt auch gar nicht aufregen-...“
„Luke“, unterbrach Nora ihn und rutschte noch etwas näher zu ihm. „Ich wollte das nicht. Tut mir Leid. Das war eine blöde Idee und ich hätte dich schon gar nicht dazu überreden sollen, mich das machen zu lassen. Entschuldige.“
Mehr sagte sie nicht, aber Luke schien es für den Moment zu reichen. „Komm her“, murmelte er seufzend, als er ihren verzweifelten Gesichtsausdruck bemerkte.
Erleichtert kuschelte sie sich in seine Arme und vergrub das Gesicht in seiner Halsbeuge.
„Und...hat es dir wirklich so gefallen, Ashton zu küssen?“, nuschelte er nach einer Weile in ihre Haare.
„Sicher“, behauptete sie und grinste, als er sich verspannte. „Nachdem du mich ja nicht küssen wolltest, war das das Beste, was mir heute passiert ist.“
Gut, das war gelogen. Immerhin hatte Luke sie beinahe zum Orgasmus gebracht, kurz bevor Ashton das ganze unterbrochen hatte um Luke zum Zocken zu zerren.
Lächelnd drückte sie ihm einen leichten Kuss auf den Hals, aber Luke schien sich deshalb kaum zu entspannen.
„Ach wirklich?“, knurrte er und Nora grinste seltsam zufrieden. Er ließ sich viel zu leicht provozieren, wenn es um sowas ging.
Luke drückte ihr Kinn etwas nach oben und musterte sie kritisch, bevor sich ein gewinnendes Lächeln auf seine Lippen legte, das ihr einen Schauer über den Rücken jagte.
„Ich glaube, du bist ein bisschen verwirrt. Mal sehen, ob wir deine Erinnerung nicht auffrischen können“, flüsterte er und drückte seine Lippen fordernd und besitzergreifend auf ihre.
Aber es gefiel ihr. Sogar sehr.
Ein Keuchen entkam ihr, als sie seine Zähne an ihrer Unterlippe spürte und sie rückte näher an ihn heran, konnte gar nicht genug bekommen.
Langsam erinnerte sie sich wieder an einen der Unterschiede zwischen Luke und Ashton.
Das Brausegefühl, das in ihrem Körper auftauchte, sobald sie Ashton küsste, war mehr als angenehm und es machte süchtig.
Aber Luke...
Luke schaffte es, ihren Körper mit einem einzigen Blick oder einer leichten Berührung zum Kribbeln zu bringen und wenn er sie küsste, ging ihr ganzer Körper in Flammen auf.
Lukes Zunge schob sich in ihren Mund und ihr entkam ein Stöhnen.
Oh lieber Gott, das war es, auf was sie schon die ganze Zeit wartete.
Sein Griff wurde fester und er drückte sie nach hinten, legte sich zwischen ihre Beine und stützte sich mit den Händen links und rechts neben ihrem Kopf ab, damit nicht sein ganzes Gewicht auf ihr lastete.
Ihre Hände legte sich auf seinem breiten Rücken und drückten ihn protestierend weiter zu sich hinunter. Sie wollte ihn ganz, wollte alles von ihm spüren.
Luke löste sich von ihr und unterdrückte sein Lachen. „Ich kann mich nicht mit meinem ganzen Gewicht auf dich legen, Baby. Du sollst ja noch Luft bekommen.“
Baby, wiederholte sie in Gedanken. Gefällt mir das? Damit würde sie sich später befassen.
„Bittee~“, bettelte sie also stattdessen wie ein kleines Kind und schlang die Beine um seine Hüften.
Er schüttelte lachend den Kopf. „Ich bin viel zu schwer für dich.“
So süß sie auch aussah, wenn sie ihn mit so einem flehenden Blick bedachte, er wollte nicht das Gefühl haben sie zu erdrücken.
„Ach komm schon, Luke!“
Er küsste sich grinsend an ihrem Hals entlang, da er wusste, wie sehr sie das ablenkte. Und tatsächlich entkam ihr ein zufriedenes Seufzen und sie drückte sich näher an ihn.
„Du...bist so unfair...“, nuschelte sie und fuhr mit ihren Fingernägeln ganz leicht über seinen Nacken, was ihm eine Gänsehaut bescherte.
„Und du liebst mich dafür.“
Wieder seufzte sie. „Ja, das tue ich.“

Luke erstarrte mitten in der Bewegung und sein Atem stockte. Sie liebte ihn?
Nein, sie war betrunken. Bestimmt hatte sie nicht einmal darüber nachgedacht, was sie da so vor sich hin plapperte. Andererseits hieß es ja immer, Betrunkene wären am Ehrlichsten...
Nora war verdächtig still geworden und schließlich wagte er es ihr ins Gesicht zu sehen.
Verblüfft klappte er den Mund auf, dann entkam ihm ein Lachen, das er schnell wieder dämpfte.
Sie war tatsächlich eingeschlafen.
Unverkennbar liebevoll küsste er sie sanft auf den Mund, dann kletterte er von ihr herunter und betrachtete sie nachdenklich.
Nun, in den Klamotten konnte sie jedenfalls nicht schlafen. Andererseits wusste er nicht, wie sie morgen reagieren würde, wenn sie kapierte, dass er sie umgezogen hatte.
Aber hey – sie war jetzt offiziell seine Freundin. Er durfte das also, irgendwie, und eigentlich hatten sie sich ja auch längst nackt gesehen. Keine große Sache.
Er bemühte sich das ganze schnell zu machen und ihren Zustand nicht auszunutzen.
Was war er froh, dass Nora eine müde Betrunkene zu sein schien und keine, die sich aufführte wie eine rollige Katze. Das wäre...anstrengend gewesen.
Luke presste die Lippen aufeinander um sein Grinsen zu unterdrücken. Wem wollte er etwas vormachen? Er wäre begeistert gewesen – solange sie sich nur ihm gegenüber so benahm.
Sofort wanderten seine Gedanken wieder zu dem Kuss zwischen Nora und Ashton und sein Gesicht verfinsterte sich. Er hoffte, dass Ash morgen einen dermaßen starken Kater hatte, dass Luke ihm nicht zusätzlich noch unsanft klarmachen musste, dass er gefälligst die Finger von seiner Freundin lassen sollte.
Luke zog sich sein Shirt über den Kopf und zog es stattdessen Nora an, die dadurch plötzlich wieder aufwachte.
„Luke?“, murmelte sie müde.
„Schsch, alles okay“, flüsterte er beruhigend. „Aber wenn du schon mal wach bist...ich hol dir schnell noch ein Glas Wasser, okay? Das musst du trinken, wenn du morgen nicht völlig fertig sein willst.“
„Okay...Wasser ist gut.“
Schmunzelnd schnappte er sich eine Wasserflasche aus der Minibar und half Nora sich aufzurichten, was sie nur mit einem leisen Stöhnen zusammenbrachte. Ihre Augen fielen immer wieder zu und sie lehnte an Luke, um sich überhaupt aufrecht zu halten.
Müde trank sie ein paar Schlucke und ließ sich dann einfach wieder nach hinten in die Kissen fallen. „Gute Nacht“, gähnte sie noch, dann war sie weg.
Schmunzelnd legte Luke sich neben ihr aufs Bett, zog die Decke über sie und legte einen Arm um Noras Taille.
Sie schmiegte sich zufrieden aufseufzend näher an ihn und Luke schloss lächelnd die Augen.
Er hatte verdammtes Glück, wurde ihm klar. Hätte er nicht gerade noch die Kurve gekriegt und Nora um einen Neuanfang gebeten, würden sie jetzt nicht so glücklich hier liegen.
Mit dem Gedanken spielte er noch eine Weile, bis sich ein paar erste Songzeilen in seinem Kopf bildeten, aber bevor er aufstehen und sie aufschreiben konnte, holte ihn die Müdigkeit wie eine Welle ein und er schlief keine Minute später tief und fest.

Als Nora aufwachte begrüßten sie zu ihrer eigenen Überraschung keine hämmernden Kopfschmerzen. Nur ihr Nacken streikte mal wieder und es schmerzte etwas, den Kopf nach links zu drehen, aber ansonsten ging es ihr ziemlich gut.
Sie drehte sich wieder auf die andere Seite, weg vom hellen Fenster und atmete tief aus. Gerade als sie wieder kurz davor war einzuschlafen, ging die Badezimmertür auf und Luke spazierte heraus.
Blinzelnd öffnete sie die Augen und linste zu ihm hoch. „Oh“, entkam es ihr mit rauer Stimme und sie räusperte sich träge. „Na, so wird man doch gerne geweckt.“
Luke wackelte mit den Augenbrauen und Nora kicherte.
„Ich weiß schon, mein Anblick ist unwiderstehlich. Ich würde dir jetzt eine gemeinsame Dusche anbieten, aber leider – leider – war ich schon alleine.“
„Ohne mich?“, fragte sie mit großen, traurigen Augen.
„Das versteht man normalerweise unter dem Begriff „alleine“. Es war niemand bei mir.“
Er schlüpfte in eine frische Boxershorts und warf sich dann mit Schwung wieder neben sie auf das Bett, sodass Nora in die Höhe gefedert wurde.
„Mann Luke“, brummte sie und zog die Decke fester um sich, aber davon ließ sich ihr Freund – ihr Freund! Bei dem Gedanken hatte sie wieder das Bedürfnis zu kichern, was ganz eindeutig noch Nachwirkungen vom vielen Alkohol gestern waren – nicht aufhalten. Er zog die Decke beiseite, als würde sie sich nicht mit aller Kraft daran festklammern, und zog in diesem Vorgang auch Nora zu sich herüber.
„Hey, da bist du ja“, scherzte er.
Sie zog eine Grimasse und richtete sich dann auf die Knie auf. „Was, du kannst mich sehen?“
„Offensichtlich. Dich kann man ja kaum übersehen.“ Wieder wackelte er mit den Augenbrauen und sie brach in Lachen aus.
„Halt die Klappe“, sagte sie und flüchtete vom Bett. „Entschuldige mich, ich geh mir kurz die Zähne putzen.“ Sie salutierte und verschwand dann ins Bad.
Luke ließ sich grinsend zurück aufs Bett fallen und wartete geduldig.

Als Nora aus dem Bad zurückkam verschwendete sie keine Zeit. Sie kletterte auf das Bett, kniete sich über Luke und küsste ihn auf den Mund.
Grinsend legte er die Arme um ihre Taille und zog sie näher an sich, was Nora ein angenehmes Kribbeln im Bauch verschaffte. Sie seufzte auf und fuhr mit den Händen durch seine Haare, zog ab und zu leicht daran, was Luke dazu verleitete, ihr sanft in die Unterlippe zu beißen.
Es dauerte nicht lange, bis aus dem sanften, müden Kuss Hitze und Leidenschaft wurde.
In einer flüssigen Bewegung rollten sie sich herum, sodass Luke über ihr war und seine Küsse wanderten ihren Hals entlang, was ihr mehrere Schauer über den Rücken laufen ließ. Irgendetwas an dieser Körperregion schien ihre Sprachzentren zu blockieren, denn wann immer Luke ihrem Hals und Nacken besondere Aufmerksamkeit zukommen ließ, sah sie sich nicht im Stande zusammenhängende Sätze zu bilden. Oder auch bloß Wörter auszusprechen ohne dabei zu stottern – dabei hatte sie damit selten Probleme.
Luke bemerkte seine Wirkung auf sie natürlich, aber ausnahmsweise kommentierte er es nicht, was Nora nur Recht war.
Als seine Hände noch tiefer wanderten zuckten Noras Hüften ohne ihr Zutun und sie schlang die Beine um ihn, worauf Luke leise aufstöhnte. Berauscht von dem Geräusch machte sie es sich zum Ziel, das heute noch öfter von ihm zu hören, aber für den Moment konnte sie sich auf nichts anderes konzentrieren als auf die Art wie Luke seine Hand dort unten bewegte und wie seine Lippen jeden freien Zentimeter ihrer Haut küssten.
„Warum...endet es eigentlich immer...so?“, keuchte sie und schloss die Augen, als die Hitze in ihrem Unterleib sich langsam zu einem festen Ball formte, der gleich explodieren würde.
„Was meinst du?“, fragte Luke unschuldig, aber sein glühender Blick verriet, dass ihn das ebenso wenig kalt ließ. „Soll ich lieber aufhören? Ich hab kein Problem damit, wenn du dich zur Abwechslung mal ein bisschen um mich kümmerst.“
Und damit wich er einfach zurück und ließ sich neben sie fallen. Unschuldig lächelnd sah er sie an und wartete, bis Nora sich wieder beruhigt hatte.
„Du bist nicht ganz der Teufel, Hemmings, aber du kommst ihm schon verdammt nahe“, murrte sie schließlich, richtete sich auf und schwang ein Bein über ihn. „Weißt du, eigentlich ist das wirklich unfair...“ Sie ließ eine Hand langsam über seine Brust nach unten gleiten und verlagerte ihr Gewicht nach hinten. Luke zog scharf die Luft ein und seine lässige Haltung schrumpfte in sich zusammen.
„Was ist unfair?“, wollte er mit halb geschlossenen Augen wissen.
Lächelnd ließ Nora ihre Hüfte kreisen, was nicht gerade abkühlend auf die Hitze in ihrem Unterleib wirkte. Aber um Luke zu ärgern reichte es allemal und damit war sie zufrieden.
„Ach...wie oft du mich so kurz davor hängen lässt. Das mache ich bei dir nie, das ist dir schon klar oder?“
„Ha. Ist das dein Ernst?“ Er wollte wohl spöttisch klingen, aber seine Stimme wurde rau und heiser, als sie die Hände unter seinen Hosenbund wandern ließ.
„Ist es“, flüsterte sie und zog einen Schmollmund, der ihr Lächeln verstecken sollte. Sie öffnete seine Hose und zog sie gerade so weit hinunter, dass sie freien Zugang hatte. „Das ist wirklich fies“, fuhr sie fort, als ihre Finger seine Erregung umschlossen, „weil ich zu stur bin, um es mir selbst zu besorgen, wenn ich doch jetzt einen Freund habe, der das so viel besser zu Ende bringen könnte...“
Sie war sich bewusst, dass Luke kein einziges Wort wahrnahm, aber allein zu sehen, wie er den Kopf in den Nacken legte, die Hände zu Fäusten ballte und sein unterdrücktes Keuchen zu hören, war es mehr als wert.
Sie verstummte und machte stattdessen solange weiter, bis sie wusste, dass er nun kurz davor stehen musste...und dann hörte sie auf.
„Nora?“
Sie musste das unverschämt breite Grinsen auf ihrem Gesicht unterdrücken, während sie vom Bett herunterkletterte und ins Bad ging um sich die Hände abzuwaschen.
Als sie wieder zurück ins Zimmer kam mied sie den Blick zu Luke und zog stattdessen ihre eigenen Klamotten wieder an.
„Okay...das hatte ich wohl verdient“, seufzte er schließlich und das brachte das Fass zum Überlaufen.
Nora prustete los und konnte gar nicht mehr damit aufhören, bis ihr der Bauch schmerzte und sie sich aufs Bett setzen musste, weil ihre Füße sie nicht mehr trugen.
Luke bedachte sie mit einem kaum verhohlenen Grinsen und zog sie wieder auf seine Seite des Betts. „Du bist ein kleines Biest, weißt du das?“
„Was erwartest du?“, giggelte sie, „Sonst hätte ich doch nie so lange mit dir durchgehalten!“
„Auch wieder wahr“, stimmte er ihr zu.

Nachdem sie sich wieder beruhigt hatten lagen sie nebeneinander auf dem Bett, sich nur an den Händen haltend, da jeder von ihnen noch zu überhitzt war. Aber auch beide zu stur, um es zu Ende zu bringen.
„Weißt du, komischerweise hab ich unsere kleinen Streitereien genossen“, gab Luke nach einer Weile zu und sie drehte ihm das Gesicht zu, sodass sie ihm in die blauen Augen schauen konnte, die sie damals schon in den Bann gezogen hatten.
„Ich auch!“ Sie biss sich auf die Lippe und das Lächeln verschwand langsam. „Zumindest am Anfang. Wobei, nein, nicht ganz am Anfang, da war es noch ziemlich hart, so blöd von dir angemacht zu werden. Und ich hatte ja auch keine Ahnung, was ich falsch gemacht hatte.“
Luke musste schwer schlucken und zog sie näher an sich, aber sie schien es kaum zu bemerken. Mit einem kecken Lächeln sah sie ihm in die Augen. „Naja, aber danach...hat es irgendwie sogar Spaß gemacht. Als ihr auf Tour gegangen seid, hab ich unsere ständigen Auseinandersetzungen ein klitzekleines bisschen vermisst...es war wie ein Kick, irgendwie. Was auch immer das jetzt über mich aussagt.“ Sie lachte auf, aber der fröhliche Gesichtsausdruck verwandelte sich schnell in einen nachdenklichen und Luke wappnete sich innerlich schon mal für die Schuldgefühle.
„Und dann ist es schlimmer geworden“, fuhr Nora leise fort. „Plötzlich war es nicht mehr nur Spaß, sondern fast schon verletzend. Wenn ich bloß an diese Nacht denke, wo wir das erste Mal Sex hatten...“ Sie stöhnte auf und vergrub das Gesicht in den Händen. „Das war schrecklich.“
„He! Also ich hatte den Eindruck, dass du auch nicht ganz abgeneigt warst“, beschwerte Luke sich fast ein wenig beleidigt, aber Nora lachte bloß wieder.
„Der Sex war ja auch großartig!“ Sie ließ die Hände wieder fallen, wich seinem Blick aber trotzdem aus. „Aber alles danach...Oh Gott.“
Luke erinnerte sich schmerzlich an seine eigenen Worte, es wäre doch nicht sein Problem, wenn Nora ihren Job verlor. „Es tut mir Leid“, murmelte er und einem plötzlichen Bedürfnis folgend küsste er alles von ihrer weichen, blassen Haut, das er erreichen konnte. Ob ihn seine Schuldgefühle übermannten oder er einfach nur das Bedürfnis hatte, sie zu küssen, wusste er allerdings selbst nicht so genau, den Letzteres überkam ihn ja bekanntlich häufiger.

Nora entspannte sich und rückte lächelnd näher an ihn heran. Die Leidenschaft war langsam wieder verschwunden und stattdessen suchte sie jetzt eine Art von Trost in seinen Armen, die er ihr nur zu gerne gab. „Aber ich bin immer wieder zurückgekommen“, versuchte sie sein Gewissen zu beruhigen, „Weil ich dich, irgendwie, auch...auch da schon mochte.“
Luke erstarrte und drückte sie gerade soweit weg, dass er ihr ins Gesicht schauen konnte. Ihr war das Blut in die Wangen geschossen und sie hatte die Augen niedergeschlagen, aber Luke hatte sie noch nie schöner gefunden.
„Auch damals schon? Obwohl ich so ein arrogantes Arschloch war?“, fragte er vorsichtig.
Nora zuckte mit den Schultern und sah ihm endlich in die Augen.
„Hm, nein. Ich mochte den echten Luke.“ Sie biss sich auf die Lippe als sie seinen Gesichtsausdruck sah und wich betreten seinem Blick aus. Hatte sie mehr gesagt, als sie hätte verraten dürfen?
„Weißt du was?“
Er legte sanft eine Hand an ihr Kinn und drehte es zu sich, sodass sie ihn ansehen musste. Er schmunzelte, aber der Ausdruck in seinen Augen war weich und nahm dem Ganzen das Spöttische. „Gestern hast du zu tief ins Glas geschaut, wenn du dich erinnerst. Wir haben Flaschendrehen gespielt. Und du warst wirklich nicht mehr ganz zurechnungsfähig, glaub mir, wenn ich das sage. Dann hat Michael die Wahnsinnsaufgabe gestellt, dass du Ash küssen sollst.“
„Ja, ich erinnere mich“, gab Nora verlegen zu. „Tut mir-...“
„Und natürlich hat mir das nicht gepasst“, unterbrach er sie grinsend und küsste sie beinahe...besitzergreifend. Als er sich wieder von ihr löste keuchten sie beide und Luke kauerte bereits zum zweiten Mal an diesem Morgen über Nora. „Immerhin bist du meineFreundin, nicht seine. Und dem Pisser hat es natürlich auch gefallen, mit dir rumzuknutschen, kann ich ihm nicht verdenken. Dir hat es auch gefallen.“
„Luke...“ Wenn er ihr ein schlechtes Gewissen hatte machen wollen, dass war das ein voller Erfolg.
„Und obwohl ich scheinbar ein relativ eifersüchtiger Kerl bin, hab ich ihn nicht von dir weg gezerrt. Das Bedürfnis war da, klar, aber ich hab es nicht getan. Und als mir doch der Geduldsfaden gerissen ist, da hast du ohne Wenn und Aber sofort aufgehört. Ohne das kleinste bisschen zu zögern. Na, und es hat auch geholfen, dass Ashton keinen Aufstand gemacht hat. Es war nur ein Spiel. Ich hab dir genauso vertraut wie Ash, obwohl ich ihn schon viel länger kenne, und du hast mir bewiesen, dass ich alles Recht dazu habe.“
Irgendwie schaffte er es durch diese Worte, dass Nora ganz warm wurde. Er hatte nicht gesagt, dass er in sie verliebt war oder etwas in der Art, noch nicht einmal, dass er sie mochte. Aber all seine Worte ließen darauf schließen und das war auf eine Art noch viel besser, als es wirklich auszusprechen. Und er vertraute ihr – etwas, mit dem sie am Anfang beide so ihre Schwierigkeiten gehabt hatten.
„Das...das freut mich“, erwiderte sie und räusperte sich verlegen, weil ihre Stimme so belegt klang. „Und ich vertraue dir auch, ob du's glaubst oder nicht.“
Luke grinste und küsste sie, langsam und vorsichtig, als wäre sie etwas Kostbares, dass jederzeit zerbrechen konnte. „Ich glaub's dir.“
Lächelnd schlang sie die Arme um ihn und kuschelte sich an ihn.
So glücklich war sie schon lange nicht mehr.

Die nächsten paar Tage waren eine einzige Qual. Die Jungs hatten so einen Stress, dass sie kaum Zeit zum Treffen hatten und so kam es noch seltener dazu, dass Luke und Nora auch mal alleine waren. Sie nutzte die Gelegenheit sich weiter mit ihren Kollegen anzufreunden, aber das war einfach nicht das Gleiche.
Rachel strafte Nora noch immer mit eisigem Schweigen und sie ließ sie einfach machen, redete sich ein, dass sie sich schon wieder einkriegen würde. Noch war Nora nicht verzweifelt genug, sich tatsächlich auch noch dafür zu entschuldigen, dass sie Mase' Neuigkeiten weitergegeben hatte.
Neil machte ein paar Mal Anstalten mit Nora zu reden, aber sie entwischte ihm jedes Mal knapp. Obwohl sie leichte Gewissensbisse hatte, nahm sie das gerne in Kauf, um das Geheimnis um Lukes und ihre Beziehung zu wahren. Sie hatte wirklich so überhaupt keine Lust auf den ganzen Hate, mit dem sie dann überschüttet werden würde.
Nicht, dass Nora sich besonders viel daraus machte, sie war ja noch nicht einmal wirklich oft auf den ganzen Social Media Plattformen unterwegs, aber sie war trotzdem nicht scharf drauf.
Ganz zu schweigen davon, dass sie vermutlich ihren Job los war, würde das mit Luke und ihr aufkommen.
Mehrere Male schafften Luke und sie es sogar sich zu treffen, aber jedes Mal kaum mehr als fünf Minuten – noch nicht einmal ein verdammter Quickie war drin.
Langsam hatte Nora genug, aber das Fass lief endgültig über, als sie der Band backstage über den Weg lief. Sie hatte kaum Zeit um die Jungs zu begrüßen, bevor Luke sie einfach in den nächstbesten, leerstehenden Nebenraum zog.
Sie hörten die Jungs draußen lachen, aber es war in der Sekunde vergessen, als ihre Lippen aufeinander trafen.
„Wie lange haben wir Zeit?“, schaffte sie es zwischen zwei hitzigen Küssen zu fragen.
„Nicht lange genug“, sagte Luke und stöhnte leise auf, da Noras Hand den Weg in seinen Schritt gefunden hatte.
„Schon wieder nicht?“, wollte sie jammern, wurde aber von Lukes Lippen abgelenkt. Er schob ihr beinahe grob die Zunge in den Hals und ließ seine Hand unter ihr schwarzes Crew-Shirt wandern. Von dort zuckten lauter Blitze, wie kleine Elektroschocks durch ihren Körper und sie erschauerte wohlig, drängte sich ihm entgegen.
Sie wurden abrupt unterbrochen, als jemand ungeduldig von draußen an die Tür hämmerte.
„Los jetzt, raus da!“, rief Michael.
Nora zog Luke noch ein letztes Mal zu sich heran und küsste ihn innig, um sich seinen Geschmack bis zum nächsten Mal in Erinnerung zu halten, bevor sie sich endlich von ihm löste.
Luke ließ die Augen noch einen Moment geschlossen, dann schlug er sie schwer seufzend auf.
„Tut mir Leid, Nora.“ Mit einem letzten, keuschen Kuss auf ihre Lippen und einem sanften Streicheln über ihre Wange verließ er den Raum.
Nora wartete noch etwa fünf Minuten, um ganz sicher zu gehen, dann verzog sie sich ebenfalls.
So ein Mist.

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Hey Leute,

tut mir Leid, es ist ganz schön lange her!
Ich komme momentan einfach nicht zum Schreiben :(
Aber bei diesem Kapitel hatte ich ehrlich gesagt schon vergessen, dass ich es zwar fertig geschrieben, aber noch nicht hochgeladen hatte...^^'
Hier ist es jetzt jedenfalls, hoffe es hat euch gefallen :)

LG Schoko <3
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