Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

It's a love-hate-thing

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Ashton Irwin Luke Hemmings OC (Own Character)
28.09.2015
04.09.2017
67
249.552
22
Alle Kapitel
126 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
04.06.2017 3.630
 
Kapitel Sechsundsechzig - „Also, schütt mir dein Herz aus, Süßer!“


„Ashton“, begrüßte Luke den Drummer mit einem übertrieben genervten Gesichtsausdruck.
„Hey Luke. Du kannst Nora ruhig auch mitnehmen“, erwiderte der trocken.
Damit erwischte er ihn völlig unvorbereitet. Luke versteinerte und klappte den Mund auf, aber er schien keine passende Erwiderung finden zu können. „Was?“, brachte er schließlich heraus, aber Ashton zog bloß eine Augenbraue hoch und sah ihn spöttisch an.
„Komm schon, glaubt ihr beide etwa wir sind blöd? Wir haben alle mitgekriegt, dass ihr zwei was am Laufen habt.“
„Wer genau ist alle?“, meldete Nora sich, die mittlerweile wieder komplett angezogen war und für sich entschieden hatte, aus dem Bad zu kommen. So weit sie mitgehört hatte, brachte es sowieso nichts mehr, sich zu verstecken.
„Nur die Jungs und ich, keine Sorge“, brummte Ash und bedachte auch Nora mit einem skeptischen, beinahe vorwurfsvollem Blick. „Dann seid ihr beide jetzt also auch eines dieser Pärchen, die sich die ganze Zeit verliebte Blicke zuwerfen? Na super.“ Er seufzte und drehte sich bereits halb um. „Was ist, kommt ihr dann mit?“
Nora öffnete den Mund, um das richtig zu stellen, denn nein, sie waren kein Pärchen, aber dann warf Luke einen Blick zu ihr nach hinten, zuckte grinsend mit den Schultern und griff nach ihrer Hand.
„Schätze das heißt, wir müssen vor den Jungs nicht länger Abstand halten, Kleines.“
Nora starrte ihn an wie ein Schaf, während ihr Herz schnell in ihrer Brust schlug und ihr das Blut binnen weniger Sekunden in die Wangen schoss.
Hat er...hat er gerade indirekt bestätigt, dass wir zusammen sind?, dachte sie ungläubig.
Sie machte die Klappe wieder zu und nickte stattdessen einfach nur, während sich ein breites, dümmliches Grinsen auf ihren Lippen bildete.
„Oh Gott“, brummte Ashton und drehte sich um. „Los folgt mir, ihr Turteltäubchen.“
„Eifersüchtig, Irwin?“, feixte Luke und zog Nora näher an sich heran.
„Lass ihn.“ Nora wagte sich einen Kuss auf Lukes Oberarm zu hauchen, um ihrer Bemerkung damit die Schärfe zu nehmen.
„Ich kann mich selber verteidigen, Süße, danke.“ Ashton schien so gar nicht gut gelaunt und der säuerliche Blick, den er ihnen zuwarf, bestätigte das nur noch.
Luke schloss die Tür hinter sich und legte einen Arm um Nora, dabei schenkte er Ashton einen herausfordernden Blick, aber der verdrehte bloß die Augen.
„Ich bin nicht eifersüchtig und ich will auch nichts von Nora, Lukey. Mach dir nicht in die Hosen.“
„Was ist los?“, erkundigte Nora sich vorsichtig und versuchte sich nicht zu sehr davon ablenken zu lassen, wie großartig sie sich selbst fühlte.
Aber sie war nun so offiziell, wie es in ihrer Situation eben ging, mit Luke zusammen und musste das Bedürfnis unterdrücken vor Freude aufzuschreien, daher war es gar nicht so einfach, sich zu konzentrieren.
„Ach, gar nichts. Es ist bloß einfach ziemlich scheiße, wenn man sich als Single langsam umzingelt von den ganzen Pärchen fühlt. Leo kommt nächste Woche wieder vorbei und dann ist Michael erstmal weg vom Fenster. Calum hat auch mit irgendeiner was am laufen und ich...tja.“
„Hey, seit wann ist es schlimm, als Kerl single zu sein?“, mischte Luke sich ein und riskierte dafür sogar einen Stoß in die Seite von Nora.
„Vergesst es“, brummte Ash und sperrte seine Zimmertür auf. „Kommt rein.“
Nora schlüpfte unter Lukes Arm hindurch und gesellte sich stattdessen zu Ash, was ihren Freund – allein bei dem Gedanken wurde ihr ganz warm – etwas bedröppelt dastehen ließ.
„Äh, Nora? Lässt du mich echt schon wieder sitzen? Ich meine, so lange geht das jetzt auch noch nicht, als das es irgendwie gerechtfertigt wäre...“
Sie lachte bloß und warf ihm eine Kusshand zu, der er gespielt beleidigt auswich. „Nein, ich bin verletzt. Ich gehe jetzt zu Cal und Mikey, Leute, die mich verstehen!“
Ash und Nora lachten ihn liebevoll aus und machten als Letzte die Tür zu.

„Also, schütt mir dein Herz aus, Süßer. Ich bin für dich da“, begann Nora lächelnd.
Ash zog eine Grimasse und schüttelte lachend den Kopf. „Bitte nenn mich nicht Süßer. Luke lyncht mich.“
„Als hättest du Angst vor ihm!“
„Auch wieder wahr.“
„Also?“ Gespielt ungeduldig tippte Nora mit dem Fuß auf den Boden und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Ich weiß nicht mal, ob ich darüber reden möchte“, grummelte er und wich ihrem Blick aus.
Sie gab nun ehrlich besorgt ihre Haltung auf und legte stattdessen eine Hand auf seinen Arm. „Das ist auch okay. Aber ich höre dir gerne zu, okay?“ Sie wartete bis er ihr in die Augen sah und schenkte ihm dann ein aufmunterndes Lächeln.
„Danke. Das weiß ich zu schätzen, ehrlich.“
„Jederzeit“, versprach sie ihm und strich ihm im Vorbeigehen sanft über den Rücken, sozusagen als Zeichen des stummen Beistands.
„Ach, jetzt kommst du angekrochen?“, begrüßte Luke sie, sobald sie in den Hauptraum des Zimmers kam.
Der größte Teil wurde von einem Bett und einem breiten Sofa eingenommen, auf das die Jungs sich gequetscht hatten.
Calum und Michael begrüßten Nora ebenfalls, aber mehr auf den Bildschirm als auf sie konzentriert.
Reumütig nickte sie. „Ich verstehe jetzt, dass ich Fehler gemacht habe und hatte Zeit darüber nachzudenken und zu bereuen. Ich bin bereit, mich zu entschuldigen und dich um Vergebung anzuflehen.“
Luke winkte sie mit einem breiten Grinsen versöhnlich zu sich herüber und bedeutete ihr, sich auf seinen Schoß zu setzen, was sie mit einem nur schwer verkniffenen Strahlen tat.
„Also, ich warte noch auf den „um Vergebung flehenden“ Teil“, merkte Luke an und pikste die Schwarzhaarige in die Seite.
Sie rutschte auf seinem Schoß zur Seite, sodass sie ihm besser ins Gesicht sehen konnte und legte ihm zuckersüß lächelnd eine Hand auf die Brust. „Ach Schätzchen, da hast du was falsch verstanden. Das war Sarkasmus. Aber das lernst du schon noch, wenn du groß bist.“
Ein unterdrücktes Glucksen von Calum zeigte ihnen, dass er doch nicht so sehr auf das Spiel konzentriert war, wie er vorgab.
„Sagt der laufende Meter“, spottete Luke und Nora schlug ihm mit einem empörten Gesichtsausdruck auf die Brust, was die Jungs nur noch mehr zu belustigen schien, der Lautstärke ihres Lachens nach zu schließen.
„Was soll das denn heißen? Ich bin doch nicht klein!“ Als Luke nur skeptisch eine Augenbraue nach oben zog und sie abwartend ansah, fing sie an zu lachen.
„Genau...“, sagte er gedehnt. „Wie wär's, wenn du dich wieder nach vorne drehst, Süße?“
Nora lächelte breit, da ihr der Kosename aus Lukes Mund – besonders in diesem Tonfall – fast unverschämt gut gefiel. Und da sie dieser Freude unbedingt Luft verschaffen wollte, lehnte sie sich vor und drückte Luke einen dicken Schmatzer auf die Lippen.
„Wie du willst“, flötete sie schließlich und drehte sich wieder nach vorne. Nicht ohne besonders mit der Hüfte zu wackeln, um ihn ein bisschen zu ärgern.
Tatsächlich landeten Lukes Hände fast augenblicklich auf ihren Seiten, um sie stillzuhalten, was ihr ebenso gut gefiel. Aber als er anfing mit dem Daumen kleine Kreise über ihrem Hüftknochen zu zeichnen und dabei langsam ihre dünne Bluse nach oben schob, verging ihr das Lachen.
Stattdessen versuchte sie krampfhaft das immer stärker werdende Pochen zwischen ihren Beinen, das von vorhin noch nicht abgeschwollen war, zu ignorieren.

„Also, seit wann genau läuft das nun mit euch?“, erkundigte Michael sich schließlich mit einem kurzen Seitenblick auf das frischgebackene Pärchen.
„Um das alles nochmal nachzuerzählen brauche ich mehr Alkohol im Blut“, behauptete Luke und Nora lachte auf.
„Oh komm, so schlimm ist es nun auch nicht“, widersprach sie grinsend. „Wenn du meinst, seit wann wir zusammen sind, dann...naja, erst seit einer halben Stunde in etwa, würde ich sagen.“
„Nein, da haben wir es nur das erste Mal gesagt. Eigentlich ist das schon länger her...“ Luke runzelte die Stirn. „Es war eher ein fließender Prozess, wenn ich das so sagen darf.“
„Woher der Stimmungswechsel?“, erkundigte Ashton sich, der mit vier Flaschen Bier in den Händen zurückkam. „Du auch eins, Nora?“
„Nein, danke. Ich hol mir schon was, wenn ich Durst habe.“
„Welcher Stimmungswechsel?“, hakte Luke nach und legte seine linke Handfläche auf Noras  unteren Bauch, während er mit der anderen Hand nach dem Bier griff. Ein wenig nervös geworden rutschte Nora hin und her, woraufhin Luke sie näher an sie drückte, was das Kribbeln nicht wirklich verklingen ließ.
„Der Umschwung von „Ich würde dich am Liebsten umbringen“ zu „Wow, du bist so toll, lass uns Babys produzieren“? Ich finde das ist ein ziemlicher Unterschied.“ Calum pausierte das Spiel einen Moment um ein paar Schlucke Bier zu trinken und Blickkontakt zu Luke und Nora herzustellen.
„Naja, es war ein fließender Prozess“, wiederholte Nora Lukes Worte und lehnte sich mit nachdenklicher Miene weiter zurück. „So eine richtige Abtrennung zwischen den beiden Gefühlen hatten wir glaube ich sowieso nie. Es war doch eigentlich immer eine Mischung.“
„Stimmt schon. Bis letztens, als du richtig wütend geworden bist und ich daraufhin mein Arschloch-Dasein überwiegend aufgegeben habe...ja, und dann ging es verhältnismäßig schnell.“ Luke zuckte mit den Schulter und stützte das Kinn auf Noras Schulter ab, nicht ohne das zufriedene Grinsen auf seinem Gesicht verbergen zu können.
„Du tust ja geradeso, als wäre das keine große Sache für dich, Mann“, schnaubte Ash.
„Er spielt den Coolen“, mischte Michael sich amüsiert ein. „Sieh ihn dir doch mal an, er fühlt sich wie der glücklichste Mann auf diesem Planeten. Aber das bin ja mal ganz eindeutig ich.“
„Angezweifelt“, hielt Luke dagegen.
Nora lachte, ließ aber ihre Haare vors Gesicht fallen um ihre roten Wangen zu verstecken.

Je später es wurde, desto lustiger und lauter war es in dem relativ kleinen Zimmer von Ashton.
Das mochte zum Teil daran liegen, dass Ash aus der Minibar ein paar Flaschen Schnaps gezaubert hatte und die Jungs mittlerweile bei ihrem zweiten oder dritten Bier waren, aber Nora war sich ganz sicher, dass der größte Teil einfach daran lag, dass man sich mit den Jungs so herrlich amüsieren konnte.
Gut, vermutlich hatte auch der Alkohol einen nicht unbedeutenden Teil zu der ausgelassenen Stimmung beigetragen, aber sie redete sich lieber ein, dass die Jungs immer so witzig waren und sie nicht längst betrunken war.
Aber so wie Luke sie immer mal wieder belustigt von der Seite anschaute, stand es nicht so gut um sie. Ständig schien ein für sie so untypisches Kichern aus ihr heraus blubbern zu wollen und sie schmiegte sich nahe genug an Luke, dass es dem Rest, wären sie nicht ebenso angetrunken wie Nora, unangenehm gewesen wäre.
Aber sie war einfach unglaublich glücklich und das Kribbeln in ihrem Bauch ließ das Kichern erneut hervorkommen.
„Was ist denn so lustig, hm?“, murmelte Luke mit den Lippen an ihrem Hals.
Sie erschauerte und legte aufseufzend den Kopf in den Nacken, bis er auf Lukes Schulter ruhte und sie an die Decke starrte.
„Ich bin glücklich“, gestand sie mit einem leicht dümmlichen Grinsen und leckte sich über die trockenen Lippen, in dem albernen Versuch vielleicht sexy genug zu wirken, um Luke zu überreden, sie zu küssen. Das hatte er nämlich vor den Jungs noch kein einziges Mal versucht und sie hatte es nach dem einen, übermütigen Schmatzer auf seine Lippen auch bleiben lassen.
„Das hab ich schon gemerkt, du kleine Schnapsdrossel“, neckte er sie.
Sie wollte empört etwas erwidern, aber seine Lippen auf der empfindlichen Haut an ihrem Hals nahmen ihr jegliches Sprachvermögen.
„Alles klar, ich finde, wir sollten das mal unterbinden, bevor ihr euch noch gegenseitig bespringt“, riss Michael Nora unsanft aus ihrer Trance.
Sie blinzelte verwirrt und richtete sich widerwillig auf, um ihm ins Gesicht sehen zu können. „Würden wir nie machen“, sagte sie scheinheilig und prompt fing sie wieder zu Kichern an.
„Mhm...genau.“ Der Sarkasmus tropfte förmlich aus Michaels Stimme und Ash und Calum grölten etwas Unverständliches, was sich größtenteils zustimmend anhörte.
Nora verdrehte die Augen. „Männer.“ Dann lehnte sie sich vor um sich ihr wie von Zauberhand aufgefülltes Schnapsglas zu schnappen und es in einem Zug hinunter zu kippen. Kaum rann der Alkohol brennend ihre Kehle hinab, verzog sie das Gesicht und schüttelte sich. „Igitt, ist der eklig!“
„Das ist auch Tequila. Nichts für kleine Mädchen“, zog Calum sie auf und machte Anstalten den nächsten Schnaps in ihr Glas zu füllen.
„Cal, ich glaube sie hatte genug“, brummte Luke und hielt seinen Kumpel zurück.
„Sicher?“
Luke warf ihm einen bedeutungsschweren Blick zu. „Bitte. Sie kichert.“
„Halloho, ich kann euch hören“, mischte Nora sich wieder ein. „Und ich bin nicht betrunken.“
Unter den skeptischen Blicken von allen Vieren gab sie nach und seufzte schwer. „Na gut, aber nur ein bisschen.“
Ohne wirklich Grund brach sie in Lachen aus und stand taumelnd auf. „Oh Gott, ich bin wirklich dicht. Entschuldigt mich, ich muss mal für kleine Mädchen. Der Tequila will glaube ich nicht in meinem Magen verweilen.“
„Oh nee, musst du etwa kotzen?“ Ash leerte sein drittes Bier mit drei langen Zügen aus und stand dann, ebenfalls nicht mehr ganz so sicher auf den Beinen, auf.
„Nein, keine Sorge“, kicherte Nora und winkte ihn wieder auf das Sofa. „Bin gleich zurück.“

Nachdem Nora der Toilette einen kurzen Besuch abgestattet und ein paar Schlucke kaltes Wasser aus der Leitung getrunken hatte, ging es ihr gleich wieder ein wenig besser.
Als sie ins Wohnzimmer zurückkam, war sie schon wieder klarer im Kopf, obwohl der ständige Drang zum mädchenhaften Kichern immer noch da war.
Besonders als ihr Blick auf Luke fiel und sie wieder dieses glückliche Blubbern im Bauch fühlte, das diesmal nichts mit dem Alkohol zu tun hatte. Oh Himmel, war sie in Luke verliebt.
Und oh, war er toll! Ein toller, umwerfender, charmanter Freund.
Ihr Freund.
Da sprach wohl doch noch der Alkohol aus ihr. Mit einem breiten Lächeln setzte sie sich wieder auf Lukes Schoß und näherte ihr Gesicht dem seinen in der festen Absicht, ihn jetzt endlich zu küssen, aber er drehte den Kopf weg.
„Himmel, du hast vielleicht eine Fahne“, neckte er sie, aber Nora machte einen Schmollmund.
Wenn er glaubte, ihr damit davonkommen zu können, hatte er sich aber getäuscht. Sie war vielleicht betrunken, aber deshalb nicht beschränkt.
Na gut, ihr Gehirn arbeitete langsamer als sonst und ihre Koordinationsfähigkeiten waren auch etwas eingeschränkt, aber sonst ging es ihr blendend.
„Weißt du, das hast du auch. Hält mich nicht davon ab, dich küssen zu wollen.“
Grinsend lehnte er sich vor, bis seine Lippen über ihre strichen. Ihre Augenlider schlossen sich flatternd und ihre Lippen öffneten sich ohne ihr Zutun. Als nach einer Weile noch immer nichts passierte, schlug sie seufzend die Augen auf und wich zurück.
„Alles klar, Hemmings. Keine Küsse heute mehr, die Nachricht ist angekommen.“
Plötzlich doch nicht mehr so gut gelaunt beschloss sie, dass sie dringend noch mehr Alkohol im Blut brauchte, um mit dieser Zurückweisung klarzukommen.
Vermutlich kam es ihr schon wegen ihrem leichten Rausch so schlimm vor, dass er sie nicht küssen wollte und bestimmt gab es eine ganz simple Erklärung dafür, aber gerade wollte sie viel lieber irrational denken.
Also schnappte sie sich eine braune Flasche und machte ihr Schnapsglas randvoll, was ihr zustimmendes Johlen von Ash und Mikey einbrachte.
Lächelnd hob sie das Glas an und kippte es ihre Kehle hinunter. Auch dieser Schnaps brannte ganz fürchterlich, aber er betäubte das scharfe Gefühl der Zurückweisung und ihre Laune hob sich erstaunlich schnell wieder.
Lukes Hände lagen auf ihrem Bauch und malten Muster, die sie nicht erkennen konnte, und lenkte sie damit höllisch ab, aber sie war die letzte, die etwas dagegen sagen würde.
Es machte sie glücklich, also konnte das nicht schlecht sein oder?

„Leute, ich habe eine Wahnsinns-Idee“, rief Michael irgendwann leicht lallend in den Raum.
„Spuck's aus“, brummte Ash, während er konzentriert mit Nora anstieß.
Kichernd versuchte Nora ihr Glas gerade zu halten, was gar nicht so einfach war, wenn man bedachte wie sehr ihr Alkoholpegel in der vergangenen Stunde gestiegen war und das sie immer noch auf Lukes Schoß saß, der gerade in eine angeregte Diskussion mit Calum verwickelt war.
Irgendwie schaffte sie es schließlich mit Ash anzustoßen und den Inhalt des Glases in ihren Mund zu befördern, ohne eine große Sauerei zu veranstalten.
Noch immer leise kichernd setzte Nora das Glas wieder ab und Ash tat es ihr mit verzogenem Gesicht gleich.
„Du hast völlig Recht, Süße, der schmeckt wirklich scheußlich.“
„Ja? Sag ich doch!“, giggelte sie und schnappte nach Luft. „Mein Bauch tut weh.“
„Vom Lachen oder vom Alkohol?“, grummelte Luke, dessen Laune ein wenig gedämpft war, seit Nora angefangen hatte mit Ashton einen Shot nach dem anderen zu trinken. „Denkst du nicht, du hattest langsam mal genug? Dass du eigentlich schon vor einer Stunde genug hattest? Ich hab echt keinen Bock, heute Nacht im Krankenhaus zu verbringen, weil du eine Alkoholvergiftung hast.“
„Ist ja gut, sei doch kein Spielverderber...“ Nora stupste ihn spielerisch in die Seite, aber als er nicht weiter reagierte stand sie seufzend auf und ließ sich schwerfällig neben Ash auf die Armlehne des Sofas plumpsen. Der Drummer hatte auch schon etwas zu tief ins Glas geschaut und Nora fühlte sich für einen Moment, als wäre er ihr einziger Verbündeter.
Aber dann machte Mikey sich wieder lautstark bemerkbar. „Leute! Ich brauche Aufmerksamkeit!“
„Die hast du doch“, versicherte Calum ihm grinsend.
„Also zurück zu meiner Idee. Wir sind eine Gruppe betrunkener Leute. Und was macht so eine Gruppe, wenn sie zusammen abhängt?“
„Was?“, spielte Nora mit und lächelte aufgeregt, als wäre sie wirklich ein kleines Mädchen.
„Sie spielen ein Spiel! Meistens irgendein Trinkspiel, aber ich bin für die klassische Variante: Flaschendrehen! Wer ist dabei?“
Das kollektive Aufstöhnen der Jungs schien Michaels Begeisterung nicht zu trüben und als Nora auch noch aufsprang und lächelnd ihre Zustimmung verkündete, gaben die anderen schließlich nach.

Die Flasche drehte und drehte sich und schien gar nicht mehr zum Ende zu kommen. Zumindest kam es Nora mit ihrer verschwommenen, verlangsamten Sicht so vor. Sie saßen mittlerweile auf dem Boden, im Hintergrund lief der Fernseher und einer der Jungs ließ Musik über sein Handy spielen.
Luke saß dicht hinter ihr und hatte sie zwischen seine Beine gezogen, sodass sie sich an ihn lehnen konnte, was sie nur zu gerne tat.
Langsam kam die Flasche doch noch zur Ruhe und wanderte an Calum vorbei, dann an Michael und blieb schließlich vor Luke und Nora stehen.
„Eure Sitzposition ist scheiße. Wer von euch ist denn jetzt dran?“, fragte Calum verwirrt.
„Oh, oh, ich will! Luke war schon dran!“ Nora lehnte sich weiter vor, was Luke so gar nicht zu passen schien.
Je betrunkener Nora wurde, desto nüchterner wurde Luke. Er hatte irgendwann nach seinem dritten oder vierten Bier aufgehört und der Rest war mittlerweile so dicht, dass keiner wirklich bemerkt hatte, dass Luke nicht mehr mit trank.
„Also gut, dann Nora. Was nimmst du?“, fragte Calum, der die Flasche gedreht hatte, wieder.
„Du musst mich fragen!“, kicherte Nora und fiel beinahe gegen Michael, als Luke seine Position veränderte.
Er verdrehte die Augen und packte sie von hinten an der Taille um sie wieder näher an sich zu ziehen, da wo er sie haben wollte.
„Ach Luke“, seufzte sie glücklich und kicherte gleich darauf wieder.
„Ruhe jetz!t“, verlangte Calum leicht lallend und setzte sich aufrecht hin, um Nora ernst anzuschauen. „Wahrheit oder Pflicht?“, fragte er dann, erstaunlicherweise sogar fehlerfrei.
Nora legte den Kopf schief und tippte mit dem Zeigefinger gegen ihre kirschrot angemalten Lippen – eine bereits erledigte Pflicht. Woher Ashton den roten Lippenstift zur Stelle gehabt hatte, wollte sie lieber gar nicht so genau wissen.
„Pflicht“, verkündete sie schließlich und Michael fiel ihr mit einem hocherfreuten Gesichtsausdruck um den Hals.
„Oh, ich wusste doch von Anfang an, dass ich dich mag!“
„Michael, du Depp!“ Das kam von Luke, da Michael ihm dadurch, dass er Nora so umklammerte, unangenehm nahe gekommen war. Und Mann, der Junge hatte vielleicht eine Fahne!
„Mikey, du nervst Luke!“, flüsterte Nora laut und der angetrunkene Gitarrist ließ sich tatsächlich wieder auf seinen Platz fallen. Demonstrativ und kaum zu übersehen schmollend.
„Dafür überleg ich mir jetzt ne doofe Aufgabe!“, nuschelte er.
Er und Calum berieten sich tuschelnd, während Ashton einen Schluck aus der Schnapsflasche neben ihm nahm, wobei er ein wenig schwankte.
„Mm! Ich will auch!“, lallte Nora und streckte Ash die Arme entgegen.
Dieser schüttelte nur amüsiert den Kopf und schmollend verschränkte sie die Arme vor der Brust. „Du bist fies.“
Luke seufzte schwer. Seine Freundin vertrug definitiv keinen Alkohol. Gut, dass er das schon zu Anfang ihrer offiziellen Beziehung erfuhr, dann war er besser vorbereitet.
„Also“, begann Michael, wobei er das „s“ irgendwie verschluckte. „Küss Ashton!“
„Was?!“, entkam es Luke und er zog Nora sofort näher an sich, als sie Anstalten machte, sich Ashton zu nähern, welcher plötzlich ein verdammt breites Grinsen im Gesicht trug.
„Ach komm schon, Lukee~y!“, sagte Nora und drehte sich halb zu ihm um, so gut das eben möglich war. „Es ist doch nur 'n Spiel!“
„Genau Luke, es ist doch nur ein Spiel“, wiederholte Ashton schelmisch.
„Siehst du?“
Luke verdrehte seufzend die Augen und ließ Nora los, weil er jetzt keinen Eifersuchtsanfall hinlegen konnte. Nicht vor seinen Freunden und ganz sicher nicht, während Nora kaum zurechnungsfähig war.
„Ganz kurz nur“, versprach sie ihm und stand schwankend auf.
Sie taumelte auf Ashton zu und setzte sich direkt vor ihn. Dämlich grinsend sahen sich die beiden an und Ash entknotete seine Beine, bevor er sie an der Hüfte näher an sich zog.
„Es reicht wenn deine Lippen ihre berühren. Du musst sie ansonsten nicht auch noch angrapschen“, knurrte Luke schlecht gelaunt und knirschte mit den Zähnen.
„Mach dich locker, Hemmings“, erwiderte dieser grinsend.
Nora fing wieder sinnlos an zu kichern und Calum und Michael tauschten einen Blick.
„Knutsch-en, Knutsch-en, Knutsch-en!“, begannen die beiden dann lautstark zu rufen und klatschten in die Hände.
Luke schenkte den beiden Amateur-Cheerleadern einen finsteren Blick, den er dann auf Nora und Ashton umleitete.
Nora lehnte sich in Ashtons Richtung und er legte eine Hand in ihren Nacken, dann berührten sich die Lippen der beiden.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast