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It's a love-hate-thing

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Ashton Irwin Luke Hemmings OC (Own Character)
28.09.2015
04.09.2017
67
249.552
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29.05.2017 3.774
 
Kapitel Fünfundsechzig - „Versprich keine Dinge, die du nicht halten kannst.“


Als Luke mit einem unverschämt breiten Grinsen in die Lobby trat, in dem seine besten Freunde schon warteten, wurde er mit mehreren skeptischen Blicken begrüßt.
„Hast du was eingeschmissen, Hemmings?“, fragte Ashton, der nach Luke der größte Morgenmuffel in der Band war. Im Gegensatz zu dem Leadsänger sah er auch müde und genervt aus, wie sich das gehörte.
„Hä? Wieso das denn?“ Luke blieb vor ihnen stehen und warf einen kurzen Blick auf sein Handy. Keine Nachrichten. Von wem auch? Hatte er wirklich geglaubt, Nora würde ihm schreiben, sobald er das Zimmer verlassen hatte?
Wahrscheinlich war sie auch gerade unter der Dusche...Oh Mist, schnell an was anderes denken.
„Das Grinsen spricht für sich“, erklärte Calum belustigt, während Michael eine Miene zog wie sieben Tagen Regenwetter. „Zieh nicht so ein Gesicht, Mike, deine Herzdame kommt doch bald vorbei.“
„Halt die Klappe“, grummelte er und schmollte weiter.
Calum zuckte mit den Schultern und ließ ihn in Ruhe.
„Ich bin einfach nur gut gelaunt“, verteidigte Luke sich, aber Ash und Calum unterzogen ihn immer noch zweifelnden Blicken. „Ernsthaft, es ist nichts! Kann ich nicht auch mal gut drauf sein?“
„Doch klar. Aber nicht so früh morgens“, brummte Ash.
„Kommt schon, Leute!“, mischte Michael sich nun doch wieder ein, deutlich genervt. „Der Junge hatte Sex, das sieht man doch!“
Obwohl er damit falsch lag, konnte Luke es einfach nicht lassen, also grinste er den Gitarristen breit an und sagte: „Neidisch, Clifford?“
„Halt die Klappe, Luke“, meckerte er, lachte dann aber schnaubend.
„Du willst mir doch nicht ernsthaft erzählen, dass du wirklich so ein Arschloch bist“, fuhr Ash den Leadsänger plötzlich an und Luke runzelte verwirrt die Stirn.
„Was?“
„Du schläfst mit irgendeiner dahergelaufenen-...denk doch auch mal in Nora, Mann!“
Erkenntnis huschte über Lukes Gesicht, dann brach er in Lachen aus. „Mensch, ich hatte keinen Sex, okay? Versprochen! Und genaugenommen ist die liebe Nora an meiner guten Laune Schuld.“
Nun war es an Ashton verwirrt auszusehen, im Gegensatz zu Calum und Michael, die sich mit den Ellbogen in die Seiten stießen und blöd vor sich hin grinsten. „Nora war bei dir?“
„Jep. Sie hat bei mir übernachtet“, verkündete Luke mit dem selben dämlichen Grinsen, das er schon den ganzen Morgen nicht mehr los kriegte.
„Also hattest du mit Nora Sex?“ Ashtons Miene verfinsterte sich, je genauer er darüber nachdachte und dann verzog er das Gesicht beinahe angewidert. „Nein warte, ich will's nicht wissen. Echt nicht.“
Luke prustete los und klopfte ihm aufmunternd auf die Schulter, wenig später kam auch schon Marcus auf sie zu.
„Alles klar Jungs?“, fragte er und sah in die Runde. „Sehr schön. Dann los, hinter mir her.“

„Oh Jace“, stöhnte Nora und lehnte sich näher an ihn. „Du bist ein Gott!“
Daraufhin fing er haltlos zu lachen an, sodass er fast nicht mehr weitermachen konnte, worüber Nora sich auch sofort beschwerte.
„Ist ja gut“, kicherte er und massierte ihr weiter die Schultern und den Nacken. „Ich versteh nur nicht, wie du es immer wieder schaffst, dir den Nacken so krass zu verlegen. In welcher Position schläfst du bitte?“
Sie zuckte ratlos mit den Schultern. „Ich weiß auch nicht. Wahrscheinlich bin ich einfach nicht für den Tourbus gemacht.“
„Wir schlafen doch sowieso die meiste Zeit in Hotels.“
Wenn wir überhaupt schlafen“, ergänzte Nora und Jace seufzte, konnte sich ein Schmunzeln aber nicht verkneifen.
„Du warst doch vorhin so gut drauf, woher kommt das ganze Gejammere, hm?“, erkundigte er sich, aber Nora war zu beschäftigt damit genießerisch die Augen zu schließen und einmal laut aufzuseufzen.
Amüsiert machte Jace weiter, als seine Augen auf eine Gruppe Männer fiel, die auf sie zukamen. Einer davon schien ihn förmlich mit seinem Blick durchbohren zu wollen und ehrlich gesagt belustigte ihn das nur noch mehr.
Jace räusperte sich und lehnte sich zu Nora, die mit dem Rücken zu ihm stand, hinunter, um ihr ins Ohr zu flüstern: „Ich glaube, da ist jemand so gar nicht begeistert davon, dass du unter meinen Berührungen aufstöhnst...“
Als Nora ihm einen irritierten Blick zuwarf richtete er sich wieder auf und nickte grinsend mit dem Kopf in die Richtung der Band, die gerade eingetroffen war. Noch immer schien der Leadsänger Lust auf einen blutigen Mord zu haben, aber  Nora schien das entweder nicht aufzufallen oder sie war mittlerweile ziemlich abgebrüht, wenn es um diese vier Kerle ging.
Ihre Augen leuchteten auf und sie bedankte sich nur flüchtig bei Jace für die wunderbare Massage, bevor sie auf die Band zulief und geradewegs in die Arme besagten Leadsängers fiel, der endlich seinen Blick von Jace löste um stattdessen Nora zu betrachten. Seine Miene wurde weicher und er hob sie grinsend in die Höhe.
„Alles klar, Kleines?“, hörte Jace ihn sagen und wandte sich schmunzelnd ab.
Sein Blick fiel auf Lesa. Die Rothaarige war ihm die letzten Tage kaum aus dem Kopf gegangen und jetzt drehte sie sich hastig um, als sie bemerkte, dass er in ihre Richtung sah. Jace sah noch ein letztes Mal zurück zu Nora, die sich mittlerweile von Luke gelöst hatte und den Rest der Band ebenfalls begrüßte, und entschied, dass sie gut aufgehoben war. Mit einem kleinen Lächeln bahnte er sich einen Weg hinüber zu Lesa, die ihr Selbstbewusstsein zurück gefunden hatte und ihn nun offen erfreut begrüßte.

„Es kommt mir vor, als hätte ich euch ewig nicht gesehen!“, sagte Nora, die jetzt wieder bester Laune war.
„Naja, solange ist es jetzt auch nicht her“, widersprach Calum und stupste Michael an, der die ganze Zeit auf sein Handy starrte. (Er reagierte nicht weiter darauf.)
„Vier Tage.“ Nora tat gekränkt. „Sag bloß, du hast mich gar nicht vermisst, Cal?“
„Dafür haben Ash und ich dich doppelt so sehr vermisst“, versicherte Luke ihr grinsend und legte einen Arm um ihre Taille.
Nora schoss das Blut in die Wangen, aber sie lachte. „Dann bin ich ja froh.“
Eine jähe Welle der Sehnsucht überschwemmte sie plötzlich und sie versuchte unauffällig näher an Luke heranzurutschen. Seit er sie vor vier Tagen alleine in seinem Hotelzimmer gelassen hatte, hatten sie sich nicht mehr gesehen, denn leider war er genau dann mit seinem Interview fertig geworden, als Nora für die Arbeit eingeteilt war – danach blieb auch kaum Zeit, erst der Soundcheck, dann ein kleines Fotoshooting, das noch in den Terminplan gequetscht worden war und danach das Konzert, für das Nora ja auch nicht eingeteilt war. Und danach ging es sofort im Tourbus weiter, wo Nora sich auch die Nackenverspannung geholt hatte. Rachel war ihr immer noch böse und zeigte ihr nach wie vor die kalte Schulter, obwohl Nora schon mehrere Versuche gemacht hatte, sich bei ihr zu entschuldigen. Langsam hatte auch die Technikerin die Nase voll, aber ganz aufgegeben hatte sie noch nicht. Bemüht darum ihre Gedanken auf etwas anderes zu lenken fragte sie: „Und ihr? Ward ihr schon beim Soundcheck?“
Ashton antwortete nicht, er starrte misstrauisch zwischen Nora und Luke hin und her und schien der Situation ganz und gar nicht zu trauen. Nora verstand ihn teilweise.
Der plötzliche Friede zwischen Luke und ihr kam ihr ja selbst noch manchmal seltsam vor, aber ihre Hormone ließen sie selten lange darüber nachdenken. Sie war viel zu glücklich, so wie es jetzt war.
Ob sie zusammen waren? Das wusste keiner von den beiden. Seltsamerweise hatte Nora auch gar kein Bedürfnis danach, das klar zu stellen, einfach weil Luke ihr überhaupt keinen Grund dazu gab. Sie hatte ihn seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr von einem anderen Mädchen sprechen hören und es waren auch keinerlei Fotos aufgetaucht, die irgendetwas hätten andeuten können. Irgendwie schien sie Luke längst zu vertrauen, obwohl sie gedacht hatte, sie würde länger dafür brauchen. Calum riss sie aus ihren Gedanken, als er auf ihre Frage antwortete.
„Ja, aber es ist alles schief gelaufen, was schief laufen kann“, murrte er. „Michael hat die ganze Zeit bloß in der Gegend herum gestarrt-...“
„Das ist Leonies Schuld!“, verteidigte der Gitarrist sich, lächelte aber selig.
„Ich hab die ganze Zeit die Texte vergessen, Luke hatte – und hat immer noch – dieses dämliche Grinsen im Gesicht-...“
„Stimmt doch gar nicht“, warf diesmal der Leadsänger ein und drückte Nora enger an sich, was die Schmetterlinge wie wild gegen ihre Bauchdecke flattern ließ.
„Oh, komm schon!“, spottete Ashton belustigt und warf einen bedeutungsschweren Blick auf den Arm, den Luke um Nora gelegt hatte. „Du schwebst förmlich.“
„Halt die Klappe, Irwin.“
„Nur Ashton war perfekt wie immer“, schloss Calum, als wäre nichts passiert, und zwinkerte Nora verschwörerisch zu. „Zumindest denkt er das.“
Grinsend nahm der Ältere den Bassisten in den Schwitzkasten und schien auch nicht die Absicht zu haben, ihn so bald wieder loszulassen. Calum ließ sich das natürlich nicht gefallen und wehrte sich gehörig, sodass Luke sich gezwungen sah, Nora außer Gefahr zu bringen.

Sie lächelte zu ihm hoch, sobald sie sich ein wenig von der Gruppe entfernt hatten, aber er zog eine finstere Miene.
„Was ist los?“, fragte sie und runzelte verwirrt die Stirn. Was sollte der plötzliche Stimmungsumschwung? Davor war er doch mindestens so gut drauf gewesen wie sie.
„Das ist ja echt ein toller Typ, den du dir da gesucht hast. Kaum drehst du ihm den Rücken zu, flirtet er schon wieder mit ner anderen“, spuckte er aus, als hätten die Worte ihn persönlich beleidigt.
„Von was zur Hölle redest du?“ Deutlich verstimmt löste Nora sich von ihm und verschränkte die Arme vor der Brust. Gerade war sie sich nicht mehr so sicher, ob es eine gute Idee gewesen war, der Gesellschaft der Jungs zu entfliehen.
„Na von ihm.“ Luke nickte in die Richtung, in der Jace stand und mit dem Rotschopf sprach, mit dem Nora ihn in letzter Zeit immer öfter gesehen hatte.
„Von Jace? Oh bitte, Luke!“ Nora schnaubte und drehte sich wieder zu Luke um. Nicht ohne sich davor vergewissert zu haben, dass niemand sie belauschen konnte. „Du solltest eigentlich wissen, dass mein einziges Interesse in dieser Hinsicht momentan nur einem gilt, der das scheinbar nicht zu schätzen weiß und stattdessen eifersüchtig ist. Wirklich, das ist lächerlich!“
Noras Worte vertrieben die finstere Miene auf seinem Gesicht und stattdessen grinste er nun so breit, dass ihm die Wangen schmerzen mussten. „Ach so? Davon wusste ich aber noch gar nichts.“
Sie verdrehte die Augen und wandte den Kopf zu Seite. „Haha, ja klar. Jeder außer dir scheint es kapiert zu haben.“
„Weißt du, Nora, du bist nicht halb so leicht zu durchschauen, wie du meinst. Ich hab die meiste Zeit echt keine Ahnung, was in dir vorgeht“, gestand Luke und legte vorsichtig eine Hand an ihre Seite.
Noras Haltung entspannte sich wieder und sie sah ihm besänftigt wieder ins Gesicht. „Alles klar, dann nochmal nur für dich: Ich will nichts von Jace oder sonst irgendeinem anderen Kerl.“
Mit einem nervösen Seitenblick machte sie noch einen Schritt auf sie zu und fuhr leise fort: „Du bist der Einzige, der mich...so interessiert. Okay?“
Mit hochroten Wangen starrte sie einfach geradeaus auf seine Brust und wartete mit angehaltenem Atem auf seine Antwort.
„Gut“, sagte er schließlich und legte beide Arme um sie. „Selbes gilt für mich.“
Mit einem erleichterten Seufzen sank sie gegen ihn und schlang ihre Arme um ihn. Eine Weile erlaubte sie sich, einfach so zu bleiben und Lukes Nähe noch einen Moment länger zu genießen, dann löste sie sich schweren Herzens wieder von ihm.
„Wann seid ihr mit dem Konzert fertig?“, fragte sie leise.
„Ich schreib dir“, versicherte er ihr zwinkernd.
Sie lachte auf und wich zurück, dann hob sie die Hand zum Gruß, bevor sie beschwingten Schrittes zurück zum Rest der Crew marschierte. Sie fühlte sich so leicht, dass sie sich sicher war, jeden Moment vom Boden abzuheben.
Sie hatte ganz vergessen wie schön es war, verliebt zu sein.

„Nora?“
Ertappt hielt Nora mitten in der Bewegung inne und ließ die Hand wieder vom Türgriff sinken. Wirklich? Ausgerechnet jetzt hatte Rachel das Bedürfnis, wieder mit ihr zu sprechen?
Seufzend drehte sie sich um und schob nervös den Träger ihrer Tasche, die sie vorsichtshalber gepackt hatte, weiter über die Schulter. Wenn sie wieder überraschend bei Luke übernachten würde, wollte sie ein bisschen besser vorbereitet sein. Sie war nun mal ein Mädchen und sie brauchte ihre tägliche Routine im Bad, sonst fühlte sie sich einfach nicht völlig wohl.
Obwohl sie zugeben musste, dass sie für Luke gerne ihre Routine ein kleines bisschen abändern würde – zum Beispiel statt ihren Pyjama eines seiner T-Shirts zu tragen.
„Was gibt’s?“, sagte sie schließlich und versuchte nicht zu ungeduldig zu klingen. Wenn Ray schon wieder mit ihr redete, wollte sie es nicht kaputt machen.
„Können wir...reden? Also, wirklich reden?“
„Ähm...“ Hin und her gerissen starrte Nora auf ihr Handy, das sie in der freien Hand hielt. Luke hatte ihr noch eine zweite Nachricht geschrieben – er befand sich jetzt bereits im Lift, das bedeutete, er würde sein Zimmer bald erreichen. Und Nora sollte eigentlich kurz nachher dazukommen...
Aber Rachel redete seit Tagen nicht mehr mit ihr und Himmel, was wenn Mason doch Recht gehabt hatte und Samuel seine Freundin betrogen hatte?
„Na klar.“ Mit einem unterdrückten Seufzen ließ Nora die Tasche auf den Boden fallen und ging zögernd zurück zu ihrem Bett, das auf der Fensterseite des Raumes stand. Sie setzte sich so darauf, dass sie Rachel ins Gesicht schauen konnte, aber die Blondine mied ihren Blick und starrte stattdessen aus dem Fenster.
Nicht, dass es dort besonders viel zu sehen gäbe, der Ausblick beschränkte sich auf einen heruntergekommenen Hinterhof.
„Worüber willst du denn reden?“, begann Nora das Gespräch, nachdem Rachel keine Anstalten dazu machte.
„Über unseren Streit.“ Endlich wandte Rachel ihr wieder das Gesicht zu und verzog das Gesicht etwas. „Hör mal, ich will nicht, dass unsere Freundschaft wegen sowas auseinanderbricht. Auch wenn es ziemlich scheiße von dir war, Samuel zu unterstellen, er würde mich betrügen-...“
„Halt mal“, unterbrach Nora sie ungehalten und stand wieder vom Bett auf, „ich wollte weder dir noch Samuel damit schaden, dass ich die Info weitergegeben habe. Na gut, Samuel vielleicht ein bisschen, wenn er dich wirklich betrogen hätte. Aber du kannst nicht einfach mir die Schuld in die Schuhe schieben. Gut und schön, wenn du deinem Freund genügend vertraust, das ist beeindruckend, echt. Aber lass deine Wut nicht an mir aus, weil ich nicht verstehe, was ich deiner Meinung nach so wahnsinnig falsch gemacht habe.“
„Nora, ich will jetzt nicht schon wieder streiten.“ Rachel hatte die Stimme erhoben und stand nun ebenfalls vom Bett auf. „Ich war einfach sauer, weil du Samuel sowas unterstellt hast. Wie du überhaupt denken kannst, er könnte sowas-...“
„Ray, ich kenne ihn kaum“, rief ihr Nora ins Gedächtnis. Gott, es war eine schlechte Idee gewesen, hier zu bleiben. Sie hätte einfach zu Luke flüchten müssen...ein seltsamer Gedanke, wo sie doch früher immer vor ihm hatte fliehen müssen – oder es zumindest gedacht hatte.
„Na und? Du weißt, dass er mein Freund ist – mein Freund! Und du hast uns zusammen gesehen. Ich bin einfach echt enttäuscht, dass du denkst, er würde unserer Beziehung so etwas antun.“
„Okay, mir reicht's. Lass uns wann anders darüber reden, vielleicht irgendwann, wenn ich blöd genug bin, mich auch noch dafür zu entschuldigen, dass ich dir nur helfen wollte!“
Wütend rauschte sie an Rachel vorbei und packte ihre Tasche.
„Ja genau, renn einfach wieder zu dem Kerl, der dir was weiß ich wie oft dein kleines Herz gebrochen hat. Das hilft dir weiter!“
Nora musste das kindische Bedürfnis unterdrücken, den nächstbesten Gegenstand nach ihr zu werfen – etwas was ihr sonst bloß bei Luke passiert war. Stattdessen wirbelte sie herum und funkelte Ray wütend an.
„Zumindest vergnügt Luke sich nicht mit einer anderen Tusse in irgendeiner Bar!“, fauchte sie und riss die Tür auf.
Bevor sie hinter ihr wieder ins Schloss fiel hörte sie Rachel noch rufen: „Zumindest weiß ich, dass ich mehr für Samuel bin, als nur ein lächerliches Groupie!“

Nora biss die Zähne fest zusammen und marschierte strammen Schrittes zum Treppenhaus. Den ganzen Weg bis vor Lukes Zimmer murmelte sie leise vor sich hin, unterdrückte Flüche und Verwünschungen ausstoßend, bis sie sich wieder einigermaßen beruhigt hatte – wenn auch nicht sehr.
Luke öffnete ihr die Tür, kaum dass sie die Faust gehoben hatte um anzuklopfen.
„Hey, was hat das so lange gedauert?“, neckte er sie und zog sie mit einer lässigen Bewegung, als  hätte er noch nie etwas anderes getan, als sie in den Arm zu nehmen, ins Zimmer.
Statt einer Antwort packte Nora ihm am Kragen, zog ihn zu sich herab und stellte sich selbst auf die Zehenspitzen, sodass sie ihre Lippen fest auf seine drücken konnte.
Sie spürte noch im selben Atemzug, wie sich Lukes komplette Haltung veränderte. Von der gemütlichen, beinahe zärtlichen Stimmung war nichts mehr übrig, stattdessen hatte Nora mit ihrem Kuss ein Feuer in beiden entfacht.
Ihre Tasche fiel mit einem lauten Plumpsen zu Boden und Luke hob Nora im selben Moment hoch, sodass sie die Beine um ihn schlingen musste.
Sie seufzte unwillkürlich auf und schlang die Arme um seinen Nacken, während sie ihre Lippen aufeinander bewegten.
Das war genau das, was sie jetzt brauchte. Es kümmerte sie nicht, ob sie bei dem Streit mit Rachel im Recht gewesen war oder nicht, Tatsache war nur, dass es sie schrecklich wütend gemacht hatte.
Und wie sie mit Luke schon öfter festgestellt hatte, war „Rummachen“ eine verdammt gute Aggressionsbewältigung.
„Bist du sauer auf mich oder hast du mich nur vermisst?“, erkundigte er sich keuchend, als sie ihm eine kurze Atempause gönnte und er sich stattdessen ihrem Hals widmete.
Seine Bartstoppeln kratzten ein bisschen auf ihrer weichen Haut und sie erschauerte wohlig.
„Ich bin extrem sauer“, stöhnte sie und ließ den Kopf in den Nacken fallen, als er an ihrer Haut saugte. „Aber nicht auf dich. Und ich hab dich vermisst.“
Verschmitzt grinsend lehnte Luke sich zurück und betrachtete zufrieden sein Werk, dann sah er zurück in Noras Augen, die vor Wut und Lust schimmerten. Eine ziemlich verführerische Mischung, wie er zum wiederholten Mal feststellen durfte.
„Na dann werd ich mich mal darum kümmern, hm?“, neckte er sie lächelnd und presste keinen Moment später seine Lippen wieder auf ihre.

Eng umschlungen ließen sie sich auf das Bett fallen, lösten sich nur kurz voneinander, als Kleidungsstücke zu Boden fielen.
Dann fielen sie auch schon wieder hungrig über sich her, kein anderer Gedanke hatte mehr Platz in Noras Kopf.
Sie war süchtig, süchtig nach Luke und diesen Gefühlen, die er ihr verschaffte.
„Darf man fragen, wieso du so wütend bist?“, murmelte er gegen ihre Haut, die er freigab, je höher er ihr Top schob. Seine Lippen berührten sanft ihren Brustansatz, zu neckend, um als zärtliches Streicheln zu gelten.
„Ich will jetzt wirklich nicht darüber reden.“ Sie drückte den Rücken durch, als seine Küsse tiefer wanderten und seufzte genüsslich auf. Das Kribbeln durchzog mittlerweile ihren ganzen Körper und sammelte sich in ihrer Mitte zu einem Ziehen und Pochen.
Ungeduldig drängte sie Luke, etwas dagegen zu unternehmen, was ihn nur dazu brachte, sie noch länger zappeln zu lassen.
„Das zahl ich dir heim, darauf kannst du dich verla-...“, begann sie, unterbrach sich aber selbst durch ein lautes Stöhnen, das ihr unbeabsichtigt entkam.
Luke hielt inne und betrachtete sie mit vor Lust verdunkelten Augen. „Das mag ich.“
„Was?“, hakte sie etwas verspätet nach. Ihre Gedanken flossen träge und vor ihren Augen schien alles zu verschwimmen, während das Pochen zwischen ihren Beinen immer weiter zunahm. Erneut stöhnte sie leise auf und verdammt, Luke hörte schon wieder auf!
„Ernsthaft Hemmings, was soll das?“, beschwerte sie sich und schob ihm ihr Becken weiter entgegen, worauf er ein unverschämt breites Grinsen aufsetzte.
„Was soll was?“
Sie richtete sich auf die Ellbogen auf und sah ihn gespielt finster an. „Willst du, dass ich auch noch sauer auf dich werde? Denn ich schwöre dir, ich bin kurz davor-...“
„Ich weiß“, unterbrach er sie amüsiert zwinkernd. Er genoss das Ganze sichtlich.
Ergeben aufseufzend ließ sie sich zurückfallen. „Alles klar. Du hast scheinbar vor mich hinzuhalten, das ist okay. Hatten wir alles schon mal, nicht wahr?“
Vermutlich hätte sie einfach so weiter geplappert, hätte Luke nicht wieder da weitergemacht, wo er aufgehört hatte.
Sie war so in ihrer Lust gefangen, dass sie nicht einmal bemerkte, dass irgendein Handy zu klingeln begann. Auch Luke schien es nicht mitzukriegen oder er entschied sich, es einfach zu ignorieren.
Aber als es dann an der Tür zu klopfen begann, mussten sie es zwangsläufig zur Kenntnis nehmen, besonders als das Klopfen zu einem regelrechten Hämmern anschwoll.
„Luke! Lucas! Komm jetzt endlich da raus, du faule Socke!“, ertönte Ashtons Stimme. „Du wolltest schon vor ner halben Stunde rüberkommen!“
Nora schnappte sich geistesgegenwärtig das Kopfkissen und drückte es sich aufs Gesicht, um jegliche Laute zu unterdrücken. Das durfte doch nicht wahr sein!
Innerlich trauerte sie ihrem Orgasmus hinterher, denn obwohl Luke Anstalten machte, Ash einfach zu ignorieren, ließ Letzterer das nicht zu.
Stattdessen hämmerte er wieder energisch gegen die Tür. „Ich mein's ernst, Luke. Ich hab absolut keine Hemmungen mir deinen Zimmerschlüssel zu organisieren und da reinzukommen. Ich gehe hier nämlich sicher nicht weg, bis du da rauskommst!“
„Wieso?“, stöhnte Luke frustriert auf und löste sich bedauernd von Nora.
Sie ließ sich auf die Seite fallen und drückte sich noch immer das Kissen ins Gesicht. Oh, Luke konnte nicht halb so frustriert sein wie sie. Ashton hatte wirklich ein verdammt beschissenes Timing.
„Ich schicke Calum an die Rezeption runter, der hat den Schlüssel in weniger als zwei Minuten“, drohte Ashton vor der Tür.
Nora richtete sich mit einem Ruck auf, sammelte ihre Klamotten auf und gestikulierte zum Bad, in das sie kurz darauf verschwand. Ihr wäre es ganz recht, wenn die Jungs nicht erfahren würden, was Luke und sie gerade getan hatten.
„Ich komm ja gleich“, brummte Luke und zog sich sein T-Shirt wieder über.
Bevor Nora die Badtür schließen konnte, schob Luke den Fuß dazwischen, um sie aufzuhalten.
Verwirrt hielt sie inne und sah ihn fragend an. „Was ist?“, formte sie mit den Lippen, erhielt ihre Antwort aber wenig später, als er sich zu ihr hinunter beugte und ihr einen entschuldigenden Kuss gab.
„Später“, versprach er ihr und sie grinste.
„Versprich keine Dinge, die du nicht halten kannst“, neckte sie ihn frech und schloss die Tür leise.

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Hey Leute :)

wir haben mit diesem Kapitel jetzt die 400-Seiten-Grenze in Microsoft Word überschritten, was ich irgendwie ziemlich cool finde :D
Tut mir Leid, dass es momentan so zäh dahin geht, ich will jetzt wieder anfangen, öfter zu schreiben - nur habe ich noch ungefähr 20 andere Geschichten, die ich plane irgendwann mal fertig zu kriegen.
Und zu wenig Zeit.
Also, versprechen kann ich leider nichts, ich hoffe trotzdem, dass ihr dabei bleibt und bis zum nächsten Kapitel warten könnt :)

Liebe Grüße
Schoko <3
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