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It's a love-hate-thing

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Ashton Irwin Luke Hemmings OC (Own Character)
28.09.2015
04.09.2017
67
249.552
21
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09.03.2017 3.469
 
Kapitel Vierundsechzig - „Ist das eine Drohung oder ein Versprechen, Hemmings?“


Nora wurde von dem ungewohnt hellen Licht am Morgen geweckt und beging den Fehler die Augen zu öffnen. Leise aufstöhnend riss sie die Hände vor das Gesicht um ihre Augen zu schützen, aber der Schaden war bereits angerichtet.
Luke brummte etwas Unverständliches ins Kissen und zog sie mit dem Arm, der schwer auf ihr lag, näher an sich heran.
Statt zu erschrecken oder sich selbst zu verfluchen, wie sie es in der Regel tat, wenn sie neben Luke im Bett aufwachte, lächelte Nora breit.
Sie richtete sich vorsichtig auf, bis sie wie gestern am Kopfende des Betts lehnte und Luke betrachten konnte. Auch jetzt konnte sie nicht widerstehen und strich ihm sanft durch die blonden Haare.
Luke murmelte wieder etwas und drehte dann den Kopf in Noras Richtung. „Guten Morgen“, nuschelte er und augenblicklich wuchs Noras Lächeln von einem Ohr zum anderen.
Gott, sie war echt peinlich.
„Guten Morgen, Luke“, erwiderte sie und hörte dabei nicht auf durch seine Haare zu fahren. „Hab ich dich geweckt?“
„Möglich.“
Sie lachte auf. „Oh, du Armer!“
Luke öffnete schwerfällig die Augen und blinzelte zu ihr hoch. „Was machst du eigentlich schon wieder da oben?“, beschwerte er sich, ohne weiter auf sie einzugehen.
Schmunzelnd rutschte sie nach unten und damit zurück in Lukes Arme. Er zog sie eng an sich und drehte sich dann auf den Rücken, sodass sie komplett auf ihm lag.
„Ist es jetzt besser?“, neckte sie ihn und er grinste breit, ohne die Augen zu öffnen.
„Viel besser.“
Nora drehte schmunzelnd den Kopf zur Seite und genoss jetzt, da ihre Augen sich an die Helligkeit gewöhnt hatten, die tolle Aussicht aus dem Fenster. „Wir haben vergessen die Vorhänge zuzuziehen.“
Luke reagierte gar nicht und sie vermutete, dass er wieder eingeschlafen war.
Aber was sollte sie jetzt anstellen, bis er wieder unter den Lebenden weilte?

Sie linste zu ihrem Handy, das auf dem Nachttisch lag, und riskierte dann einen Blick zu Luke.
Der Blonde schien tatsächlich tief und fest zu schlafen und Nora war einen Moment abgelenkt davon, wie süß er dabei aussah.
Moment, es war ziemlich gruselig, andere Menschen beim Schlafen zu beobachten. Und um sich davon abzuhalten musste sie jetzt endlich ihr Handy in die Finger kriegen!
Sie löste vorsichtig Lukes Arme von sich und ließ sich von ihm herunter rollen, dann schnappte sie sich ihr Handy und setzte sich im Bett auf.
Bevor Luke wieder aufwachen und sich beschweren konnte, war sie schon auf ihn gekrabbelt und hatte seine Arme wieder um sie herum drapiert.
Ihr Blick fiel erneut auf Lukes Gesicht und sie konnte sich einfach nicht zurückhalten.
Lächelnd hob sie ihr Handy und schoss schnell ein Foto, dann kuschelte sie sich wieder an ihn.
„Wow total unauffällig“, sagte er plötzlich mit seiner tiefen Reibeisenstimme und erschrak Nora damit schrecklich.
„Du Mistkerl!“, schimpfte sie und richtete sich schwungvoll auf. „Erschreck mich doch nicht so!“
Schmunzelnd betrachtete Luke sie und verschränkte dabei lässig die Hände hinter seinem Kopf.
„Sorry Kätzchen.“
„Und die Spitznamen kannst du dir langsam auch mal abgewöhnen“, meckerte sie weiter, einfach weil ihr gerade danach war, aber sie konnte trotzdem nichts gegen das dumme Grinsen, das sich auf ihren Zügen ausbreitete, machen.
„Geht das schon wieder los?“, zog Luke sie auf, aber er verlor sein selbstbewusstes Gehabe plötzlich, als Nora ihre Position auf seinem Schoß veränderte.
Die Schwarzhaarige verdrehte die Augen und schien sein eben entstandenes Dilemma überhaupt nicht zu bemerken.
„Mmm“, machte sie nur und rappelte sich dann auf. „Wenn wir schon mal wach sind, können wir genauso gut aufstehen.“
„Oh Gott, nein“, stöhnte Luke frustriert und griff nach dem Kissen um es sich über den Kopf zu ziehen.
Nora stakste über das Bett und versuchte dabei das Gleichgewicht zu halten, bis sie sicher auf dem Boden ankam. Ihr Blick fiel auf das halbvolle Glas Eistee von gestern und sie zuckte mit den Schultern, bevor sie danach griff.
Als Luke das Kissen wieder senkte und zu ihr hinüber linste, zog er die Augenbrauen in die Höhe. „Igitt, trinkst du echt jetzt den Eistee?“
„Wieso nicht?“, fragte sie und trank grinsend weiter.
„...Du bist schon echt ein seltsames Mädchen, Golden“, stellte er schließlich fest.
Nora stellte das nun leere Glas wieder ab und leckte sich über die Lippen. „Na, vielen Dank auch.“

Sie streckte ihm die Zunge raus und Luke richtete sich jetzt doch noch auf. Die Decke fiel in seinen Schoß und Noras Blick blieb an seinem nackten Oberkörper hängen.
Unter ihrem Blick spannte Luke die Muskeln an und sie biss sich auf die Lippe, um sich ein Lächeln zu verkneifen.
„Mach ich doch gerne“, antwortete er schließlich und Noras Blick schoss zurück zu seinen Augen, die sie eben so unverhohlen musterten.
Sie unterdrückte den Drang verlegen am Saum des Shirts herumzuzupfen und ging stattdessen so selbstbewusst wie es ihr möglich war um das Bett herum.
Sie musste sich kaum zu Luke herunter beugen um ihm einen Kuss auf die Lippen zu drücken und auch auf seine Reaktion musste sie nicht lange warten.
Lukes Hand legte sich in ihren Nacken, aber ansonsten berührte er sie nicht und Nora war definitiv nicht zufrieden damit.
Sie wollte den Kuss erst vertiefen, wich dann aber stattdessen zurück und leckte sich schmunzelnd über die Lippen.
„Komm mal eben“, sagte sie und hielt ihm ihre Hand hin.
Luke seufzte gespielt schwer, ergriff ihre Hand aber trotzdem und verschränkte wie automatisch seine Finger mit ihren. Lächelnd und wieder mit diesem glücklichen Kribbeln im Bauch lotste sie Luke ins Badezimmer und suchte dort kurz etwas in dem winzigen Schränkchen als wäre das ihr Zimmer, nicht seines. Komischerweise gefiel ihm das sogar und er begnügte sich damit, ihr zuzuschauen.
Nora war sowieso überrascht, dass Luke immer noch so nett zu ihr war. Nicht, weil sie erwartet hatte, dass er wieder in den Arschloch-Modus zurückfallen würde, sondern weil sie sich daran erinnerte, dass Luke normalerweise ein ziemlicher Morgenmuffel war. Aber bis jetzt war er eben einfach bloß...ziemlich still.
Grinsend stellte sie die Flasche Mundwasser neben das Waschbecken und zwinkerte Luke im Spiegel zu, dann schraubte sie den Deckel ab und füllte ihn mit einem gut gemeinten Schuss aus der Flasche auf.
Sie kippte sich das Zeug in den Mund und spülte damit, dann reichte sie die Flasche an Luke weiter, der es ihr ohne ein Wort von sich zugeben oder ihr Handeln zu hinterfragen gleich tat.
Nora spuckte aus und spülte nochmal mit Wasser nach, dann wartete sie ungeduldig bis Luke ebenfalls fertig wurde.
Kaum dass er ausgespült und den Blick zurück auf Nora gerichtet hatte, hatte die auch schon eine Hand in seinen Nacken gelegt und zog ihn zu sich herunter.
Lächelnd verschloss sie ihre Lippen mit seinen und Luke musste ebenfalls grinsen, als sein müdes Gehirn endlich kapierte, auf was sie hinaus gewollt hatte.
Luke legte die Arme um ihre Taille und zog sie eng an sich, aber da Nora sich so sehr auf die Zehenspitzen stellen musste erbarmte er sich schließlich und hob sie auf das Waschbecken, sodass sie einigermaßen auf Augenhöhe waren.
„Besser so?“, wollte er fragen, aber die Worte blieben ihm in der Kehle stecken, als Nora zuerst seinen Hals mit Küssen versah und sich dann wieder seinen Lippen widmete.
Ja, definitiv besser, beantwortete er seine eigene, unausgesprochene Frage.

Nora schlang die Beine um Lukes Hüfte und zog ihn damit näher an sich, wogegen der Blonde rein gar nichts zu haben schien. Stattdessen schlang er die Arme fester um sie und hob sie kurzerhand hoch, was sie einen Moment erschreckte, aber dann fing sie sich schnell wieder und verlor sich weiter in dem Rausch, in den Luke sie versetzte.
Er trug sie zurück ins Zimmer und legte sie auf dem Bett ab, ohne sich auch nur einmal von ihr zu lösen. Seine Hände wanderten unter ihr T-Shirt und Nora seufzte auf, als er entdeckte, dass sie keinen BH zum Schlafen trug.
War es eigentlich möglich nach einer Person süchtig zu werden? Die Frage verschwand wieder, genau wie alle anderen zuvor, als Luke seine Hüften gegen ihre bewegte und seine Fingerspitzen immer wieder über ihre Brustwarzen gleiten ließ.
Sie löste den Kuss, als sie den Kopf in den Nacken fallen ließ und das laute Stöhnen, das ihr entkommen wollte, unterdrücken musste.
Luke fiel förmlich über ihren Hals her und Nora krallte die Hände in seine Haare, klammerte sich aufseufzend enger an ihn.
Irgendwo, ganz weit weg klingelte ein Handy.
Zuerst ignorierten sie es, sie waren viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um sich darum zu kümmern. Aber als es kurz darauf wieder klingelte stockte Luke einen winzigen Moment und warf einen Blick auf das blinkende Display.
„Oh Mist, verdammter“, stöhnte er und küsste Nora entschuldigend auf den Mundwinkel. „Da muss ich rangehen, sorry. Das ist Marcus.“
Nun ließ auch Nora den Kopf auf die Kissen fallen und seufzte laut. „Dann mach.“
Luke hatte den Vorteil längere Arme als Nora zu besitzen und so musste er sich nur ein winziges bisschen strecken um sein Handy auf dem Nachttisch zu erreichen.
„Hey Marcus, was gibt’s?“, meldete er sich und lächelte kurz, als Nora die Arme locker um seinen Hals legte. Dann runzelte er allerdings die Stirn und je länger sein Manager redete, desto verärgerte schien er zu werden.
„Ja, okay“, raunzte er schließlich missgelaunt. „Bin gleich da.“
Er beendete das Gespräch und ließ das Handy aufs Bett fallen. Seufzend sah er auf Nora hinunter, die ihm einen Moment forschend in die Augen schaute, dann löste sie sich von ihm und schnalzte mit der Zunge.
„Schätze eine kalte Dusche ist jetzt angebracht.“
Luke lachte auf und zog sie plötzlich fest in die Arme. „Du sprichst mir aus der Seele, Nora“, stimmte er ihr zu.
„Na dann, beeil dich mal“, trieb sie ihn nach einer Weile, in der sie noch seine Nähe genossen hatte, an. „Immerhin musst du bald zu diesem...Termin, der gestern noch nicht da war.“
„Ja...die kurzfristigen Interviews sind immer die Blödesten“, sagte er und gab ihr damit auch indirekt eine Antwort darauf, was für ein Termin das denn war.
Nora nickte, jetzt deutlich verständnisvoller, und streckte sich kurz um sich einen weiteren Kuss zu klauen, dann legte sie beide Hände auf Lukes Brust und drückte ihn entschlossen von sich weg.
„Na los jetzt! Das wird doch kein Interview mit 5SOS ohne ihren Wahnsinns-Leadsänger.“
Er grinste breit und drückte ihr nochmal einen Schmatzer auf die Lippen, dann sprang er auf und begann in seinem Koffer nach Klamotten zu wühlen.
„Du kannst gerne noch hier duschen und wenn du runtergehen willst, dann schau einfach, dass die Tür hinter dir zu ist.“ Er richtete sich auf und wackelte grinsend mit den Augenbrauen. „Du kannst aber auch gerne hierbleiben, bis ich zurück bin.“
„Halt die Klappe, Hemmings, und scher dich endlich unter deine kalte Dusche!“, lachte sie und machte Anstalten das Kopfkissen nach ihm zu werfen, aber da war er schon mit drei langen Schritten im Badezimmer verschwunden.
„Jaja, ich hab dich auch lieb“, ertönte es, dann fiel die Badtür ins Schloss.
Und Nora blieb mit einem seltsamen Gefühl im Bauch alleine zurück.

Auch wenn Luke das nur aus Spaß gesagt hatte und der neckende Unterton nicht zu überhören gewesen war, schlug Noras Herz trotzdem schneller.
Seufzend drehte sie sich auf die Seite und benutzte das Kissen als Kuschelersatz.
Hätte Luke das doch nur nicht gesagt. Und sie gleich danach nicht alleine mit ihren Gedanken gelassen, die sich nun förmlich überschlugen.
Aber scheinbar verfügten sie und besagter Leadsänger seit Kurzem über eine telepathische Verbindung, denn aus dem Bad erklang plötzlich Lukes Stimme.
Sie musste lachen, als er laut und schief irgendein Lied, das Nora nicht kannte, unter der Dusche schmetterte.
„Und sowas nennt sich Leadsänger!“, rief sie und hoffte, dass er es hörte.
Sie vermutete, dass er das getan hatte, denn daraufhin wurde sein Gesang demonstrativ noch schiefer.
Das Lachen unterdrückend nahm sie das Ganze auf und schickte es ihm dann über WhatsApp.
Dabei fiel ihr auf, dass Rachel auf ihre Antwort von gestern Abend noch einmal reagiert hatte.

Rachel Thomson / 00:49
Kannst du übernachten?

Das war ganz eindeutig keine besorgte Frage sondern eine Absicherung, dass Rachel ihre Ruhe haben würde. Verärgert ließ Nora das Handy neben sich fallen und schwang die Beine aus dem Bett, dann ging sie zum Bad und klopfte an der Tür.
„Luke?“, rief sie durch das Holz und das Wasser wurde abgestellt.
„Hm?“
„Sag mal...wann kommst du denn ungefähr wieder zurück?“
Die Tür wurde geöffnet und ein tropfnasser Luke, der lediglich ein Handtuch um seine Hüften geschlungen hatte, grinste sie breit an. „Heißt das, du bist noch hier, wenn ich zurückkomme?“
„Kommt ganz darauf an, wann das sein wird“, erwiderte sie ohne den Blick von seinem Oberkörper lösen zu können.
Als sie bemerkte, dass sie ihn schon wieder anstarrte schoss ihr das Blut in die Wangen und sie sah schnell zurück in Lukes Gesicht, der Gott sei Dank nichts bemerkt haben zu schien.
„Ich denke jetzt mal, dass es mit Sicherheit nicht länger als zwei Stunden dauern wird. Das ist nur ein kurzes Interview, hat Marc zumindest behauptet. Wieso hast du deine Meinung plötzlich geändert?“, wollte er wissen und hob die Hand, um ihr die Haare hinters Ohr zu streichen.
„Rachel“, seufzte Nora und verdrehte die Augen. „Ich will ihr jetzt noch nicht wirklich begegnen, weil...“ Sie unterbrach sich selbst und schüttelte den Kopf. „Egal, jedenfalls muss ich mich gerade über sie ärgern. Aber zwei Stunden sind ziemlich lange, also...schreib mir doch einfach, wenn du wieder zurück bist.“
Luke grinste und stahl sich schnell einen Kuss von ihr, bevor sie überhaupt reagieren konnte.
„Sorry dass ich gerade überhaupt keine Zeit habe“, entschuldigte er sich dann und griff nach einem zweiten Handtuch um sich abzutrocknen.
Nora winkte bloß ab und betrat jetzt das Bad anstatt nur im Türrahmen herum zu stehen. Sie ließ sich auf den geschlossenen Klodeckel fallen und stützte das Gesicht auf den Händen ab.
„Und was machst du jetzt?“, fragte er belustigt, aber ihre Anwesenheit hielt ihn nicht davon ab, das Handtuch um seine Hüfte zu lösen.
Sofort schloss Nora die Augen und versuchte nach außen hin keine Regung zu zeigen, aber das schien er nur noch witziger zu finden.
„Prüde“, zog er sie giggelnd auf.
„Luke, du bist nicht der Einzige der eine kalte Dusche nötig hat. Ich will bloß mein Glück nicht übermäßig herausfordern“, klärte sie ihn trocken auf.
Daraufhin blieb Luke das Lachen im Hals stecken und nun war es an Nora verschmitzt zu grinsen.
Und dann, vollkommen überrumpelnd, legte er plötzlich seine Hände um ihr Gesicht und seine Lippen krachten förmlich auf ihre.
Sie gab einen erschrockenen Laut von sich, was Luke sofort nutzte um seine Zunge in ihren Mund zu schieben. Noras abwehrende Haltung veränderte sich und stattdessen schlang sie die Arme um ihn und erwiderte den Kuss mit einem leisen Seufzen.
Oh Gott, sie hatten doch eigentlich überhaupt keine Zeit dafür! Luke musste dringend zu diesem Interview und-...
Ihre eigenen Gedanken verschwammen einfach und sie bekam keinen mehr davon zu fassen, zu sehr war sie mit dem Gefühl von Lukes Lippen auf ihren beschäftigt. So egoistisch es auch war, gerade fand sie, dass sich Marcus, die Jungs und dieses dämliche Interview sich zum Teufel scheren konnten.
Aber dass Luke ihr nie alleine gehören würde wusste sie ja längst. Der Blonde drückte sie weiter nach hinten und Nora wurde schwindelig vor lauter Verlangen, aber dann ertönte plötzlich laut die Klospülung und sie schreckten auseinander, als wären sie bei etwas Verbotenem erwischt worden.
Noras Kopf hatte irgendwie gegen die Betätigungsplatte der Toilette gedrückt und vielleicht war das auch gut so.
Luke und Nora starrten sich einen Moment lang schwer atmend an, darum bemüht die Kontrolle zurückzuerlangen, und dann lachten sie mit einem Mal los.
„Na los, Rockstar, die Welt wird nicht ewig auf dich warten“, prustete Nora und stand auf. „Und ich will endlich meine kalte Dusche.“
„Noch ein Kommentar über diese Dusche und ich leiste dir dabei Gesellschaft“, warnte er sie scherzend und Nora zwinkerte ihm keck zu.
„Ist das eine Drohung oder ein Versprechen, Hemmings?“
Fluchend floh er aus dem Badezimmer und ließ Nora untypisch kichernd zurück.

Nora hatte jetzt eigentlich wirklich keinen Bock zurück nach unten in ihr eigenes Zimmer zu gehen, aber früher oder später würde sie Rachel wieder sehen müssen.
Als sie aus dem Bad kam war Luke leider schon gegangen. Andererseits...vermutlich war es ganz gut, dass sie sich nicht noch länger gegenseitig ablenken konnten.
Die Manager sollten am Besten nicht schlecht auf Nora zu sprechen zu sein, sonst würden sie Luke am Ende noch verbieten, sich mit ihr zu treffen.
Vielleicht würde Luke das aber auch gar nicht stören?
Über sich selbst die Augen verdrehend langte sie nach ihrem Handy und schob es sich in die Hosentasche, dann wuschelte sie sich durch die noch feuchten Haare und versuchte eine annehmbare Frisur hinzukriegen.
Luke hatte sie gerne um sich und das konnte sie auch ruhig vor sich selbst zugeben.
Es machte sie glücklich.
Genauso wie sie sich eingestanden hatte, dass sie in Luke verliebt war, konnte sie sich sicher sein, dass er zumindest etwas Ähnliches für sie empfand. So viel stand fest.
Vielleicht war es keine Liebe, aber vielleicht war das ja auch okay so.
Wenn es jetzt mit Luke immer so sein würde wie die letzten paar Stunden dann war sie völlig zufrieden damit. Dafür brauchte sie keine schnulzige Liebeserklärung, außerdem erschien ihr Luke auch nicht gerade wie der Typ dafür. Geschweige denn sie selbst.
Schließlich drückte Nora sich nicht länger davor, das Zimmer und die irgendwie gemütliche Atmosphäre zu verlassen. Das hatte ja auch keinen Sinn.
Sie schlich mindestens so raffiniert wie einer dieser verrückten Fans aus Lukes Zimmer und durch den breiten Gang, dann huschte sie schnell ins Treppenhaus und zischte die ersten paar Treppen hinunter, bevor sie in ein gemütliches Tempo verfiel um keine Aufmerksamkeit zu erregen.
Wow, echt professionell, dachte sie ironisch und unterdrückte ein Seufzen über sich selbst.
Komischerweise freute sie sich schon richtig darauf, die Jungs bald wieder zu sehen – nicht nur Luke, zu ihrer eigenen Überraschung. (Die kalte Dusche schien doch etwas geholfen zu haben.)
Irgendwie hatte sie jetzt richtig Lust dazu mit den Jungs herumzublödeln und sich ein bisschen zum Affen zu machen. Beim Gedanken an das vermutlich eher ernste, wenn nicht sogar dramatische Zusammentreffen mit Rachel ließ ihr die Gegenwart der Chaotenbande nur noch verlockender erscheinen...
Mein Gott, ich hab echt Schiss vor Ray oder? Nora musste über sich selber lachen und öffnete dann schwungvoll die Tür zu dem Stockwerk, in dem das Zimmer von Rachel und ihr war.
Etwas weniger schwungvoll öffnete sie auch die Zimmertür und hielt gespannt die Luft an, aber sie bekam überhaupt keine Reaktion.
Zaghaft schloss sie die Tür hinter sich und trat sich die Schuhe von den Füßen, dann blieb sie ein wenig zögernd stehen.
Rachel lag auf ihrem Bett, das Handy in der Hand und Nora keines Blickes würdigend.
„Hallo“, begrüßte sie die Blondine vorsichtig und bekam als Antwort nur ein knappes Nicken.
Augenverdrehend ließ Nora sich auf ihre eigenes Bett fallen und betrachtete Rachel einen Moment von der Seite. „Hör mal, wegen gestern...“, begann sie, aber Rachel wollte ihr ganz offensichtlich nicht zuhören.
„Nora, nichts für ungut, aber ich will wirklich nicht darüber reden“, fuhr sie ihr genervt über den Mund und die Schwarzhaarige verstummte.
Naja, versuchen kann man es ja, dachte sie dann und widmete sich schulterzuckend ihrem Handy.
Einen Augenblick starrte sie noch sinnlos auf den Startbildschirm, dann schob sie das Smartphone zurück in ihre Hosentasche, stand auf und ging ins Bad um Rachels wortkarger Gesellschaft zu entkommen. Das war ja geradezu unheimlich...!
Ihre beste Freundin, die Quasselstrippe schlechthin, bestrafte sie mit eisigem Schweigen. Nora überlegte, sich bei ihr zu entschuldigen, aber dann erinnerte sie sich wieder daran, wie der Versuch mit Rachel zu reden vorhin schon kläglich gescheitert war und sie ließ den Gedanken wieder fallen.
Sollte sie doch erstmal beleidigt spielen, wenn es ihr danach besser ging...bitte.
Andererseits machte Nora sich Sorgen um sie. Immerhin bestand ja durchaus die Möglichkeit, dass Samuel Ray wirklich betrogen hatte...seufzend griff Nora nach ihrer Zahnbürste und gab einen großzügigen Klecks Zahnpasta darauf.
Gott sei Dank war sie heute relativ früh für die Arbeit eingeteilt, das hieß, die Aufräumarbeit nach dem Konzert blieb ihr erspart und sie würde hoffentlich Schlaf aufholen können. Außerdem hätte sie dann etwas zu tun und ihre Gedanken wären nicht ständig damit beschäftigt, sich im Kreis zu drehen.
Damit wäre bestimmt allen geholfen.

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Hey Brownies!
Tut mir schrecklich Leid, dass es so lange gedauert hat!
Ich hatte das Kapitel eigentlich schon so gut wie fertig, aber sobald Luke weg war, war ich komplett einfallslos XD
Naja, aber jetzt ist mir endlich was eingefallen und hier habt ihr euer neues Kapitel! ^^
Hoffe es hat euch gefallen :)
lG Schoko <3 ^^
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