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It's a love-hate-thing

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Ashton Irwin Luke Hemmings OC (Own Character)
28.09.2015
04.09.2017
67
249.552
21
Alle Kapitel
126 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
13.02.2017 3.920
 
Hey Brownies!
Das Kapitel ist mir so leicht von der Hand gegangen, dass ich es jetzt schon fertig habe und ich ernenne es hiermit offiziell zu einem meiner Lieblingskapitel :D
Hoffe es gefällt euch genauso sehr wie mir, denn mal ganz ehrlich: Wer von euch hat NICHT auf dieses Kapitel gewartet? ;D
Ich hab es jedenfalls und ich bin froh, dass es jetzt endlich so weit ist :)
Okay, jetzt lasse ich euch aber in Ruhe lesen.

Warnung: LORA!! (Sehr viel Lora!)

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Kapitel Dreiundsechzig - „Aber sag später nicht, ich hätte dich nicht gewarnt.“


Zugegeben, Nora war neugierig, was dieses Mal passieren würde.
Wenn sie sich mit Ashton traf, fragte sie sich so etwas nie. Es war jedesmal nett mit Ash, es gab immer etwas zu lachen und ihnen fiel immer etwas zu tun ein.
Mit Luke war es komplizierter.
Jetzt wo sie nicht mehr „verfeindet“ waren und die ganze Zeit stritten, war Nora sich nicht sicher, wohin das Ganze führen würde. Allerdings musste sie zugeben, dass sie nichts dagegen hätte, erneut mit Luke auf Tuchfühlung zu gehen – was auch immer das über sie aussagte.
Sie mochteLukes Nähe, auch wenn er sie nervös machte und sie neuerdings überhaupt nicht mehr wusste, wie sie mit ihm umgehen sollte.
Immerhin hatte sie ihn bis jetzt die meiste Zeit einfach angefaucht und das ging jetzt nicht mehr so einfach, weil Luke sich zusammennahm, um sie nicht mehr zu provozieren und sie selbst sich am Riemen riss um nicht wegen jeder klitzekleinen Bemerkung empfindlich zu reagieren.
Denn Luke hatte Recht, wenn Ashton einen Scherz auf ihre Kosten machte nahm sie ihm das nicht gleich übel. Luke hatte bis jetzt immer nur den Hauch einer Andeutung machen müssen und schon war sie eingeschnappt gewesen.
Es wunderte sie immer mehr, dass sie ihn noch nicht verjagt hatte.
Sie lehnte sich gegen die Feuertür und betrat das 7. Stockwerk. Irgendwo hier müsste Lukes Zimmer sein.
Sie suchte einen Augenblick, bei jedem Geräusch zusammenzuckend, weil sie Angst hatte erwischt zu werden. Immerhin hatte sie keine glaubwürdige Erklärung dafür, in diesem Stock zu sein und sie wusste auch nicht, wie tolerant die Manager mit den Beziehungen der Jungs waren.
Und die Sache mit Luke war immer noch ein empfindliches Thema, dafür könnte sie nämlich wirklich den Job verlieren.
Schließlich fand Nora doch noch zu Lukes Zimmer und klopfte leise, um niemanden im Gang auf sich aufmerksam zu machen. Langsam wurde sie echt paranoid.
Es dauerte kaum eine halbe Minute bis Luke ihr die Tür öffnete und sie angrinste. „Hey Kleines.“
„Hi Luke. Ich dachte ich komm' dich mal besuchen.“
„Oh, echt? Das freut mich!“ Er biss sich auf die Lippe um sich das Lachen zu verkneifen und Nora betrat lächelnd sein Zimmer.

„Und, wie war dein Tag so?“, fragte Luke, während Nora sich die Schuhe von den Füßen trat.
„Ach, eigentlich echt cool. Ein paar meiner Arbeitskollegen und ich haben beschlossen, jetzt auch eine Band zu gründen. Wir werden sicher berühmter als ihr.“ Sie richtete sich wieder auf und zwinkerte ihm grinsend zu, dann drehte sie sich um und ging den kurzen Gang entlang, der sich am Ende zu einem recht großen Raum ausdehnte.
„Träum weiter, Golden“, neckte er sie und legte sanft eine Hand auf ihren Rücken, um sie weiter in den Raum zu schieben.
„Wie, ist das etwa alles von deinem Zimmer?“, erkundigte sie sich, ohne weiter auf ihn einzugehen. „Das ist ja geradezu winzig.“
„Hast du was anderes erwartet?“
„Naja, bis jetzt wurdet ihr fast immer in riesigen Suiten untergebracht. Es ist ein bisschen ungewöhnlich, dass das Zimmer so...„klein“ ist.“
„Ist ja auch ein Einzelzimmer. Willst du was zu trinken?“
„Hast du irgendwas mit Zucker?“, fragte sie und sah sich weiter im Zimmer um. Das war alles was sie von ihrer Nervosität ablenkte, deshalb beschäftigte sie sich so ausführlich damit. „Ich hab irgendwie überhaupt keine Kraft mehr.“
„Musstest du etwa wieder Schwerstarbeit leisten?“, zog er sie lächelnd auf und öffnete den kleinen Kühlschrank, der in einem Regal eingebaut war. „Ich hab Eistee da.“
„Oh klasse.“ Dankend nahm sie das Glas an, das er ihr mit dem süßen Getränk aufgefüllt hatte. Luke ließ sich auf das Bett fallen, das den Raum zum Großteil ausfüllte und sah ihr dabei zu, wie sie sich an ihrem Glas festhielt und den Blick durch das Zimmer wandern ließ. Schließlich blieb sie an dem großen Fenster hängen und ging darauf zu.
„Oh“, machte sie und lehnte sich weiter vor. „Jetzt versteh ich, warum das Zimmer so ungewöhnlich klein ist. Es ist die Aussicht, stimmt's?“
„Erwischt.“
Lächelnd drehte sie sich wieder zu ihm um und ihre Blicke verhakten sich für einen Moment ineinander. Noras Herz machte einen Satz und plötzlich wurde ihr ganz warm.
Das war's dann wohl damit, die Nervosität zu verdrängen. Sie hob das Glas an ihre Lippen und trank ein paar Schlucke von dem Eistee, um einen Grund zu haben, den Blick zu senken.

„Willst du echt die ganze Zeit da steif am Fenster stehen bleiben?“, fragte er nach einer Weile und als sie ihn nur fragend anschaute, klopfte er auf den Platz neben sich. „Ich beiße nicht.“
Sofort sprang das Lächeln auf seinen Lippen auf ihre über und sie verdrehte die Augen.
„Das hatten wir doch schonmal.“ Sie stellte das Glas auf dem Nachttisch neben dem Bett ab und gesellte sich zu ihm.
Während Luke entspannt auf dem Bett lag, rutschte Nora weiter nach oben, bis sie sich mit dem Rücken an das Kopfteil lehnen konnte und direkt auf Luke hinunter schaute.
Sie musste das Bedürfnis unterdrücken durch seine Haare zu fahren, aber als Luke sich in ihre Richtung drehte und ihre Hand in seine nahm, um mit ihren Fingern zu spielen, gab sie einfach nach.
Mit ihrer freien Hand strich sie ihm die blonden Fransen aus der Stirn und fuhr dann einfach weiter durch seine Haare. Luke lächelte, sagte aber nichts dazu.
„Und wie war dein Tag?“, fragte sie schließlich, sobald sie sich wieder erinnerte, dass sie auch etwas sagen musste, wenn sie ihn nicht wie ein Schaf anstarren wollte.
„Ein bisschen stressig“, gab er zu. „Wir sind fast zu spät zum Soundcheck gekommen, was Marcus gar nicht witzig gefunden hat und ich hab sowieso nicht gut geschlafen.“
„Wieso?“, rutschte es ihr heraus, bevor sie sich selbst aufhalten konnte. „Äh, entschuldige, das geht mich nichts an.“
Er linste zu ihr hoch und lächelte sie beinahe nachsichtig an. „Ich kann im Tourbus nicht gut schlafen. Ich weiß nicht genau wieso, aber irgendwie habe ich da häufiger Alpträume als in einem normalen Bett.“
Sie kaute auf ihrer Lippe herum und strich weiter durch seine Haare, während sie mit sich haderte.
„Spuck's schon aus“, meinte er schließlich belustigt und stupste sie leicht in die Seite.
„Alpträume wie die, als ich damals eine Nacht im Tourbus war?“
„Da wo ich dich als Kuscheltier missbraucht habe?“, hakte er nach und Nora nickte lächelnd.
„Jaa...“ Luke seufzte und verschränkte seine Finger mit ihren.
Auf einen Schlag war Nora wieder nervös. Sie benahm sich ja fast, als wäre sie mit Luke zusammen.
Und obwohl sie zugeben musste, dass sie nichts gegen die Vorstellung hatte, machte es ihr trotzdem  Angst, da sie nicht wusste, wie Luke dazu stand.
„Du musst es mir nicht erzählen“, sagte sie leise, als sie eine Weile nur geschwiegen hatten. Sie begann wieder ihm durch die Haare zu streichen und Luke schloss die Augen.
„Hm“, brummte er. „Ich glaube nur nicht, dass du dir das überhaupt anhören willst. Immerhin ist unsere Vorgeschichte nicht die Beste – oder wie war das?“ Er öffnet ein Auge und blinzelte wieder zu ihr hoch.
Noras Bewegungen stockten, dann seufzte sie und rückte von ihm ab. Luke schien kurz davor etwas sagen zu wollen, aber dann rutschte wie weiter nach unten, bis sie sich neben ihn legen konnte und drehte sich mit dem Gesicht zu ihm.
„Ich glaube aber, dass ich es gerne hören würde“, flüsterte sie. Ihre Stimme zitterte ein wenig, weil sie wegen der plötzlichen Nähe wieder ein wenig nervös wurde, aber komischerweise nahm Luke ihr diese Nervosität, als er wieder nach ihrer Hand griff.
„Also gut. Aber sag später nicht, ich hätte dich nicht gewarnt.“
Sie verdrehte die Augen, musste aber trotzdem lächeln. „Versprochen.“

„Weißt du, ich bekomme manchmal einfach Panik. Wir sind jetzt so weit gekommen – mit der Band und allem – und manchmal hab ich einfach Angst, dass es mit einem Schlag einfach vorbei sein wird. Oder dass es bloß ein langer Traum ist und ich irgendwann aufwache und meine drei besten Freunde und all die anderen tollen Menschen gar nicht kennengelernt habe.“
Luke sah Nora wieder in die Augen und lächelte schief. „Besonders diese kleine, kratzbürstige Britin würde ich vermissen.“
Sie lachte auf und tat so, als würde sie ihn nicht ernst nehmen, aber das Blut, dass ihr in die Wangen schoss, verriet sie. Luke richtete den Blick wieder an die Zimmerdecke und sein Gesichtsausdruck wurde nachdenklich. „Und dann denke ich manchmal, dass es anders vielleicht besser wäre. Ich hätte mehr mit meiner Familie zu tun, hätte wahrscheinlich sogar einen Schulabschluss. Wenn das mit der Band irgendwann nicht mehr klappt kriege ich vermutlich nicht mal einen anderen Job als bei...KFC oder so.“
„Naja, ich meine Ashton schien ja sehr zufrieden damit gewesen zu sein“, scherzte Nora und rückte näher an ihn heran. „Du könntest immer noch aufs College gehen, Luke.“
Luke verzog zweifelnd das Gesicht. „Als Ex-Mitglied einer berühmten Band? Ich weiß ja nicht, ob das so gut funktionieren würde. Immerhin haben wir auch Fans, die aufs College gehen.“
„Ja, aber erstens würde sich die Aufregung bestimmt wieder legen und zweitens...du kannst ja auch einfach auf das gleiche College gehen wie ich, ich halte dich schon auf dem Boden, damit dir die Beliebtheit nicht zu Kopf steigt.“ Sie grinste ihn an und Luke musste lachen.
„Das kannst du ziemlich gut, das muss ich zugeben. Auf welches College wirst du denn dann gehen, wenn ich fragen darf?“
Er wandte sich ihr nun wieder komplett zu und legte vorsichtig, als hätte er Angst sie zu verschrecken, einen Arm um ihre Taille. Tatsächlich bekam Nora kurzzeitig Herzrasen, beruhigte sich dann aber langsam wieder.
Immerhin war es nicht das erste Mal, dass sie Luke so nahe war – sie war ihm sogar schon viel näher gewesen. Das Ungewöhnliche war nur, dass sie diesmal einfach nur mit ihm redete. Und sie war beeindruckt, dass Luke ihr seine Ängste anvertraut hatte.
Das brachte sie selbst dazu, ihm etwas anvertrauen zu wollen. Luke war nicht mehr das Arschloch, als das er sich ausgegeben hatte. Hatte sie sich das nicht die ganze Zeit gewünscht?

„Naja, ich hab letztes Jahr, als ich noch in Cambridge war, schon ein paar Bewerbungen für Colleges und Universitäten rausgeschickt, weil meine Mum mich dazu gedrängt hat...und naja, ich habe schon einen Favoriten.“
„Der da wäre?“
Nora seufzte. „Die Anglia Ruskin University. Und besonders jetzt, wo ich den Job hier mit euch auf Tour habe, würde ich noch mehr für diese Uni tendieren, da sie viele Möglichkeiten anbietet, sich in die Richtung Musiktechnik weiterzubilden. Das Problem ist nur, dass sie in Cambridge ist. Und es ist nur so kompliziert geworden, weil ich jetzt in London lebe und mit meinem Dad auch eigentlich alles super ist...und meine Freunde sind alle dort. In Cambridge habe ich doch niemanden mehr, mit dem ich noch Kontakt habe.“
„Hast du schon eine Zusage bekommen?“
„Nein, Gott sei Dank. Dann müsste ich mich ja wirklich damit auseinandersetzen“, murmelte sie und Luke lachte leise.
„Du solltest immer das tun, was für dich selbst am Besten ist. So traurig es sich auch anhört, Freundschaften halten nicht ewig. Und wenn es echte Freunde sind, dann wirst du sie auch behalten. Ich meine, schau uns an: Hätten die Jungs und ich damals nicht mit dieser Band angefangen, wären wir jetzt nicht hier. Und wenn du dich nicht für diese Stelle beworben hättest, würdest du jetzt nicht in meinem Bett liegen. Und ich meine, das ist schon ein Meilenstein auf einem Lebensweg.“
„Was, mit dir im Bett zu liegen?“, spottete sie und winkte lachend ab. „Das hab ich doch längst abgehakt, Hemmings. Das Kapitel „Groupie“ ist schon lange abgeschlossen.“
„Ach echt?“ Grinsend schüttelte er den Kopf. „Jedenfalls würde ich mir an deiner Stelle keinen so großen Kopf darum machen. Immerhin willst du wirklich auf diese Uni gehen, also wenn du die Zusage dafür bekommst, sollte dich nichts davon abhalten. Dein Dad unterstützt dich bestimmt, und deine Freunde...wenn sie etwas taugen, werden sie auch hinter dir stehen. Ash und du seid immerhin auch beste Freunde, obwohl er bis Anfang der Tour in Sydney war und ihr euch nur über Skype unterhalten habt.“
„Und gestritten“, warf Nora ein.
„Was das Dream-Team hat gestritten? Das will ich jetzt genauer wissen“, forderte Luke verblüfft.
Und so erzählte Nora ihm von dem ersten Streit, den sie mit Ash hatte, als er sie nach Australien einladen hatte wollen und sie abgelehnt hatte.
„Eigentlich war es ziemlich lächerlich“, endete sie ihre Erzählung und zuckte mit den Schultern. „Aber ich denke das gehört auch mal dazu.“

Sie lagen ewig nebeneinander im Bett und redeten stundenlang. Irgendwann hörte Nora damit auf, die Situation analysieren zu wollen und genoss es einfach.
Es war schön, sich mit Luke zu unterhalten und Scherze zu machen, ohne das einer von ihnen wütend wurde. Wenn sie ehrlich war, wollte sie am Liebsten einfach die Zeit anhalten.
Sie rutschten immer wieder hin und her, aber am Ende hatte Luke einen Arm um Nora geschlungen und sie lag fast komplett auf ihm. Während sie abwesend Muster auf seinen Oberkörper zeichnete spielte er mit ihren Haaren und erzählte ihr witzige Geschichten aus seiner Kindheit.
Im Gegenzug dazu gab Nora Dinge von sich Preis, die sie noch nicht einmal Ashton oder Rachel erzählt hatte. Auch von dem Streit mit Ray berichtete sie ihm und zu ihrer Überraschung war Luke total auf ihrer Seite. Er regte sich sogar über Rachels Reaktion auf und versicherte Nora mehrmals, das sie nichts falsch gemacht hatte.
Dabei war ihr schon wieder ganz warm geworden und in ihrem Bauch war ein kribbelndes Gefühl von Glück entstanden und hatte sie zum Lächeln gebracht.
Mittlerweile waren ihren Worte weniger und leiser geworden und sie genossen einfach die Nähe des anderen. Nora wurde mit der Zeit schläfrig und sie kuschelte sich näher an Luke, der als Reaktion darauf den Arm enger um sie schlang.
„Bist du müde?“, murmelte er und sie bildete sich ein, seine Lippen auf ihrem Kopf zu spüren.
„Ein wenig“, antwortete sie und musste prompt ein Gähnen unterdrücken.
„Du kannst hier schlafen, wenn du willst.“
Ob dieses Angebots machte ihr Herz schon wieder einen lächerlichen Hüpfer und die Nervosität kehrte zurück, aber dann nickte sie lächelnd. „Danke.“
Luke gähnte nun ebenfalls und streckte sich, woraufhin Nora sich aufrichtete.
„Dann such ich dir Sachen zum Schlafen raus? Das Bad ist da hinten, gleich neben der Zimmertür.“
„Alles klar, danke.“ Sie lächelte ihn an und Luke erstarrte mitten in seiner Bewegung.
Ihre Blickte verhakten sich erneut ineinander und sie starrten sich beide gleichermaßen verwundert an.
Nora wagte es nicht sich auch nur das kleinste Bisschen zu rühren und sie zitterte beinahe vor unterdrückter Anspannung.
Schließlich, endlich, lehnte Luke sich vor und näherte sich ihr beinahe unerträglich langsam.
Kurz vor ihr hielt er nochmal inne und Nora ergriff die Initiative und überbrückte den letzten Abstand zwischen ihnen, indem sie die Lippen sanft aus seine drückte.
Der Kuss blieb langsam und süß, sodass das Kribbeln sich in voller Intensität in Noras Körper ausbreiten konnte. Leider benötigten sie immer noch Sauerstoff und nur deshalb lösten sie sich wieder voneinander.
Sie hielten den Blickkontakt weiter und Luke schien in Noras Augen nach irgendetwas zu suchen, aber sie schenkte ihm nur ein warmes Lächeln und stand auf.
„Bin gleich wieder da“, versprach sie und schwebte dann förmlich ins Badezimmer.
Ja, Luke war auch nach Schweben zumute.

„Nora?“
Sie zuckte zusammen und riss endlich den Blick von ihrem Spiegelbild los. Sie sah aus wie ein völlig fremder Mensch.
Das seltsame Glitzern in ihren Augen, ihre roten Wangen, das leicht dümmliche Lächeln auf ihrem Gesicht, das alles war ihr fremd.
Das Kribbeln in ihrem Körper und dieses Bedürfnis vor lauter Glück einfach loszulachen, war ihr fremd.
Gut, nicht völlig fremd. Vor Jahren, als sie und David frisch verliebt gewesen waren, da hatte sie sich ähnlich gefühlt, aber sie hatte völlig vergessen, wie wunderbar es sich anfühlte.
Nora öffnete die Tür und der Grund für das fremde Gefühl, das durch ihren Körper rauschte, stand ihr gegenüber, mit einem Lächeln im Gesicht, das dem ihren gar nicht mal unähnlich war. „Das ist ein T-Shirt von mir und eine Boxershorts...passt das?“
„Ich nehm nur das Shirt“, beschloss sie und er reichte es ihr.
„Alles klar. Brauchst du sonst noch irgendwas?“
„Mmm“, machte sie und sah sich kurz im Bad um, dann schüttelte sie den Kopf. „Nein, ich glaube ich komme klar. Danke.“
Er lächelte sie, mit dem sonst so seltenen sanften Ausdruck in seinen Augen, an und hätte Nora sich nicht längst in ihn verliebt, dann wäre es spätestens jetzt passiert.
Das machte das ganze Drama wieder wett. Alle verletzenden Dinge die Luke gesagt und getan hatte schienen plötzlich unwichtig zu werden.
Das hier war der Luke, in den Nora sich verliebt hatte und so wie es aussah, empfand er etwas Ähnliches für sie.
Ihre Mundwinkel schmerzten schon fast von dem riesigen Lächeln, das mittlerweile auf ihren Zügen lag.
„Danke“, sagte sie nochmal und Luke lachte leise, was seine Augen aufblitzen ließ.
„Gern geschehen. Mann, ich sollte dir öfter ein T-Shirt von mir geben, wenn du mich dann jedesmal so anlächelst“, scherzte er und sie scheuchte ihn lachend hinaus.
Oh Gott. Sie war echt hoffnungslos verknallt oder?

Als Nora aus dem Bad kam war sie wieder ein bisschen nervös, aber das verflog schnell, als Luke von seinem Handy aufsah und sie angrinste.
„Sexy.“
„Sei still“, lachte sie und legte ihre Klamotten auf die Ablage neben dem Bett. „Wie spät ist es eigentlich?“
„Keine Ahnung, ähm...oh.“ Er tauschte einen Blick mit Nora und prustete dann los.
„Was?“, fragte sie verwirrt und als er nicht antwortete sprang sie in einem kurzen Anflug von Übermut auf das Bett. „Was ist? Warum lachst du?“
Statt einer Antwort zeigte er ihr sein Handy und deutete auf die Uhrzeit. Nora machte große Augen und dann entkam ihr ebenfalls ein Lachen.
„Wir haben viereinhalb Stunden geredet?“, fragte sie verblüfft und Luke zuckte grinsend mit den Schultern.
„Sieht ganz so aus. Du hast vorhin übrigens ne Nachricht bekommen.“
„Oh, echt?“ Sie streckte sich und griff nach dem Handy, das sie neben das Eisteeglas auf dem Nachttisch gelegt hatte. Luke störte es kein bisschen, dass Nora ihr Handy scheinbar interessanter fand als ihn, denn sein Blick klebte an dem Streifen nackter Haut auf Noras Bauch, den das Shirt eben freigegeben hatte.
Nora presste die Lippen fest aufeinander und seufzte leise, was Luke dazu brachte, ihr wieder ins Gesicht zu schauen.
„Was ist los?“, fragte er und stützte sich auf einem Arm ab, sodass er sie besser anschauen konnte.
Noras erster Gedanke war alles abzustreiten, aber den verwarf sie schnell wieder. Sie legte das Handy beiseite und ließ sich neben Luke fallen. „Rachel“, antwortete sie. „Sie will wissen wo ich stecke.“
Er runzelte die Stirn und legte seinen rechten Arm über sie, sodass er auf ihrem Bauch ruhte. „Und jetzt?“
Nora zuckte mit den Schultern. „Naja, ich werde ihr antworten müssen. Ich will nicht, dass sie sich Sorgen macht.“
„Willst du dann doch in deinem Zimmer schlafen?“
Luke versuchte gar nicht erst seinen Unmut zu verstecken und Nora wurde schon wieder ganz warm.
„Nein, ich würde gerne hierbleiben. Außerdem bin ich jetzt auch viel zu müde...und hier ist es ziemlich gemütlich.“
Er musste über ihren neckenden Unterton lachen und ließ sich scheinbar kraftlos neben sie fallen. „Du machst mich fertig.“
„Mach ich doch gerne“, erwiderte sie prompt und küsste ihn auf die Nasenspitze, was ihn überrascht blinzeln ließ.
Nora griff wieder nach ihrem Handy und tippte eine kurze Antwort an Rachel ein, wurde aber kurz abgelenkt, als Luke den Arm von ihr nahm und aufstand. „Was machst du?“, fragte sie sofort.
Luke grinste, deutlich zufrieden mit ihrer Reaktion. „Naja, ich ziehe mich um. Es ist nicht besonders bequem in den ganzen Klamotten zu schlafen, Kleines.“
Sie ging nicht weiter darauf ein sondern widmete sich mit roten Wangen wieder ihrem Handy.
Eine Bewegung aus dem Augenwinkel erregte schon wieder ihre Aufmerksamkeit und ihr Herz machte einen Satz, als sie sah, wie Luke sich das Shirt über den Kopf zog.
Sie musste schwer schlucken und ihr Kopf war plötzlich wie leergefegt, was wahrscheinlich auch der Grund war, wieso sie den Blick nicht von seinem nackten Oberkörper lösen.
„Sag mal, hast du trainiert?“, fragte sie und ärgerte sich noch im selben Moment darüber, dass ihre Stimme so dünn klang.
„Jep.“ Stolz ließ Luke seine Muskeln spielen und unter Noras bewundernden Blicken schwoll seine Brust gleich noch mehr an.
„Fertig mit starren?“, zog er sie schließlich auf und Nora zuckte zusammen.
„Oh Gott“, stöhnte sie auf und schlug die Hände vor ihr brennendes Gesicht. Dann stieß sie die Luft wieder aus und lachte auf. „Können wir das bitte vergessen?“
„Nein“, protestierte Luke. „Ich werde gerne von dir angestarrt, bitte, tu dir keinen Zwang an!“
Sie linste zwischen ihren Fingern hindurch und sah ihn abschätzend an, dann lachten sie beide los.

Nora schaltete ihr Handy auf stumm und legte sich dann unter die Decke.
„Hast du morgen irgendeinen Termin, bei dem du in aller Hergottsfrühe aufstehen musst?“, wollte sie wissen und hielt sich die Hand vor den Mund, als ihr ein Gähnen entwischte.
„Hm, gute Frage.“ Er sah kurz seinen Kalender im Handy durch und Nora kam nicht umhin ihn dabei erneut anzustarren.
„Nein, alles sicher“, teilte er ihr mit und ließ sich mit Schwung auf seine Bettseite fallen. „Der nächste Termin ist erst nach Mittag.“
„Gut“, meinte sie und gähnte wiederholt, womit sie Luke ansteckte.
Er stand nochmal auf, löschte das Licht und tastete sich dann einen Weg zum Bett zurück. Er schlüpfte unter die Bettdecke, worauf Nora ein kalter Luftzug begrüßte und sie frösteln ließ.
„Hey, lass mir auch noch was von der Decke“, beschwerte sie sich und Luke lachte.
„Dann komm her.“
Das alles machte Nora unsicher. Das war neues Terrain, mit Luke einfach so im Bett zu liegen.
Das einzige Mal als das passiert war, war im Tourbus gewesen, als sie noch halb geschlafen hatte.
Und da hatte sie sich auch noch nicht so gut mit Luke verstanden. War sie damals überhaupt schon in ihn verliebt gewesen? Sie wusste es nicht mehr.
Die Gedanken beiseite schiebend rutschte sie näher an den Blonden heran, der die Decke über ihnen ausbreitete und dann einen Arm um Nora schlang.
Sofort wurde ihr angenehm warm und ein Lächeln schlich sich auf ihre Lippen. „Luke?“
„Hm?“
Sie hob eine Hand und legte sie überraschend zielsicher auf seine Wange. Sobald sie dadurch wieder ein wenig Orientierung hatte streckte sie sich und küsste ihn sanft auf die Lippen – gut zuerst traf sie nicht ganz genau, aber sie Luke zog sie einfach noch ein bisschen weiter hoch, damit sie sich wirklich küssen konnten.
Zufrieden mit sich kuschelte sie sich danach wieder an ihn und schloss die Augen. „Gute Nacht, Luke.“
Es dauerte einen Moment, dann erwiderte Luke es, aber das bekam Nora schon fast nicht mehr mit.

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...ich traue mich fast zu wetten, dass die Meisten was anderes erwartet haben ;D
Hoffe euch hat's gefallen ^^
lG Schoko <3
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