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It's a love-hate-thing

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Ashton Irwin Luke Hemmings OC (Own Character)
28.09.2015
04.09.2017
67
249.552
22
Alle Kapitel
126 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
12.02.2017 3.533
 
Hey Brownies! ^^
Wie ihr seht, hab ich den Titel jetzt von "Job and Love?" zu "It's a love-hate-thing" umgeändert.
Irgendwie fand ich das schon ziemlich passend... ;D
Ich hoffe euch gefällt das Kapitel, war diesmal ja eine recht annehmbare Wartezeit. (Ich hab mich auch bemüht XD)
lG Schoko <3 ^^

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Kapitel Zweiundsechzig - „Oh Mann, jetzt komme ich mir langsam echt wie eine Beziehungsexpertin vor.“


„Rückst du jetzt endlich mit der Sprache raus?“, scherzte Rachel und ließ sich auf eines der Betten fallen.
Nora schloss die Tür des Hotelzimmers hinter sich und musste erstmal schwer schlucken. „Ja...tu ich“, murmelte sie, nicht unbedingt motiviert. Sie hatte niemals so eine Nachricht überbringen wollen müssen, besonders nicht ihrer besten Freundin.
Rachel war ein leidenschaftlicher Mensch, keine Frage. Sie liebte Samuel mit allem, was sie hatte, einer der Gründe, warum sie so am Boden zerstört war, als sie sich mit ihm gestritten hatte.
Nora wollte sich gar nicht vorstellen, wie sie jetzt reagieren würde.
„Dann mach es nicht so spannend.“ Ray schien zu ahnen, dass sie keine erfreulichen Neuigkeiten erwarteten, zumindest ließ ihr Gesichtsausdruck darauf schließen.
Noras Handy klingelte, um ihr den Erhalt einer neuen Nachricht anzuzeigen, aber sie stellte lediglich den Ton ab, bevor sie sich neben Rachel auf das Bett fallen ließ.
„Ich hab vorhin mit Mase telefoniert, meinem Arbeitskollegen bei Technik-Stop.“
„Aha...und?“ Verwirrt runzelte Ray die Stirn und drehte sich mehr in ihre Richtung.
Nora musste den Drang unterdrücken ihrem Blick auszuweichen und riss sich zusammen. „Naja und er hat mir etwas erzählt...Neulich hat er in einer Bar Samuel getroffen.“
Die Blondine wurde blass, als ahnte sie bereits, was folgen würde und Nora musste bei ihrem Anblick wieder gegen die aufsteigende Übelkeit ankämpfen.
„Na und?“ Rachel lachte nervös. „Das ist ja kein Verbrechen.“
„Ray, er war nicht allein. Er hatte ein Mädchen dabei und...Mase sagte, sie sind sich ziemlich...nahe gekommen.“
Nora biss sich auf die Unterlippe und musterte ihre beste Freundin, die sie fassungslos anstarrte.
„Oh Ray, es tut mir so Leid“, flüsterte sie und rutschte näher zu ihr, aber Rachel hielt sie mit dem Arm auf Abstand und schüttelte den Kopf.
„Nein, ich glaube dir nicht.“
„Ray-...“
„Nein!“ Die Blondine sprang auf und funkelte Nora wütend an. „Samuel würde so etwas nie tun, das weiß ich. Dieser Mase hatte vielleicht einfach keine Augen im Kopf, aber ich weiß mit Sicherheit, dass das nicht Samuel war. Niemals.“
„Mase war sich aber-...“
„Es ist mir egal!“, fauchte Rachel und blinzelte ungehalten die Tränen zurück, die ihr in die Augen stiegen. Nur das hielt Nora davon ab, ebenfalls wütend zu werden. „Hörst du? Es ist mir scheißegal, was dein Mase dazu sagt! Ich vertraue Samuel und ich weiß, dass es sich dabei nur um eine Verwechslung handeln kann.“
„Okay“, gab Nora zögernd nach. „Du hast Recht, es könnte auch ein Irrtum sein. Aber...es könnte genauso gut wahr sein.“
„Lügnerin! Auf welcher Seite stehst du, verdammt? Und du nennst dich beste Freundin? Ha!“
Nora fiel fast die Kinnlade auf den Boden und jetzt stand sie ebenfalls auf. „Ja, Rachel, das tue ich. Ich dachte, ich erzähle dir davon, damit du Bescheid weißt. Wenn du dir sicher bist, dass Samuel nichts in der Art getan hat, gut. Du kennst ihn besser als ich oder Mase. Tatsache ist aber, dass Mason nun mal vor Ort war. Wenn du also mit deinem Freund darüber reden möchtest, dann-...“
„Muss ich nicht“, unterbrach Rachel sie grob. „Ich weiß, dass er nicht getan hat, für was auch immer ihr ihn beschuldigt.“
„Mein Gott, Ray! Das sollte doch keine Anklage sein, ich wollte dir das lediglich nicht unterschlagen, deshalb musst du mich nicht gleich anschreien.“
„Du redest Bullshit, deshalb schreie ich!“, fuhr Rachel sie an und Nora zuckte zusammen. „Und du stehst nicht hinter mir, wie ich das für dich tun würde! Was bist du überhaupt für eine Freundin? Ich sag's dir, eine Miserable nämlich!“
Damit wirbelte sie herum, stürmte aus dem Zimmer und schlug dabei die Tür mit eindrucksvoller Lautstärke zu.
Geschafft ließ Nora sich zurück auf das Bett fallen. Na, das war ja mal ganz anders verlaufen, als sie gedacht hatte.

Nora Golden / 13:56
Update: Ray glaubt mir nicht.
Ich muss dich schon wieder fragen, Mase: Bist du
dir wirklich sicher, dass das Samuel war?


Ihr Handy klingelte und Nora ging sofort ran, in der Annahme es sei Mason, der sie zurückrief.
„Golden“, meldete sie sich und setzte schon an los zu plappern, als eine Stimme erklang, die sie nicht erwartet hatte.
„Hey Nora, hier ist Michael!“
„Oh, hey Mikey“, erwiderte sie überrascht. Mit ihm hatte sie nun wirklich nicht gerechnet. Dabei fiel ihr auf, dass sie seit Längerem gar nicht mehr so eng mit Michael war, wie ganz zu Anfang. Irgendwie war sie viel zu sehr beschäftigt mit Luke und sofort drückte sie das schlechte Gewissen. Vielleicht hatte Michael sie ja sogar deswegen angerufen.
„Nora, ich hab ein Problem.“
Oder auch nicht, dachte sie und musste über sich selbst den Kopf schütteln. „Ah ja? Und wie kann ich dir weiterhelfen?“
Und dann fing Michael auch schon an zu erzählen – und zwar lange, laut und zugegeben, in einer ziemlich verwirrenden Reihenfolge. Kurz zusammengefasst ging es jedenfalls darum, dass er mit Leonie geschrieben hatte und scheinbar etwas von sich gegeben hatte, dass er lieber hätte bleiben lassen sollen. Jetzt war Leo sauer und ihr Freund ziemlich verzweifelt. Zumindest verzweifelt genug, um Nora anzurufen, die immerhin nun wirklich keine Beziehungsexpertin war.
Das sagte sie ihm auch gleich, aber er winkte bloß ab.
„Darum geht es auch nicht. Du bist eine Frau, also verstehst du Leo vielleicht besser als ich.“
„Das bezweifle ich, immerhin kennst du sie viel besser.“
„Mann, Nora!“, stöhnte er frustriert. „Du hilfst mir hier nicht wirklich!“
„Ich bin ja auch eine Frau“, prustete sie und hörte ein verzweifeltes Geräusch von Mikey. „Ist ja gut, ich bin jetzt konzentriert.“
Sie räusperte sich vernehmlich und richtete sich auf. „Wo seid ihr überhaupt gerade? Schon im Hotel?“
„Nein“, seufzte Michael, „Immer noch im Bus. Ashton schnarcht mir die Ohren voll.“
„Stimmt überhaupt nicht!“, schrie jemand dumpf und Nora brach wieder in Lachen aus.
Dafür, dass sie gerade einen Streit mit Rachel hinter sich hatte, schafften die Jungs es beträchtlich schnell, ihr wieder gute Laune zu machen.
„Gerade eben hat er noch geschnarcht, ich schwöre es dir-...Aua! Alter, hör auf mich zu schlagen! Und verpiss dich aus meinem Bett-...AUA!“
Nora hielt sich den Bauch, der vom ganzen Lachen schmerzte und ließ sich kraftlos zurück aufs Bett fallen. „Ihr bring mich nochmal um“, keuchte sie und hörte Michael am anderen Ende etwas Unverständliches grummeln.
„Was war das?“
„Nichts!“, rief er etwas zu schnell und sie musste sich erneut das Lachen verkneifen. „Also, hilfst du mir dann?“
„Klar. Kannst du mir nicht einen Screenshot vom Nachrichtenverlauf schicken? Deine Erzählung vorhin war ein bisschen verwirrend.“
„Äh...joa. Warte einen Moment...“
„Mikey?“
„Hm?“
„Du kannst es mir nicht jetzt schicken. Du bist selber am Handy“, erinnerte sie ihn. „Und ich kann's aus dem gleichen Grund nicht anschauen.“
„Okay, dann leg ich jetzt auf, schick es dir kurz und ruf dich danach nochmal an“, schlug er vor, aber Nora verneinte.
„Machen wir es so, ich ruf dich an, sobald ich weiß, was du in ihren Augen falsch gemacht haben könntest. Deal?“
„Deal. Du hast was gut bei mir.“
„Hoffen wir, dass ich dir überhaupt weiterhelfen kann“, brummte sie. Und weil sie es einfach nicht lassen konnte, fügte sie hinzu: „Frag Luke am Besten auch noch um Hilfe, der ist doch der große Frauenversteher unter euch oder nicht?“
Luke?!“ Michael lachte lauthals auf. „Reden wir beide vom gleichen Luke?“
Sie kicherte ebenfalls und verabschiedete sich dann von Michael.

Wenig später war sie immer noch nicht schlauer als zuvor, obwohl sie schon seit einer gefühlten Ewigkeit auf den Nachrichtenverlauf von Michael und Leonie starrte. Sie wusste wirklich nicht genau, was Michael falsch gemacht haben könnte, auch nicht, nachdem sie zum bestimmt zehnten Mal drüber gelesen hatte.
Also öffnete sie seufzend WhatsApp wieder und tippte auf den kleinen Telefonhörer, der so furchtbar nervig war, wenn man eigentlich nur heimlich auf das Profilbild der Person klicken wollte. Nora war froh, dass ihr das mit Luke noch nicht passiert war.
Sie wartete, bis das regelmäßige Tuten in der Leitung verschwand und sie Michaels Stimme hörte.
„Und? Was hab ich gemacht?“, fragte er statt einer Begrüßung.
Nora seufzte und fuhr sich durch die nun offenen Haare. „Also, ganz ehrlich-...“
„Was?“, unterbrach er sie. „Hallo? Nora? Bist du noch dran?“
„Ja, bin ich“, antwortete sie verwirrt. „Was ist los?“
„Hallo? Mist.“ Es rauschte kurz in der Leitung, dann legte Michael auf.
Sie hatte kaum Zeit sich darüber zu wundern, als ihr schon ein eingehender Skype-Anruf angezeigt wurde. Sie tippte auf Annehmen und wurde mit Michaels Gesicht begrüßt. Schnell aktivierte sie ebenfalls die Kamera und winkte dann in den Bildschirm. „So besser?“
Der Gitarrist atmete erleichtert auf und grinste in die Kamera. „Sorry, WhatsApp hat sich gerade aufgehängt. Hoffe, damit klappt es jetzt. Also, auf was bist du gekommen?“
Bevor Nora antworten konnte ließ sich plötzlich Calum neben Michael fallen und auf der anderen Seite platzte Ashton ins Bild, während Luke von weiter oben in den Bildschirm linste.
„Eh, was soll das?“, beschwerte Michael sich sofort, wurde aber erstmal ignoriert.
„Hi Nora“, begrüßten die drei Neuankömmlinge sie eintönig und sie musste lachen.
„Hey Jungs. Wie geht’s euch?“
„Schrecklich. Wir stehen immer noch im Stau“, beschwerte Ash sich.
„Wie spät ist es denn?“, fragte sie stirnrunzelnd. „Ihr müsstet doch eigentlich um 15:00 Uhr Soundcheck haben oder?“
„Es ist halb 2, also noch haben wir keinen Stress“, seufzte Calum, „aber irgendwann will man halt doch mal aus dem Ding hier raus.“
„Und von euch Idioten weg“, merkte Luke grinsend an und zwinkerte Nora zu, die prompt rot anlief.
„Jaja, du mich auch, Arschloch“, schoss Michael zurück. „Und jetzt haut wieder ab, ich und Nora haben ein ernstes Gespräch zu führen.“
„Wissen wir“, warf Cal ein.
„Und wir sind als deine Unterstützung hier“, erklärte Ashton grinsend. „Damit man beide Seiten der Sache beleuchten kann, verstehst du?“
„Das kann ich doch auch alleine mit Nora machen.“
„Nichts gegen dich, Mike, aber du bist jetzt nicht unbedingt unparteiisch“, spottete Luke. „Und Nora kam mir jetzt auch nicht wie die Beziehungsexpertin schlecht hin vor – nichts gegen dich, Kleines.“
„Hattest du überhaupt schon mal einen Freund?“, fiel Calum da ein und Nora verzog das Gesicht.
„Jep, hatte ich. Aber der ist jetzt nicht so wichtig.

„Und ich kann euch nicht wieder loswerden?“, brummte Michael und Calum schüttelte grinsend den Kopf.
„Keine Chance.“
„Na schön. Also Nora, worauf bist du gekommen?“
„Ehrlich gesagt, weiß ich auch nicht genau, was du falsch gemacht hast“, gestand sie verlegen.
„Ernsthaft?“, stöhnte Michael auf und ließ den Kopf hängen. „Was mach ich denn dann?“
„Hast du echt überhaupt keine Ahnung?“, fragte Ash nach und Nora bewegte abwägend den Kopf hin und her.
„Naja, also ich könnte mir noch vorstellen, dass es mit der Bemerkung über eure Fernbeziehung zusammenhängt.“
„Was?“ Skeptisch sah Michael wieder auf und zog eine Augenbraue in die Höhe. „Wann hab ich die Fernbeziehung erwähnt?“
„Gleich am Anfang, das hat irgendwie geklungen, als würdest du es runterspielen“, erklärte Nora vorsichtig.
„Echt? Kein kluger Schachzug, Mike“, mischte Calum sich ein. „Weißt du nicht, wie empfindlich Frauen auf Fernbeziehungen reagieren?“
Nora presste die Lippen fest aufeinander, entschied sich aber dazu, nichts zu sagen. Aber echt.
Männer!
Als Luke ihren Gesichtsausdruck bemerkte brach er lauthals in Lachen aus. „Genau so bringt man eine Frau gegen sich auf, Cal!“, giggelte er und als der ihm nur einen verständnislosen Blick schenkte, deutete auf Nora.
Sie versuchte schleunigst wieder einen neutralen Gesichtsausdruck aufzusetzen, aber so ganz schien es ihr nicht zu gelingen.
„Was? Was hab ich gemacht?“
„Nichts“, sagte Nora schnell. „Du hast nichts gemacht.“
„Ja, es war eher das, was du gesagt hast, wenn du verstehst“, frotzelte Luke und Nora verdrehte demonstrativ die Augen.
Interessiert richtete Michael sich auf. „Warum warst du sauer auf Cal?“
„Ich war nicht sauer auf Cal“, stritt sie sofort ab, aber das schien ihr niemand abzukaufen.
„Oh, puh, da bin ich aber erleichtert“, scherzte der Bassist und brachte sie damit sogar zum Lachen.
„Süße, nimm es mir nicht übel, aber es war ziemlich offensichtlich, dass du was gegen diese Bemerkung hattest“, fiel ihr auch noch Ashton in den Rücken.
Sie wollte es erneut abstreiten, aber dann bemerkte sie Michaels bettelnden Hundeblick und gab seufzend nach.
„Na schön. Den Liebeskummer eines Mädchens bloß auf ihr Geschlecht zu schieben kommt jetzt nicht wirklich so gut an.“
Damit schien sie sich nicht klar genug ausgedrückt zu haben, denn die Jungs schenkten ihr nur verwirrte Blicke – mit Ausnahme von Luke, der grinste verschmitzt.
So seltsam es auch klang, im Moment war es Luke, der sie sofort durchschaute und der sie in Hinsicht ihrer Launen am Besten kannte. Schließlich hatte sie die meistens an ihm ausgelebt und, wenn sie so darüber nachdachte, war sie überrascht, dass er noch nicht genug von ihr hatte.
„Also hört mal, es stimmt schon, dass Frauen immer mehr auf Gefühle fixiert sind als Männer. Immerhin ist deren Gehirn für die Fortpflanzung zuständig.“
Empörte Einwürfe folgten, aber sie bedeutete ihnen schmunzelnd still zu sein.
„Okay, entschuldigt, das konnte ich mir nicht verkneifen. Egal, zurück zum Thema. Eine Fernbeziehung sollte man nicht einfach so als nebensächlich bezeichnen. Und, sei mir nicht böse, Mikey, aber es stimmt schon irgendwie, dass du besser mit der Entfernung zu Leonie klar kommst, als umgekehrt. Erstens bist du – wie schon erwähnt – eben einfach ein Mann, zweitens hast du deine drei besten Freunde hier, die dich auf Trab halten und drittens hast du auch so genug Stress. Konzerte, Aufnahmen im Studio, ständig irgendwelche Interviews, von einem Termin zum nächsten hetzen...das lenkt ziemlich ab. Während Leonie in Sydney sitzt und sich wahrscheinlich nicht so sehr ablenken kann. Dazu kommt noch, dass du ein weltberühmter Rockstar bist, umschwärmt von was weiß ich wie vielen Frauen, die dir während der Tour die ganze Zeit näher sind, als deine eigene Freundin. Und wenn du eure Fernbeziehung dann so als nebensächliche Sache abschiebst, dann könnte sie das schon recht „empfindlich“ aufgefasst haben.“
Luke starrte sie mit großen Augen an und schien jedes ihrer Worte förmlich aufzusaugen, was Nora kurz irritierte, aber dann konzentrierte sie sich wieder auf Michael.
Immerhin war er hier derjenige, der ein Problem hatte.
„Und soll ich mich jetzt bei Leo entschuldigen oder ist das auch wieder nicht Recht?“
Nora verdrehte lächelnd die Augen. „Okay, wir Frauen sind zwar kompliziert, das geb ich zu, aber wir sind kein unlösbares Rätsel. Klar kannst du dich bei ihr entschuldigen, wenn du das für nötig hältst, aber ich würde dir raten, erstmal vorsichtig nachzufragen, weshalb sie denn sauer ist. Formuliere es aber am Besten nicht direkt so, denn wenn sie wirklich sauer ist, könnte sie das eventuell nur wütender machen.“
Michael schnaubte und ließ sich in seinen Sitz zurückfallen, wodurch plötzlich auch Lukes Gesicht dem Bildschirm näher war, da Michael ja das Handy in der Hand hielt. „Von wegen, ihr seid kein unlösbares Rätsel.“
Lächelnd zuckte Nora mit den Schultern. „Wir müssen euch immerhin auf Trab halten.“
Dabei fiel ihr Blick auf Luke, der ihr Lächeln erwiderte und ihr zuzwinkerte, sich dann aber aufrichtete und damit aus dem Bildschirm verschwand. „Ich geh dann mal wieder“, verkündete er.
„Also soll ich zuerst fragen, was mit Leo los ist“, zählte Michael auf, ohne Luke zu beachten, „mich dann bei ihr entschuldigen und sie am Besten gleich wieder einfliegen lassen, damit unsere Fernbeziehung zumindest für eine Weile ohne das „Fern“ ist?“
Nora zuckte erneut mit den Schultern. „Wenn du dich dazu gezwungen fühlst, sie hierzuhaben, dann-...“
„Nein, ich will sie ja hier haben! Aber ich will sie nicht...all dem ausliefern, besonders nachdem jetzt bekannt geworden ist, dass sie meine Freundin ist“, murmelte Michael und Calum klopfte ihm aufmunternd auf die Schulter.
„Dann sag ihr das auch so“, erwiderte Nora. „Ehrlich, alles was Frauen wollen ist eine anständige, ehrliche Erklärung. Wir neigen dazu, alles doppelt und dreifach zu überdenken und im Endeffekt völlig falsche Schlüsse zu ziehen. Wenn du deiner Freundin nicht sagst, dass du gerade einfach keine Zeit zum schreiben hast, weil es echt stressig ist, dann kann sie im schlimmsten Fall denken, dass sie dir lästig ist oder du dir einen anderen Zeitvertreib gesucht hast.“ Nach ihrem kurzen Monolog verzog Nora das Gesicht und lachte. „Oh Mann, jetzt komme ich mir langsam echt wie eine Beziehungsexpertin vor. Mach einfach das, was du für richtig hältst, immerhin bist du auch alleine mit Leonie zusammengekommen. Ich muss jetzt aber langsam in die Gänge kommen, weil ich alles für euren Soundcheck fertigmachen muss.“
„Viel Spaß, Süße“, wünschte Ashton ihr grinsend und stand dann auf, um in die gleiche Richtung zu verschwinden, die Luke genommen hatte.
„Bis bald“, sagte Calum und Michael bedankte sich nochmal bei Nora, bevor er den Anruf beendete.
Nora warf einen Blick auf die Uhr und richtete sich dann seufzend auf. Es war höchste Zeit, dass sie sich einigermaßen zurecht machte und dann an die Arbeit ging.

Nach dem Konzert, das diesmal am Nachmittag statt gefunden hatte, war Nora noch fürs Aufräumen eingeteilt – mal wieder.
Die Jungs hatten die ganze Halle gerockt und Nora war von einem beinahe lächerlichen Stolz erfüllt. Das hatte sie auch gleich in den Gruppenchat von den Jungs und ihr geschrieben, aber bis jetzt hatte sie keine Antwort erhalten.
Immerhin mussten sie erst noch duschen, sich wieder umziehen und dann zurück ins Hotel kommen, wobei auf dem Weg dorthin bestimmt noch hunderte von Fans auf sie warten würden. Wenn sie so darüber nachdachte, fand Nora es plötzlich gar nicht mehr so schlimm, hinterher aufräumen zu müssen. Und heute arbeitete sie immerhin auch nicht bis 1 Uhr morgens, die Sonne schien sogar noch ein bisschen.
„Hey du.“ Jace stupste sie in die Seite und sie lächelte ihn an.
„Hey. Also, packen wir die Sache an?“
„Yeah. Immer ran ans Werk“, scherzte er und tat so, als würde er sich die Ärmel hochkrempeln, was bei seinem T-Shirt nicht möglich war.
Mit neuer Motivation schnappte Nora sich die Kabeltrommel und begann die Kabel wieder aufzurollen, nachdem sie das Durcheinander einigermaßen entwirrt hatte. Dazu musste sie noch das Klebeband, mit dem die Kabel auf dem Boden befestigt waren, entfernen und deswegen immer wieder ihre Arbeit unterbrechen. Aber dann fing Jace an eine fröhliche Melodie vor sich hin zu pfeifen, worüber Phil und Miles sich anfangs beschwerten, aber dann irgendwann lauthals mit grölten.
Lachend stimmte Nora mit ein, was zu einem ziemlich lustigen Bild führte, da sie quer über die Bühne verteilt waren und ziemlich synchron das selbe Lied in komplett falscher Tonlage sangen.
Das führte zur deutlichen Belustigung des „Schlepper“-Teams, als sie auftauchten.
„Was ist denn hier los?“, erkundigte Mike sich und sah sich verwirrt um.
„Wir gründen jetzt selber eine verdammte Band“, verkündete Phil giggelnd.
Oh, Nora war sich sicher, dass es bestimmt einige gegeben hätte, die sich das angetan hätten – alleine wegen Jace und Phil. Die beiden waren wirklich schön anzusehen, selbst Nora musste das zugeben.
„Und du willst in Amerika durchstarten, als Mitglied der Crew einer Boyband?“, frotzelte Lewis und machte sich gleichzeitig daran, das Schlagzeug auseinander zu bauen.
„Wo sonst, Mann, wenn nicht hier?“, fragte Phil sorgenfrei lächelnd.
„Wenn nicht jetzt, wann dann?“, führte Nora den Satz übertrieben dramatisch fort und kicherte, als Jace mitspielte.
„Wenn nicht wir, wer dann?“
„Oh, halt dein Maul“, war Phils Kommentar dazu, aber es schien ihn nicht wirklich zu stören.
„Nora hat angefangen“, verteidigte Jace sich glucksend.
„Wo sind wir denn, im Kindergarten?“, konterte die Schwarzhaarige und streckte ihm die Zunge raus.
„Anscheinend, ja!“, prustete Jace los und Nora stimmte schnell mit ein.
Phil und Miles begannen wieder das Lied von vorhin zu trällern und so ging ihnen die Arbeit gleich viel leichter von der Hand.

Die fröhliche, ausgelassene Stimmung hielt leider nicht für immer an.
Ein wenig nervös machte Nora sich auf den Weg in ihr Hotelzimmer. Sie war wirklich nicht scharf darauf, Rachel gegenüber zu treten, aber irgendwann würde sie es tun müssen.
Ihr Handy klingelte und gab ihr damit einen willkommenen Grund, um das ganze noch hinauszuzögern. Sie ging sowieso schon im Schneckentempo die Treppe rauf und war schon zwei Mal überholt worden – einmal von einem Jogger, was ja ganz okay war, das zweite Mal dann aber von einer alten Oma.

Luke Hemmings / 19:38
Schon im Hotel?

Sie zögerte einen Moment und versuchte sich einzureden, dass ihr Herz nicht schneller schlug, nur weil der große Luke Hemmings sich dazu herabgelassen hatte, ihr eine Nachricht zu schreiben. Sie biss sich auf die Lippe und seufzte dann laut. Es war nicht länger richtig, so über ihn zu denken, das hatte er ihr ziemlich deutlich gezeigt, als er sich bei ihr entschuldigt hatte...jetzt war es in Ordnung ein wenig Herzrasen zu bekommen. Schließlich tippte sie doch noch eine Antwort zurück.

Nora Golden / 19:40
Seid nicht ihr diejenigen, die immer mit
Verzögerungen zu rechnen haben? ;P


Luke Hemmings / 19:40
… Also ja.
Kannst du um 8?


Ohne weiter nachzudenken antwortete sie ihm.

Nora Golden /19:41
Welche Zimmernummer, Hemmings?
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