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It's a love-hate-thing

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Ashton Irwin Luke Hemmings OC (Own Character)
28.09.2015
04.09.2017
67
249.552
21
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02.07.2016 3.775
 
Kapitel Dreiundvierzig - „Wag es bloß nicht!“


Überrumpelt stemmte Nora die Hände gegen Lukes Brust, aber er bewegte sich kein Stück vorwärts. Er bewegte fordernd seine Lippen auf ihren und kaum dass sie ihre Konzentration darauf gerichtet hatte, wenn auch nur für einen Augenblick, verwandelten sich ihre Gedanken in eine zähflüssige Maske.
Der Kuss war nicht vorsichtig, geschweige denn zärtlich und Welten davon entfernt, liebevoll zu sein. Dieser Kuss war grob, begierig und von Wut erfüllt.
Es regte sie auf, dass Luke sich ihr nur dann näherte, wenn sie aufgebracht oder wütend war. Und das er sich jetzt einfach herausnahm, sie zu küssen!
Wieder versuchte sie ihn wegzuschieben, auch wenn ihre Fingerspitzen kribbelten und ihr Atem schwerer ging.
Er reagierte nicht, schob sie stattdessen weiter nach hinten, drehte sich dann um und setzte sich auf die Couch. Da seine Hände noch immer an ihrer Taille und in ihrem dichten Haar vergraben waren, war sie mehr oder weniger gezwungen, ihm zu folgen und fiel quasi auf seinen Schoß.
In Lukes Kehle entstand ein tiefes, raues Geräusch, das Nora einen Schauer über den Rücken laufen ließ. Eine beinahe schmerzhafte Gänsehaut bildete sich auf ihrer Haut und sie schloss endlich die Augen, drängte sich näher an ihn und ließ sich darauf ein.
Sollte er sehen, was er davon hatte, sie einfach so zu küssen.

Luke griff grob nach ihrem rechten Oberschenkel und zog ihre Beine auseinander. Sie befreite sich aus seinem Griff und setzte sich rittlings auf seinen Schoß, sodass sich ihre Hüften aneinander pressten und ihr entkam ein Stöhnen.
Lukes Hand griff fester in ihre Haare und schob die andere unter ihr Oberteil, bis sie auf ihrem nackten Rücken lag. So drückte er sie noch näher an sich, was Nora nur Recht war. Er biss in ihre Unterlippe und sie kratzte seine Arme entlang, was er mit einem verärgerten Knurren quittierte. Luke zog ihre Unterlippe in seinen Mund und saugte daran, was das Kribbeln in Noras Bauch explodieren und in ihren ganzen Körper wandern ließ.
Plötzlich war ihr unglaublich heiß und sie wollte ihre Klamotten loswerden. Und Lukes am Besten gleich mit.
Sie zerrte an seinem Oberteil und er löste sich von ihr, um ihrer Forderung nachzukommen. Er griff in seinem Nacken nach dem Shirt und zog es sich über den Kopf und keine Sekunde später schlang Nora wieder die Arme um seinen Hals und küsste ihn verlangend.
Er legte die Hände auf ihre Hüften und drückte sie gegen sich, ließ wieder locker, drückte sie wieder gegen sich. Die Reibung ließ Nora aufstöhnen und sie begann ihre Hüften ohne seine Hilfe kreisen zu lassen.
Es dauerte nicht lange, da lag Noras Top auf dem Boden und ihr BH gesellte sich dazu. Als sich ihr nackter Oberkörper gegen den von Luke presste, entkam ihr ein Keuchen und sie rieb sich wieder an ihm.
„Du bist verdammt heiß, wenn du wütend bist, fuck“, stöhnte Luke leise und zog leicht an ihren Haaren. Sie legte den Kopf in den Nacken und sofort befanden sich seine Lippen an ihrem Hals.
„Mmm~...“, machte sie und ein Lächeln huschte über ihr Gesicht. Damit verband sie einige Erinnerungen.
Luke legte die Lippen auf die empfindliche Senke direkt unter ihrem Ohr und biss in die weiche Haut.
Augenblicklich versuchte sie ihn wegzudrücken, zog dann stattdessen an seinen Haaren, aber es schien ihn nicht zu stören. „Wag es bloß nicht“, fauchte sie und stieß die Hüften gegen seine, was ihn zum Stöhnen brachte.
„Zu spät“, murmelte er und dann wanderten seine Lippen weiter ihren Hals hinab, bis zu ihrem Dekolleté. Er umschloss ihre linke Brustwarze mit den Lippen und saugte daran.
Zwischen Noras Beinen schien eine kleine Explosion stattzufinden und sie hielt seinen Kopf fest, damit er bloß nicht aufhörte. „Oh Gott“, entkam es ihr und sie schloss die Augen.
Luke fand schnell den Knopf zu ihrer kurzen Hose und öffnete ihn. Ihr Atem ging noch immer schneller von der Erfahrung, die sie soeben gemacht hatte.
Vermutlich würde sie es ihm gegenüber nicht zugeben, aber das war der Wahnsinn.
Sie war keine Jungfrau mehr, mit Dave hatte sie oft geschlafen, aber er war nie ein großartiger Fan eines Vorspiels gewesen. Dementsprechend war der Sex für Nora meistens auch nicht so schön gewesen. Manchmal hatte es auch geschmerzt, aber sie hatte das ihm gegenüber nie erwähnt.
Die Gedanken an ihren Exfreund verschwanden schlagartig, als Lukes Finger sich einen Weg unter ihr Höschen bahnten.
Sie stöhnte auf, sobald er sie dort unten berührte und umklammerte seine Schultern mit den Händen, drängte sich ihm entgegen.
„Fuck“, murmelte er leise und beugte sich vor, küsste ihren Hals und biss leicht in die Stelle über ihrem Schlüsselbein.
Nora wollte ihn anfahren, dass er ihr verdammt noch mal keine Knutschflecken machen sollte, aber alles war sie herausbrachte, war ein langgezogenes Stöhnen seines Namens, was ihn anzumachen schien.

Bevor Nora ihre Gedanken auch nur ansatzweise wieder sammeln konnte, nachdem Luke sie eben erst zum Orgasmus gebracht hatte, lag sie auf dem Bett in seinem Schlafzimmer und er trat sich die Shorts von den Füßen.
Ihr Herz klopfte schnell in ihrer Brust und beobachtete Luke unter schweren Lidern. „Was machst du?“, fragte sie und unterdrückte den Drang sich aufgrund ihrer rauen Stimme zu räuspern.
„Glaub jetzt bloß nicht, damit ist es getan. Ich hab dich zum Kommen gebracht, jetzt bin ich dran. Und ich will dich, verdammt.“
Er war über ihr, bevor sie antworten konnte und küsste sie verlangend, seine Zunge teilte ihre Lippen und berührte die ihre, was sie zum erschauern brachte. Er stöhnte auf und verschlang sie förmlich. Sie wollte nicht, das er jemals wieder aufhörte.
Nora schlang die Beine um seine Hüfte, erstarrte aber schlagartig, als sie bemerkte, dass er überhaupt keine Klamotten mehr trug. Nur noch ihre Hotpants und ihre Unterhose trennten sie von Luke.
Trotzdem, oder vielleicht auch gerade deswegen, ließ sie zu, dass er die Hose über die Hüften und ihren Schlüpfer dabei gleich mitzog. Sie schaffte es irgendwie die Kleidungsstücke von sich zu treten und schlang dann die Beine wieder um seine Hüften. Sie stöhnten beide gleichermaßen auf und Noras Kopf fiel zurück auf das Kissen.
Luke strich ihr Haar beiseite und küsste ihren Hals, schloss erneut die Lippen um eine ihrer Brustwarzen und legte eine Hand auf ihre rechte Hüfte, fuhr damit weiter hinab, bis er ihren Hintern umschloss. Als sie ihn so nah spürte, verspannte sie sich wieder ein bisschen.
„Ich hab ein Kondom drüber“, beruhigte er sie und sie entspannte sich wieder.
„Gut.“
Sie sahen sich beide in die Augen und obwohl sie ihre Begierde in seinen Augen widerspiegeln sah, schien er zu zögern. „Willst du dass das jetzt so endet? Aus ner reinen Wut-Aktion heraus?“
„Luke“, warnte sie ihn, nicht willig darüber jetzt nachzudenken. „Wenn du jetzt aufhörst, dann trete ich dir in die Eier.“
Er grinste halb und zuckte dann mit den Schultern. „Ich hab dich gewarnt. Das hier bedeutet nichts für mich. Ich will dich, aber ich liebe dich nicht, klar?“
Nora verdrehte die Augen. „Das ist mir schon klar, Hemmings. Keine Sorge, ich laufe dir danach nicht wie ein liebeskrankes, armes Mädchen hinterher.“
Sie zog ihn zu sich herunter und küsste ihn, dann drang er mit einem Stoß in sie ein und sie stöhnte auf.
Luke war nicht vorsichtig, wie auch zuvor nicht, stattdessen war er jetzt noch begieriger, alles zu nehmen, was er von ihr kriegen konnte, ohne Rücksicht auf sie zu nehmen. Nicht, dass sie das gewollt hätte, das hätte zu sehr die Illusion von „Liebe machen“ heraufbeschworen. Nora wollte mit niemandem Liebe machen.
Sie wollte einfach harten, unfassbar guten Sex mit Luke und das war's auch schon.
Luke ließ die Lippen verlangend über ihre Haut wandern, auf der sich langsam Schweißtröpfchen bildeten, während er sie und sich selbst mit jedem Stoß dem Orgasmus näher brachte.
Sie hob ihm die Hüfte entgegen und er stöhnte laut auf, was ihr eine Gänsehaut verschaffte.
Ihre Hände gruben sich in die Muskeln an seinem Rücken, ihre Fingernägel hinterließen rote Abdrücke und schließlich auch mehrere Kratzer.
Ihr entkam ein Schrei, als sie kam und zitternd umschlossen ihre Beine seine Hüften wieder, während sie sich verkrampfte. Das brachte Luke schließlich auch dazu, zu kommen und er brach auf ihr zusammen.
Einen Moment lagen sie bewegungslos so da, versuchten beide wieder zu Atem zu kommen, dann zog Luke sich zurück und ließ sich neben Nora fallen.

Atemlos lagen die beiden in dem dunklen Raum nebeneinander. Es roch nach Schweiß und Sex.
Nein, sie waren nicht sofort eingeschlafen, während sie sich friedlich aneinander kuschelten, wie das in romantischen Filmen und Büchern ständig passierte. Definitiv nicht.
Schließlich begriff Nora, was sie da gerade getan hatten und dass sie Luke doch eigentlich endlich aus ihrem Leben hatte streichen wollten. Das würde ihr nach diesem unglaublichem Sex aber um einiges schwerer fallen.
„Scheiße“, stöhnte die Schwarzhaarige nach einer Weile und rieb sich mit den Händen übers Gesicht.
„Na, also so schlimm fand ich's jetzt auch nicht“, widersprach Luke unpassend neckend für den Moment.
„Mm, wenigstens etwas worin du gut bist, was?“, murmelte Nora. Sie hatte keine Ahnung, warum sie schon wieder auf ihn einging. War das ein eingebauter Reflex?
Wie konnte man den ausschalten?
Luke seufzte. „Du bist also auch nach dem Sex zickig? Verdammt.“
„Halt die Klappe, Hemmings. Wir haben gerade miteinander geschlafen, das ist nicht gut. Das ist gar nicht gut. Ich könnte meinen Job verlieren wegen dem hier! Fuck!“
„Nicht mein Problem.“
Ruckartig setzte Nora sich auf und starrte auf ihn nieder. „Du bist wirklich ein Arschloch.“
Er zuckte gleichgültig mit den Schultern und sie wandte ihm den Rücken zu.
Sie tastete nach ihrer Unterhose und schlüpfte hastig hinein, dann zog sie sich die Hose über und strich die Haare über ihre Schultern, sodass Luke ihre Brüste nicht mehr sehen konnte.
Verdammtes, egoistisches Arschloch, beschimpfte sie ihn innerlich, während sie die Tränen zurückhielt.
Luke bequemte sich geradeso dazu das Kondom zuzuknoten und zu entsorgen und sich seine Boxershorts über die Hüften zu ziehen und lag jetzt wieder im Bett. Sie spürte seinen Blick auf sich, der ihr durchs Zimmer folgte.
Wieso hatte sie nochmal mit Luke geschlafen?
Ach ja, weil er ihr so wahnsinnig unwiderstehlich vorkam und sie einfach zur Weißglut getrieben hatte, bis das ganze in einem sehr explosiven Kuss untergegangen war. Der dann ja eskaliert war...in das hier.
Verdammter Mist.
„Erzähl wenigstens niemandem davon!“, forderte sie wütend und ein bisschen verzweifelt von ihm. Sie wollte diesen Job nicht verlieren, schon gar nicht wegen Luke.
Er richtete sich halb im Bett auf und sie vermutete, dass er die Augen verdrehte. „Ist ja gut, ich sag schon nichts.“
„Auch kein Wort zu den Jungs.“
„Schämst du dich?“, reizte er sie.
„Ja, vielleicht tu ich das!“, fauchte sie zornig. „Ich gehe jetzt jedenfalls.“
„Ohne Oberteil?“ Seine spöttische Stimme trieb sie beinahe wieder zur Weißglut.
„Nein, aber das Oberteil hast du mir ja im Wohnzimmer vom Leib gerissen und nicht hier drinnen.“
Er schnaubte und sie drehte sich um. „Hört sich ja fast so an, als hättest du vergessen, dass du selbst nicht schnell genug aus deinen Klamotten rauskommen konntest.“
Plötzlich erschöpft schüttelte sie nur den Kopf. „Halt einfach die Klappe, Luke.“
Nora steuerte die Tür an und musste auf einmal schwer schlucken. Sie war so verdammt dumm.

„Nora.“
Lukes Stimme zerschnitt das Chaos in ihrem Kopf und wieder drehte sie sich um. Was würde er sagen?
Aus unerfindlichen Gründen begann ihr Herz schneller zu klopfen, als sie in seine blauen Augen blickte, die in diesem Moment so viel zu sagen schienen.
War das ein Anflug von Schuldgefühlen? Und...war das ein besitzergreifendes Funkeln? Nein, niemals. Sie bemühte sich um einen möglichst neutralen Gesichtsausdruck, obwohl ihr Herz schnell gegen ihre Brust hämmerte.
Eine Weile hielten sie den intensiven Blickkontakt, dann verwandelten sich Lukes Augen urplötzlich in Stahl und ein gemeines und gleichzeitig nichtssagendes Grinsen schlich sich auf seine Lippen. Er ließ sich zurück auf sein Bett fallen und verschränkte die Arme hinter dem Kopf, blickte noch immer grinsend an die Decke.
„Mach doch bitte das Licht an, bevor du gehst. Ich will noch duschen gehen.“
Sie dankte dem Universum dafür, dass Luke sie nicht ansah. Sonst hätte er bemerkt, wie sie bei seinen Worten zusammengezuckt war und sich ihr Gesicht verzogen hatte.
Sie fühlte ein unangenehmes Stechen in ihrer Brust und ihr stockte der Atem. Dann begann es in ihr zu brodeln und ihre Wut stieg immer weiter an. Sie presste die Lippen fest aufeinander und ballte die Hände zu Fäusten, als das Bedürfnis auf jemanden – vorzugsweise auf Luke – einzuschlagen zu groß wurde.
Das alles dauerte nicht viel länger als ein paar Sekunden, dann wirbelte sie herum und ging auf die Tür zu. Sie zwang sich dazu, nicht zu rennen.
Luke sollte sich bloß nicht einbilden, sie würde vor ihm fliehen.
Lächerlich.
Stattdessen öffnete sie die Tür ganz gesittet, trat langsam zwei Schritte aus dem Raum. Und dann schlug sie die Tür so heftig hinter sich zu, dass es laut krachte und das Holz zitterte. Sie atmete noch einmal zischend durch die Zähne ein und aus, dann marschierte sie hoch erhobenen Hauptes durch Lukes Wohnzimmer, griff nach dem Top und dem BH die auf dem Boden lagen und zog sich beides an.
Möglich, dass sie dabei „zufällig“ die Flasche, die auf dem Tisch stand auf den Boden warf, die ebenfalls ganz „aus Versehen“ auf Lukes T-Shirt liegen blieb und auslief. Das Licht hatte sie ausgelassen. Schon um dem lächerlich winzigen Stück ihrer Ehre, das Luke ihr noch übrig gelassen hatte, willen.
Kindisch? Ja.
Trotzdem verschaffte es ihr eine seltsame Art der Genugtuung.
Luke Hemmings war das Letzte.

Kaum dass Nora das Zimmer durchaus eindrucksvoll verlassen hatte, fiel Luke das aufgesetzte Grinsen aus dem Gesicht. Er nahm die Arme herunter und vergrub sein Gesicht in seinen Händen.
Einen Augenblick lang blieb er einfach so liegen, bis er draußen etwas poltern hörte und er leise stöhnend die Arme neben sich fallen ließ.
Er hatte es vermasselt. Schon wieder.
Zu seiner Verwunderung schlug Nora die Wohnungstür nicht laut zu, sondern schloss sie leise. Trotzdem konnte er es hier noch hören.
Konnte auch daran liegen, dass er angestrengt auf jedes Geräusch lauschte, das Nora verursachte.
Die Geräusche und Laute, die ihr vor wenigen Minuten noch entkommen waren...Luke registrierte die wohlige Gänsehaut, die sich auf seinen Armen ausbreitete, beinahe nicht.
Er war doch echt das Letzte.
Scheiße!
Plötzlich riss er die Augen weit auf und setzte sich erschrocken auf. Was zur Hölle hatte er da gerade getan?
Nora hatte ihm endlich mal vertraut und was machte er?
„Scheiße!“, fluchte der Hemmings, sprang auf und schlüpfte in eine Jogginghose, bevor er aus dem Zimmer stürzte und Nora hinterherhetzte.
Nicht, dass er sie noch fand. Sie war längst ins Treppenhaus geflohen und die Treppen hinuntergelaufen, mit dem Ziel, so schnell wie möglich, weit weg von ihm zu kommen.
Sich leise selbst verfluchend stand er im Eingang zum Treppenhaus und blickte hinunter. Was tat er da eigentlich?
Es konnte ihm doch egal sein, was Nora von ihm dachte und ob er sie jetzt endgültig vergrault hatte. Scheiße, dass es ihm trotzdem etwas ausmachte. Genervt marschierte er zu seinem Zimmer zurück und schloss die Tür hinter sich. Er bemerkte die Schlüsselkarte, die nun wieder im Schloss steckte. Zuvor hatte er sie auf die winzige Kommode neben der Tür gelegt und Nora musste sie relativ schnell gefunden haben. Seufzend ging er zurück ins Wohnzimmer und bemerkte erst jetzt die Wasserflasche, die nicht mehr auf dem Tisch stand und stattdessen sein Oberteil durchtränkt hatte.
Einerseits musste er über diese Aktion – denn es war eindeutig beabsichtigt von Nora – beinahe grinsen, andererseits war jetzt sein T-Shirt nass. Seufzend ließ er das Shirt einfach so liegen und ging stattdessen langsam in sein Schlafzimmer.
Kaum das er den Raum betreten hatte stieg ihm Noras Geruch in die Nase. Er schaltete das Licht an und blinzelte mehrmals, um seine Augen an die grelle Helligkeit zu gewöhnen. Einschlafen konnte er hier jetzt jedenfalls auch nicht mehr. Luke kratzte sich unschlüssig am Hinterkopf und sah sich im Raum um, als er es bemerkte.
Er grinste halb, als er das Gerät entdeckte und ging darauf zu. Nora musste wohl ihr Handy aus der Hosentasche gefallen sein und sie hatte es nicht bemerkt.
Er hob das Smartphone vom Boden auf und musterte es neugierig, dann schaltete er es ein.
Ihr Sperrbildschirm war wie ein Schlag ins Gesicht.
Es war ein Bild von ihr mit ihm und den Jungs, als sie in der Villa die sie in London gemietet hatten zu Besuch war. Luke konnte sich nicht genau daran erinnern wann das war, aber sie sah so fröhlich aus.
Seufzend setzte er sich auf das Bett und starrte das Bild an, fuhr sich mit der anderen Hand durch die Haare. Er versuchte das Handy zu entsperren, aber natürlich hatte sie es mit einem PIN-Code gesichert. Mit den Schultern zuckend legte er es beiseite und nahm sich vor, es ihr demnächst zurückzugeben.

„Hey Süße!“
„Wa-...oh, hallo Ash.“ Nora drehte sich überrascht um und lächelte ihren besten Freund unsicher an. Unruhig huschten ihre Augen in dem schmalen Gang hin und her und sie betete, Luke nirgends zu sehen. Andererseits hatte der ihr Handy in seiner Gewalt und sie wollte es endlich zurück.
„Wow, deine Reaktion hatte ich mir anders erwartet“, neckte Ash sie und schlenderte auf sie zu.
„Entschuldige.“ Nora richtete ihre Aufmerksamkeit wieder auf ihn und spürte die Freude darüber, dass sie ihren besten Freund wieder sah, in sich aufwallen. Also breitete sie die Arme aus und musste nur Sekunden warten, bis Ashton die Arme um ihre Taille geschlungen und sie hochgehoben hatte.
Lachend schlug sie ihm auf die Schulter. „Eew, du bist total verschwitzt“, kicherte sie, was vollkommen untypisch für sie war.
„Ach echt? Wow, ist mir gar nicht aufgefallen“, sagte er mit vor Sarkasmus triefender Stimme. „Hab ich wohl nicht bemerkt, während ich zwei Stunden auf der Bühne Schlagzeug gespielt habe.“
„Ist ja gut, kein Grund so sarkastisch zu werden“, beruhigte sie ihn belustigt.
„Das sagst ausgerechnet du?“, fragte er und prustete los. „Die Königin des Sarkasmus' will dass ich weniger davon benutze? Ich glaube ich bin im falschen Film.“
Er stellte sie wieder auf den Boden ab und grinste sie breit an. Nora spürte wie sie langsam wieder die Alte wurde und Luke aus ihren Gedanken verdrängte.
Sie hatte sich heute schon den ganzen Tag mit besorgten und verwirrten Fragen, was denn mit ihr los sei, herumschlagen müssen.
„Ach, weißt du, der Sarkasmus ist einfach mir vorbehalten.“
„Das seh ich“, giggelte er und wuschelte ihr durch die Haare. „Was musst du jetzt noch machen?“
„Uh, wir müssen jetzt glaube ich noch ein bisschen aufräumen, aber danach hab ich den Tag frei.“
Ashtons Lächeln vertiefte sich und sein Augen blitzten fröhlich auf. „Klasse, dann kannst du mit uns zum Flughafen fahren.“
„Was? Wieso denn zum Flughafen?“ Verwirrt runzelte Nora die Stirn.
„Michael hat Leonie endlich dazu überredet, dass sie für ein Wochenende vorbeikommt und wir wollten sie abholen.“
„Oh echt? Das freut mich für ihn.“ Nora lächelte bei der Erinnerung daran, wie aufgeregt der Gitarrist gewesen war, als er Leonie den Vorschlag gemacht hatte, ein paar Tage mit ihnen in Amerika zu verbringen. „Aber ist das nicht ein bisschen riskant, wenn ihr alle am Flughafen wartet? Lasst sie doch von einem Bodyguard oder so abholen, dann kann auch kein Paparazzi oder ein Fan Gerüchte in die Welt setzen.“
Das schien Ashton ins Nachdenken zu bringen und er verschränkte die Arme vor der Brust. „Ja schon, aber Mike würde Leonie echt gerne abholen. Und wir können ihn ja auch nicht alleine lassen. Ein Bodyguard ist außerdem so unpersönlich.“
„Uhm...also ich weiß nicht, ob ihm das Recht wäre, aber...also, ich könnte sie doch abholen oder? Bei mir werden keine blöden Vermutungen aufgestellt und das ist persönlicher als ein Bodyguard.“
Vor ein paar Monaten hätte sie sowas niemals vorgeschlagen. Aber die Jungs holten sie aus ihrem persönlichen Schneckenhaus heraus und seit sie sie kannte, war Nora offener geworden.
Ash nickte begeistert. „Gute Idee. Dann kannst du ihr auch gleich sagen, wie toll Michael ist, aber lass es nicht so aussehen, als wärt ihr zusammen!“
Nora schüttelte lachend den Kopf. „Du weißt doch, dass ich Michael liebe, da kann ich nichts dagegen machen, Ash. Ich werde eifersüchtig werden.“
„Ich hab meinen Namen gehört?“, ertönte Michaels Stimme hinter ihnen und Nora zuckte erschrocken zusammen.
Ashton verkniff sich das Lachen. „Ja, Nora war gerade dabei mir ihre unsterbliche Liebe zu dir zu beteuern. Bitte, mach doch weiter, lass dich nicht von uns stören, Nora.“
„Ach sei still“, murrte sie, musste dann aber auch lachen.
Mikey warf einen Arm um ihre Schulter und zog sie an sich. „Kein Stress, es ist genug von mir für alle da“, scherzte er.
„Du bist auch total verschwitzt“, beschwerte sie sich gespielt.
Der Gitarrist tat schockiert. „Ich dachte das magst du?“
Sie brach in Lachen aus und hielt sich den Bauch, den Jungs ging es nicht besser.
„Was ist so lustig?“
Noras Lachen verstummte, als sie Calum und Luke auf sie zukommen sah.
„Ach nichts“, winkte Ashton immer noch giggelnd ab.
„Jungs...ich muss jetzt wirklich los, die anderen verfluchen mich wahrscheinlich schon, weil ich sie alles alleine aufräumen lasse“, bemerkte Nora. Das stimmte nicht ganz, weil sie mit ziemlicher Sicherheit wusste, dass ihr noch fünf Minuten von ihrer Pause blieben. Aber das erwähnte sie nicht.
„Oh ist gut. Ich schreib dir dann, ob es okay ist und alles?“, fragte Ash.
Noras Blick schoss für einen Sekundenbruchteil zu Luke, bevor sie wieder Ashton anschaute.
„Was?“, fragte Calum irritiert, aber er wurde liebevoll übergangen.
„Ähm...mein Handy funktioniert zurzeit nicht. Keine Ahnung. Komm dann einfach zu meinem Zimmer, ja?“
„Oh.“ Ashton schien verblüfft. „Ist gut...was ist deine Zimmernummer?“
„240 im 3. Stockwerk.“ Wieder schielte sie in Lukes Richtung, der die ganze Situation ziemlich amüsant zu finden schien.
„Ist gut. Bis später dann.“
„Bye.“ Sie winkte den Jungs hastig, dann flüchtete sie um die nächste Ecke.

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Hey Brownies! ^.^
Das ist das Kapitel, das ich schon seit Ewigkeiten plane! Was haltet ihr davon?
Nur um das mal eben klarzustellen: Luke ist kein komplettes Arschloch. Er hat, genauso wie Nora, einen Schutzwall um sich herumgezogen und will sich nicht eingestehen, dass er etwas für Nora übrig hat. Sie hat das schon früher eingesehen, aber Nora ist ja auch ein Mädchen und außerdem hat sie Rachel :D
Soviel dazu, in späteren Kapiteln werde ich das vermutlich nochmal erklären.
Achja und Calum wird ca. im viertnächsten Kapitel auch ne größere Rolle haben ^.^
Leonie kommt nach Amerika, wer freut sich schon? XD
Ich hoffe, das Kapitel hat euch gefallen ^^
lg Schoko <3 :)
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